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Chaostreff Goettingen

Chaostreff Göttingen gegründet

5.08 / Seit "Hacker" von Firmen umworben werden, damit sie zur Sicherheit ihrer Computernetze beitragen und Hackerorganisationen wie der Chaos-Computer-Club als erste Adresse in Sachen Datenschutz von den Medien hofiert wird, hat der Begriff "Hacker" an düsterner Geheimnisumwobenheit verloren und an Seriosität gewonnen.
Der Chaos-Computer-Congress, der jährlich zwischen Weihnachten und Neujahr stattfindet hat den Charakter einer reinen Subkulturveranstaltung verlassen und ähnelt streckenweise einer hochqualifizierten Fachtagung mit Vorträgen und Workshops auf dem aktuellsten Stand der Technik. Dennoch ist dieser Kongress noch reichlich exotisch und konfrontiert die Besucher/innen mit ungewohnten Sichtweisen und Informationen, die nirgendwo anders zu bekommen sind.
Seinen Ursprung hatte der Chaos Computer Club vor mehr als 20 Jahren in Hamburg; inzwischen gibt es weitere Clubs in der Bundesrepublik.
Computer-Fachleute im Raum Göttingen, die bereits längere Zeit einen informellen Austausch pflegen, haben nun einen Chaostreff auch in Goettinge gegründet. Sie haben zu diesem Zweck engeren Kontakt zum bereits bestehenden CCC Hannover geknüpft. Man hat Kontakte zum Bereich Datenschutz-Initiativen hergestellt, nämlich der Gruppe "AK Vorratsdatenspeicherung", denn eines der Ziel des Chaostreff ist die Verbreitung von Wissen über Sicherung von Privatsphäre und Datenschutz. Als Beispiele für mögliche Schwerpunkte der nächsten Zeit nennt die Gruppe "Sicherheit im Netz", "RFID-Chips", "KfZ-Zeichen-Erfassung" und "Online-Durchsuchung". Das Spektrum der Aktivitäten umfasst aber nach wie vor auch die subkulturelle, experimentierfreudige Variante: alles was irgendwie mit Computern und Netzen anzustellen ist, gehört weiterhin ins Blickfeld von ccc-goe. Ganz generell wird Interessenbasis darüberhinaus auch viel weiter als "Kreativer Umgang mit Technik" formuliert. In der Praeambel der CCC Satzung an der man sich orientieren möchte heisst es: "Der Chaos Computer Club ist eine galaktische Gemeinschaft von Lebewesen,unabhaengig von Alter, Geschlecht und Abstammung sowie gesellschaftlicher Stellung, die sich grenzueberschreitend für Informationsfreiheit einsetzt und mit den Auswirkungen von Technologien auf die Gesellschaft sowie das einzelne Lebewesen beschaeftigt und das Wissen um diese Entwicklung foerdert."
Gegenwärtig befindet sich die Gruppierung auf der Suche nach einem innenstadtnahen "Clubheim", das sowohl Raum für Gespräche und Austausch als auch für technische Aktivitäten bietet. .

Erste Aktivitäten

Webseite der Gruppe: http://chaostreff-goettingen.de/

Veranstaltungsreihe zur Sicherheit im PC und im Netz unter dem Titel "ich hab doch nichts zu verbergen" 15.5. - 3.7.08 (zusammen mit BG Jura und AK Vorratsdatenspeicherung)

Beteiligung an einer Veranstaltung in Göttingen
Computer-Sicherheit Workshop mit Mitgliedern und FreundInnen vom Chaos Computer Club (Ortsgruppe Hannover "Leitstelle 511") Samstag, 23.02.08, um 17 Uhr im Juzi-Café (Bürgerstr. 41)

Kleinanzeige in goest
28.2.08* Der Göttinger Chaos Computer Club sucht einen Raum: Wenn möglich innenstadtnah, bis ca. 100 € inkl. Nebenkosten und werkstattgeeignet. Tipps und Offerten bitte an rolandlaich@gmx.de.

 

Ursprung: Chaos Computer Club Hamburg

Der Name "Chaos" stammt übrigens nicht von einer intensiven Beschäftigung mit der Chaos-Theorie, sondern diese Bezeichnung wurde angeblich 1981 auf dem "TUNIX"-Kongress in Berlin für eine chaotisch erscheinenden Gruppe von Computerfreaks eingeführt, aus der später der CCC entstanden sein soll. Der CCC ist seit 1986 als Chaos-Verein amtlich registriert

http://www.ccc.de/
ccc.de/regional/
ccc.de/regional/Erfa-Beirat

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Berichte aus der Vergangenheit
aus: Informationsdienst Computer&Medien

