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Lumière


>> Programmübersicht auf der Lumière-Homepage

Das Lumière ist ein kommunal gefördertes Kino , das betrieben wird von der Film- und Kinoinitiative Göttingen e.V. (FKI) , Geismarlandstraße 19, info@lumiere.de , Tel.: 484523


Foto: Eingang Lumière (Treppe)

Details/ Kritiken zu verschiedenen Filmen

Inge M - Zumutungen der Erwerbsarbeit
Willkommen Zuhause
Picco: Strafvollzugssystem, das scheitert

Filmreihe »ueber Mut« Aktion Mensch
-- "Teenage Response" ,Jugendliche
--"Eine flexible Frau" 40jährige, Erwachsene
-- "Die Zeit ihres Lebens", Alte

Die Unwertigen / Dokumentarfilm

"ueber morgen" - Utopien, Träume

8 Wonderland
Wasser und Seife
Neuland Denken
Publikumspreisträger ONCE

Filmfestival "ueber morgen"
Film und Kino Initiative FKI

Grand Budapest Hotel
USA 2013, 100 Min., OmU und DF Regie: Wes Anderson D.
Mr. Moustafa ist alt, reich und Besitzer des einstmals legendären "Grand Budapest Hotel". In einem Gespräch mit einem Gast erinnert sich Moustafa an die Zeit, als das nun heruntergekommene Hotel in voller Blüte stand und er als Lobby-Boy das Hotelgewerbe von der Pike auf lernte, immer unter den strengen und väterlichen Augen des Chef-Conciergen Monsieur Gustave. Als die reiche Madame D., um die sich Gustave mit intimer Liebenswürdigkeit gekümmert hat, stirbt, hinterlässt sie Gustave ein wertvolles Gemälde. Doch die Erben der Madame D. haben etwas gegen die Großzügigkeit der Verstorbenen und wollen das Gemälde mit aller Gewalt behalten. Bald schon wird Gustave des Mordes an Madame D. verdächtigt. Eine wilde Flucht beginnt.

 

Der deutsche Freund / Mißverständnis eines Ankündigungstextes

Der Ankündigungstext im Newsletter des Lumière zum Film "Der deutsche Freund" hat uns über einen Satz stolpern lassen, der uns anstachelte, das offensichtlich Unverständnis und Mißverständnis des Autors (zugegeben etwas bissig) zu kommentieren.

In der Ankündigung zum Film des Lumière ("Kino Lumiere Newsletter") steht zu Beginn "Alles Private ist politisch", so lautete einer der verhängnisvollsten Slogans der 68er-Bewegung. Und doch gab es in studentenbewegten Zeiten echte, tiefer gehende Liebesgeschichten, die sich nicht in ideologische Schubladen pressen ließen."
Diese im Newsletter des Lumière verschickte Filmkritik hat den Satz aus der >>Filmkritik von Peter Gutting auf kinozeit.de übernommen. Mit dieser Bemerkung hat der Autor vor allem sein tiefes Unverständnis bewiesen. "Verhängnisvoll" findet er den Satz, weil er "Politik" offensichtlich als etwas sieht, was auf Partei, Parlament und Medien begrenzt ist, was in Form von "Ideologie" dem Menschen als Äußerliches aufgedrückt wird und wovor er sich schützen muß indem er sein Privates von Politik fernhält. Der Autor hat möglicherweise keine Vorstellung davon, dass die Folgen politischer Entscheidungen, dass das Gesellschaftliche immer auch Wirkungen auf das Private hat; dass die alltäglichen Umstände in denen wir leben, die uns prägen, die Folgen politischer Entscheidungen sind und mit ihren Auswirkungen in die Poren des persönlichen Lebens eindringen. Ebenso liegt es anscheinend außerhalb der Vorstellungswelt des Autors, dass umgekehrt jede Betätigung oder Situation des Individuums im Privaten eine Wirkung nach außen hat, auch wenn dies erst über mehrere Stufen nach außen dringt. Nehmen wir nur die Folgen unterschiedlicher Erziehung die ängstliche, autoritätshörige, verkrampfte Menschen oder selbstbewußte, offenherzige, liebesfähige Menschen hervorbringen kann. Vielleicht sollte Peter Gutting für sich noch einmal die Filme von Godard (Masculin-Feminin) und Jean Eustache (Die Mama und die Hure) aus der Zeit der Studentenbewegung rezensieren um damit sein Mißverständnis zu vervollkommenen oder besser noch es aufzulösen.

