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Tag des Flüchtlings

>Überblick zum Thema Abschiebungen, Asyl, Aktionen in goest

Am 4.10.2002 / informierten Forum gegen Rechtsextremismus und AusländerInnenfeindlichkeit in Zusammenarbeit mit Amnesty International, DGB-Göttingen, AK Asyl, Iran Soildatitätsverein, Ökumenscher Arbeitskreis "Flucht und Asyl", Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Gö, vor der Jacobikirche über Menschenrechtsvereltzungen, Asyl, Probleme der Flüchtlinge. Asyl ist ein rares Gut geworden. Seit der Grundgesetzänderung von 1993 ist die Anzahl der Bewerbungen um Asyl drastisch zurückgegangen, jedoch nicht, weil es weniger Unterdrückung und Verfolgung gibt, sondern weil nur noch wenige Anträge Gehör finden. Ein Antrag wird nur bearbeitet, wenn der / die Antragstellende eingereist ist, ohne ein europäisches Land zu passieren. Als Nachweis eines asylrelevanten Fluchtgrundes müssen Zeugenaussagen beigebracht werden, oder es wird ironischerweise bei offiziellen Instanzen im Herkunftsland der Flüchtlinge nachgefragt, ob wirklich Gefahr für Leib und Leben dieser Menschen bestehe. Die Glaubwürdigkeit der Flüchtlinge wird immer wieder in Frage gestellt. Sie werden erniedrigt und in ihrer Menschenwürde gekränkt.

Iran

Durch drastische szenische Darstellungen machte der Iran Solidaritätsverein auf Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam. Auspeitschen und Steinigung wurden mit Kostümen und Ausstattung sowie Hintergrundmusik eindringlich verdeutlicht.

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Auch wenn diese Szene von einem Mann dargestellt wird: von der Steinigung sind jedoch vor allem FRAUEN betroffen!

Meldung Ende September 02 :
Weil er iranische Mädchen mit seiner Videokamera filmte, ist ein 24-Jähriger aus der Hansestadt in Teheran zu 64 Peitschenhieben verurteilt worden. Zudem muss er 1250 Euro Strafe zahlen.
Im Norden der iranischen Hauptstadt hatte der Mann Ende Juli Aufnahmen gemacht, dabei auch junge Frauen interviewt. Die Polizei verhaftete den Hamburger, sperrte ihn ein. Laut der Tageszeitung „Iran“ wird der gebürtige Iraner aus Hamburg, dessen Mutter Deutsche ist, wegen seines Vergehens ausgepeitscht. Auch zwei Freunde des 24-Jährigen wurden verurteilt. Die drei waren für die Sommerferien in ihre alte Heimat gereist. Bis zum Ende der Untersuchungen dürfen sie den Iran nicht verlassen, berichtete die Zeitung.

Nachtragskommentar 7.10.: Auch wer Kritik an den wahnwitzigen Kriegsplänen der USA gegen den Irak hat, fragt sich doch, warum beim Flüchtlingstag zwar die Menschenrechtsverletzungen im Iran (zurecht) angeprangert wurden, die Menschenrechtsverletzungen im Irak unter der Diktatur des Verbrechers Sadam Hussein jedoch (unverständlicherweise) nicht thematisiert wurden. (Red. goest)

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Zuschauer auf der Weender Straße bei den Vorführungen des Iran-Solidaritätsvereins

 

Sudan

In einem "Erzählcafé" im Zelt trug Thomas Lado, Vorstandsmitglied des SOSSA e. V. - Deutschland folgenden Text vor mit dem er über die Situation im Südsudan berichten wollte. Er fügte hinzu, man möge bei der Veröffentlichung betonen, dass die Situation dor "sehr sehr schlimm" sei.

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Thomas Lado
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Interessierte hören den Bericht über die Situation im Sudan

Die Menschen in Südsudan und in den Nubabergen leiden unter den Folgen des Krieges, der insgesamt 35 Jahren dauerte und andauert. Das fundamentalistische Regime in Khartoum will mit Waffengewalt den Schwarzafrikanern im Süden ihre Ideologien der Intoleranz aufzwingen. Mit dem Jihad (Heiliger Krieg) wurden die Südsudanesen und Nuba, Muslime und Christen gleichzeitig zu Vogelfreien erklärt.
Als Folge dieses Politik starben etwa 2 Millionen Menschen, über vier Millionen sind aus ihren Dörfern vertrieben worden und leben als Binnenflüchtlinge, 1 Million Menschen sind ins Ausland geflohen. Vertreibungen und Versklavung von Frauen und Kindern bestimmen die Alltag in Südsudan.
Nach Deutschland sind ca. 300 - 500 Südsudanesen und Nuba geflüchtet. Sie sind nach Deutschland gekommen, weil sie Schutz suchen und auf Gerechtigkeit hoffen. In Deutschland haben ungefähr 100 von Ihnen Asylanträge gestellt. Ca. 50 sind anerkannt worden, 10 warten auf seit 5,6, 7 und 12 Jahren auf ihre Verfahren, viele sind in den Sudan abgeschoben worden, einer starb in Abschiebehaft in Herne Die Angehörigen, der in den Sudan abgeschoben wurden, haben bis heute vergeblich nach ihren Verwandten gesucht, wo sie abgeblieben sind, weiß niemand.
Wir, die Südsudanesen und Nuba stehen für Demokratie, Gerechtigkeit, Freiheit, Respekt vor den Menschenrechten, Religions- Rede- und Meinungsfreiheiten. Wir lehnen alle Arten von Diskriminierungspolitik aufgrund der Rasse, des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung und ethnischer Zugehörigkeit ab und wollen unsere Grundrechte, Kultur und Sprache bewahren.
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, den Deutschen und vielen Menschenrechtsvereinen zu danken, besonders möchte ich der GfbV danken. Sie ist und war seit Ihrer Gründung Anwalt und Vertreterin der bedrohten und unterdrückten Minderheiten weltweit. Sie hat die Öffentlichkeit in Deutschland und in Europa immer wieder über die Lage der Menschen im Südsudan und den Nubabergern informiert und die Politiker aufgefordert, eine Lobby für Frieden und Gerechtigkeit zu bilden.

 

Bewerbung um Asyl, Illegalität, Behörden, Asylrechtsgesetz

Den Weg bis hin zu einer evtl. Asylgewährung wurde als Glücks-Würfel-Spiel dargestellt. Nach der Würfeln mit einem großen Schumstuffwürfel konnten die "Asylbewerber" entsprechende Felder vorrücken und bekamen dann mitgeteilt, was ihnen nun wieder für eine Ungerechtigkeit widerfahren ist. Ihr Vermieter weiß um ihre Lage und mutet ihnen Gemeinheiten zu, 1 Feld zurück." "Sie kommen in eine verdachtsunabhängige Kontrolle und werden festgenommen - 2 Felder zurück" "Sie haben Pech, dass ihre Verfolgung im Heimatland nicht angerkannt wird, Sie werden abgeschoben - raus aus dem Spiel". Aber auch : "Ein Freund hilft Ihnen, 2 Felder vor"

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