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über Äußerung der Cron&Lanz-Geschäftsführerin löst
öffentliche Debatte aus Der
Vorfall, dass angeblich Bettler als "Ungeziefer" bezeichnet wurden
löst zu Recht Empörung aus. Solche Äußerungen weisen auf
eine systematische Bekämpfung nicht-angepasster Menschen hin, die zum Schutze
der reibungslosen Erlebniswelt von Konsumzonen erfolgt. Bemerkenswert,
dass ein Artikel in der Monopol-Lokalzeitung zum Anlaß genommen wird, Pressemitteilungen
oder LeserInnenbriefe an GOEST zu schreiben. Da die Empörung über dort
zitierte angebliche Äußerungen allerdings groß und die behaupteten
Äußerungen Bestandteil eines politischen Problems sind, veröffentlichen
wir auch diese Pressemitteilungen und gehen auf die Zuschriften ein. Die Zuschriften
an Goest bezogen sich auf Äußerungen In einem Artikel des Göttinger
Tageblattes vom 20.4.10. Dort stand zu lesen, Frau Grummes-Salamon Geschäftsführerin
des Café Cron und Lanz habe gesagt: "Es läuft viel Dreck rum
in der Göttinger Innenstadt." Probleme würden vor allem "die
vielen Bettler" bereiten. Einige seien friedlich, andere "sehr dreist"
und "wie Ungeziefer". Zunächst
haben wir per Mail bei Frau Grummes-Salamon mit folgendem Text angefragt:
"unsere Redaktion erreichen mehrere Presseerklärungen von Parteien sowie
Statements von Einzelpersonen, die auf eine angeblich von Ihnen stammende Äußerung
Bezug nehmen. Wir möchten solche Erklärungen nicht veröffentlichen,
ohne uns vorher zu vergewissern, wie diese Zitate von den Betroffenen, in diesem
Fall also von Ihnen, bewertet werden. In einer der uns zugeleiteten Presseerklärungen
heisst es "Derartige Unverschämtheiten würden definitiv zunehmen sagt
Grummes-Salamon. "Es läuft viel Dreck rum in der Göttinger Innenstadt".
Probleme würden vor allem "die vielen Bettler" bereiten. Einige seien friedlich,
andere "sehr dreist" und "wie Ungeziefer". Wir wären Ihnen dankbar, wenn
Sie uns eine Stellungnahme zukommen ließen und uns mitteilen, ob Sie solche
Äußerungen gemacht und zur Veröffentlichung freigegeben haben. Frau
Grummes-Salamon hat uns daraufhin eine Antwort geschickt, für deren Veröffentlichung
wir sie zwecks wörtlichen Zitierens um Genehmigung gebeten haben. Leider
haben wir bisher keine Antwort mehr erhalten. Zusammenfassend dürfen wir
jedoch berichten, dass sie in bezug auf den Begriff "Ungeziefer" behauptet,
sie habe das so nicht gesagt und es handele sich im Göttinger Tageblatt um
eine teilweise völlig falsche Darstellung dessen, was sie in einem telefonischen
Interview gesagt habe.  Café
Cron & Lanz in der Weender Straße, FußgängerInnenzone Göttingen
Vorher
waren bereits folgende Pressemitteilungen bei uns in der Redaktion eingegangen: Pressemitteilung
(Auszüge) GöLinke Ratsfraktion 20.4.2010 Die
vollständige Erklärung ist auf der
Homepage von Patrick Humke-Focks unter dem Titel "Endlich die echten
Hetzer des Göttinger Gaststättengewerbes verfolgen Solidarität mit dem ‚Kabale‘
Göttingen, zu finden "(...)