Zum Inhalt des Films "Der Deutsche Freund"
"Buenos Aires in den Fünfziger Jahren: In den Vororten der Metropole leben deutsche Juden und flüchtige Nazi-Kriegsverbrecher Tür an Tür. Zwischen der Jüdin Sulamit und dem jungen Friedrich entspinnt sich eine heimliche Liebesgeschichte, die Sulamits Eltern unterbinden wollen. Aber das Mädchen zeichnet sich durch einen ausgesprochenen Dickkopf aus. So folgt sie Friedrich sogar zum Studium nach Frankfurt. Der hat herausgefunden, dass sein Vater während Hitlers Herrschaft SS-Obersturmbannführer war. Wie als Wiedergutmachung engagiert er sich in der Studentenbewegung. Für die Liebe bleibt da keine Zeit. Doch als Friedrich nach Argentinien zurückkehrt und dort spurlos verschwindet, begibt sich Sulamit auf eine Suche, die sie bis ins Herz Patagoniens führt. In ihrem neuen Kinofilm DER DEUTSCHE FREUND erzählt Jeanine Meerapfel die Geschichte einer großen Liebe zwischen politischen Umbrüchen und historischem Wandel - es ist in großen Teilen ihre eigene Geschichte." Nicht im Newsletter sondern unter http://www.lumiere.de/

Deutschland/Argentinien 2012, 104 Min., OmU Regie: Jeanine Meerapfel DarstellerInnen: Max Riemelt, Celeste Cid, Benjamin Sadler / Donnerstag 1. bis Sonntag 4. und Dienstag 6.11. um 20:00 Uhr Montag 5.11. um 22.00 Uhr Freitag 9. und Montag 12.11. um 22.15 Uhr

 

Flamenco Flamenco

25.10.12 Fünfzehn Jahre nach seinem Welterfolg "Flamenco" hat der große Altmeister des spanischen Kinos Carlos Saura seine damalige Crew erneut versammelt, um eine neue, aufregende Generation von Flamencokünstlern vorzustellen - Sänger, Musiker, Tänzer…Flamenco FlamencoSpanien 2010, 97 min. Regie: Carlos Saura"Verde, que te quiero verde", "Grün, ich liebe dich grün". Mit den Versen des 1936 ermordeten spanischen Dichters Federico Garcia Lorcas in einer modernen Flamenco Version beginnt ein Reigen von 22 ganz unterschiedlichen Musikstücken: Vom klassischen Flamenco über die Verbindung mit Jazzelementen oder lateinamerikanischen Rhythmen. Saura zeigt ein facettenreiches Gesamtbild einer immer wieder überraschenden innovativen und vielseitigen Gesamtkunst. Als roter Faden durchläuft der Film die Lebensspanne eines Menschen von der Geburt bis zum Tod, jeweils assoziativ ausgedrückt durch unterschiedliche Tanz- und Gesangsstile. Ein überwältigendes Erlebnis für alle Sinne.Gedreht in der eindrucksvollen Kulisse des ehemaligen Weltausstellungspavillons in Sevilla und unter Einbeziehung von Kunstwerken von Picasso bis Klimt, gelingt Saura erneut eine atemberaubende filmische Verschmelzung von Licht, Musik und Tanz, eine Hommage an die Schönheit und Vielseitigkeit des Flamenco. Über 300 Mitwirkende zeigen nicht nur die traditionelle Kunst dieses spanischen Nationaltanzes, sondern auch neue, ungewöhnliche Formen. Donnerstag 25. und Mittwoch 31.10. um 18.00 Uhr Freitag 26., Samstag 27. und Montag 29.10. um 20.00 Uhr Dienstag 30.10 um 20.30 Uhr

 

