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Wege ohne Gewalt / WoGe e.V.

Wege ohne Gewalt Göttingen e.V. Groner-Tor-Straße 16 37073 Göttingen
Tel.: 0551 – 250 87 99 kurse@woge-goettingen.de
www.woge-goettingen.de
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>> Frauennotruf
>> BundesAG "Täterarbeit Häusliche Gewalt"

Erst sitzen viele mit verschränkten Armen in der Gruppe wissen nicht was sie da sollen und sind völlig verschlossen. Nach und nach lernen sie, wenn sie anderen zuhören, die schon länger dabei sind, auch selbst zu reden. Im Laufe des Gruppenprozesses äußert fast jeder irgendwann in irgendeiner Form Scham über das was er getan hat. Sie werden damit konfrontiert, dass sie ihre Geschichte vollständig und ohne Beschönigungen erzählen und Verantwortung dafür übernehmen. Mit Hilfe der pädagogischen Begleitung lernen sie, wie es möglich ist, Konflikte in Beziehungen gewaltfrei zu lösen. (Schilderung der Teamer)

"Wege ohne Gewalt" WoGe e.V. - der Name ist Programm. Männern, die Gewalt in Beziehungen angewandt haben soll ein anderer Weg aufgezeigt werden. Mit Gesprächen in Gruppensitzungen soll ihnen ein Weg aus dem "Gewaltkreislauf" aufgezeigt werden. Die Erkenntnis, daß Haftstrafen keine Verhaltensänderungen bei "Gewalt in Beziehungen" , "Häuslicher Gewalt" etc. erreichen, dürfte Ausgangspunkt für die Gründungen von zusätzlichen Hilfsangeboten für Täter gewesen sein.

Was ist "Täterarbeit"?

"Täterarbeit ist ein Unterstützungs- und Beratungsangebot zur Verhaltensänderung für in Partnerschaften gewalttätige Männer. Es handelt sich um ein zeitlich begrenztes kognitiv verhaltensorientiertes Programm, das gewaltzentriert und konfrontativ arbeitet. Kernziel ist die Beendigung von gewalttätigem Verhalten. Täterarbeit ist keine Psychotherapie. Die Ausübung häuslicher Gewalt ist Ausdruck erlernter Denk- und Verhaltensweisen und in der Regel nicht auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen.

Die Zielgruppe sind erwachsene Männer, die gegenüber ihrer (Ex-)Partnerin gewalttätig geworden sind. Es wird sowohl mit Selbstmeldern, institutionell vermittelten und durch die Justiz zugewiesenen Männern gearbeitet. Täterarbeit findet in Kooperation und Vernetzung mit Institutionen statt, die in ihrem professionellen Handeln mit häuslicher Gewalt befasst sind (u.a. Justiz, Polizei, Frauenunterstützung, Kinder- und Jugendhilfe). Sie ist Bestandteil der Interventionskette gegen häusliche Gewalt."

(Zit.: Standards BAG Täterarbeit)

Bislang beschränkt sich die Zielgruppe a) auf Männer ab dem 18 Lebensjahr, b) auf Gewaltanwendung in Partnerschaften. 2006 waren im Landgerichtsbezirk Göttingen 1100 Fälle häuslicher Gewalt bekannt geworden. 2007 wurden im Vergleich zu dieser Grundgesamtheit relativ wenige, nämlich insgesamt 27 Erstgespräche geführt, was jedoch vor allem auch auf die begrenzten Kapazitäten des Vereins zurückzuführen ist. 2009 gab es 45 Kontaktaufnahmen, davon brachen 12 Teilnehmer das Training ab und 3 wurden ausgeschlossen.


Gruppen-Gesprächs-Raum

Die Männer kommen meistens nicht aus eigenem Antrieb, sondern werden von der Amts- u. Staatsanwaltschaften, Straf- und Familiengerichten, über Zuweisungen als Bewährungsauflagen usw. zu einer Kontaktaufnahme mit dem Verein aufgefordert. Insofern ist der Verein eine Einrichtung im Umfeld der Justiz, dennoch aber nicht direkter Bestandteil, sondern ein neuer Weg Verhaltensänderungen von gewalttätigen Männern zu erreichen. Die Trennungslinie zur Justiz erlaubt es Angehörigen der Justiz z.B. nicht, im Vorstand des Vereins tätig zu werden.
Gleichwohl gibt es auch Männer, bei denen die Partnerin zu einer Kontaktaufnahme drängt oder der Betreffende selbst erkannt hat, daß er etwas gegen seine Neigung zur Gewaltanwendung tun muß. Evtl. kommen sie auch auf Vermittlung von Opferberatung, Beratungsstelle, TherapeutInnen..)

Wenn nun ein Fall von Gewaltanwendung bekannt wird und die Aufforderung zur Teilnahme an einem Trainingskurs ergeht, dann wird seitens des Vereins nur eine Mitteilung an die Staatsanwaltschaft gegeben, dass der Betreffende Kontakt aufgenommen hat, dass er regelmäßig teilgenommen und am Ende mit Erfolg abgeschlossen hat, ohne irgendwelche weiteren Bewertungen oder Informationen zu liefern. Gegebenenfalls wird gemeldet, daß der Betreffende das Training abgebrochen hat oder ausgeschlossen wurde. Wenn Männer freiwillig von sich aus bei WoGe vorstellig werden, entfällt jegliche Meldung an Behörden.

