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G 8 / Globalisierung

Gründe gegen G8 zu sein
Göttinger Drucksache: merkwürdige Beiträge zu G8

Göttinger Anti-G8-Bündnis Demo am 6.6.2007

Berichte - 6. Juni
Veranstaltungen/Termine
Veranstaltung "G8 Block stellt sich vor"
G8 Repression
Demo gegen G8 Razzien 19.5.
Bündnis "Göttingen gegen G8"
GoeGoesG8 - G8 Zeitungsprojekt
Dokumentarfilm über die G8-Proteste 2007
G8-GewerkschafterInnen-Aufruf
Globale Landwirtschaft

>> http://de.indymedia.org/ticker/
>> www.heiligendamm2007.de
>>
www.gipfelsoli.org

>> G 8 -Gipfel-Zeitung

Gründe gegen G8 zu sein

7.4.07 / Der G8-Gipfel im Ostseebad Heiligendamm 2007 ist eine Konferenz von Regierungsvertretern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und den USA. Die reichsten Länder der Welt sprechen sich auf diesem 41.sten Treffen über globale Themen der Finanz- und WIrtschaftspolitik ab, wobei über die Köpfe der dort nicht vertretenen Menschen hinweg wichtige Absprachen erfolgen. An den Gipfeltreffen entzünden sich jedesmal massive Proteste. Es sei nur an die Eskalation der Auseinandersetzungen in Genua und den Tod von Giuliani erinnert.

  • Regierungsvertreter der 8 wirtschaftsstärksten und militarisiertesten Länder maßen sich an, über die ganze Welt zu entscheiden
  • Um ihre Machtstellung abzusichern, sprechen sie sich ab über weltweite Militärstrategien und Waffenverbreitung.
  • Sie stimmen sich ab über die Plünderung der Rohstoffe und die Abschottung gegen Flüchtlingsströme.
  • Sie wollen lebenswichtige Güter (Wasser, Energie, Bahn und Medizindienstleistungen) der "Marktregulierung" übergeben
  • Sie verweigern Afrika und anderen südlichen Regionen den Erlass von Schulden, die das Ergebnis einer ungerechten Welthandelsordnung sind.
  • Sie sind die größten Umweltzerstörer und Klimaveränderer durch CO 2 und wollen nun auch noch die Atomenergie wieder stärken


Veranschaulichung der "Festung Europa" in Abschottung gegenüber den Flüchtlingen aus Afrika durch Polizei-Handpuppen im Mittelmeer. - Installation auf dem Marktplatz am Aktionstag zu G8

Göttinger Anti-G8-Bündnis : Kundgebung und Demo zu G8 am 6.6.2007

"Das ist der Gipfel" Verschiedene Initiativen aus dem Bündnis Göttingen gegen G8 organisieren eine Kundgebung in Göttingen mit informationen zu den Blockaden des Flughafens Rostock-Laage und der Zufahrtswege zum G8-Gipfel in Heiligendamm sowie zur Situationen der verhafteten DemonstrantInnen. In einer Erklärung heisst es "Zugleich wollen wir so als "hier gebliebene Gipfelgegener_innen" unsere Solidarität mit den Blockierer_innen öffentlich ausdrücken. Wir fordern die Freilassung aller bereits Festgenommenen und ein Ende der Polizeigewalt."
Pressemitteilung GöLINKE- Ratsfraktion , 5.6.07 "Der Fraktionsvorsitzende der GöLINKE. Ratsfraktion im Rat der Stadt Göttingen Patrick Humke hat für den morgigen Mittwoch, den 06. Juni 2007 in der Zeit zwischen 18.00 und 19.30 Uhr auf dem Platz vor dem Alten Rathaus (Markt/Gänseliesel) eine Kundgebung unter dem Motto Das ist der Gipfel angemeldet. Nachdem am vergangenen Samstag u.a. mehrere Hundert GöttingerInnen an der Großdemonstration in Rostock teilgenommen haben, möchte das Göttinger Anti-G 8-Bündnis zum Auftakt der eigentlichen Veranstaltung der G 8 in Heiligendamm auch in dieser Stadt daran erinnern, dass die Verantwortlichen für die Verarmung und den Hunger in der Welt, die Verantwortlichen für die Ausbeutung von Mensch und Natur im Hochsicherheitstrakt in Heiligendamm sitzen. Des weiteren wird es aktuelle Informationen zu den Blockadeaktionen des Tages in Heiligendamm geben. Die Ratsfraktion der GöLINKE solidarisiert sich mit den von Polizeigewalt betroffenen Menschen und stellt sich gegen die Aushebelung von elementaren Grundrechten wie z.B. der deutlichen Einschränkung des Demonstrationsrechts. Die wahren Gewalttäter sind die Merkels, Bush' und Blairs der Welt, die unter anderem die Verantwortung für das Sterben von Kindern alle drei Sekunden haben."

Da unerwartet viele TeilnehmerInnen zur Kundgebung kamen wurde gleich noch eine Demonstration daraus gemacht, an der ca. 230 Personen teilnahmen.


Solidaritätsdemo zu den G8 Demos um Heiligenstadt am 6.6.07 in Göttingen


Kundgebung am Marktplatz 6.6.07


Demo durch die Gotmarstrasse, Göttingen 6.6.07

 

 

 

Antideutsche wollen keinen Protest gegen G 8
Göttinger Drucksache mit merkwürdigen Beiträgen zum Thema G8

Am 25.5.07 veröffentlichte die Göttinger Drucksache einen Artikel der Gruppen mit den komplizierten Namen "antifa [affect] schwerin- mitte und komplex-schwerin.de [zentrum für kritik & polka]".
Darin heisst es u.a.: "Antimperialismus und antikapitalismus von links und rechts meinen daher nur allzuoft dasselbe: antiamerikanismus, antisemitismus und antizionismus" .
Dann wird noch "gegen die reaktionäre antiimperialistische Logik" aufgerufen - eine Logik, die sie denen unterstellen, die in Heiligendamm gegen den G8 Gipfel demonstrieren. Diese Denke kommt aus der selben Ecke wie jene, die den Protest gegen den Irakkrieg damals als antisemitisch bezeichnet haben.
Weiter heißt es
"auch wenn – oder gerade weil - viele antiimperialistische gruppen und bündnisse bereits gegen den naziaufmarsch in schwerin mobilisieren, jedoch die strukturelle und argumentative verwandtschaft ihrer positionen mit denen von rechts außen fortwährend leugnen, ist es wichtiger denn je, an diesem tag flagge zu zeigen. " Was den AutorInnen wohl nicht auffiel, ist dass "Flagge zeigen" ein nationalistischer Ausdruck ist - welch ein Mistake in diesem Zusammenhang ! Schließlich kommen sie zu dem Schluß "Nach Heiligendamm jedenfalls fahren wir höchstens in den Urlaub" .


