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Jacobikirche

Weitere Bilder:
> Blick vom Jacobikirchturm
> Regenwasser-Speier
> Jacobi Orgelpfeifen

Bild rechts: Blick auf den Turm von der Weender Straße und vom Kornmarkt aus.

Ausstellung mit Bildern, Collagen und Objekten zum Thema St. Jacobi Göttingen in der Musa Februar 2005

Musik in Jacobi:
 Kontakt: Kantorei St. Jacobi Kantor Stefan Kordes Jacobikirchhof 2 37073 Göttingen Fon: 0551/46138 Fax: 0551/4886829 www.jacobikirche.de     www.jacobikantorei.de

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Blick in den Hauptraum zum Altar

 

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Bild oben: Decke der Überdachung vor der Haupteingangstür

Bild rechts: Tor im Seiteneingang

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Links: Aufnahme von der Jüdenstraße aus, rechts: Hauptschiff-Decke

 

Notizbuch der Kirchenbaumeister von St. Jacobi aus dem 15. Jahrhundert

PM Universität 29.10.13/ (gekürzt)
Wissenschaftler der Universität Göttingen dokumentieren das Kopial- und Rechnungsbuch des Turmbaus aus dem 15. Jahrhundert, eine einzigartige Quelle der norddeutschen Kirchen- und Architekturgeschichte. Gleichzeitig enthält es den ersten Beleg für die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Göttingen. Die ältesten Eintragungen im Buch stammen aus dem Jahr 1418 und beziehen sich auf den geplanten Turmbau. Es handelt sich dabei um Rentenbriefe und Verfügungen zugunsten des Bauprojekts aus dem Zeitraum von 1416 bis 1536. Diese Aufzeichnungen wurden nach 1460 zum heutigen Kodex zusammengebunden und erst dadurch systematisiert – ein durchaus typisches Vorgehen für ein solches Langzeitprojekt in der damaligen Zeit. Erst der enorme organisatorische und finanzielle Aufwand, den der Turmbau für die auf sich allein gestellte Gemeinde bedeutete, führte zur Notwendigkeit, die rechtlichen und finanziellen Grundlagen – Baumeistervertrag, Rechnungen, Stiftungen und Testamente – auch schriftlich niederzulegen.
Weitere Aufzeichnungen dokumentieren beispielsweise die Einstellung eines Organisten, die Anschaffung von Messgeräten und Messgewändern oder die Anfertigung eines Uhrwerks. Den größten Umfang haben die für Göttingen einzigartigen Rechnungen über den Turmbau. Angefangen vom Einstellungsvertrag des leitenden Baumeisters Hans Rutenstein über die Einrichtung der Bauhütte bis zur Beschaffung der Baumaterialien ergeben sich tiefe Einblicke in die Organisation und den Verlauf des Turmbaus sowie über die damaligen Löhne und Preise. Zwischen 1426 und 1432 ist der Baufortschritt besonders gut dokumentiert. Das Buch enthält auch einen Bericht über die Zerstörung des Kirchturms durch Blitzschlag im Jahr 1556. Darüber hinaus finden sich dort Informationen über Immobiliengeschäfte der Gemeinde, die eine Kartierung der ihr übertragenen Häuser und Grundstücke erlauben.
Als die verschiedenen Lagen in der heutigen Anordnung des Kopialbuches zusammengebunden wurden, zog man zur Verstärkung zwei Pergamentstreifen von je zwölf mal zwölf Zentimeter aus einer hebräischen Bibel in den Rücken der Handschrift ein. Bei diesen Pergamentstreifen handelt es sich um die einzigen originalen Relikte aus dem Besitz der spätmittelalterlichen jüdischen Gemeinde Göttingens. Die Streifen wurden inzwischen abgelöst und werden derzeit separat im Stadtarchiv aufbewahrt.
Die Synagoge der jüdischen Gemeinde lag im Bereich Jüdenstraße/Speckstraße, also ebenfalls am Rande des „Herrschaftsviertels“ und damit direkt unter dem Schutz des Stadt- und Landesherrn. Im Jahr 1370 ging die Schutzhoheit über die Juden an den Rat der Stadt über. Dieser verfolgte eine restriktive Aufnahmepolitik: Die zeitlich befristeten Aufenthaltsgenehmigungen wurden ausnahmslos nicht verlängert, und so endete die Geschichte der Göttinger Judengemeinde im Jahr 1460. Offenbar mussten die letzten jüdischen Familien einen Teil des Synagogeninventars zurücklassen. Reste hiervon wurden für das Binden des Kopialbuches verwendet.


Foto (Ausschnitt): Universität Göttingen

Prof. Dr. Arnd Reitemeier Georg-August-Universität Göttingen Philosophische Fakultät – Institut für Historische Landesforschung Heinrich-Düker-Weg, 37073 Göttingen

 

Kurios: Wetterfahne vom Kirchturm geklaut / November 2009

Nachdem der gesamte Kirchturm zum Zwecke der Renovierung mit einem Gerüst umhüllt worden war verschwand auf einmal die Wetterfahne, die durch einen vergoldeten Überzug nicht nur idellen Wert besitzt. Einige Tage später bekamen die Täter wohl Gewissensbisse. Während die Empörung in der Öffentlichkeit wuchst, stellten die Täter das Teil heimlich bei der Marienkirche ab. Am Tag als die Wetterfahne gerade wieder heimisches Territorium am Gemeindehaus der Jakobikirche erreichte, entstand das Foto .