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Vortrag
zur Ausstellung von Georg Hoppenstedt
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| Nur noch Stücke
von Körpern, nicht mehr der ganze Mensch in seiner differenzierten Persönlichkeit
werden in diesem Rausch wahrgenommen und so entdecken wir in der Gestaltung von
Lyssy auch die Bedeutung: Die Zergliederung der Körper in einzelne Bildteile entspricht
dem eingeschränkten nur auf die begehrten Objekte bezogenen Blick, die Überlagerung
von Körperteilen und die Abbildung der Körperformen mal größer, mal kleiner, schafft
ein Gefühl der Bewegung im Wechsel von vor und zurück. Dazu kommt eine übersteigerte
Farbigkeit die einen erhöhten Reizzustand empfinden läßt jedenfalls im linken
Block, wo die Arbeiten hängen, die vom Video abfotografiert wurden. Die Bilder, die nur aus einer kurzen Filmsequenz von etwa einer Minute eines Soft-Pornos aus dem Abendprogramm des Satellitenfernsehens genommen wurden, wirken in dieser Montage wie ein endloses Meer der Lustarbeit - im zweiten Block, hier rechts, in dem die Bilder von Lyssy einer weiteren digitalen Bearbeitung unterzogen wurden, wird dieser Eindruck einer endlosen wabernden Masse noch stärker, wie in einem Brei oder einer Masse von Schmierfett wirken die Körperteile wie mit Ablagerungen von endlosen Bewegungen überzogene Maschinenteile. Diese Bilder haben, das muß man auch sagen, ohne Frage eine große ästhetische Schönheit - es scheint nicht so zu sein, dass diese Gestaltung eines Phänomens zu einer Verteufelung führen soll, diese Arbeit ist ganz sicher kein Pamphlet der Lustfeindlichkeit. Aber der Ton, den Lyssy diesen Bildern hinzugegeben hat und den er aus wenigen Sekunden Porno Film und aus dem Knarren seines Arbeitsstuhls gemixt und zu einem Endlosband montiert hat, hat in seiner Atemlosigkeit etwas entnervend Bedrohliches. Da gibt es kein Ausweichen, da entsteht das Gefühl des Ausgeliefertseins an eine dumpfe nervenzerreissende endlos wirkende Kraft. Ich habe dabei auch die Assoziation von Dschungelgeräuschen - die Natur hat im Grunde auch diese Gewalt einer Maschine, denken wir an die ewige Wiederkehr von Leben und Tod. Diesem Rhythmus der Natur sind wir unterworfen, wie auch unseren Trieben. Lyssy hat bei seinen Ausstellungen schon immer eine Vorliebe für englische Titel gezeigt so auch dieses Mal. LOVECRYMACHINE nennt er diese Arbeit. Das englische Wort "cry" deckt sehr treffend die Ambivalenz auf, die in dieser Arbeit steckt, wenn wir es übersetzen wollen - es kann das Schreien bedeuten, den Lustschrei in diesem Zusammenhang, aber es kann hier auch das Weinen bedeuten ;über Verluste, über unerfüllte Liebe. (Georg Hoppenstedt)"
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