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Ethnologische Sammlung / Institut für Ethnologie

Institut für Ethnologie
Göttinger Gesellschaft für Völkerkunde
Theaterplatz 15 , 37073 Gö Tel.: 397892

Ethnologische Sammlung
Sonntags 10-13 Uhr geöffnet

 

Foto: Institutsgebäude / Theaterplatz

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> Göttingen International Ethnographic Film Festival GIEFF 30.4. – 1.5.2008

 

Cook/Forster-Sammlung


Kriegsgott Ku in der Göttinger Sammlung

Institut für Ethnologie

11.15 Uhr Theaterplatz 15, Ku's Rückkehr - Der Kriegsgott von Hawaii kehrt nach Göttingen zurück Wiedereröffnung der Cook/Forster-Sammlung. Impressionen von der Weltreise der Cook/Forster-Sammlung: Honolulu - Canberra - Paris

Dieses Exponat, der Kriegsgot Ku ist eine historische Darstellung des höchsten Gottes in der Mythologie der Polynesier. Die Bezeichnung Kukailimoku bedeutet "Inselräuber".

Darstellungen des Kriegsgottes Ku wurden bei Kriegen auf eine Stange gesteckt und mit in den Krieg genommen.

1780-85 berichtete Georg Christoph Lichtenberg öffentlich über Entdeckungsreisen von Reinhold und Georg Forster in der Südsee. In der Folgezeit gab es wohl eine >Südsee-Mode oder Südsee-Verrücktheit in Göttingen. (Hinweis bei einer Stadtführung von Christel Rosky)
Im Jahre 1782 erhielt das Akademische Museum eine auf den Weltreisen James Cooks entstandene wertvolle Südsee-Sammlung. Seitdem ist Göttingen eine "Hochburg" der ethnologischen Südseeforschung, besitzt die weltweit umfangreichste Cook/Forster-Sammlung und weitere seltene Exponate. Das Institut beherbergt auch den Nachlaß von J.R. Forster, der mit seinem Sohn Georg Forster auf den Spuren von Cook reiste.

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Johann Reinhold Forster 1729-98

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James Cook

ethno04.JPG (17644 Byte)Blick in die Ausstellung der Südsee-Sammlung, hier ein Blick auf Exponate aus Polynesien.

Rechts eines von weltweit nur noch 12 mal existierenden Totengewändern.

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Lesung Renate von Gizycki über Schriftsteller der Südsee

"Wir müssen den Geist von James Cook ein für allemal zur Ruhe bringen"

Am Sonntag den 8.2.04 referierte Renate von Gizycki im Institut im Rahmen der Matinee-Vorträge über Schriftsteller Ozeaniens und den Versuch an den Wurzeln ihrer kulturellen Identität anzuknüpfen. Frau von Gizycki hat die Südseeinseln bereist und viele Schriftsteller dort persönlich getroffen. Außerdem hat sie mit eigenen Leihgaben die Tonga-Ausstellung des Institutes unterstützt.

Wer in Polynesien Politik machen will oder öffentlich auftritt, seine ZuhörerInnen aber nicht zum Lachen bringen kann, gilt als lausiger Redner. "Der performative Humor",

so berichtet Gizycki, ist traditioneller Bestandteil der Politik in der jemand Mißstände mit Witz und Satire auf den Punkt bringen müsse.
Sie berichtet über Epeli Hau'ofa, Konai Helu Taman und Albert Wendt - letzterer ein waschechter Samoaner mit deutschem Namen als Erinnerung an die deutsche Kolonialzeit. Schriftsteller, die beginnen, die Wahrnehmung ihrer Welt nur mit den Augen des Westens in Frage zu stellen, die die Namen ihrer Inseln neu überdenken, die den Gott der Christen als einen sehen, der aus ihnen abhängige Kinder machen will, während der alte Gott Tangaloa  ein Gott war, der MENSCHEN machte. Die Bücher von Margrete Mead werden von Albert Wendt, vielbeachteter Historiker und Lyriker, kritisiert, weil sie eine Traumwelt der schönen Südsee malen, verführerische Darstellungen von "multipler Elternschaft" und der freien Liebe verbreiten und damit die Träume der westlichen Industriezivilisation vom ozeanischen Paradies bedienen. Wendt: "Wir waren zu lange passive Objekte der Forschung".
Die Wahrnehmung, es seien ja nur "ach so kleine Inseln, so unbedeutend und schwach" wird nicht mehr akzeptiert. Ozeanien ist nicht nach dem Land zu bemessen, sondern zu dieser Welt gehört der Ozean:

"Durch unseren Körper fließt das Meerwasser, unser Blut ist gemischt mit dem Meer" - "The Ocean in us". "Wir sind der Ozean - wir sind nicht winzig." Ozeanien ist groß

Die Bewahrung des Ozeans auch gegen Atomwaffenversuch hat deshalb eine besondere Stellung.
Vilsonie Hereniko, ein jüngerer Autor entdeckt plötzlich die überlieferte Geschichte seiner Kultur. Sein Bezug auf mündliche Überlieferungen machten ihm Probleme bei der Anerkennung seiner Dissertation. Aber die einheimische Überlieferung, die eigene Geschichtsschreibung darf nicht mehr ignoriert werden. "Leute, die außerhalb unserer Kultur stehen streiten sich darüber wie sie unsere Kultur bewerten sollen, dabei streiten sie sich so laut, dass sie uns nicht mehr hören, wenn wir etwas dazu sagen". Und die Lyriker wenden sich dagegen, dass "Tennisplätze auf heiligen Stätten" entstehen.

ethno05.JPG (11465 Byte)Dr. Renate von Gizycki aus Kassel (links) und Akad. Oberrat Dr. Gundolf Krüger (Kustos der Sammlung) (rechts) im Gespräch mit Teilnehmerinnen der   Veranstaltung
ethno06.JPG (17207 Byte)Veranstaltungsraum im Ethnologischen Institut, 1. Stock

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Sonderausstellung - Dort wo der Tag beginnt - Tonga im kulturellen Wandel (16.7.00 - 31.3.01)

Die Ausstellung dokumentierte Kulturzeugnisse der Inselwelt Tongas. Ein Bestandteil war natürlich die berühmte Sammlung des englischen Seefahrers James Cook aus dem 18. Jahrhundert, hinzu wurde die aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stammende Sammlung des deutschen Ethnologen Gerd Koch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch vereinzelte Leihgaben der Ethnologin Renate v. Gizycki.

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Teile der Cook-Sammlung:Schmuck aus dem 18 Jhdt.

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Angelhaken
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Stirnbinde "Uhikana", aus dem 18 Jhdt.

Die im Rahmen eines zweisemestrigen Museumspraktikums von Studierenden des Instituts für Ethnologie erarbeitete Sonderausstellung zu dieser Südseeregion beschäftigt sich mit der Frage des Kulturwandels einerseits und der Kontinuität kultureller Traditionen andererseits. Denn trotz aller kultureller Veränderungen durch europäische und amerikanische Einflüsse hat sich in Tonga eine neue Lebensweise eigener Prägung unter Bewahrung traditioneller Elemente entwickelt.

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