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Goettinger Stadtinfo Tourismus
Göttingen > Links auf touristisch relevante Seiten in GOEST Zum einen ist gerade die Internationale Tourismus Messe in Berlin gewsen, zum zweiten ist am Dienstag den 16.3. die Jahreshauptversammlung des Göttinger Tourismus e.V. und zum dritten hat dessen Geschäftsführerin im Finanzausschuß kürzlich einen Bericht über die Arbeit des Vereins präsentiert. Anlass genug das Thema einmal zu untersuchen. 14.3.2010;
G. Schäfer ; GOEST // Wer besucht Göttingen?
2006 gab es 361.213 Übernachtungen (lt. Statistik Gösis).
2009 läßt sich ein leichter Rückgang auf 343.990 erkennen. Von
den Übernachtungen 2009 waren 289.000 Deutsche, 5.797 Dänen, 4.565 Schweden,
4.474 US-AmerikanerInnen , 4.355 SchweizInnen. Aus Asien (Japan und "sonstiges
Asien") kamen insgesamt 7.270 . Dänemark und Schweden sind wohl deshalb so
zahlreich mit Übernachtungen vertreten, weil Göttingen an der Autobahn
in den Süden liegt. Bei den Schweden war neuerlich übrigens ein Rückgang
zu verzeichnen und manch einer kommt auf die Idee, den Grund dafür in der
Schallschutzmauer an der Autobahn zu sehen, die den Blick auf Göttingen versperrt.
Arbeitsplätze im Tourismus Mit dem Tourismusgeschäft im Umfang von 283 Mio Euro verdienten im Jahr 2000 6.700 Personen "ihren Lebensunterhalt" . 2005 waren es bei 303 Mio Euro 8.290 Personen. Daraus lässt sich ein durchschnittlicher Jahres-Verdienst von 4.223 Euro pro Beschäftigten im Jahr 2000 ableiten. Dieser Durchschnitts-Jahresverdienst ist im Jahr 2005 demnach 3.655 gesunken. Vermutlich ist dies auf eine Zunahme der Teilzeitarbeit oder Minijobs zurückzuführen. Zum Lebensunterhalt jedenfalls kann ein solches Durchschnittsgehalt nicht ausreichen. Tourismus e.V. Göttingen
Der Goe-Tourismus e.V. hat 239 Mitglieder, die aber nur mit 2 % zur Finanzierung
des Vereins beitragen. Der Rest des 576.850 Euro umfassenden Haushaltes wird von
der Stadt und vom Landkreis getragen. Dieser Haushalt teilt sich folgendermaßen
auf: Marketing 100.000 € (17 %), Geschäftskosten 16 %, Waren 22 %, Personal
45 % : MitarbeiterInnen - 4 Teilzeit, 4 Vollzeit, 1 befristete Vollzeit, 1 Aushilfe.
Mit diesem Personal wird u.a. auch das Tourismus-Infobüro im Alten Rathaus
betrieben. An Wochenenden (Fr.-So.) wurde eine Besucherzählung im Tourismus-Infobüro
durchgeführt: im Jahr 2009 fragten insgesamt 28.457 BesucherInnen die Dienstleistungen
des Büros nach. Die Marketingaktivitäten des Göttinger Tourismus e.V. haben einen deutlichen Schwerpunkt im skandinavischen Raum (Dänemark, Schweden) . Insbesondere für die Schweden wird systematisch mit Schifffahrtslinien bei der Werbung kooperiert. Innerhalb Göttingens kooperiert der Tourismus e.V. natürlich mit der Gastronomie, Hotels sowie ProCity e.V./Einzelhandelsverband. Zusammen mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises versucht der Tourismus e.V. den "Tagungs und Kongressstandort Göttingen" zu bewerben bzw. eine Messe-, Kongress und Tagungsregion zu propagieren. Das läuft unter dem Label "Messe Inventives Congress Events MICE" http://www.made-in-goettingen.de/ . Die Bedienung des teueren Tourismus-Segmentes wird in den Werbebroschüren illustriert durch Bilder von Golfspielern , Gräflichen Landbesitz Hardenberg und Freizeit Inn z.B: auf der Titelseite der Homepage. Man will sich eben auf das Tagungs- und Kongressgeschäft konzentrieren. Folgender Text in einer der Hochglanzbroschüren vermittelt dazu den passenden Eindruck: "Ein besonderes Event oder ein stilvolles Ambiente für eine Gala? Ob Benefiz-Veranstaltung mit großem Orchester, Open-Air-Festival im Schlosspark des gräflichen Landsitzes Hardenberg oder Event mit orientalischem Flair: außergewöhnliche Orte und Konzepte sorgen dafür, dass Ihre Veranstaltung in positiver Erinnerung bleibt. Unsere maßgeschneiderten Angebote haben so prominente Kunden wie die Bertelsmann AG, BMW, BMBF und Peugeot Deutschland überzeugt." Kritik/Kommentar Dies
alles zeigt, dass man die Außendarstellung der Stadt keinesfalls den ökonomie-gesteuerten
Institutionen allein überlassen darf, sonst wird das ganze Geld in die Prioritäten
einer Tagungs- und Kongresskultur gesteckt. Und wenn schon Tagungen, warum wird
nicht auch ein wenig Marketing für die breite Alternativkultur Göttingens
gemacht. Vielleicht würden dann auch Tagungsmöglichkeiten im unteren
Preissegment geschaffen und die weniger protzigen Locations könnten von der
Arbeit einer städtischen Tourismusförderung profitieren. |