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Bürger*innen-Asyl Göttingen

19.11.17 / Seitens der Bundesregierung wurde die merkwürdige Entscheidung getroffen, Afghanistan als „sicheres Herkunftsland“ einzustufen um anschliessend die aus Afghanistan geflüchteten Menschen wieder dorthin zurückschicken zu können. Gegen diese äußerst fragwürdige Praxis regte sich aus humanitären Gründen Widerstand. 1800 Menschen konnten im Kirchenasyl vor der Abschiebung bewahrt werden.
Darüber hinaus entstanden 2017 Initiativen für „Bürger*asyle“ .  Aktivist*innen „ aus Hanau waren bundesweit die ersten, die mit dem Hanauer Appell speziell für Afghanische Geflüchtete an die Öffentlichkeit gegangen sind. Ihrer Initiative haben sich im Rhein-Main-Gebiet inzwischen weitere Städte angeschlossen.“ Aus dem Netzwerk der Solidarity-Citiy ist die Göttinger Initiative BürgerInnenasyl erwachsen. Auf der Seite der Göttinger Initiative buerger-innen-asyl-goettingen wird dazu aufgerufen:

-- sich zivilgesellschaftlich an die Seite der Kirchengemeinden zu stellen, die Kirchenasyl anbieten

-- mit Engagement, Geld, Wohnung oder Zeit Bürger*asyle für Geflüchtete zu unterstützen

-- Flüchtlinge vorübergehend in Bürger*asylen aufzunehmen

-- Stadt und Landkreis werden aufgeforder diese Schutzräume zu respektieren

 

Termine:

Dienstag 21.11.17 B*Asyl-Treffen in den Räumen des IfaK,  Am Leinekanal 4, Eingang B um 19:30 Uhr buerger-innen-asyl-goettingen.termine

Freitag, 24.11.17, 19:30, Literarisches Zentrum, Düstere Str. 20, Veranstaltung mit Albert Scherr (Prof. Soz., Freiburg, Rat für Migration) „Da in Freiburg bereits ein Bürger*asyl durchgeführt wurde, treffen wir an diesem Abend auf politischen Sachverstand und Erfahrungswissen gleichzeitig“. Eintritt frei

Mittwoch, 6.12.17, 19:30, OM10, Ober Masch Str. 10, Veranstaltung mit 3 KollegInnen vom Bürgerasylen in Hanau, Frankfurt und Darmstadt und Claire Deery (RA‘in Göttingen) Mit ihnen wollen wir an diesem Abend über praktisch Fragen des Bürger*asyls und Bausteine in der Kampagnenarbeit sprechen. Die Rechtsqanwältin Claire Deery wird uns an diesem Abend zudem in rechtlichen Fragen zur Verfügung stehen. Eintritt frei

 

CDU. FDP und FAZ in Hessen regen sich gegen Bürger*innen-Asyl auf,

Frankfurter Rundschau vom 7.8.17: "Aktivisten des „Bürgerasyls“, die abgelehnte Asylbewerber bei sich zu Hause verstecken, müssen mit Strafen rechnen. Das hat der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) jetzt klargestellt. Strafbar machten sich sowohl die Flüchtlinge, die sich ihrer Ausreise entzögen, als auch diejenigen, die ihnen „Unterkunft und Nahrung“ gewähren, schrieb Beuth in seiner Antwort auf Fragen der FDP. Letztere könnten wegen Beihilfe belangt werden.„Personen, die dazu aufrufen, solche Straftaten zu begehen, können sich wiederum wegen Anstiftung bzw. wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten strafbar machen“, heißt es in der Antwort des Ministers. Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich, der die Fragen gestellt hatte, zeigte sich zufrieden. „Ich nehme zur Kenntnis, dass der Innenminister die Rechtslage genau so einschätzt wie wir“, sagte er."

 Manfred Köhler in der FAZ vom 7.9.17
 „Wenn hingegen Initiativen in der Region ein eigenes „Bürgerasyl“ gewähren und dies mit Verweis auf den angeblich notwendigen „zivilen Ungehorsam“ gegen die Asylpraxis noch adeln wollen, so bemänteln sie bloß geschickt den Aufruf zum Rechtsbruch. Das Wort vom „Bürgerasyl“ ist im Grunde eine Boshaftigkeit, weil es unterstellt, die Bundesrepublik sei eine Art fremde Macht, gegen die Widerstand zu leisten sei; der Aufruf zu „zivilem Ungehorsam“ wiederum stellt private Maßstäbe dessen, was als gut oder schlecht empfunden wird, salopp über den Rechtsstaat.“