Inge M - Über die Zumutungen der Erwerbsarbeit

6.6.12, 20 Uhr Schöner Leben Göttingen zeigt den Film "inge M und die Summer der Sekunden". Anschließend kann noch mit dem anwesenden Regisseur Marcus Janke (Hamburg) gesprochen werden. Im Film werden die Zumutungen der Erwerbsarbeit (hier in einem IT-Unternehmen) und deren Auswirkungen auf das Leben der Beschäftigten behandelt. Die Hauptdarstellerin sucht dann aus der Not heraus praktikable Lösungen zur Belastungsreduktion und Lebensqualitätserhöhung (es geht um Teilzeitarbeit, Selbständigkeit am Ende gar kurz noch um NutzerInnennetzwerke). Bei dem Film handelt sich um eine no-budget-Produktion im besten Sinne. Wir kennen Marcus Janke persönlich, er hat sich vor Jahren - als der Film entstand - mit uns über mögliche arbeitskritische und real-utopische Inhalte beraten. inge M und die summe der sekunden - ein Film von Marcus Janke - D 2011, 51 min. Rasantes No-Budget-Drama zwischen Burnout und Work-Life-Balance. Wir alle sind unseres Glückes Schmiedin. Das klingt so gut wie beruhigend, wären da nur nicht diese fremdgesteuerten Chefs und Chefinnen, die einem ständig Freizeit stehlen und Undank schenken. So zumindest nimmt die Softwareprogrammiererin Inge M (Mergime Sylejmani) ihre Arbeitswelt wahr und schreckt selbst vor illegalen Handlungen nicht zurück, um ihrem Traum der Teilzeitarbeit näherzukommen. Der Film erzählt eindrücklich von den neuen und alten Zumutungen durch Erwerbsarbeit, denen die meisten Menschen in unterschiedlichsten Branchen und Positionen ausgesetzt sind. Es werden aber auch Versuche gezeigt, sich diesen Zumutungen zu entziehen und Lösungen des Ausstiegs aus ständiger und nicht-selbstorganisierter Erwerbsarbeit zu finden. Im Anschluss an den Film: Gespräch mit dem Regisseur Marcus Janke Marcus Janke hat selbst viele Jahre im IT-Bereich seine Brötchen verdient, bevor er mit engagierten Freunden und Freundinnen den Film "inge M und die summe der sekunden" entstehen ließ. Aktuell arbeitet er an seinem Essay-Abschlussfilm "Hausmannskost nach Hausfrauenart" an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

 

Lumière zum Thema "Zukunftsvertrag"

2.3.12 / "Das LUMIERE spricht sich entschieden gegen die Kürzungen im kulturellen und sozialen Bereich aus, die eine Vielzahl von Einrichtungen in Ihrer Arbeit bedrohen. Der Verein KUNST, der Zusammenschluss der Göttinger Kultureinrichtungen, hat die nachfolgende Presseerklärung an Politik und Verwaltung gerichtet. Unterstützen Sie uns bitte im Kampf gegen die Kürzungen durch Leserbriefe und durch Ihre Abstimmungen gegen Sozial- und Kulturkürzungen auf der Website der Stadt www.zukunftsvertrag.goettingen.de, auf der die Kürzungsvorschläge der Verwaltung für eine Bürgerabstimmung aufgelistet sind."

 

Programm 32. Europäisches Filmfestival 2011

24.11.11 L 19:00 Uhr im Lumiere: Festivaleröffnung Submarine, GB 2010, 97 Min. 19:30 Uhr im Cinemaxx Jane Eyre, GB 2011, 128 Min. 21.00 Uhr im Lumiere Chico & Rita Spanien 2010, 94 Min.

Freitag 25.11. 11 17 Uhr im Lumière, Mama Africa, Finnland/D/F 2011, 91 Min., 19 Uhr im Lumière, Und dann der Regen, Spanien 2010, 103 Min., 19:30 Uhr im Cinemaxx, Sommer der Gaukler, D 2011, 110 Min., 21 Uhr im Lumière, La prima cosa bella, Italien 2010, 116 Min.

SAMSTAG, 26.11.11 17 Uhr im Lumière, Die Mühle und das Kreuz, Polen/Schweden 2011, 92 Min., 19 Uhr im Lumière, Es wird schneien, Spanien 2009, 99 Min., Hauptdarstellerin Laura De Pedro ist zu Gast, 19:30 Uhr im Cinemaxxr, Habemus Papam, Italien 2011, 102 Min., 22 Uhr im Lumière, West Is West, GB 2010, 103 Min.

SONNTAG, 27.11.11 11 Uhr im Lumière, Biutiful, Spanien 2010, 138 Min., 16:30 Uhr im Lumière, Ein Mensch kommt in die Welt, Italien 2010, 117 Min., 19 Uhr im Lumière, Verlangen + Kurzfilme, D 2011, ca. 60 Min., Regisseurin Laura Fischer und Team sind zu Gast, 19:30 Uhr im Cinemaxx, Flamenco, Flamenco, Spanien 2010, 100 Min., 21 Uhr im Lumière, I travel alone, Norwegen 2011, 90 Min.

