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Höchstspannungsleitungen 380 KiloVolt

Kohlekraftwerksbau und AKW-Verlängerung in die Diskussion mit einbeziehen!
BUND Landesverband Niedersachsen e. V. lehnt 380 kV-Leitung ab
E.ON in Bedrängnis Stadt und Landkreis fordern Erdverkabelung
Die von E.ON abhängigen Tochter- und Beratungsfirmen "beraten" die Bevölkerung

 

Erdverkabelung für Göttingen

12.11.10 // Die ergänzenden Antragsunterlagen zur „Untersuchung der Machbarkeit möglicher Teilerverkabelungen in Göttingen“ im Rahmen des Raumordnungsverfahrens für die neue 380 kV – Höchstspannungsleitung zwischen Wahle und Mecklar werden ab 22. November dieses Jahres im 11. Obergeschoss des Neuen Rathauses öffentlich ausgelegt und können dort bis zum 22. Dezember 2010 während der Sprechzeiten der Verwaltung eingesehen werden.
Infos dazu auch im Amtsblatt vom 12.11.10 . Bei den Unterlagen handelt es sich um die ausschließlich textliche Darstellung eines möglichen Trassenkorridors für die Erdverkabelung in Göttingen. Über eine genaue Trassierung wird erst im anschließenden Planfeststellungsverfahren entschieden. Fristgerecht übermittelte Äußerungen interessierter Bürger/innen wird die Stadt an die Landesplanungsbehörde weiterleiten. Die offizielle städtische Stellungnahme soll der Rat am 10. Dezember verabschieden, nachdem zuvor auch die betroffenen Ortsräte damit befasst worden sind. Ergänzende Unterlagen zur Frage einer Erdverkabelung werden vom Vorhabenträger im gesamten Leitungsverlauf außer für Göttingen nur noch für die Bereiche Ilsede und Delligsen vorgelegt. Der Rat der Stadt Göttingen hatte im September einstimmig die Erdverkabelung für die Stromleitung im Stadtgebiet gefordert.

Kohlekraftwerksbau und AKW-Verlängerung in die Diskussion mit einbeziehen!

Kohlekraftwerke im Norden ein Grund für die Erweiterung des Leitungsnetzes - ein weiterer Grund, die CO²-Schleudern und Klimakiller abzulehnen

E.ON behauptet, der Neubau der etwa 190 Kilometer langen Leitung sei "erforderlich, um den an den Küsten erzeugten Strom aus Windenergieanlagen in Verbrauchsschwerpunkte in Deutschland zu transportieren." und beruft sich dabei auf den Bedarfsplan des im August 2009 verabschiedeten Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) . Das führt bei oberflächlicher Betrachtungsweise dazu. dass man meint, als Befürworter/in von Windkraft müsse man ja dann diesen Leitungsausbau akzeptieren.

Auch die Niedersächsische Staatskanzlei begründet den Leitungnetzsausbau mit der "Entwicklung der Windkraft". Das allein wäre aber kein Problem, weil das Kernkraftwerk Brunsbüttel seit 2007 abgeschaltet ist und die angeschlossenen Stromtrassen Kapazität frei haben. Problematisch wird es erst dadurch, dass mehrere 800 MegaWatt-Kohlekraftwerke neu gebaut werden sollen - von denen eines ca. 1 Milliarde Euro Baukosten bedeutet. Im Bayer-Industriepark will das Unternehmen Getec Kraftwerk ein 800-Megawatt-Steinkohlekraftwerk bauen. Kosten: eine Milliarde Euro. Außerdem plant GDF Suez (ehemals Electrabel) in Brunsbüttel ein Steinkohlekraftwerk mit einer Leistung von ebenfalls 800 Megawatt. ) Fossile Brennstoffkraftwerke, obwohl doch wegen des klimaschädlichen CO²-Ausstosses den Klima das Ende der fossilen Brennstoffe angesagt ist? Für den von Windkraftparks UND Kohlekraftwerke produzierten Strom reichen die bisherigen Trassen nicht. Der kostspielige und Umweltbelastende Bau einer neuen Höchstspannungstrasse wäre als vermeidbar, wenn die ebenfalls umweltschädlichen Kohlekraftwerke nicht gebaut würden.
>>WDR Text und Verweis auf die Argumente des Prof. Lorenz Jarass