Veranstaltungen 2007 gegen G8

2.6. 07 Schwerin, Anti-Nazi-Demo Gegen Neonaziaufmarsch in Schwerin, Der Naziaufmarsch wurde am 2.6. verboten. Ebenso verboten wurden alle Gegendemonstrationen.
2.6.07 Rostock Göttinger Bündnis gegen G8: "Vier Busse voll - alle Karten verkauft! ......

3.6.07: landwirtschaftlicher Aktionstag und Besiedelung des Bombodroms
4.6.07 Aktionstag zu Migration und gegen Rassismus
5.6.07 Demonstrationen am Flughafen Rostock-Laage,
6.6.07 Die Kampagne Block G8 plant den Gipfel in seiner Infrastruktur blockieren.
7.6.07 Massendemonstrationen und Sternmarsch auf Heiligendamm / verboten

Göttingen
6.6.
Kundgebung 18 Uhr Markt , "Das ist der Gipfel" Bündnis Göttingen gegen G8
Theaterkeller Geismarlandstr. 19, 20.30 Uhr Der G8-Gipfel und seine Kritiker, Vortrag und Diskussion, Referent: Dr. Peter Decker, Nürnberg >> Infos der VeranstalterInnen "Gruppe 3"
Göttingen 19.6.07 Juni, 18.15 Uhr, DGB-Haus - Antirepressions-Nachtreffen mit Rote Hilfe und Anwalt

Berichte aus "Polizei-Region" Heiligendamm

8.6.07

Indymedia: "00:00 ( Blockaden Repression ) Bei den Wasserwerfereinsätzen am Westtor wurden 5 Menschen so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Darunter war ein dpa-Fotograf, der wegen einer Augenverletzung ambulant behandelt wurde. Zwei Verletzte muessen voraussichtlich im Krankenhaus bleiben, einer erlitt eine schwere Augenverletzung, der andere einen Trommelfellriss. Ursache der Verletzungen waren direkte Treffer durch den Strahl des Wasserwerfers."

Spiegel Online: Foto von Käfigen in denen DemonstrantInnen gefangen gehalten werden

Gipfelsoli- Pressemitteilung: Als ein um Hilfe schreiender Demonstrant einem anwesenden Anwalt seinen Namen zurufen wollte, damit dieser ihn vertreten konnte, "wurde dem Mann von einem Polizeibeamten der Mund zugehalten, während sich gleichzeitig mindestens sechs Beamte auf ihn stürzten, ihn zu Boden warfen und fesselten. Parallel dazu wurde der Rechtsanwalt von seinem Mandanten getrennt, von hinten gepackt und von mindestens zwei Beamten weggerissen. Anschließend trieb ein nicht gekennzeichneter Beamter einer Einheit aus Nordrhein-Westfalen den Anwalt mit Fausthieben und Stößen über eine Strecke von rund 75 Metern vor sich her." (Quelle wo diese skandalöse Geschichte noch weiter beschrieben wird)

7. 6.07

Heiligendamm Trotz der massiven Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit, des Sternmarsch-Verbotes und des enormen Polizeieinsatzes bewegen sich Tausende DemonstrantInnen zum Protest gegen die Politik der G8 Staaten auf die Absperrungen zu. Hunderte werden festgenommen und in Polizeigebäuden oder Käfigen eingesperrt. (Wir vermeiden bewußt die Übernahme der polizeilichen beschönigenden Rede, die von "Ingewahrsamnahme" spricht wenn sie Leute die Freiheit raubt.) In Schnellverurteilungen werden einige ohne Bewährung (!) ins Gefängnis gebracht.

Greenpeace: Eine Aktion von Greenpeace-Schlauchbooten wurde u.a. dadurch beendet, dass ein Polizeiboot über das Schlauchboot drüber fuhr und darauf stoppte, die Besatzung darunter. Die Menschen wurden verletzt. Trotz der Tragik sei darauf hingewiesen, dass die mediale Präsentation dieses Ereignisses etliche James-Bond-Stunts in den Schatten stellt.

Indymedia 18:25 ( Blockaden Repression ) Westgate - Demosanis kümmern sich um schwerverletzte Person, fordern Sanitäter der Polizei an 17:50 ( Blockaden Repression ) Die Polizei beginnt das Westgate z.T. mit massivem WaWe-Einsatz zu räumen. Angriffstrupps mit 10-15 Personen stehen bereit in die Menge zu stürmen. Polizei geht sehr brutal vor.

Journalisten wurde von Polizisten ein "Ungültig" auf den Presseausweis gedruckt. Der Medienbus der DemonstrationsteilnehmerInnen wurde beschlagnahmt.

Polizisten Die Polizisten kommen angeblich mit den Nerven runter wegen schlechter Bedingungen der Unterkünfte, Dauereinsatz, schlechte Versorgung und Hitze unter der Kampfausrüstung/Helmen usw. Das kann zu noch gefährlicheren Handlungen mit Gummiknüppel, Wasserwerfer und Chemie-Waffen-Spray (beschönigend Pfefferspray genannt) führen. (Anmerkung: die angebliche Verletzung durch ätzende Flüssigkeiten ist möglicherweise Ergebnis der Benutzung von Chemiewaffen durch die Polizei)
Falsche Berichte über Verletzungen bei der Polizei: Mehrere Medien berichten davon, dass eine falsche , viel zu hohe Zahl von verletzten Polizisten am 5.6. in Umlauf gebracht worden sei.
Tagesspiegel : "Unterdessen stieg die Zahl der schwer verletzten Berliner Polizisten auf 18, die meisten haben sich Hände oder Finger gebrochen. Ein Beamter liegt wegen einer Gehirnerschütterung noch in einem Rostocker Krankenhaus. Insgesamt waren 158 Polizisten verletzt worden" (Polizeipräsidenten Dieter Glietsch).
Junge Welt: "Wie ein Polizeisprecher auf jW-Nachfrage erklärte, befand sich am Dienstag noch ein Polizeibeamter in stationärer Behandlung. Ein weiterer, der kurzzeitig stationär hatte behandelt werden müssen, war bereits am Vortag entlassen worden. Bis auf diese beiden war kein einziger Polizist in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die am Sonnabend in Pressemeldungen der Polizei und Medienberichten in die Welt gesetzte Zahl von 30 bis 41 schwerverletzten Polizisten erweist sich damit als ebenso schlichte wie wirkungsvolle Manipulation."