MONTAG, 28.11.11 17 Uhr im Lumière, Das Meer in mir, Spanien 2004, 125 Min., 19:15 Uhr im Lumière, Brigadistas, D/Spanien 2007, 46 Min., Regisseur Daniel Burkholz ist zu Gast, 19:30 Uhr im Cinemaxx, Zurück auf Los, Italien 2011, 108 Min., 21 Uhr im Lumière, Nature Calling, Kurzfilmrolle 84 Min.

DIENSTAG, 29.11.11 17 Uhr im Lumière, Der weiße Raum, Italien 2009, 98 Min., 19 Uhr im Lumière, Schwarzes Brot, Spanien 2010, 108 Min., 19:30 Uhr im Cinemaxx, Halt auf freier Strecke, D 2011, 110 Min., 21 Uhr im Lumière, Anduni - Fremde Heimat, D 2011, 91 Min.

MITTWOCH, 30.11.11 17 Uhr im Lumière, Happy Family, Italien 2010, 90 Min., 19 Uhr im Lumière, Kriegerin, D 2011, 103 Min., Regisseur David Wnendt ist zu Gast, 19:30 Uhr im Cinemaxx, Sarahs Schlüssel, Frankreich 2010, 111 Min., 22 Uhr im Lumière, Zelle 211, Spanien 2009, 110 Min.

DONNERSTAG, 1.12.11 17 Uhr im Lumière, 14 km - Auf der Suche nach dem Glück, Spanien 2009, 95 Min., 19 Uhr im Lumière, Und wenn wir alle zusammenziehen?, Frankreich 2011, 105 Min., 21 Uhr im Lumière, The King of Devil's Island, Norwegen 2010, 115 Min.,

FREITAG, 2.12.11 17 Uhr im Lumière, Frohe Botschaft, Spanien 2009, 103 Min., 19 Uhr im Lumière, Ins Paradies, Italien 2011, 104 Min., Regisseurin Paola Randi ist zu Gast, 22 Uhr im Lumière, Eine Ballade von Liebe und Tod, Norwegen 2010, 90 Min.,

SAMSTAG, 3.12.11 17 Uhr im Lumière, Wader/Wecker Vater/Land, D 2011, 89 Min., 19 Uhr im Lumière, Der Junge mit dem Fahrrad, Frankreich/Belgien 2011, 87 Min., 21 Uhr im Lumière, Spanische Küche, Spanien 2009, 100 Min.,

SONNTAG, 4.12.11 11 Uhr im Lumière, Montags in der Sonne, Spanien 2002, 113 Min., 17 Uhr im Lumière, Michel Petrucciani, Frankreich 2010, 90 Min., 19 Uhr im Lumière, Amador, Spanien 2010, 112 Min., 21.15 Uhr im Lumière, Heavy Christmas, Kurzfilmrolle, ca. 90 Min.,

 

Film "Willkommen Zuhause"

Bei der Vorstellung werden die Regisseurin Eliza Petkova, der Kameramann Hannes Marget und Kenan Emini vom Roma Center Göttingen e.V. anwesend sein. In Zusammenarbeit von Lumiere, AK Asyl, Bündnis gegen Rassismus und Abschiebung, Integrationsrat Göttingen und Roma Center Göttingen e.V.

19.10.11 / 20 Uhr / D 2011, 70 Min. "Wie gelingt es jemandem, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, sich in einem fremden Land zu Hause zu fühlen - ohne die Sprache zu beherrschen, ohne die Möglichkeit, die Straße in Ruhe und Sicherheit zu betreten? Wie viele Träume und Hoffnungen bleiben da noch übrig? Und wie fühlt man sich, wenn 40 Polizisten mitten in der Nacht an der Tür klingeln mit der Ankündigung: "Ihr habt 30 Minuten Zeit, eure Sachen zu packen."? Im April 2010 wurde das sogenannte "Rückübernahmeabkommen" zwischen Deutschland und Kosovo unterzeichnet. Seitdem finden zunehmend Abschiebungen von Roma nach Kosovo statt. Ein Großteil der Abgeschobenen ist in Deutschland geboren oder aufgewachsen. Sie selbst bzw. ihre Eltern flohen vor rassistischer Diskriminierung und Verfolgung und vor der Gewalt der Kriege im Rahmen der Auflösung Jugoslawiens und der Abspaltung Kosovos in den 90er Jahren. Der Film gibt einen Einblick in das Leben abgeschobener Roma im Kosovo und solcher, die in Deutschland von der Abschiebung bedroht sind." // pm migrationbeats

 

Picco - oder: "ein Strafvollzugssystem, das auf ganzer Linie scheitert".