Dem Argument, die Trasse sei nötig, weil der im Norden erzeugte Stromin den Süden transportiert werden müsse könnte man entgegnen, dass dann doch die Kraftwerke dort gebaut werden sollten, wo der Strom gebraucht werde. Es müssen übrigens auch keine Kohlekraftwerke sein, wie Kiel gezeigt hat, es kann auch ein Gaskraftwerk sein die flexibler in der Energieproduktion sind und die Windkraftanlagen nicht zum Abschalten zwingen nur weil sie wie die modernen Kohlekraftwerke auf Volllastbetrieb ausgelegt sind (siehe dazu die >>Arbeit von Frauke Wiese 2008) . Warum also baut man nicht die Kraftwerke im Süden, wo der Strom gebraucht wird? Weil man Kohlekraftwerke haben will und es billiger ist, die Steinkohle mit Schiffen anzuliefern. Dafür setzen sich in Brunsbüttel Kommunalpolitiker von CDU und SPD gemeinsam ein, während die SPD-Leute in Göttingen nun gegen die Höchstspannungstrasse agieren.

Wenn den aber irgendwo doch Höchstspannungsleitungen notwendig würden bleibt das Problem der Landschaftsbelastung bzw. -zerstörung sowie der Gefahren durch die Nähe zu Wohnbereichen. Die allein seeligmachende Alternative ist dabei auch nicht immer die Erdverkabelung.Damit handelt man sich allerdings eine Reihe anderer Probleme ein - von den höheren Kosten ganz zu schweigen. So ist z.B. der Landverbrauch an Fläche erheblich mehr als sich manche vorstellen, da ein ca. 50 Meter breiter Erdstreifen zur Baustelle wird. Reparaturen an Erdkabeln dauern nach Angaben der Betreiber mehrere Monate, während dies bei Freileitungen nach Tagen erledigt werden könne.
>> Erdverkabelung per Tunnelsystem im Stadtbereich von Berlin

Bei der Querung von Wohngebieten oder bei der Vorbeiführung in der Nähe können jedoch auf keinen Fall Freileitungen gesetzt werden, sondern muß die Erdverkabelung durchgesetzt werden. Leider drückten sich die VertreterInnen von Transpower um eine klare Stellungnahme bezüglich der Erdverkabelung zwecks Berücksichtigung von Abständen zu Wohnhäusern.

BUND Landesverband Niedersachsen e. V. lehnt 380 kV-Leitung ab

Gekürzte Pressemitteilung vom 31.8.10 / "Der Landesverband Niedersachsen des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) lehnt die 380 kV-Leitung von Wahle im Kreis Peine nach Mecklar im hessischen Landkreis Herfeld-Rotenburg ab, weil ein Bedarfsnachweis fehlt. Der Umweltverband befürchtet, dass die neue Leitung vor allem die Atom- und Kohlestrom-Produktion zementiert, die Macht der großen Stromkonzerne sichert und den Ausbau erneuerbarer Energien behindert. Der BUND fordert die schnelle und vollständige Umstellung der Energieerzeugung auf Erneuerbare Energien. Den Ausbau des Höchstspannungsnetzes würde der BUND nur befürworten, wenn erwiesen wäre, dass der Ausbau Voraussetzung ist für die vollständige Umstellung der Energieerzeugung auf erneuerbare Energien. Dies ist bei der geplanten Leitung jedoch nicht der Fall: Sie soll sowohl dem Transport des Windstroms (onshore und offshore) von Nord- nach Süddeutschland als auch dem steigenden Transport von Kohle- und Atomstrom aus den vorhandenen und geplanten Großkraftwerken im Norden dienen.
(...) Um die Energiewende zu schaffen, muss vor allem die Windkraft in Hessen, aber auch in Bayern und Baden-Württemberg, wo noch erhebliche ungenutzte und unverzichtbare Potentiale zur dezentralen Energieerzeugung bestehen, ausgebaut werden. Die Windenergie ist die wichtigste und zudem wirtschaftlichste unter den erneuerbaren Energien. Bisher wurde der Ausbau der Windenergie in den genannten Bundesländern jedoch politisch behindert."