6.6.07

  • Heiligendamm ist zeitweise auf dem Landweg nicht mehr erreichbar gewesen (Welt Online, 15.20 - 15.43 Uhr)
  • Bundesverfassungsgericht verbietet Sternmarsch am 7.6. zum Sperrzaun (Anmerkung: Die Herausforderung von Krawallen am Samstag waren von interessierter Seite anscheinend gewünscht, damit diese BVerfG-Entscheidung zustande kam - also gut denkbar dass die Sicherheitsbehörden ein Interesse daran hatten wie es am Samstag abgelaufen ist - immerhin war der Ablauf aufgrund der gewählten (veralteten) Polizeistrategie absehbar, ist also durchaus auch als gewünschter Ablauf vorstellbar)
  • Phoenix-TV spricht um 12 Uhr von 6000 Demonstranten am Zaun
  • Die "Molli-Bahn", eine Eisenbahnlinie an der Küste entlang bis Heiligendamm wurde blockiert. (ARD)
  • Indymedia: Stand 12 Uhr Etwa 2000 Menschen werden in in der Naehe von Admannshagen (bei Steinbeck) von der Polizei mit Wasserwerfern und Traenengas angegriffen. Einige Menschen werden wegen Traenengas von Sanitaetern behandelt. (indymedia)
  • Ca. 4000 Menschen haben den Zaun in der Naehe der Galopprennbahn fast erreicht. 2000 versuchen, die Strasse, die zum Gate 2 fuehrt, zu blockieren. Die Polizei macht Festnahmen, ist aber nur mit wenigen Kraeften vor Ort. 12 Hubschrauber in der Luft. (indymedia)
  • Um 10:50 Uhr gehen die AdmannshagenerInnen los, ueber die Felder entlang der Landstrasse Richtung Demoverbotszone. Sie sind ueber 2000, Polizei scheint ueberfordert. (indymedia)
  • Spiegel Demonstrationen und Blockaden am 6.6. Fotostrecke von Spiegel Online schöne Bilder z.B. von Wasserwerfern, die Mohnfelder giessen in denen Demonstranten sitzen.

Berichte / Einschätzungen

Kommentar: G. Schäfer / Redaktion goest
Göttinger Professor erklärt Autonome Aktionen mit "Endorphinausstoß"
Politkommentator der Boulevardpresse, Prof. Franz Walter kritisiert die G8-Proteste und wirbt dabei für sein neues Buch

13.7.07 / Offensichtlich um Werbung für ein von ihm geschriebenes Buch zu machen, zwängte er die darin behandelten Themen in einen Kommentar zum aktuellen Geschehen während des G8 Gipfels. In einem Artikel mit der Überschrift "Die Wiederkehr des "Mobs" - Der Autonome, das unbekannte Wesen" schreibt er:

"Martialische Bilder rund um den G-8-Gipfel lieferten die Schwarzvermummten - doch wer waren diese Autonomen? Wieso und wofür kämpfen sie? Sozialforscher bleiben Antworten schuldig. Ein Blick in die Geschichte zeigt: In eine unverbindliche Gesellschaft könnte der "Mob" zurückkehren".
Den so markierten "neuen Mob" charakterisiert er mit Sätzen wie:
" der neue "Mob" giert nach der Droge der direkten Aktion".
Und dann läuft der Herr Professor zur Formulierungs-Höchstform auf ; da schreibt er von der Transformation des "rhapsodischen Tumultismus" und meint

"wo die Zukunftsversprechen der traditionellen Organisationen und Ideologien verschwunden sind, da kehrt der Kult des Augenblicks, die Befriedigung der Unmittelbarkeit, der Endorphinenausstoß der direkten Aktion zurück. In diesen Aktionen erfährt der sonst Ohnmächtige einen kurzen, aber berauschenden Moment der Macht. Er sieht die Angst, den Schweiß, die Panik im Gesicht des verhassten Gegners. So wird der Straßenkampf zum Fest, die Gewalt zur Orgie gefühlter Omnipotenz."

Und dann sieht er ausgerechnet dadurch die liberale Innenpolitik bedroht - anstatt die gesamte Repressionsmaschinerie zu betrachten.

"Der Kapitalismus ist dadurch nicht bedroht. Aber für eine besonnen-liberale Innenpolitik wird es in einer solchen Atmosphäre der Erregungseskalation noch ein Stückchen schwieriger."

Auf sein neues Buch machen wir an dieser Stelle nicht aufmerksam - denn allein um das zu bewerben hängt er sich an das an, was medial Furore machte - nämlich die hervorgehobenen Schlägereien am Rande der G8 Demo. Wenn dieser Professorenstuhl zukünfitg wieder einmal wackelt rührt sich wahrscheinlich manch ein Finger weniger.
(Der Artikel um den es geht und die Zitate daraus finden sich in spiegel online )

 

Presseerklärung des BUKO zur "Gewaltdebatte

6.6.07 / "Das von Medien, Polizei und einigen VeranstalterInnen gezeichnete Bild "bürgerkriegsähnlicher" Zustände in Rostock entspricht nicht der Realität. Die zur Zeit geführte Debatte geht an der engagierten Praxis zehntausender GipfelgegnerInnen, die sich in Rostock aufhalten und selbstbewusst ihre Themen in den Protesten umsetzen, vorbei. Die Schuldzuweisungen an den Schwarzen Block seitens einiger DemonstrationsorganisatorInnen sind "geradezu hysterisch" so Stefanie Müller eine Vertreterin der BUKO. "Es ist wohl mehr als vorauseilender Gehorsam zu verstehen, wenn VertreterInnen davon sprechen, dass diese "Gewalttäter" ausgesondert gehören, oder sich gar zur Denunziation bereit erklären, indem sie Informationen über so genannte Gewalttäter an die Polizei weiterleiten wollen" (Quelle - ganzer Text)

Bericht und erste Einschätzung der Demonstration am 2. Juni in Rostock
von Patrick von Brandt, ver.di Landesjugendsekretär Hannover, 4. Juni 2007.

