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Alexanderpreis

Was ist das, der "Alexanderpreis"?

17.2.09 / Wolfgang Alexander (Alex) , war Redakteur der "Göttinger Monatsblätter" die 1974 bis 1984 als Beilage der hiesigen Monopolzeitung erschienen. Kurz vor seinem Tod 1988 hinterließ er sein Vermögen einer Stiftung. Als Stiftungszweck wurde von ihm festgelegt, dass jährlich eine journalistische Arbeit durch einen Preis ausgezeichnet wird, die "vergessene und bisher übersehene Themen" aufgreift.

Das Kuratorium der Stiftung besteht aus dessen Vorsitzenden Jens Wortmann (der Dr. Ilse-Marie Leaver ablöste, die aus Altersgründen ausschied), Hermann Kurre (Schatzmeister), Dr. Achim Block (Beirat) . Die Auswahl der PreisträgerInnen erfolgte durch die Jury bestehend aus: Dr. Achim Block (Beirat), Ulla Borchard (Göttingen), Hermann Kurre, Dr. Ilse Marie Leaver (Ehrenmitglied des Kuratoriums), Heinz Peter Lohse (Braunschweiger Zeitung), Gabriele Sümer (Journalistenbüro Kassel), Jens Wortmann. Mehr über den Alexanderpreis auf der >>Homepage der Alexanderstiftung.

von links: Gabriele Sümer, Ulla Borchard,Hermann Kurle und Dr. Ilse Marie Leaver

Festvortrag Johannson - Medienvielfalt oder Ein-Zeitungskreis in Göttingen?

Am 14.2. wurden im Keller-Bistro des Deutschen Theaters wieder einmal mehrere Alexanderpreise vergeben. Die Festrede vor den ca. 60 geladenen Gästen hielt Detlef Johannson, ehemaliger Redakteur" des Göttinger Tageblattes und jetzt Leiter des Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Göttingen. Johannson verwand einige Zeit darauf, die Existenz von Medienvielfalt in Göttingen zu belegen. Zu diesem Zweck verwies er u.a. auf die Anzeigenblätter "Blick" (ebenfalls Madsack wie GT), Extra Tip , auf die Kundenzeitungen der Stadtwerke, der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH, auf Trends&Fun, Magazin37, diggla, "Mensa Spezial des Studentenwerks, usw. (falls es jemanden interessiert: goest.de wurde nicht erwähnt). Schließlich meint er dann: "Aufgeräumt haben wir damit ein für allemal mit den publizistischen Endzeitvisionen vom Ein-Zeitungs-Kreis."

Schaut man sich die Liste der PreisträgerInnen der vergangenen Jahre an, stellt man fest, dass einige JournalistInnen mehrfach, z.T. viermal mit dem Alexanderpreis versehen wurden. Und zum zweiten, dass von diesen mehrfach ausgewählten JournalistInnen 5 beim Göttinger Tageblatt arbeiten. (Jürgen Gückel 3x, Michael Schäfer 4x, Jörn Barke 4x, Ilse Stein 3x, Matthias Heinzel 2x) . Die von Johannson behauptete Medienauswahl scheint dann doch nicht so groß zu sein, zumindest spiegelt sie sich nicht in der Auswahl der PreisträgerInnen wieder. Auch dieses Jahr erhielt mit Jürgen Gückel wiederum ein GT-Redakteur einen der Preise. Woraufhin Jens Wortmann bei der Preisübergabe auch meinte "Ich glaube das kommt Ihnen bekannt vor".

Umso mehr freut uns, dass diesmal mit Friederike Rüll auch eine von uns geschätzte Kollegin bei der Preisverleihung berücksichtigt wurde. Sie erhielt den Preis für ihren Artikel "Die Generation Bologna - Nach der Reform - wie und wovon die Studenten heute leben. Darin zeigt sie die von offizieller Seite verdrängte Realität, dass die Studierenden unter den neuen Bedingungen zwischen Leistungsdruck und Jobben in existenzielle Nöte geraten.