E.ON in Bedrängnis Stadt und Landkreis fordern Erdverkabelung

Nun fordert auch der Landrat "kreisweite Erdverkabelung"
16.08.2010 /
"In seiner Beschlussvorlage für die Stellungnahme des Landkreises Göttingen zum Raumordnungsverfahren der 380 KV-Leitung Wahle-Mecklar hat Landrat Reinhard Schermann eine Erdverkabelung für das gesamte Kreisgebiet vorgeschlagen. Diese Empfehlung erfolgt im Einvernehmen mit den Städten und Gemeinden im Landkreis Göttingen. Gleichzeitig kritisierte der Landrat, dass der Träger des Vorhabens Transpower StromübertragungsGmbH in seinem Entwurf noch nicht einmal in gesetzlich vorgeschriebenen Bereichen die Erdverkabelung vorgesehen hat. Für den Fall, das eine Vollverkabelung für die Gesamtstrecke nicht durchsetzbar sei, favorisiert die Kreisverwaltung die vom Vorhabensträger vorgeschlagene Variante B mit einer Verkabelung im gesamten Gebiet der Stadt Göttingen bis in die Gemeinde Rosdorf hinein. Denn hier seien die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände zur Wohnbebauung nicht eingehalten worden, begründete der Landrat seinen Vorschlag. Die Bevorzugung der Variante B (über die Gemeindegebiete Rosdorf und Friedland) ergibt sich aus Sicht des Kreisverwaltung aus der mit 31,9 km (zwischen Hardegsen und der Landesgrenze Hessen) gegenüber 50,8 km der Variante A (Gemeinde Rosdorf, Samtgemeinde Dransfeld, Stadt Hann. Münden und Staufenberg). Dies bedeute weniger Eingriffe in die Natur. Darüber hinaus schlägt die Verwaltung weitere Modifizierungen für den Trassenverlauf der Version B vor. So wird z. B. die Verlegung der Trasse an den Ostrand des Gewerbegebietes Rosdorf/Friedland parallel zur Autobahn A 38 sowie die Erdverkabelung bis Lemshausen gefordert. Für den Fall der Realisierung der von Transpower StromübertragungsGmbH favorisierten A-Variante, forderte der Landrat für den Ort Laubach eine Erdverkabelung. Dort sei die Zumutbarkeitsschwelle durch die Belastungen bereits überschritten, wie z. B. durch den Geräuschpegel der A7, der ICE-Strecke und der bestehenden 110 KV-Leitung. Für das nördliche Kreisgebiet aus Richtung Bovenden bevorzugt die Verwaltung den westlichen Trassenverlauf (Untervariante 12b). Denn die von Transpower StromübertragungsGmbH geplante Osttrasse würde das angedachte Güterverkehrszentrum Region Göttingen beeinträchtigen."

Kommentar/goest: Bei aller Anerkenntnis der Beeinträchtigungen durch die Höchstspannungsleitungen in der Freiluftverkabelung scheint die Forderung nach einer kreisweiten Erdverkabelung von einfachen Vorstellungen wie "Erde aufgraben, Kabel rein, fertig" geprägt zu sein. Bevor die mit der Erdverkabelung verbundenen Schwierigkeiten wie z.B. Reparaturdauern und Baumaßnahmen nicht recht bedacht sind sollte keine derart umfangreiche Erdverkabelung (kreisweit!) gefordert werden. Vielmehr sollte wie weiter unten ausgeführt, das gesamte Leitungsnetz im Zusammenhang mit Kohlekraft- und Atomkraftwerkspolitik diskutiert werden. Dies würde den CDU-Landrat jedoch eventuell bezüglich der AKW-Laufzeitenverlängerung des AKW Brunsbüttel in Gegensatz zu seinen ParteikollegInnen bringen. Und wenn sich auch unter der Prioritätensetzung für erneuerbare Energie und bei endgültiger Stillegung des AKW Brunsbüttel dann immer noch eine Notwenigkeit zum Leitungsausbau ergeben sollte, dann sollte die Erdverkabelung auf die Wohn- und Arbeitsgebiete beschränkt werden, wo mit Freilandleitungen kein ausreichend großer Abstand eingehalten werden kann.