Die Demonstration und ihre mediale Verarbeitung Knapp 80.000 DemonstrantInnen aus ganz Europa sind am Samstag nach Rostock gereist, um friedlich und entschlossen gegen den G8 Gipfel zu protestieren. Leider dominieren in den Medien seit Samstagabend jedoch nicht Bilder von diesem bunten, kreativen und breiten Protest gegen die neoliberale und von struktureller Gewalt geprägte Weltordnung. Stattdessen werden fast ausschließlich Bilder von den Auseinandersetzungen zwischen einigen DemonstrantInnen und alkoholisierten Rostocker Hooligans mit der Polizei verbreitet. In der begleitenden Kommentierung wird kaum noch die Kritik an dem G8 Gipfel transportiert, die durch die friedliche Großdemonstration zum Ausdruck gebracht wurde. Dies ist bedauerlich, war doch die Mobilisierung von zehntausenden DemonstrantInnen aus unterschiedlichen Spektren der Friedens-, Gewerkschafts-, Umwelt- und globalisierungskritischen Bewegung ein riesiger Erfolg. Die Ausschreitungen hingegen kommen nur denjenigen zu Gute, die seit Monaten die Kriminalisierung des legitimen und notwendigen Protestes gegen den G8 Gipfel betreiben.

Eskalation bei der Abschlusskundgebung Entgegen der vielfach verbreiteten Darstellung, wirkte das Auftreten der Polizei alles andere als deeskalierend. Denn während die Polizei tatsächlich zurückhaltend die beiden riesigen Demonstrationszüge durch die Rostocker Innenstadt begleitete, provozierte sie zu Beginn der Abschlusskundgebung unnötig und in unverantwortlicher Weise. Einer der beiden Demonstrationszüge mit über 35.000 Teilnehmenden wurde völlig unerklärlich durch ein einzeln geparktes Polizeiauto gestoppt und nachdem dieses von einigen wenigen DemonstrantInnen angegriffen wurde, stürmten wahllos prügelnde Spezialeinheiten der Polizei in die Menschenmenge. Einmal so initiiert, setzte sich eine Eskalationsspirale in Gang, die geprägt war von sich zu Wehr setzenden autonomen DemonstrantInnen und immer wieder erfolgenden Polizeieinsätzen, die schließlich im Einsatz von mehreren Wasserwerfern und CS-Gas gegen die riesige, zumeist friedliche Menschenmenge mündete. Gleichzeitig kreisten schon vor Beginn der Abschlussveranstaltung Hubschrauber laut und bedrohlich niedrig über der Menschenmenge und trugen das ihre dazu bei, die Situation immer weiter anzuheizen.

Ausblick Wer die mediale Berichterstattung betrachtet, muss sich Sorgen machen um die körperliche Unversehrtheit der in Rostock verbliebenen G8-KritikerInnen. Denn über 500 zum Teil schwer verletzte DemonstrantInnen zeigen an, welche Folgen Schlagstockeinsätze und Tränengasangriffe haben können. Vor allem die ebenfalls von einem breiten politischen Spektrum getragenen friedlichen Aktionen des zivilen Ungehorsams sind nun gefährdet und benötigen die solidarische Unterstützung aller Teile der globalisierungskritischen Bewegung. Die nachhaltigste Gefahr für diese "Bewegung der Bewegungen" geht deshalb auch von der nun eingetretenen Spaltung in "gute gemäßigte" und "böse radikale" KritikerInnen aus. Vor diesem Hintergrund ist auch die Distanzierung von "dem schwarzen Block" durch Teile der "gemäßigten GlobalisierungskritikerInnen" zwar aufgrund des unverantwortlichen Auftretens auch einiger DemonstrantInnen verständlich, politisch aber falsch. Die meisten "organisierten Autonomen" haben sich sehr wohl an die Absprachen gehalten und nicht selber eskaliert. Es muss in den nächsten Tagen selbstkritisch und differenziert analysiert werden, wer welche Verantwortung für die Entwicklung am Samstag trägt, um daraus gemeinsam zu lernen. Vor allem die vorschnelle Belobigung der Polizei durch einige Demonstrationsveranstalter ist angesichts des tatsächlichen Ablaufs der Ereignisse aber deutlich zu kritisieren.

Ausgewählte Medienberichte zum 2.6.

Gezielte Provokation von Seiten der Polizei als Beginn der Eskalation?
In einem Bericht auf Indymedia mit einem Dokumentationsvideo wird die Behauptung gestützt, dass die Auseinandersetzungen bewußt von außen provoziert wurden. Die Bilder - so indymedia - lassen die Interpretation zu, dass eine inszenierte Festnahme die DemoteilnehmerInnen zum Einschreiten provozieren und einen anschließenden Polizeieinsatz rechtfertigen sollten, der Beginn der Eskalation war. http://de.indymedia.org/2007/06/180552.shtml

Recht auf anwaltliche Unterstützung verletzt Nach verschiedenen Meldungen zu urteilen sind mehr als 500 Demonstranten verletzt worden. In der Ostsee-Zeitung heisst es "Darunter seien etwa 20 Schwerverletzte, sagte Silke Studzinsky vom anwaltlichen Notdienst (...) Nach Angaben des Einsatzstabes der Stadt Rostock gab es 135 Rettungswageneinsätze, 60 Demonstranten wurden ambulant behandelt. Der anwaltliche Notdienst, ein Verein der Demonstranten berät, kritisierte, viele Personen seien durch unverhältnismäßige Gewalt bei der Festnahme durch die Polizei verletzt worden. Anwälte, die den mindestens 165 Festgenommenen helfen wollten, seien in ihrer Arbeit behindert worden, sagte Studzinsky." (...) In den Gefangenensammelstellen sei Anwälten über Stunden der Zugang zu den Insassen verweigert worden, sagte Studzinsky. Nach ihrer Entlassung seien mehrere Demonstranten gleich wieder kontrolliert und erneut in Gewahrsam genommen worden. Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de/