Am Mittwoch den 21.09. zeigt das Lumière den Film "Picco", D 2010, 104 Min., FSK: 16 Regie: Philip Koch D.: Constantin von Jascheroff, Joel Basman, Frederick Lau, Martin Kiefer.

(Text Lumière , leicht gekürzt) Kevin kommt als Picco, als Neuer, in die Viererzelle Nr. 10 des Jugendgefängnisses, die er sich mit Andy, Marc und Tommy teilt. In dieser für Kevin neuen, fremden Welt bestimmen latente Aggression und Gewaltbereitschaft jede Situation. Es fällt dem zurückhaltenden Kevin schwer, sich in dieser Situation zu behaupten. Am Anfang nimmt er die Demüti-gungen seiner Zellengenossen hin. In Tommy findet er einen Vertrauten, der ihm in diesem hermetisch geschlossenen Kosmos aus Gewalt und Erniedrigung die Grundregeln des Überlebens beibringt. Kevin will das zunächst nicht akzeptieren und rutscht selbst immer weiter in die Opferrolle. Langeweile, Trostlosigkeit, und ein völliger Mangel an Privatsphäre beherrschen dabei den Alltag und setzen Kevin, aber auch den anderen Häftlingen, extrem zu. Eines Nachts kommt es zur Eskalation hinter der Stahltür...

Picco ist ein wuchtiges Gefängnisdrama, das auf dem realen Fall von 2006 basiert, als in der Jugendvollzugsanstalt Siegburg ein Gefangener spektakulär zu Tode gefoltert wurde. Für seinen HFF- Abschlussfilm, der es im vorigen Jahr nach Cannes in die Quinzaine de Réalisateurs schaffte, hat Philip Koch mehr als ein Jahr lang sorgfältig recherchiert. Dem Gefängnisalltag nähert er sich in kargen, strengen Bildern aus der Perspektive des Neuankömmlings, der schleichend in die Mechanismen von Demütigung und Unterwerfung hineingezogen wird. Weil Koch auf forcierende Musikuntermalung verzichtet, können die Geräusche eine zermürbende Wirkung entfalten: das monotone Aufschlagen eines Tennisballs an der Wand, das Klacken der Metalltüren, die Schreie, die über den Gefängnishof hallen. Beklemmend authentisch ist das Spiel der Darsteller. Vor allem Frederick Lau lässt unter seiner testosteronstrotzenden, gefährlichen Präsenz den Schmerz und die Verlorenheit aufschimmern, die seine Figur mit ausgreifenden Gesten und lautem Gebaren zu kaschieren versucht.

Picco ist eine beißende Kritik am Jugendstrafvollzug - und eine verstörende Studie gewalttätiger Männlichkeitsrituale .PICCO wirf einen authentischen und kompromisslosen Blick auf die Endstation des Themas Jugendgewalt, auf eine scheinbar verlorene Jugend - und auf ein Strafvollzugssystem, das auf ganzer Linie scheitert. In diesem System gibt es keine Täter, nur Opfer."

Nach dem Film findet eine Podiumsdiskussion statt mit:Kathrin Ohlemacher, Richterin am Amtsgericht Göttingen, Margrit Kleuker, Jugendgerichtshilfe Göttingen Karin Faber, Projekt Zeitweise Göttingen, N.N., Offener Vollzug Göttingen, Moderation: Dr. Regine Drewniak (Kriminologin)

 

Filmreihe »ueber Mut« 24.3. bis 2.4.11.

