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Katharina Jahnke

Ausstellung im Künstlerhaus 14. Januar 07 - 25. Februar 07

Eine Ausstellung, die nicht ist, was ihr Titel zu versprechen scheint und mit dieser Irreführung bereits ausdrückt was die Ausstellung zeigen will, nämlich dass der Versuch des vollständigen Verstehens irgendwie immer kläglich scheitert.

"Alles über Quantenphysik" Ein provokanter Titel in einer Stadt in der Max Born, Werner Heisenberg, Max Planck und Otto Hahn gelebt haben. Und deshalb soll auch gleich erklärt werden, dass in der Ausstellung nichts über Quantenphysik gesagt wird. Es geht vielmehr um die Erfahrung, die bei der Beschäftigung mit Quantenphysik gemacht wird - dass man nämlich kaum in der Lage ist, etwas und schon garnicht alles zu verstehen. Vielmehr hat man sich gerade ein Verstehensmodell geschaffen schon bricht alles wieder zusammen und man wird wieder konfus.

Am Eingang zur Ausstellung hängt das Foto einer Skulptur von Jahnke, darunter der Satz "I am still confused but on a higher level". Das wäre der geeignetere Titel für die Ausstellung gewesen, denn Titel mit der Quantenphysik erzeugt vielleicht unnötige weitere Verwirrung. Ob er nur gewählt wurde, weil seitens des veranstaltenden Kunstvereins als generelles Oberthema für die Ausstellungen 2007 "Kunst und Wissenschaft" vorgegeben war?

 

Und hier sehen Sie.......Katharina Jahnke ?

Aber nein! Man sieht nur ihren Schatten, nur ein Abbild, ein Modell.

Kann man von dieser Zweidimensionalität des "Flatlands", das auf der Wand entsteht auf die Realität einer Dreidimensionalität schließen ?

 

 

 

 

Katharina Jahnke in ihrem "Planetarium", Modelle mit denen sie das Scheitern des Begreifens begreifbar machen möchte.!

Der Start-Raum der Ausstellung zeigt die Titelblätter von Merianheften. Ausnahmslos sind dabei Länder abgebildet für die irgendwann einmal eine Reisewarnung bestanden hat oder noch besteht, u.a. Israel und Ägypten. Diese Aufreihung steht symbolisch für die "Annäherung an das Fremde und Unbekannte". Also ist die Quantenphysik so unbekannt wie fremde Länder, die dennoch abgebildet werden?

Im nächsten großen Raum hängen Schwarz-Weiß-Zeichnungen: Grundrisse von Häusern, Architekturzeichnung, Rekonstruktion der Behausungen und Landschaft in denen der Horrorroman Frankenstein spielt. Ebenso gibt es die Darstellung eines fiktionalen Raumes der in dem Roman "Flatland" konstruiert wird. Hinzu kommt die Zeichnung einer Göttinger Professorenvilla aus den 60er Jahren. Reale und fiktionale Orte werden als System präsentiert. Es gibt also Systeme von etwas was es garnicht gibt. Es gibt Bilder von Orten die nur fiktional sind und es gibt Systeme die nur fiktionale Orte haben. Dazu zählt auch "Flatland", das Land in dem alles flächig ist. Wo es nur Quadrate, Dreiecke, Vierecke und Kreise gibt. In diesem Land erscheint den Bewohnern die räumliche Kugel als Kreis - das Quadrat, das irgendwann erkennt dass es drei Dimensionen gibt, wird durch die Inquisition zum Schweigen gebracht. Komplexe in sich logische Systeme sind das, aber sie sind im Verhältnis zu unserer Wahrnehmungswelt unsinnig. So ähnlich wie die Beschäftigung mit Quantenphysik, die alles vorher Gedachte in Frage stellte, die Modelle erschuf mit der sich das Objekt nicht fassen ließ. Interessanterweise ist dieser Roman von Jan Stewart weiterentwickelt worden u.a. indem Themen wie die Quantenmechanik eingebunden wurden.

Im nächsten Raum der Ausstellung werden Zeichnungen von "Nicht-Orten" gezeigt - Sitze im U-Bahnschacht z.B. - Orte wo man sich nicht gerne aufhält, Wartezonen. Diese Objekte und die Frankenstein-"Wohnung" erinnern stark an ihr Ausstellungsthema "Haunted" wo Jahnke versuchte Wohnräumlichkeiten in Verfremdungen darzustellen und Horror-Orte zeichnete. Weiß der Henker was das mit Quantenphysik zu tun hat. In einem weiteren Raum sind ein Molekül-Modell und ein Wandbehang zu sehen,

Im letzten Raum schließlich hängen Mobilé-artige Skulpturen von der Decke die sich irgendwie auf Planeten und Planetenbahnen beziehen und die durch entsprechende Beleuchtung des "Planetariums" Schatten-Strukturen an der Wand entstehen lassen.

Ausstellungseröffnung ist am 14.1., 11.30 im Künstlerhaus. An den Sonntagen 11.2. und 18.2. 15 Uhr kann an kostenlosen Führungen teilgenommen werden, am 20.2. 19 Uhr findet eine "thematische Abendführung" statt und am 6.2. 19 Uhr ein Gespräch mit der Künstlerin.

Katharina Jahnke, 1968 in Berlin geboren, in Düsseldorf studiert, lebt und arbeitet jetzt in Köln .

>> Überblick über alle Ausstellungen von Katharina Jahnke
>> Homepage von Katharina Jahnke


Kataharina Jahnke 12.1.07 in Göttingen.

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