Der schönste Satz in den Ticker-Berichten von Indymedia vom 2.6.:
19:20 Uhr : Irie Révoltés spielen, das Publikum tanzt die Polizei vom Platz

 

Informationsveranstaltung zum Thema "Blockaden"

25.5.07 / 20 Uhr im Apex "Die Block G8 Kampagne stellt sich vor (...) Die Veranstaltung gibt einen Überblick über Sinn und Zweck der Blockaden sowie den aktuellen Stand. Eine Veranstaltung des Göttinger Bündnisses gegen den G8 mehr Infos unter: www.block-g8.org "

Mit einer Lichtbild-Präsentation wurde vor ca. 30 BesucherInnen der Veranstaltung über die wichtigsten Informationen zu der Situation um Heiligendamm aufgeklärt. Auf die Frage "Blockaden sind doch verboten" heißt es "Blockaden gelten wie etwa Falschparken als Ordnungswidrigkeiten, sind jedoch angesichts der Illegitimität der G8 und der von ihr zu verantwortenden Politik vollkommen legitim und notwendig. Es entspricht der Tradition des zivilen Ungehorsams, dem formalen Recht der Herrschenden unsere eigene Legitimität von unten entgegenzustellen."

Diese Linie wird von einer Reihe von Gewerkschaftsorganisationen z.B. IGMetall-Jugend, Linkspartei und Antifas unterstützt. In Göttingen wird der Aufruf vom Bündnis gegen G8 getragen (es gibt eine zweite Gruppierung "Goe goes G8" die z.B. die Demo am 19.5 organisiert und die Gipfelzeitung herausgegeben haben - die sich gegen Zusammenarbeit mit Parteien und Gewerkschaften wenden)

U.a. wurde eine Karte gezeigt auf der die weiträumige Absperrung zunächst in einer inneren Zone und dann in einer äußeren Zone mit einer 13 km langen Begrenzung zu sehen war.

Die beiden Referenten erklärten, man beziehe sich auf die Erfahrungen von Blockaden aus der Anti-Kriegs-Bewegung, der Anti-AKW/Castor-Bewegung und Antifa bei dem Vorhaben im Zusammenhang mit Heiligendamm zivilen Ungehorsam auf die Straße zu bringen. Aus Göttingen werden 3 oder auch 4 Busse nach Heiligendamm fahren. Es gab praktische Tipps zu dem zu erwartenden Ablauf, der von langen Wartezeiten und evtl. Sperren geprägt sein wird: Essen und Trinken, sowie Kleidung und evtl, Schlafsack mitnehmen. Damit niemand das Opfer von Tränengasschäden wird soll auf die Verwendung von Hautcremes verzichtet werden, die sich mit Tränengas zu einer aggressiv reizenden Masse verbinden usw.

Am Rande: Da saßen in einem Auto, das in der Burgstraße stand, zivile Polizeibeamte mit Blick auf den Eingang des Apex. Zwei Vertreter der Veranstalter wollten unter Hinzuziehung eines Journalisten die Beamten zur Rede stellen und gingen auf den Wagen zu, da starteten diese aus der Parklücke heraus und fuhren weg, obwohl man versuchte, sie durch Zurufe zum Warten zu bewegen. Siehe die Kritik dazu

 

Veranstatlung - Demokratie und G8

25.4.07 (Mi) 20.00 Uhr VG 102, Demokratie und G8? Über ihre Entstehung, Funktion und Agenda in Heiligendamm. Impulsreferate von Prof. Dr. Wolfgang Krumbein u.a., Diskussion. DIE LINKE.Hochschulgruppe (DIE LINKE wird die neue Partei nach dem Verschmelzen von WASG und Linkspartei/PDS am 16.6.07 heissen - Der Name ist hier offensichtlich schon im Vorgriff verwendet worden)

Im Folgenden ein Bericht von Martin Block (der Autor heisst wirklich so)

26.4.07 / (..) Prof. Krumbein ( Göttingen ) führte mit einigen knapp gehaltenen Thesen in die Problematik ein. Drei studentische VertreterInnen ergänzten und erweiterten das Themenspektrum, bevor es zur abschließenden Diskussion kam.
Krumbeins Thesen verhandelten schwerpunktmäßig a) die Aufgaben der G8 b) die gegenwärtig neue historische Situation und c) die Perspektiven der G8. Die Aufgaben der G8 bestünden danach zunächst in der Globalisierung des Kapitalismus bis ins letzte Land hinein, dann in der Rohstoffabsicherung und schließlich in der Verhinderung von systemstürzenden Finanzkrisen durch Absprache und Vernetzung verschiedener nationaler Zentralbanken.
Nicht immer arbeiteten die führenden Industrienationen so eng zusammen: seit dem Ende des II. Weltkriegs waren die USA eindeutig die hegemoniale Macht im Westen, nur die Sowjetunion mit ihnen auf Augenhöhe. Seit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes 1989 verloren die USA mehr und mehr ihre führende Rolle ( riesige Verschuldung, Rückgang des Exports ), waren hegemonial lediglich noch im militärischen Bereich ( out - of - area -Einsätze, Kontrolle der UNO - Truppen ). China und Indien sind z.Zt. die Aufsteigernationen, die Konkurrenz unter den G8- Ländern wird immer stärker und muß ausbalanciert werden. Dadurch rücken die G8 - Nationen zunächst einmal näher zusammen.
Zu den Perspektiven brachte Krumbein fünf Optionen:
alles bleibt, wie es ist ( die USA immer noch relativ hegemonial ), die Rolle der USA werden geschwächt ( Abwertung des Dollars u.a. ), innerhalb der EU kommt es gegenüber der 2/3- Welt zu einer anti- neoliberalen Politik, die G8 - Kompetenzen werden auf die UNO verlagert und schließlich eine ersatzlose Abschaffung der G8 ( was Krumbein vehement ablehnte ).
Die nachfolgenden studentischen Beiträge betonten die Entstehung der G8 - Gipfel als Reaktion auf den Zusammenbruch von Bretton Woods ( damit der feststehenden Wechselkurse ) und die Verflechtung von G8- Gipfeln mit dem IWF, der Weltbank und auch der EU. Von Demokratie könne man keinesfalls bei den G8 - Treffen sprechen, denn es gäbe ja keine Partizipation der Bevölkerung, höchstens eine formale Repräsentation. Schließlich sei das, worum es in Heiligendamm gehe, die Agenda, keineswegs so hoch einzuschätzen, wie es z.T. in den Medien geschehe. Zwar beschäftige man sich mit der 2/3 - Welt, mit Afrika insbesondere und mit Aids, jedoch nicht systemkritisch, sondern so, dass die Investitionen in den Süden vermehrt an die sog. "Geberländer" zurückkehrten ( auch eine Totalentschuldung wäre immer noch kapitalismusfreundlich ).
In der abschließenden Diskussion wurde u.a. bezüglich Brasilien und Venezuela die Hoffnung ausgesprochen, dass diese und andere lateinamerikanische Länder sich aus dem Würgegriff von IWF, Weltbank und G8 durch die neu - sozialistische Führung langfristig befreien könnten.