Das BetreiberInnenkollektiv des Kabale hat meine volle Solidarität. Es sollte
den Beschäftigten dort an heim gestellt werden, zu bestimmen, ob man städtische
Bedienstete bedienen möchte, die Abschiebungen von Flüchtlingen mit
unterzeichnet haben", so Humke- Focks. In
der heutigen [Anm.: 20.4.10] Ausgabe des Göttinger Tageblattes (GT) wurde
hingegen deutlich, welch Geistes Kind zum Beispiel die Betreiber des Cafés
und der Konditorei ‚Cron und Lanz‘ sind. So sprach die Inhaberin Ulrike Grummes-Salamon
laut Zitat im GT nicht nur von ‚Unverschämtheiten‘ von Gästen, sondern
betitelte die ‚Bettler als großes Problem in Göttingen‘ und verglich
sie mit ‚Ungeziefer‘ und ‚Dreck‘. Es sind solche Aussagen, die Ressentiments in
der Gesellschaft schüren und verfolgt werden müssten. "Die angeblichen
Vorkommnisse im Kabale erscheinen verglichen mit den Äußerungen der
Betreiberin eines Café für den gehobenen Geldbeutel lächerlich.
Ich fordere die Staatsanwaltschaft auf, nach diesen Zitaten wegen Verdachts der
Volksverhetzung zu ermitteln. Die Formulierungen stammen aus den Zeiten des deutschen
Faschismus und sind nicht zu tolerieren! (...)
Dem Kabale gilt die Solidarität der LINKEN. Es liegt der Verdacht nahe, dass
der Versuch der öffentlichen Bloßstellung des Betreiberkollektivs des
‚Kabale‘ in die Kampagne gegen linke Zusammenhänge und Freiräume in
dieser Stadt eingepasst werden soll. Hier ist Widerstand zu leisten!" (Patrick
Humke-Focks) Kommentar/Leserbrief
zu den "unglaublichen Äußerungen der Cron & Lanz Inhaberin
im heutigen GT. "Oje, "Dreck" und "Ungeziefer" läuft
in unserer Innenstadt herum und nistet sich gar in den ehrwürdigen Räumlichkeiten
von Cron & Lanz ein. Da sollte doch dann unverzüglich das Stadtreinigungsamt
und ein Kammerjäger verständigt werden. Oder waren die Begriffe von
Frau Grummes-Salamon tatsächlich auf Menschen bezogen? Dann wäre allerdings
eher eine juristische Institution gefragt. Ich dachte die Zeit der "Herrenmenschen"
sei ein für alle Mal vorbei." (Gerd Nier) Pressemitteilung
Ratsfraktion Bündnis 90/DieGrünen 20.4.2010 "Schräge
Töne bei Cron & Lanz. Wir hofften eigentlich, die Zeiten als sozial benachteiligte
Menschen und Randgruppen öffentlich als "Dreck" und "Ungeziefer" bezeichnet
wurden, wären in Göttingen ein für allemal vorbei. Die Wortwahl
von Frau Grummes-Salamon grenzt an Volksverhetzung und erinnert in erschreckender
Weise an die Rhetorik im Nazideutschland. Mit diesen scharfen Worten kommentiert
die kulturpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN,
Dagmar Sakowsky die verbalen Entgleisungen der Inhaberin der Göttinger Traditionskonditorei
Cron & Lanz, zitiert in dem Artikel "Die Menschen können sich einfach
nicht benehmen" im Göttinger Tageblatt vom 20.4.2010. Ausschnitt: ...Derartige
Unverschämtheiten würden definitiv zunehmen sagt Grummes-Salomon. "Es
läuft viel Dreck rum in der Göttinger Innenstadt". Probleme würden
vor allem "die vielen Bettler" bereiten. Einige seien friedlich, andere "sehr
dreist" und "wie Ungeziefer"... Wir möchten nicht in Zweifel ziehen,
dass es für Gastronomen nachvollziehbare Gründe gibt, von ihrem Hausrecht
Gebrauch zu machen und Menschen vor die Tür zu setzen. Wie die anderen in
dem Artikel zitierten Café-InhaberInnen zeigen, kann man diesen Sachverhalt
aber auch sachlich und auf den Einzelfall bezogen zum Ausdruck bringen. "Ich empfehle
Frau Grummes-Salamon, sich für diese verbale Entgleisung, die hoffentlich
eine einmalige war, öffentlich zu entschuldigen. Andernfalls kann ich mir
vorstellen, dass ein Teil ihrer Kundschaft ihren Kuchen und ihre Pralinen zukünftig
in anderen Konditoreien kaufen wird, mich selbst eingeschlossen." (Dagmar Sakovsky) Ausgrenzung
und Diskriminierung in der Stadt Nun
sind diese Äußerungen, die - wenn sie denn stimmen, zu Recht für
Empörung gesorgt haben, nur Teil eines größeren Problems. Insgesamt
gehört dies zum Thema soziale Ausgrenzung und Diskriminierung in der Stadt.
