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Goettinger Stadtinfo Roma - Wohnviertelkonflikte Konflikt
im Wohnviertel Rosenwinkel ? >
Abschiebungen Roma/Ashkalis
Kommentar
goest: Eine Formulierung im goest-Kommentar von 2002 lautete bereits: "Für die Auseinandersetzung zwischen Anwohnern und Roma im Blümchenviertel fehlte ein Gespräch zwischen den beiden Gruppen (soweit notwendig mit Dolmetschern) die ein Verständnis zwischen beiden zum Ziel gehabt hätten. Hauseigentümer die mit sturem Interesse nur auf den "sinkenden Mietwert" ihrer Wohnungen in der Umgebung hinweisen, hätte man ruhig beiseite lassen und dadurch isolieren können.." Konflikt im Wohnviertel "Rosenwinkel"? Anscheinend
gezielte Falschinformation? Der Redaktion wurde eine anonyme Information zugeschickt, die darauf hinweist, dass einige AnwohnerInnen des Rosenwinkels (eine Straße in der Weststadt, parallel zur Pfalz-Grona-Breite an der Leine) gegen die dort wohnenden Roma vorgehen wollen. Bisher konnte für diese Information keine weitere Bestätigung gefunden werden. Da jedoch der Konflikt auch von der "Bürgerversammlung" 2008 her bekannt ist, hat die Information eine gewisse Plausibilität. Nach der uns zugegangenen Information stellt sich der Sachverhalt folgendermaßen dar: Eine namentlich genannte Frau aus dem Rosenwinkel zeichnet demnach verantwortlich für ein in Briefkästen des Viertels verteiltes Flugblatt in dem es heißt: "An alle Bewohner des Rosenwinkel und der angrenzenden Straßen!! " . Darin wird zu einem Gespräch mit VertreterInnen der Stadt und anderen eingeladen. Grundlage sei eine Einladung der Stadt Göttingen für den 13.08.2009 um 17 Uhr in der Pfarrei St. Godehard zu einem Gespräch bezüglich der "Beschwerden über die Bewohner der Häuser Rosenwinkel 62-72." (Wohnblöcke mit Romafamilien) . Die Autorin des Flugblattes bittet "alle Anwohner um rege Teilnahme an dieser Veranstaltung, um endlich wieder Ruhe in diese Gegend einziehen zu lassen." Sie habe sich bereits am 11.6.09 mit einem Schreiben an die Stadt gewandt und auch noch einige Briefe von BewohnerInnen beigefügt, in denen sogar die Abschiebung der Roma gefordert worden sein soll. Seitens der Stadt wurde nun das Gespräch am 13. August angeboten, an dem u.a. VertreterInnen der Stadtverwaltung, der Polizei und des Zolls teilnehmen. Die Initiatorin wurde gebeten, weitere InteressentInnen des Viertels einzuladen. Soweit die uns zugesandte Information. Bei der Nachfrage im Weststadtbüro am 11.8. konnte uns vorerst diese Information nicht bestätigt werden, das Weststadtbüro sei dazu nicht eingeladen und es wäre auch in der am 10.8.09 stattgefundenen Weststadtkonferenz KEIN Thema gewesen. Dies wurde auch von anderer Seite bestätigt. In einer späteren Mitteilung heisst es: "Das Weststadtbüro hat keine Einladung für die von der Stadtverwaltung organisierten Veranstaltung bekommen, sondern wurde durch die Kopie eines Briefes an die Anwohner in Kenntnis gesetzt, dass es "an der Veranstaltung teilnimmt". Es liegen uns daher auch noch keine Informationen vor über die Inhalte der Veranstaltung bzw. vorangegangener Gespräche zwischen Anwohnerinnen und Anwohnern und der Stadtverwaltung." Bei der Recherche vor Ort am 11.8. wurde ein Bewohner der Romahäuser gefragt, ob bekannt sei, dass ein Gespräch mit der Stadt stattfinde. Der ältere Herr wußte von einem solchen Vorhaben nichts. Offensichtlich bleiben die Roma außen vor, wenn die Anwohner ihre Beschwerden der Stadt gegenüber vorbringen.
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Ein Bürgergepräch in der Weststadt drohte abzukippen Fast wäre die Veranstaltung nach rechts abgeglitten. Vor allem der Ruf nach Sicherheit und Ordnung und vor allem die Interessen von HausbesitzerInnen kamen massiv zur Geltung beim BürgerInnengespräch in der Weststadt.
Die
Beschwerden gegen Roma im Rosenwinkel ("wenn da schon die Teppiche draussen
liegen" , "dauernd die Musik bei offenen Fenstern") nahmen breiten
Raum ein. Leute die ihr Haus verkaufen wollen jammerten, dass sie wegen der Lage
im Viertel nur schwer Kaufinteressenten fänden. Zusätzlich wurdedie
Befürchtung geäußert, die Leute aus den Treppchenhäusern
am Maschmühlenweg würden nach Abriss
der Häuser dort ebenfalls in der Weststadt angesiedelt. Dies dementierte
allerdings die anwesende Sozialdezernentin Schlapeit-Beck. (Anmerkung 2009: Die
abbruchreifen Häuser im Maschmühlenweg sind inzwischen geräumt.) Der
zuständige Kontaktbereichsbeamte, den eine Frau aus dem Publikum ungeniert
"Cob" nannte wurde in zahlreichen Wortmeldungen angesprochen um mehr
Hilfe und Unterstützung zu erbitten. Er soll bei Lärm, bei zu schnellem
Fahren, usw. für Ordnung sorgen. Als der Kontaktbereichsbeamte Herr Tornow
jedoch erklärte, dass er auch das Gebiet um die Uni , Weende und Nikolausberg
zu betreuen habe - da beklagte man gemeinsam die mangelhafte personelle Ausstattung
der Polizei.
Resümmee: Die verschiedenen Gruppen der Weststadt sind noch weit voneinander entfernt in einen Dialog zu treten. Vorerst hatten vor allem die Hausbesitzer ihre Interessen lautstark und erregt vorgetragen. Dennoch gab es auch eine ganze Reihe von Anregungen für Verbesserungen in der Weststadt. Die stereotype Anwort von Dezernentin Schlapeit-Beck "Vielen Dank für die Anregung, wir nehmen das mit und prüfen es". Beim Hinausgehen war zu hören wie eine Teilnehmerin zu einer anderen sagte: "Das war doch jetzt wieder nur alles heisse Luft oder?" - Na hoffen wir nicht und vor allem wird die Einrichtung des Bürgergesprächs nicht auf Dauer den Schwerpunkt "interessensvertretung für Hausbesitzer" haben. |