Friederike Rüll


Friederike Rüll bei der Preisübergabe im DT-Bistro am 14.2.09

Pressemitteilung der Alexanderstiftung
Am 14. Februar 2009 Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten Katharina Geffers (Gesang) und Malin Sauer (Klavier). Beide hatten vor kurzem den Regionalentscheid "Jugend musiziert" gewonnen. Die Feierstunde begann mit einem Vortrag von Detlef Johannson, langjähriger Redakteur beim Göttinger Tageblatt und nun Pressesprecher der Stadt Göttingen. Er verglich die Göttinger Medienlandschaft, die Wolfgang Alexander kannte, mit der von heute und ging ausführlich auf die Veränderungen ein. Für die diesjährige Preisauslobung gab es rekordverdächtig viele Einsendungen und Vorschläge. Und es gab rekordverdächtig viele Personen, die mit dem Alexanderpreis ausgezeichnet wurden: Gleich vier Jugendliche erhielten den Sonderpreis der Alexanderstiftung für ihren Zeitzeugen-Bericht um den 9. November 1938. Mira Frickemeier und Philipp Sinapius nahmen den Preis stellvertretend für alle Autoren dieses Projektes entgegen. Gleich zweimal wurde der vierte Preis vergeben: An Jürgen Gückel für den Text "Spätes Bekenntnis eines Denkmalstürmers" (erschienen im Göttinger Tageblatt) und an das Autoren-Duo Wolfgang Rackow und Thomas Steinbüchel für den Text "Fledermäuse unterm Dach" (erschienen im Northeimer Jahrbuch) Der dritte Preis wurde Klaus Herrmann verliehen. Er schrieb in der Braunschweiger Zeitung über das Thema "Braunschweiger Waffen". Die Göttinger Journalistin Friederike Rüll hat sich im "Stadtmagazin 37" um das Thema "Bologna-Generation" bemüht. Für ihren Text über die Veränderungen in den Hochschulen bekam sie den zweiten Preis. Als Siegerin wurde Stefanie Waske ausgezeichnet. Sie ging in ihrem Text der Frage nach "Warum verschwand der Abgeordnete Wenzel?" Der Text erschien in der Braunschweiger Zeitung. Alle prämierten Texte sowie die Laudationes und alle weiteren Informationen über die Stiftung sind online unter www.alexanderstiftung.de nachzulesen.

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Mit dem 1. Preis wurde Stefanie Waske ausgezeichnet.

Sie ging in ihrem Text der Frage nach "Warum verschwand der Abgeordnete Wenzel?" Der Text erschien in der Braunschweiger Zeitung.

Es ging hier nicht um Stefan Wenzel, der ist nicht verschwunden, sondern um den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordenten Fritz Wenzel, der sich als "charismatischer Redner" u.a. als als Präsident der Deutschen Friedensgesellschaft DFG betätigte . Er verschwand 1964 und wurde von der Bildzeitung als Ostspion diffamiert. Letzteres konnte Stefanie Waske u.a. mit ihrer Recherche widerlegen.

Pressemitteilung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
"Göttingen Schülerpreis der Göttinger Alexanderstiftung 2009 für ein Jugendprojekt der christlich-jüdischen Gesellschaft . Der im letzten Jahr erstmals verliehene Sonderpreis für Schülerarbeiten der Göttinger Alexanderstiftung geht dieses Jahr an ein Jugendprojekt der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen. Gemäß Satzung sollen die Beiträge vergessenen oder vernachlässigten Themen aus der Geschichte Göttingens gewidmet sein. Eine Gruppe Jugendlicher aus der Evangelisch-Reformierten Gemeinde hatte Berichte von Augenzeugen recherchiert, die zum Zeitpunkt der Pogromnacht in Göttingen am 9. November 1938 selbst Jugendliche gewesen waren.
Diese biografischen Interviews wurden im Vorstand der christlich-jüdischen Gesellschaft betreut, ihre Ergebnisse von Pastor Christoph Rehbein und Vorstandsvorsitzender Bettina Kratz-Ritter ausgewertet und dokumentiert. Unter dem Titel "Der 9. November 1938 in Göttingen - 70 Jahre danach. Ein Zeitzeugen-Projekt mit Jugendlichen" erschienen sie als Heft 5 in der Schriftenreihe der Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Die Feierstunde mit Preisverleihung fand am 14. Februar im Deutschen Theater Göttingen statt. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einem Geldpreis. Diesen wollen die Jugendlichen für den renovierten Jugendkeller ihrer Gemeinde spenden." (Frau Kratz-Ritter selbst hat den Alexanderpreis übrigens auch schon 3x erhalten)

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Jens Wortmann übergibt den Sonderpreis der Alexanderstiftung für einen Zeitzeugen-Bericht um den 9. November 1938 an Mira Frickemeier und Philipp Sinapius (stellvertretend für die gesamte Gruppe der Jugendlichen die mitgearbeitet hatten.)

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