Die Veranstalter-Organisation - "Aktion Mensch"
Die Aktion Mensch ist ein gemeinnützer Verein der "Projekte der Behinderten- sowie der Kinder- und Jugendhilfe" unterstützt. Er finanziert sich aus den Einnahmen von 4,6 Millionen MitspielerInnen in der Soziallotterie im ZDF sowie durch Spenden. Mitglieder des Vereins sind die Bundesverbände der Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt , Caritasverband, Paritätischer, Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden) und das ZDF. Die "Aktion Mensch" hat zehn Filme zu einer Reihe zusammengestellt die auf einer Tournee in verschiedenen Städten gezeigt werden, u.a. eben in Göttingen

Gespräche mit FilmmacherInnen und lokalen Gruppen aus Göttingen
Nach den Filmvorführungen stehen die FilmpartnerInnen einem Gespräch zur Verfügung. Ausserdem nehmen folgende lokale Gruppen aus Göttingen an den Diskussionen und mit Infoständen teil: Institut für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak), Arbeiterwohlfahrt Kreisverband, GVSN Hörgeschädigten-Regionalverband, Amnesty International, Straßensozialarbeit, TagesSatz, Freie Altenarbeit, GDA Wohnstift , Seniorenbeirat der Stadt, Frauenforum , Humanistische Union, Göttinger Werkstätten, Selbsthilfe Körperbehinderter ,Greenpeace, Terre des Femmes

Für Blinde gibt es Audiodeskription mit Funkkopfhörern, für Hörbehinderte werden alle Diskussionen von einer/m Gebärdendolmetscher/in begleitet.

 

Einige subjektive Notizen zu drei Filmen

überarbeitet, 24.3.11

Wir haben uns vorab 3 Filme angesehen:
1) "Teenage Response" ,Jugendliche
2) "Eine flexible Frau" 40jährige, Erwachsene
3) "Die Zeit ihres Lebens", Alte.

"Teenage Response" ist ein sehr interessanter und intimer Einblick in die Welt von Jugendlichen. Allerdings fordert der Film ein gewisses Durchhaltevermögen des Publikums. Er eignet sich vielleicht besser zum schrittweisen Ansehen und für eine anschliessende Besprechung in Diskussionsrunden, denn als durchgänges Filmerlebnis. Es ist erstaunlich, wie die FilmemacherInnen die Jugendlichen zu einem derart freimütigen Erzählen bewegen konnten. Erst später fiel auf, dass die FilmemacherInnen einen Menschen mit Behinderung darunter gemischt hatten. Durch die Intensität der persönlichen Darstellungen fiel das jedoch zunächst gar nicht auf.

Beim Anschauen des Films "Eine Flexible Frau", den wir als erstes gesehen hatten, haben wir uns gefragt, wie der mit dem Titel "Über Mut" zusammenzubringen sei. In der Ankündigung heißt es "Die 40jährige Architektin Greta verliert ihre Arbeit. Die Stellensuche entwickelt sich zu einem Trip durch die neue Leistungsgesellschaft. Der Spielfilm erzählt vom Scheitern einer unangepassten Frau."
Das liest sich wie eine Andeutung auf eine linke kämpferische Feministin. Die Rolle der Hauptdarstellerin weist jedoch stark depressive Züge auf, durchbrochen von nur sehr zaghaften, hilflosen Versuchen emotionalen Boden unter die Füsse zu kriegen. Unangepasstes Ausbrechen versucht sie nur unter Alkoholkonsum. Bei aufmerksamer Betrachtung fällt dieser häufige Einsatz von Alkohol auf. Einen eigenen Wert hat die Episode in denen eine Situation im Arbeitsamt durch die Sachberabeiterin aus den Angeln gehoben wird, oder jene in der die Lehrerin des Sohnes völlig aus der Rolle fällt. Eine andere Episode des Films könnte man gut in einer Agitation gegen die Arbeitszustände in Callcentern einsetzen. Es ist schwer zu ertragen, zuzuschauen, wie wenig oder gar nicht und wenn dann hilflos und unnütz sich diese "flexible Frau" gegen die unwürdigen Behandlungen wehrt. Trotz eines merkwürdig unangenehmen Gefühls beim Sehen des Films reizte ausgerechnet dieser Film dazu, ihn sich noch einmal anzuschauen.
Auffällig an dem Film ist übrigens der eigenwillige Einsatz der Tonspur. Man fühlt sich an Godard erinnert, der Gespräche brutal von Strassengeräuschen überfahren ließ so dass man nichts vom Gesprochenen verstand. Ähnlich werden in diesem Film Geräusche eingesetzt.