Die Stadt Göttingen will neue Höchstspannungsleitung erdverkabelt
4.8.10 / pm Stadt / Oberbürgermeister Wolfgang Meyer fordert auf Göttinger Stadtgebiet die Erdverkabelung für die geplante 380 kV Höchstspannungsleitung.
"Das ist der Kern seines Entwurfs für eine offizielle Stellungnahme der Stadt im Rahmen des Raumordnungsverfahrens. Damit werden sich in den nächsten Wochen die betroffenen Ortsräte in Elliehausen / Esebeck, Groß Ellershausen / Hetjershausen / Knutbühren, Holtensen und Grone sowie der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke befassen. Endgültig verabschiedet werden soll die Göttinger Stellungnahme in der Ratssitzung am 10. September dieses Jahres. Zur Stützung seiner Forderung führt Meyer die potentielle Immissionsbelastung für Menschen, aber auch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes an. Immerhin erreichten die Masten der neuen Freileitung die Höhe des 16geschossigen Neuen Rathauses. Meyer verlangt deshalb eine Ergänzung der Planunterlagen mit dem Ziel einer Erdverkabelung im Stadtgebiet und eine konkrete Darstellung der Übergabestationen sowie der mit einer Erdverkabelung verbunden Auswirkungen. Scharfe Kritik übt der Oberbürgermeister in seinem Entwurf für die städtische Stellungnahme an der Darstellung von Schutzansprüchen für Gewerbe- und Siedlungsflächen. Es könne überhaupt nicht akzeptiert werden, den Schutzanspruch im Interesse der Menschen aufgrund der Vorbelastung und wegen des Rückbaus der 220 kV – Trasse abzuwerten. Schließlich werden die Varianten für einen Trassenkorridor westlich der Autobahn sowie eine Trassenführung parallel zur Autobahn nördlich des Autobahnanschlusses Göttingen Nord ausdrücklich abgelehnt." (Pressemitteilung Stadt /4.8.10)

Die Stellungnahme der Stadt zum Raumordnungsverfahren für die geplante 380 kV Höchstspannungsleitung ist Thema des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am Donnerstag, 19. August 2010. 16.00 Uhr im Sitzungssaal 118 im 1. Obergeschoss des Neuen Rathauses

Trassenführung Gelbe Flächen sind in der Diskussion

Ortsrat Ellershausen, Hetjershausen, Knutbühren: Thema Trassenführung
Da eine der möglichen Trassenführungen über Knutbühren und dessen "wertvolles Landschaftsbild" vorsieht ist die Stellungnahme des Ortsrates gefragt. am Donnerstag, 12. August 2010 ab 20.00 Uhr im Hotel "Lindenhof", Dransfelder Straße 9 in Göttingen - Groß Ellershausen. Dem öffentlichen Sitzungsteil schließt sich eine Einwohnerfragestunde an.

Ortsrat Holtensen: Thema Trassenführung
17.8.10 20 Uhr Um die Stellungnahme der Stadt zur geplanten 380kV Höchstspannungsleitung geht es in der 24. Sitzung des Ortsrates Holtensen am Dienstag, 17. August 2010. Er tagt ab 20.00 Uhr im Gasthaus "Wille", Lenglerner Straße 37 in 37079 Göttingen - Holtensen. Dem öffentlichen Sitzungsteil folgt eine Einwohnerfragestunde.

Die Karte zeigt dass u.a. Grone, Elliehausen, Groß Ellershausen, Hetjershausen, Knutbühren, Settmarshausen, Rosdorf, Mengershausen, Lenglern, Holtensen, Obernjesa, Mariengarten, Friedland usw. betroffen sind. Die JVA Rosdorf und Klinik Tiefenbrunn liegen in zu geringen Abstand vom geplanten Leitungsverlauf, ebenso die Autobahnraststätte, die allerdings nicht als Wohnbebauung gilt und wo deshalb die Grenzwerte zum Abstand nicht beachtet werden sollen.

Die Bevölkerung muß über die Auswirkungen solcher Baumaßnahmen informiert werden und ein Mitspracherecht erhalten. Die möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch elektromagnetischer Felder der Freileitungen, laute Geräusche der Höchstspannungsleitungen bei bestimmten Wetterlagen müssen gegen Erdverkabelung und die Frage ob überhaupt ein Leitungsausbau notwendig ist abgewogen werden.

Die Masten der 380 KV Höchstspannungsleitung sind mit 60 Meter fast so hoch wie das Neue Rathaus (69 Meter) verändern das Landschaftsbild gravierend .


"Der Bau einer Höchstspannungstrasse bedeutet einen gravierenden EIngriff in die Raumordnung"

Foto: Günter Piegsa Regierungsvertretung Braunschweig zuständig für Raumordnungsverfahren.