G 8 Gipfelzeitung

20.2.07 / Am 5.2.07 lud die Anti-G8 Gruppe im DGB-Haus 19 Uhr unter dem Titel "Göttingen goes G8" zur Planung der Anti G8 Zeitung und anderer Fragen ein. Das Redaktionsteam hat sich aus dem "offenen Treffen "GöGoesG8" gebildet und ist zu erreichen unter goe_goes_g8@yahoo.de. Im Konzeptpapier hiess es "Beteiligen können sich Einzelpersonen und Gruppen mit Texten und allem anderen, was man für eine Zeitung braucht (Redaktions-Orga, Geld, Verteilung, Layout-Ideen, kritische Anmerkungen etc.)" und enthält den Aufruf "Wir brauchen mehr Leute für die Redaktion!" Redaktionsschluss für die Texte verschiedener Gruppen soll schon der 4.3.2007 sein.
Von der Sitzung berichteten TeilnehmerInnen, dass zwar zunächst mit der Absicht eingeladen worden war, ein breites Bündnis zu schaffen. Daher seien auch Mitglieder von Parteien und Gewerkschaften zu dem Treffen gekommen. Dann aber sei es zu einem Streit darüber gekommen, dass seitens der InitiatorInnen des Treffens eine Zusammenarbeit mit VertreterInnen von Parteien bei dem G8 Zeitungsprojekt ausgeschlossen wurde. Schließlich sei das Treffen damit geendet, dass diejenigen, die mit dieser Abgrenzung nicht einverstanden waren, das Treffen bzw. die geplante Zusammenarbeit verlassen hätten.

Somit kam gleich zu Beginn aller Aktivitäten wieder die Gespaltenheit der Göttinger Politszene zum Tragen. Die eine Fraktion formierte sich um die Vorbereitungsgruppe des Zeitungsprojektes einerseits und beim Aufruf des Göttinger Bündnis gegen G8 zur Demo am 2. Juni 07 in Rostock fehlen wiederum einige Gruppierungen, die die G8 - Zeitung machen.

zum Anfang

Am 14.4.07 erschien die G 8 Gipfelzeitung in einer Auflage von 25 000 (!) und wurde breit im Stadtgebiet verteilt Die G 8 -Gipfel-Zeitung ist aber auch Online verfügbar auf den Seiten des Sozialen Zentrums
Die Auflage von 25.000 Stück ist bereits am letzten Wochenende bei strahlendem Sonnenschein zum größten Teil verteilt worden. In der Zeitung finden sich Artikel zu Themen wie Gesundheitsversorgung, Freihandel, Energiepolitik, Überwachung im Alltag, Globalisierung der Region Göttingen, Migration, Nationalismus,... - jeweils mit Blick auf den G8 und Bezug zu Göttingen. Außerdem enthält die Zeitung viele Infos zu den G8-Protesten, Veranstaltungstermine, Links, Hinweise auf eine Infoveranstaltungen, einen Aktionstag in Gö etc. Wer das Pech hatte, keine Zeitung im Briefkasten vorzufinden oder nicht aus Göttingen kommt, kann sie sich aus dem Internet runterladen unter: www.soziales-zentrum-goettingen.de

Inhaltsverzeichnis der Gipfelzeitung

Gesundheit - Eine Ware? Die G8 definieren Krankheit immer häufiger als privates Risiko ( von der Medizinischen Flüchtlingshilfe Göttingen e.V.)

Was wäre der Freihandel ohne Sklaverei? Der "freie Handel" am Beispiel Mexiko (Basisgruppe Geographie)

G8 und Migration - Für globale Bewegungsfreiheit Transnationaler Protest gegen das globale Migrationsregime (antirassismusplenum göttingen)

Schlimmer geht immer Der Bolognaprozess und der Umbau des Europäischen Hochschulsystems (Basisdemokratisches Bündnis)

Lokale Fronten der Globalisierung in Göttingen Der Umbau der Region Göttingen in eine Weltmarktregion (Überflüssige aus Göttingen)

Freiheit stirbt mit Sicherheit Die Überwachung des Alltags (Antirepressionsplenum)

"Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" oder: Die rosarote Brille des Nationalismus ( redical [M] )

Danke, dass du mich regierst!? Von Heiligendamm nach Göttingen – Probleme politischer Stellvertretung (Schöner Leben)

Saubere Atomkraft? Wie sich die Staats- und Regierungsschefs die Hände dreckig machen
(AntiAtomPlenum Göttingen)

Die Energiepolitik der G8 Dem globalen Treibhaus tüchtig einheizen? (Chris Methmann für Attac/Göttingen)

Die Zeitung wurde von Einzelpersonen und Gruppen erstellt, die sich bei den Plattformtreffen „Gö goes G8“ zusammengefunden haben. Die Artikel geben die Meinung der jeweiligen AutorInnen wieder. Auf www.soziales-zentrum-goettingen. de steht die Zeitung als pdf zum Download zur Verfügung. Kontakt zur Zeitungs-AG: Göttinger Gipfelzeitung, c/o Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen, E-Mail: goe_goes_g8@yahoo.de – wir freuen uns über Rückmeldungen! Auflage: 25000

Bündnis "Göttingen gegen G8"

7.4.07/ 6. bis 8. Juni 2007 tagen die RegierungsvertreterInnen aus den G8-Staaten Großbritannien, Deutschland, USA, Kanada, Japan, Frankreich, Italien und Russland in Heiligendamm. Am 2. Juni 2007 findet in Rostock eine Demonstration gegen die G 8 Politik statt zu der international mobilisiert wird.

