Cook/Forster-Sammlung  Kriegsgott
Ku in der Göttinger Sammlung | Institut
für Ethnologie 11.15
Uhr Theaterplatz 15, Ku's
Rückkehr - Der Kriegsgott von Hawaii kehrt nach Göttingen zurück
Wiedereröffnung der Cook/Forster-Sammlung. Impressionen
von der Weltreise der Cook/Forster-Sammlung: Honolulu
- Canberra - Paris Dieses
Exponat, der Kriegsgot Ku ist eine historische Darstellung des höchsten Gottes
in der Mythologie der Polynesier. Die Bezeichnung Kukailimoku bedeutet "Inselräuber". Darstellungen
des Kriegsgottes Ku wurden bei Kriegen auf eine Stange gesteckt und mit in den
Krieg genommen. |
1780-85
berichtete Georg Christoph Lichtenberg öffentlich über Entdeckungsreisen von Reinhold
und Georg Forster in der Südsee. In der Folgezeit gab es wohl eine >Südsee-Mode
oder Südsee-Verrücktheit in Göttingen. (Hinweis bei einer Stadtführung von
Christel Rosky) Im Jahre 1782 erhielt das Akademische Museum eine auf den
Weltreisen James Cooks entstandene wertvolle Südsee-Sammlung. Seitdem ist Göttingen
eine "Hochburg" der ethnologischen Südseeforschung, besitzt die weltweit
umfangreichste Cook/Forster-Sammlung und weitere seltene Exponate. Das Institut
beherbergt auch den Nachlaß von J.R. Forster, der mit seinem Sohn Georg Forster
auf den Spuren von Cook reiste.  Johann
Reinhold Forster 1729-98
|  James
Cook
|  | Blick
in die Ausstellung der Südsee-Sammlung, hier ein Blick auf Exponate aus Polynesien. Rechts
eines von weltweit nur noch 12 mal existierenden Totengewändern. |
zum Anfang Lesung
Renate von Gizycki über Schriftsteller der Südsee "Wir
müssen den Geist von James Cook ein für allemal zur Ruhe bringen"
Am
Sonntag den 8.2.04 referierte Renate von Gizycki im Institut im Rahmen der Matinee-Vorträge
über Schriftsteller Ozeaniens und den Versuch an den Wurzeln ihrer kulturellen
Identität anzuknüpfen. Frau von Gizycki hat die Südseeinseln bereist und viele
Schriftsteller dort persönlich getroffen. Außerdem hat sie mit eigenen Leihgaben
die Tonga-Ausstellung des Institutes unterstützt. Wer
in Polynesien Politik machen will oder öffentlich auftritt, seine ZuhörerInnen
aber nicht zum Lachen bringen kann, gilt als lausiger Redner. "Der
performative Humor",
so
berichtet Gizycki, ist traditioneller Bestandteil der Politik in der jemand Mißstände
mit Witz und Satire auf den Punkt bringen müsse. Sie berichtet über Epeli
Hau'ofa, Konai Helu Taman und Albert Wendt - letzterer ein waschechter Samoaner
mit deutschem Namen als Erinnerung an die deutsche Kolonialzeit. Schriftsteller,
die beginnen, die Wahrnehmung ihrer Welt nur mit den Augen des Westens in Frage
zu stellen, die die Namen ihrer Inseln neu überdenken, die den Gott der Christen
als einen sehen, der aus ihnen abhängige Kinder machen will, während der alte
Gott Tangaloa ein Gott war, der MENSCHEN machte. Die Bücher von Margrete
Mead werden von Albert Wendt, vielbeachteter Historiker und Lyriker, kritisiert,
weil sie eine Traumwelt der schönen Südsee malen, verführerische Darstellungen
von "multipler Elternschaft" und der freien Liebe verbreiten und damit
die Träume der westlichen Industriezivilisation vom ozeanischen Paradies bedienen.
Wendt: "Wir waren zu lange passive Objekte der Forschung". Die
Wahrnehmung, es seien ja nur "ach so kleine Inseln, so unbedeutend und schwach"
wird nicht mehr akzeptiert. Ozeanien ist nicht nach dem Land zu bemessen, sondern
zu dieser Welt gehört der Ozean: "Durch
unseren Körper fließt das Meerwasser, unser Blut ist gemischt mit dem Meer"
- "The Ocean in us". "Wir sind der Ozean - wir sind nicht winzig."
Ozeanien ist groß
Die
Bewahrung des Ozeans auch gegen Atomwaffenversuch hat deshalb eine besondere Stellung.
Vilsonie Hereniko, ein jüngerer Autor entdeckt plötzlich die überlieferte
Geschichte seiner Kultur. Sein Bezug auf mündliche Überlieferungen machten ihm
Probleme bei der Anerkennung seiner Dissertation. Aber die einheimische Überlieferung,
die eigene Geschichtsschreibung darf nicht mehr ignoriert werden. "Leute,
die außerhalb unserer Kultur stehen streiten sich darüber wie sie unsere Kultur
bewerten sollen, dabei streiten sie sich so laut, dass sie uns nicht mehr hören,
wenn wir etwas dazu sagen". Und die Lyriker wenden sich dagegen, dass "Tennisplätze
auf heiligen Stätten" entstehen.
 | Dr.
Renate von Gizycki aus Kassel (links) und Akad. Oberrat Dr. Gundolf Krüger (Kustos
der Sammlung) (rechts) im Gespräch mit Teilnehmerinnen der Veranstaltung |
 | Veranstaltungsraum
im Ethnologischen Institut, 1. Stock zum Anfang |
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