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1. Mai Aufruf der Arbeitslosen (Seit
Jahren aktuell) Dieses Jahr blieb der
Stress wegen NPD-Demo in Göttingen aus. Stattdessen fand eine große Demo von NPD
und Kameradschaften in Berlin statt. In Göttingen lief es deshalb wie jedes
Jahr üblich am 1. Mai: 10.30 Prozession vom DGB-Haus zum Markt und dort Kundgebung
und Musik. Nach den großen Protesten gegen Sozialabbau bzw. Sozialkahlschlag
war das Thema auch dominierend bei der diesjährigen DGB-Kundgebung um 11 Uhr auf
dem Marktplatz: Hartz, Gesundheitsreform, Agenda 2010. Neben der Rede des DGB-Regionsvorsitzenden
Sebastian Wertmüller, durften in Kurzbeiträgen Hamza Sinanoglu (Integrationsrat
Göttingen) Uwe Bretthauer (Betriebsrat Sartorius) und Vertreter der DGB-Jugend
sowie des Sozialforums sprechen. Hauptmotto
des 1. Mai vom Begriff "Sozialkahlschlag" freigehalten Der
DGB Bundesvorstand hatte den 1. Mai unter das Motto "Unser Europa - frei,
gleich, gerecht" gestellt - deshalb war dies auch das formelle Hauptmotto
in Göttingen. Schade - warum eigentlich wurden die Proteste gegen den Sozialkahlschlag
nicht auch im Hauptmotto zum Ausdruck gebracht? Der Einfluß der SPD in den Spitzen
der Gewerkschaften ist eben noch ungebrochen, obwohl er wegen des Sozialkahlschlages
schon mal hier und da bröckelt (siehe Initiative für Arbeit und soziale Gerechtigkeit
von Gewerkschaftern initiiert) Und so kann dann noch der 1. Mai von
der SPD für den Versuch benutzt werden, um den Leuten die berechtigten Sorgen
wegen der "Osterweiterung" zu zerstreuen um damit die Gewerkschaften
hinter die aktuellen Entscheidungen der Regierungspolitik zu stellen: "Der
1. Mai 2004 ist nicht nur der 1.Mai der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften:
Es ist der Tag an dem die EU-Osterweiterung ihren Auftakt hat. Wir Gewerkschaften
begrüßen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedstaaten
der Europäischen Union." Die Mehrheit der Bevölkerung schaut jedoch
eher mit Sorge auf diese Sache. Im Grunde müßte man das doch so lange ablehnen,
so lange die neuen Zumutbarkeitsregelungen für Arbeit-Suchende nicht vom Tisch
sind, die den Dumping-Prozeß fördern. Es ist gewerkschaftlicher Zweck-Optimismus,
dass die Schwierigkeiten der Osterweiterung durch gewerkschaftliche Macht in soziale
Bahnen gelenkt werden könnte. Die Osterweiterung wird auf jeden Fall die soziale
Lage weiter verschärfen. Stattdessen wird durch gemeinsames Träumen zur Legitimation
der Regierungspolitik beigetragen: "Gemeinsam wollen wir ein soziales Europa
der Freiheit, Gleichheit und Toleranz gestalten. (..) Viele Menschen haben berechtigte
Sorgen angesichts einer anhaltenden Wirtschaftskrise und fortdauernder Massenarbeitslosigkeit.
(...) Europa, so wie wir es wollen, gleicht die Lebensbedingungen der Menschen
auf hohem Niveau an, schafft Arbeitsplätze, stärkt die Rechte der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, sichert Bildung für alle und fördert lebensbegleitendes Lernen,
bietet soziale Sicherung in einer gesunden Umwelt, sorgt für Chancengleichheit,
bekämpft Diskriminierung und garantiert die Unabhängigkeit der Gewerkschaften
sowie Mitbestimmung und Tarifautonomie." (zit. Wertmüller, Text, April 04) zum
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