Das Bündnis "Göttingen gegen G8" ruft zur Teilnahme an dieser Demonstration auf. Zu diesem Bündnis gehören die Göttinger bzw. regionalen Organisationen von : Attac, Friedensbündnis, Betriebsexpress, ver.di (Ortsverein Gö), DGB-Jugend, ver.di Jugend, Montagsdemo, solid, Linke Hochschulgruppe, DKP, Linke, WASG, Linkspartei, Antifaschistische Linke International (A.L.I.), Vereinigte Verfolgte des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), Groner Bürgerinitiative Antifaschismus (Grobian), Mittelamerikakomitee, Freundschaftsgesellschaft BRD-CUBA

Der G 8 Gipfel wird im Aufruf als Verabredung der beteiligten Staaten zu einer Fortsetzung einer kritikwürdigen Politik angesehen, die einhergeht mit

  • der Zerstörung sozialer Sicherungssysteme in den Bereichen der Rente, der Gesundheitsversorgung und der Arbeitslosigkeit
  • der Schaffung ausufernder Billiglohnsektoren
  • der Privatisierung öffentlichen Eigentums und dessen Umgestaltung nach Profitinteressen
  • einer internationalen Kreditpolitik die die armen Länder zur Anpassung an die Interressen der internationalen Wirtschaftskonzerne zwingen
  • dem Raubbau an Natur und Umwelt mit unverantwortbaren Folgen
  • dem Ausbau der Repressionsapparate und dem Abbau demokratischer Rechte

Eine deutliche Anklage enthält der Aufruf auch in Bezug auf die Flüchtlingspolitik, denn es ginge den G 8 Staaten eben nicht um Friede und Wohlergehen sondern "Die weltweite Verhinderung bzw. Kontrolle von Flüchtlingsbewegungen ist erklärtes Ziel der G8. Diese rassistische Abschottungspolitik führt jährlich zu Tausenden von Toten." und "Vor allem die G8-Staaten haben den Krieg wieder zum legitimen Mittel der internationalen Politik gemacht. Ungleichheiten, führen zu einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaften und produzieren über die Schürung von ethnischen und religiösen Konflikten neue Feindbilder und verstärkten Rassismus." Die Vorwürfe enden in der generalisierenden Feststellung dies alles sei "Folge einer an Profitinteressen ausgerichteten Politik."

Dagegen hofft man darauf, dass die "Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung und ihre verheerenden Folgen in allen Ländern der Welt anzutreffen ist - sei es in Seattle, Genua oder im hohen Norden Deutschlands." und endet mit dem Aufruf "Auf nach Heiligendamm! Beteiligt euch an den Protesten, kommt mit zur Demonstration! Internationale Großdemonstration am 2. Juni 2007 in Rostock , Aktionswoche 1.-8.06.07 Göttingen gegen G8 - Auf nach Heiligendamm! "

> Aufruf im Original mit dem gesamten Text

Dokumentarfilm über die Proteste zum G8 Gipfel 2007

18.1.08 / Filmpremiere in Göttingen: neue Wut III - Das war der Gipfel! Dokumentarfilm (ca. 90 min.) von Martin Keßler über die Proteste zum G8-Gipfel in Heiligendamm Vorführung am Mittwoch, den 23. Januar (18 Uhr) ZHG 105 (Zentrales Hörsaalgebäude - Uni-Campus) Juni 2007.
Ostseebad Heiligendamm: Der größte Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Über 17.000 PolizistInnen, selbst die Bundeswehr, "sichern" das rituelle Gipfeltreffen der "mächtigsten Frau und Männer der Welt", den sogenannten "Weltwirtschaftsgipfel". Trotzdem gelingt es circa 12.000 GlobalisierungskritikerInnen immer wieder, die wichtigsten Zufahrtsstraßen zum hermetisch mit Zaun und Stacheldraht abgeriegelten Tagungsort zu blockieren. Und ihre Kritik an dem gegenwärtigen Weltwirtschaftssytem und Ihre Alternativen öffentlich zu machen. Obwohl zunächst das "Chaos von Rostock", Politikerrufe nach Gummigeschossen und GSG 9 gegen die "Steinewerfer von Rostock", die Schlagzeilen beherrschen. Der Dokumentarfilm "neue Wut III - Das war der Gipfel!" will eine "Chronik der laufenden Ereignisse" liefern, das Geschehen während "der Tage von Rostock und Heiligendamm" nachzeichnen. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte und der DemonstrantInnen. Und die vielen Aktionen und Veranstaltungen, in denen es um die Auswirkungen von Globalisierung und weltweiter Privatisierung auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen geht. Mit anschließender Diskussion. Mit Unterstützung des Rosa-Luxemburg-Bildungswerks Niedersachsen Anwesend: Martin Keßler (Regisseur), RA Sven Adam (Anwaltlicher Notdienst / Legal Team), Thomas Löding (Attac) Organisiert von: Antifaschistische Linke International, Attac, Basisgruppe Jura, Die Linke.SDS, Die Linke, Rote Hilfe .

 

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G8-GewerkschafterInnen-Aufruf

Auszug aus einem Aufruf von GewerkschafterInnen gegen den G8-Gipfel, der nach der Sitzung des Aktionsbündnis Sozialproteste in Göttingen bekannt wurde.