Teilnehmer, die während des Trainingskurses gewalttätig werden, werden vom weiteren Training ausgeschlossen. Beim Erstkontakt ist zu klären, inwieweit die Täter für ein Gruppentraining geeignet sind. Bei Alkoholkranken und anderen Drogenabhängigen haben Versuche zur Verhaltensänderung weniger Chancen auf Erfolg. In aller Regel muß hier erst einmal ein Entzug vorgeschlagen werden. Bei dem Verdacht auf psychische Erkrankungen muß ebenfalls ein anderer Weg eingeschlagen werden. Woge betont ausdrücklich "Die Kurse stellen keine Heilbehandlung dar!"


A. Hartig (Vorstand Woge), T. Scheskat (Vorsitz. Woge), H. Volle (Teamerin), Dr. P Nordhoff (Teamer), E. Ossenberg und D. Freudenberg (Gründungsmitglieder)

Nach einer Aufnahme in das Verhaltenstrainig werden die Teilnehmer für 20 Sitzungen á 2,5 Stunden in eine fortlaufende Gruppe mit maximal 8 Personen aufgenommen. Wenn jemand vom Gericht eine Auflage bekommen hat, an einem Training teilzunehmen kann die Weigerung evtl. dazu führen, dass stattdessen ein Verfahren gegen ihn eröffnet wird

Entscheidungsfreiheit der Therapie? An diesem Punkt stellte sich die Frage, wie es zu bewerten sei, wenn ein Zugewiesener argumentiert, er sei durchaus an einer Verhaltensänderung interessiert, möchte aber nicht in einem Gruppentraining teilnehmen, sondern stattdessen eine individuelle Therapie beginnen. Seitens des Vereins hieß es hierauf, dass eine solche Haltung als Verweigerung gemeldet würde. Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass Einzeltherapie keinen Erfolg bei Verhaltensänderungen der Gewalttäter habe. Andererseits und in offensichtlichem Widerspruch zu dieser Aussage stand die Mitteilung, dass bei bestimmten Personen (als Beispiel wurde "Polizist" genannt) ein Training in der Gruppe nicht möglich sei, da diese Personen in der Öffentlichkeit stünden. Ansonsten werden Einzlenberatungen gegeben bei "eingeschränktem Sparchverständnis" (unzureichende Kenntnis der deutschen Sprache), "besondere Arbeitszeiten", "besondere persönliche Belastungen".

 

Aufnahme von WoGe in den Paritätischen Wohlfahrtsverband

(Pressemitteilung Paritätischer Juni 2010) Wege ohne Gewalt Göttingen e.V. bietet als einziger Verein in Südniedersachsen eine transparente und standardisierte Täterarbeit im Kontext häuslicher Gewalt an. Im dritten Jahr des Bestehens werden die Gruppenkurse, Einzel- und Paarberatungen in neuerdings eigenen Räumlichkeiten in der Groner Tor Str. 16, Göttingen, durchgeführt. Die Arbeit mit dem (potentiellen) Täter zielt dabei auf gewaltfreie Einstellungs- und Verhaltensänderungen ab und bildet eine wichtige Ergänzung zur unerlässlichen strafrechtlichen Verfolgung sowie den bestehenden Maßnahmen zu Opferschutz, Familien- und Jugendhilfe. Gemessen an der Anzahl der Erstkontakte fanden allein im letzten Jahr 45 Teilnehmer(in 2007 / 08 entsprechend 27 und 36) den Weg zu dem neuen Angebot, das bei WoGe e.V. in Göttingen in Anspruch genommen werden kann. Rückfälle nach Teilnahme wurden seitens der Staatsanwaltschaft Göttingen bisher nicht gemeldet, wobei es noch keine Erkenntnisse zur Dunkelziffer gibt. Die steigende Nachfrage der Beratungsangebote zeigt neben dem Bedarf, dass sich WoGe Göttingen fest mit seiner Arbeit im überregionalen Netzwerk gegen häusliche Gewalt etabliert hat.
Diese Arbeit findet gleichsam Ausdruck und Anerkennung durch die Aufnahme des Vereins in den Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V., dem größten Dachverband sozialer Verbände und Initiativen mit mehr als 800 Mitgliedsorganisationen allein in Niedersachsen. In Göttingen ergänzt WoGe e.V. das Spektrum der ca. 100 Mitgliedsorganisationen in idealer Weise: neben dem Verein "Kontakt in Krisen" mit seiner Anlaufstelle für Straffälliggewordene einerseits und Einrichtungen wie Frauen-Notruf, Frauen-Haus und Therapeutische Frauenberatung, aber z.B. auch das Göttinger Mediationsprojekt oder die Opferhilfe-Organisation "Weißer Ring" um nur die wichtigsten Partnerorganisationen zu nennen, sind nun unter dem Dach des Paritätischen alle Kooperationen denkbar, die von Gewalt betroffene Frauen Hilfe und Beistand anbieten, therapeutische und pädagogische Maßnahmen mit den Opfern - natürlich nicht n u r Frauen und nun auch mit (potentiellen) Tätern anbieten. In diesem Verbund wird somit auch vorbeugend sensibilisiert und/oder das Risiko erneuter Gewaltbereitschaft bzw. weiterer Gewalttaten minimiert. Dabei arbeiten alle Organisationen - unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte und des Datenschutzes - jeweils punktuell in Präventionsprojekten und in ihren Hilfeangeboten - auch im Zusammenhang mit dem Gewaltschutzgesetz - mit der Polizei, den Justizbehörden und den Kommunen zusammen. ##


Kleiner Umtrunk anläßlich der Aufnahme von Woge e.V. in den Paritätischen. Am Donnerstag, den 10.Juni 2010 hat der Beirat und die Geschäftsführung des Paritätischen Göttingen dem Verein Woge in einer kleinen Feierstunde die Aufnahmeurkunde überreicht .

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