In diesem Zusammenhang war bereits schon einmal von Äußerungen aus
dem Umfeld der Werbegemeinschaft Innenstadt "ProCity" berichtet worden,
die als aggressive Hetze gegen Bettler und andere unliebsame Personen in der Innenstadt
gewertet werden konnten. Die
politische Diskussion im Rat, die städtebaulichen
Planungsmodelle, die städtische "Gefahrenabwehrverordnung",
die Öffentlichen Stellungnahmen der Innenstadt-GeschäftsinhaberInnen
sowie die Maßnahmen von Polizei und Ordnungsbehörden greifen ineinander
und ergänzen sich bei dem Versuch, die Innenstadt von unangepassten Menschen
ohne kaufkräftiges Konsumpotential zu "säubern". Im
Extremfall führt dies zu Platzverweisen.
Am 12.3.09 wurde uns z.B. berichtet, ein TagesSatz-Mitarbeiter habe beobachtet
, wie einem Bettler in der Weender Straße ein Stadtverbot ausgesprochen
worden sei. Als Grund wurde aggressives Betteln in der Fußgängerzone
Weender Str. angegeben." Bereits
beim Aktionstag "Die Stadt gehört
allen" (1998)
schrieben die InitiatorInnen
u.a.: "Leute mit Geld für Konsum finden bei Handel und Gastronomie ihr Angebot;
Leute ohne Geld erscheinen hin und wieder als Störfaktoren, weil auch sie Raum
in der Öffentlichkeit beanspruchen. Um mit Konflikten umzugehen, die entstehen,
wenn die Lebenswirklichkeit von Armen oder anders auffälligen mit der Konsumwelt
zusammentreffen, muß es andere Alternativen geben, als Polizei oder private Sicherheitsdienste.
Wenn Behörden, Geschäftsleute und Initiativen und Bürger zusammenwirken, müßte
es gelingen, sie zu finden und zu entwickeln. Die Stadt gehört allen!
Deshalb wünschen wir uns von
den Stadtplanern und Lokalpolitikern, besondere Anstrengungen zu unternehmen,
Non-Profit-Angebote in der Stadt zu initiieren und zu fördern!
Die Cron&Lanz-Geschäftsführung
möchte wohl auch die öffentliche Fläche vor dem Geschäft gerne
nach ihrer speziellen Vorstellung von Sauberkeit und Ordnung aussehen lassen.
Vor Cron&Lanz stehen wie überall in der Weender Laternenpfähle.
Diese Laternenpfähle gehören weder der Stadt noch Cron&Lanz sondern
E-On. Im Februar 2010 waren an diesen Laternenpfählen vor Cron&Lanz nun
Schilder angebracht worden, die dazu auffordern, keine Fahrräder abzustellen
und eine kostenpflichtige Entfernung androhen. Unterschrieben mit "die Anlieger".
Weder gehört diese Fläche zu Cron&Lanz, noch zahlt das Geschäft
im Februar für die Aussennutzung Gebühren und hat also absolut nichts
dergleichen zu fordern. Die
Weender Straße gehört allen und es handelte sich damit um eine dreiste
Drohung von "Anliegern" gegen RadfahrerInnen. Siehe Bericht
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