"Als GewerkschafterInnen aus vielen Ländern sind wir Teil des Protestes gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. (...) Wir unterstützen den Protest gegen imperiale Machtstrategien und Kriege, gegen den Raubbau an der Natur und den immer bedrohlicher werdenden Klimawandel.
(...) Die Globalisierung von Kapital- und Arbeitsmärkten hat die Beschäftigten weltweit in Konkurrenz zueinander gebracht. Skrupellos werden die Belegschaften einzelner Länder, Branchen und Standorte gegeneinander ausgespielt – in einem Dumpingwettbewerb um Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen, Löhne und Menschenwürde. Als GewerkschafterInnen fordern wir daher: Die Kernarbeitsnormen sind ein Menschenrecht und müssen als Mindeststandards durchgesetzt werden.
(...) • Gesetzliche Höchstarbeitszeit: Arbeitsumverteilung ist das entscheidende Mittel gegen eine Arbeitslosigkeit von 200 Millionen Arbeitlosen und 1,4 Milliarden "working poor" weltweit. (...)
• Mindestlöhne, die es in einigen Ländern, (...)
• Systeme der öffentlichen Daseinsvorsorge und Zukunftssicherung müssen aufgebaut bzw. vor Privatisierung und Kommerzialisierung geschützt werden. (...)
Globale Finanzmärkte und grenzüberschreitend agierende Unternehmen verfügen inzwischen über ein gigantisches Erpressungspotential gegenüber Nationalstaaten (Steuer- und Umweltdumping, Deregulierung der Arbeitsmärkte) und gegenüber nur nationalstaatlich agierenden Gewerkschaften. Aus dieser historischen Defensive müssen wir herauskommen, indem wir uns dem Kapital an die Fersen heften, Sprachschwierigkeiten und wechselseitige Unkenntnis überwinden und das Gemeinsame in unseren Interessen erkennen, grenzüberschreitend auf allen gewerkschaftlichen Ebenen zusammenarbeiten und zu Protesten und Widerstand zusammenfinden, wie bei der Streikdemonstration gegen die Bolkesteinrichtlinie, wie bei den internationalen Streiks der HafenarbeiterInnen und Seeleute und wie jetzt im Juni 2007 gegen den Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm. (...)"

UnterzeichnerInnen sind u.a. Tom Adler, Betriebsrat bei DaimlerChrysler, IG Metall; Gerd Buddin, Stellvertretener Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, Bezirk Berlin; Patrick von Brandt, ver.di Landesbezirksjugendsekretär Niedersachsen-Bremen; Jeannine Geißler, ver.di Jugendbildungsreferentin, Hannover; Martin Donat, Jugendprojektsekretär der IG Metall Halle/ Dessau; Werner Dreibus, Bevollmächtigter der IG Metall, Offenbach; Roland Hamm, 1. Bevollmächtigter IG Metall Aalen; Ralf Krämer, ver.di Gewerkschaftssekretär, Berlin; Ralf Kronig, Eichelberg, Mitglied Betriebsrat SAP AG; Bernd Riexinger, ver.di Bezirksgeschäftsführer, Stuttgart; ; Werner Sauerborn, ver.di Gewerkschaftssekretär, Stuttgart; Heidi Scharf, 1. Bevollmächtigte IG Metall Schwäbisch-Hall; Sibylle Stamm, ver.di Landesvorsitzende Baden-Württemberg; und viele andere mehr

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"Globale Landwirtschaft"

3.3.07 / Das Aktionsnetzwerk "globale Landwirtschaft" wollte am 8. März von 13-18 Uhr VerbraucherInnen über Nahrungsmittel informieren und in die Diskussion um deren Wert einsteigen. Mit dabei sind verschiedene lokale Gruppen aus Göttingen und Witzenhausen: Basisgruppe Landwirtschaft eine der Hauptinitiatorinnen für diesen Aktionstag in Göttingen, Der Eine Welt Laden Göttingen und Witzenhausen, Volxküche Gö, Grüne Hochschulgruppe Gö, Grüne Jugend Gö, Internationale Gärten Gö, Saatgutinitiative Dreschflegel, GärtnerInnnen aus dem Umland, Aktionsnetzwerk gegen Gentechnik Gö, BUND Gö, biologische Schutzgemeinschaft Gö, Rote Buchladen Gö, Jongleure aus Gö und weitere UnterstützerInnen

Zum Programm des Tages gehörten: Orangen-Straßentheater mit verschenkten Orangen, Fotoausstellungen: "Plastikmeer am Rande Europas" über die Gemüseproduktion in den Treibhäusern Südspaniens, "Der bittere Geschmack von Apfelsinen" über Orangenproduktion in Griechenland , Info-Stände zu den Themen: Gemüse aus der Region, Virtuelles Wasser, Saatgut und Gentechnik, Alternative Energien, vegane Volxküche, Tierrechte und Veganismus, Kaffeeproduktion und das G8-Gipfeltreffen


Eine Lastwagenladung ( Foto links) mit Bio-Orangen wurde verschenkt um auf die Verhältnisse in der globalisierten Orangen Produktion und Verteilung aufmerksam zu machen.

Aktion zur Ausstellung "Ich kauf global"

Mit Einkaufswagen und Produkten die zur Diskussion gestellt wurden.

 

Ausstellung: "Ich kauf global" Die Geologische Fakultät trug als Programmpunkt eine Ausstellung bei: die ökologischen und sozialen Folgen unserer alltäglichen Konsumgewohnheiten am Beispiel von Papier. Jeder ist tagtäglich auf landwirtschaftlich produzierte Lebensmittel angewiesen. Aber was wissen wir über ihre Geschichte und unseren Einfluss auf Produktion und Angebot? In der aktuellen Diskussion geht es vor allem um Bio oder Konventionell? Und dann: was ist gesünder? Hier schon stellen sich aber die ersten Fragen: Gesund für wen? Mich persönlich, den Arbeiter auf dem Feld, die Umwelt, das Klima, nachfolgende Generationen? Alle Lebensmittel konkurrieren auf einem Markt, je nach Ursprungsland jedoch teilweise staatlich subventioniert. Wie kann der Preis den der/die VerbraucherIn am Ende der Produktionskette zahlt, dem verschiedenen Arbeitsaufwand und Risiko gerecht werden, wie ein bewusstes Kaufverhalten der vielschichtigen Problematik?

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