1991 CCC-TREFFEN ZUR JAHRESWENDE (c&m) Zur Jahreswende Ende Dezember 91 fand wie in den Jahren vorher ein vom Chaos-Computer-Club (CCC) in Hamburg organisiertes Treffen statt. (...) Die ca. 350 TeilnehmerInnen des Treffens beschäftigten sich u.a. mit dem Innenleben von Chipkarten. Da wurde über die Untersuchung von Chipkarten mit dem Rasterelektronenmikroskop und Experimente mit radioaktiver Bestrahlung der Karten berichtet, bei radioaktiver Bestrahlung gehen die Herstellerangaben als erste kaputt. Die als Spezialisten anerkannte Amsterdamer Gruppe "Hack-Tick" bot einen workshop unter dem Titel "Radio und Armbanduhren" an und zeigten u.a., wie Telefonapparate als Minisender ein Radio zum Lautsprecher werden lassen. Für Frauen gab es den männerfreien workshop "Feminines Computerhandling". Fragen der "Internationalen Netze" und der Kostenersparnis beim Telefonieren ins Ausland gehörten ebenfalls zu den Themen. Auch das Selbstverständnis des CCC geriet in die Diskussion und selbst das laute Nachdenken über eine Vereinsauflösung war nicht tabu, wurde aber verworfen. Die Spannung zwischen den unpolitischen Technik-Freaks ("kleine Jungs") und den Kommunikationsspezialisten mit politisch-philosophischem Anspruch ist ja seit Jahren Anlaß für interne Diskussionen.

1993 27.12. -29.12.93, Chaos Communication Congress im Eidelstädter Bürgerhaus, Elbgaustr. 12, 22523 Hamburg, Themen: Lauschangriffe, Verschlüsselung, "BürgerInnennetze", Mailbox-Schutzbund (Gründung), Modacom, Häcksen / feminines Computerhandling, usw. Veranstalter: Chaos Computer Club, Schwenckestr. 85, 20255 Hamburg oder bei FoeBuD e.V. Marktstr. 18, 33602 Bielefeld (3 DM Rückporto), Tel.: 0521/175254 oder Fax: 61172, Box: 0521/68000, Dauerkarte 42 DM, ermäßigt 32 DM, Presse 77 DM, Mitglieder 23 DM

1994 CyberBox - Ko(s)misches Bewußtsein (cv) Schon vor drei Jahren hat Bernd von den Brinken gezeigt, dass sich Rechner über ein EEG steuern lassen. Inzwischen gibt es auch konkrete Anwendungen, wie beispielsweise über eine Rückkopplung zwischen Computergrafik und Atemfrequenz der Atemrythmus eines Menschen durch sogenanntes 'Pacing and Leading' zu beeinflussen ist. 'Pacing and Leading' bedeutet, dass sich zuerst der Computer auf den Rhythmus des Menschen (z.B. Atemfrequenz) einstellt und dann durch eine leichte beständige Abweichung den Menschen in die gewünschte Richtung 'steuert'. Dies ist allerdings noch Zukunftsvision, da sich ein EEG bisher erst sehr begrenzt auswerten läßt. Sehr wohl wird schon die Bewegung der Augenmuskel erfaßt, um es Gelähmten zu ermöglichen, einen Computer zu steuern. Die Idee der CyberBox ist, dem Benutzer eine vollständig grafische Schnittstelle zu bieten. Es ist im Sinne des Wortes möglich, sich durch eine Datenwelt zu bewegen. Diese Technik soll auf normalen PCs funktionieren und mit einer Modemverbindung mit 14400 Bit pro Sekunde arbeiten können, um sie einem möglichst breiten Spektrum von Benutzern zugänglich zu machen. Um dies realisieren zu können, wird im Moment ein Tokenstandard (ein Token ist eine kleine Informationseinheit, die für eine Teilinformation, wie z.B. 'rot' stehen kann) entwickelt. Die Grafiken, für die die Tokens stehen, werden von einem Programm auf dem Rechner des Anwenders errechnet und müssen somit nicht als Bildinformation über die Telefonleitung übertragen werden. Ein Programm zur Berechnung der 3D-Grafiken wurde von Bernd von den Brinken während des Workshops vorgeführt. In der endgültigen Anwendung soll eine Auswahl bestimmter Bereiche einer Datenbank durch das Betreten von virtuellen Gebäuden möglich sein, in dem sich ein neuer Raum mit einer weiteren Untergliederung in Themen als Gebäude stattfindet. Der Benutzer wird erst auf der untersten Ebene mit den Daten in Form von Buchstaben und Zahlen konfrontiert. Dies ermöglicht auch eine Kommunikation zum Selbstzweck, die Bernd von den Brinken auf Grund seiner Beobachtungen des Benutzerverhaltens in den Datennetzen für sinnvoll hält, da es seiner Ansicht nach oft gar nicht mehr um die Inhalte, sondern um die Kommunikation als solche geht. Ein kosmisches Bewußtsein in virtuellen, grafischen 3D-Datenbanken - Gott im Computer? Die Weiterentwicklung des Projektes wird auf dem nächsten CCC Ende 1994 dokumentiert werden. Quelle: "Wir machen Gott", Referent: Bernd von den Brinken, Bericht von Chris Vogel, Sysop LINK-GOE 14.1.1994 über CCC '93: Die Cyberbox