 

E.ON und die von E.ON abhängigen Tochter- und Beratungsfirmen "beraten" die Bevölkerung


Veranstaltung zur Beruhigung der interessierten Bevölkerung 16.6.10 in Göttingen mit Thomas Buksdrücker (Bildmitte) von dem für die E.ON / Transpower tätigen Planungsbüro ERM und Joëlle Bouillon (im Foto rechts). Joelle Boullion war ab 2005 in der Unternehmenskommunikation von E.ON Netz in Bayreuth für die Öffentlichkeitsarbeit der Leitungsbauprojekte zuständig und wurde ab Juli 2007 dort stellvertretende Pressesprecherin. Seit 2009 ist sie bei der im selben Jahr gegründeten "transpower stromübertragungs gmbh" einer Tochterfirma von E.On tätig. In Göttingen nahm sie am 16.6.10 in der Mensa am Wilhelmsplatz an einer Veranstaltung zur Einstimmung der Bevölkerung teil. Bei konkreten Fragen aus dem Publikum zur Erdverkabelung wich sie unablässig aus. Im Bild links: Christiane Jung

Erdverkabelung ist den Betreibern zu teuer

Die Einschränkung des sogenannten "Elektrosmog" (siehe >goest-Dossier Elektrosmog) durch die Überlagerung vieler verschiedener elektromagnetischer Wellen (Rundfunk, Fernsehen, Funk, Mobilfunk, Stromleitungen) würde erhebliche Kosten verursachen. Die Gesundbeterei und Ignorierung der Risiken wird mit der Formulierung "Es ist noch nicht abschließend entschieden ob es schädlich ist" betrieben. Die elektromagnetischen Felder von Hoch- und Höchstspannungsleitungen gehören zu den Gefahrenpotentialen, die deshalb einen Mindestabstand zu Wohnhäusern halten müssen. Besser wäre es, die Leitungen unterirdisch zu verlegen. Dies ist jedoch teuerer und die Betreiberfirma Transpower macht deshalb zu dem Vorhaben auch Werbeveranstaltungen in den betroffenen Regionen. Wie solche Veranstaltungen ablaufen, konnte man auch bei der "Info"-Veranstaltung zu Mobilfunk im Rathaus sehen. Die Betreiber verharmlosen, was das Zeug hält.

>> Betreiber Vattenfall berichtet in einem Film über Probleme mit einer Erdverkabelung

Pressetexte von Transpower (E.ON)

"Das Raumordnungsverfahren für die Leitung zwischen den Umspannwerken Wahle (Landkreis Peine) und Mecklar (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) wurde Mitte Juni von den zuständigen Genehmigungsbehörden in Niedersachsen und Hessen eingeleitet. transpower bringt etwa 650 Kilometer Trassenvarianten in das Verfahren ein. In Niedersachsen werden fünf Hauptvarianten in einem detaillierten Variantenvergleich untersucht, in Hessen sind es zwei Hauptvarianten. Die Genehmigungsunterlagen werden ab 7. Juni im Internet unter www.rov-wahle-mecklar-online.de veröffentlicht. Zuständig für das Raumordnungsverfahren ist die Regierungsvertretung Braunschweig. Im Bereich Raumordnung und Landesentwicklung nehmen die Regierungsvertretungen Aufgaben des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (Oberste Landesplanungsbehörde) wahr.

In dem Verfahren werden die Träger öffentlicher Belange, das sind v. a. die Gemeinden und Kreise, beteiligt. Ihre Stellungnahmen werden im Verfahren an Erörterungsterminen diskutiert.

Im Raumordnungsverfahren wird die Vereinbarkeit der geplanten Höchstspannungsleitung mit den Zielen und Grundsätzen der Raumordnung geprüft. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Themen Immissionsschutz und Siedlungsentwicklung, Natur- und Landschaftsschutz sowie Freiraumnutzung und Erholung gelegt. Des Weiteren bestimmten insbesondere die Bündelung mit bereits bestehenden Freileitungen, Verkehrswegen oder anderen liniengebundenen Infrastruktureinrichtungen die Entwicklung der Planungskorridore, mit dem Ziel, die neue Trasse weitestgehend an vorhandene Infrastruktur anzulehnen. Im Laufe des Verfahrens werden die betroffenen Kreise und Kommunen und weitere so genannte Träger öffentlicher Belange sowie anerkannte Verbände beteiligt.
Möchten Privatpersonen in dem Raumordnungsverfahren Einfluss nehmen oder ihre Belange einbringen, haben sie Gelegenheit, sich schriftlich bei den Gemeinden zu äußern. Die eigentliche Genehmigung der Leitung erfolgt erst im anschließenden Planfeststellungsverfahren, das auch eine direkte Beteiligung von Privatpersonen vorsieht. Ziel ist es, im Dialog mit Planungsbehörden und der Region eine Planung zu entwickeln, die Eingriffe in Natur und Landschaft minimiert.

 

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