Grenzenlos optimistisch ist der dritte Film "Die Zeit ihres Lebens". Es geht um einige uralte Frauen in einem "Heim für intellektuelle Alte" , einige davon sind schwerhörig oder fast blind. Sie sind allesamt vernarrt ins Kommunizieren. Ihr Gedankenaustausch ist ihnen wichtig wie eh und jeh. Einige sind immer noch aktiv in der Friedensbewegung und schimpfen was das Zeug hält z.B. auf die Lügen, die zur Kriegsbeteiligung Großbritanniens im Irak geführt haben. Aber es gibt auch eine, die mehrfach von ihrer Begesiterung für die Labour-Party redet, Thatcher gut findet und Männer für überwiegend fürchterliche Menschen hält. Gleichzeitig sitzt sie aber immer noch an einem Buch über das Leben ihres Mannes, klagt aber aber, dass es recht anstrengen sei, über 80 noch so viel zu schreiben. Eine andere, Rose, redet über das Sterben zitiert dabei aus F. Capra, zieht Vergleiche mit Eintauchen in die "Ursuppe" und meint so müsse man das Sterben auf dem Hintergrund der "Quantenphysik" sehen. Als Rose stirbt feiern ihre Mitbewohnerinnen später immer noch ihren Geburtstag indem sie all das tun und essen, was Rose immer Spaß gemacht und geschmeckt hatte. Ganz am Ende kommt noch ein köstlicher Witz über die Vermarktungschancen dieses Films in dem sie mitgewirkt haben. Auch die Synchronsprecherinnen, die teilweise das Englischsprechen nur überlagern, haben in ihrer Art einen zustätzlich eigene vorzügliche Note beigetragen.

Die Filme

24.3.11.19:30 Uhr Rough Aunties
Wenn Kinder Opfer von Missbrauch werden, verstummen sie oft aus Scham und Angst. Diese Mädchen und Jungen zum Reden zu bringen, ist Ziel der Hilfsorganisation Bobbi Bear im südafrikanischen Durban. Mit Wut und Herzlichkeit treten die «Tanten» von Bobbi Bear für die Rechte der Kinder ein, oft gegen korrupte Beamte und eine patriarchialische Struktur.

25.3.11, 19:00 Uhr , Fritz Bauer – Tod auf Raten
" Fritz Bauer war in den 1950er und 1960er Jahren an der juristischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Deutschland beteiligt. Als Generalstaatsanwalt rehabilitierte er die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 und initiierte den Frankfurter Auschwitzprozess. 1968 starb Fritz Bauer. Sein überraschender Tod ist bis heute ungeklärt.

26.3.11, 17:00 Uhr , Teenage Response ,
13 Portraits von Berliner Jugendlichen, die der Kritik an ihrer Generation ihre eigenen Geschichten und Gedanken entgegensetzen. Sanft, angriffslustig, ernst und poetisch schildern die Jugendlichen ihre Erlebnisse in der Familie, unter Freunden, in der Schule und in der Liebe.

26.3.11, 20:00 Uhr , Rainbow Warriors
Vorfilm: Mörderball , Unzählige Male riskiert die junge Crew der legendären »Rainbow Warrior« gegen Walfänger oder Atommüll-Frachter ihr Leben. Gefeiert werden sie in den früher 80er Jahren wie Rockstars. Das tragische Ende des berühmten Greenpeace-Schiffes lässt die Öko-Idole bis heute nicht los.

27.3.11, 19:30 Uhr , Budrus
Vorfilm: Schrei für Dein Recht! , Hauptfilm: Im Jahr 2003 soll der israelische Schutzwall zum Westjordanland mitten durch das Land des palästinensischen Dorfes Budrus führen. Die Bewohner begehren auf und stellen sich unbewaffnet der israelischen Grenzpolizei entgegen. Gewaltfreier Widerstand in Palästina – in den Nachrichten über den Nahost-Konflikt geht dieser Teil der Geschichte meist unter.

28.3.11, 20:00 Uhr , Antoine
Vorfilm: Der Fisch und das Kaninchen ,Hauptfilm: Der sechsjährige Antoine malt, übt Korbwürfe und fährt Schlittschuh. Und er ist blind. Die Botschaft des verspielten Abenteuers: Was die Sinne nicht wahrnehmen, ersetzt die Fantasie.

29.3.11, 20:00 Uhr , Eine flexible Frau
Die 40jährige Architektin Greta verliert ihre Arbeit. Die Stellensuche entwickelt sich zu einem Trip durch die neue Leistungsgesellschaft. Der Spielfilm erzählt vom Scheitern einer unangepassten Frau.

30.3.11, 20:00 Uhr Monica und David
Vorfilm: Angeln , Hauptfilm: Monica und David heiraten. Beide haben das Down-Syndrom. Ein Porträt zweier Menschen, die ihr eigenes Leben gestalten – auch wenn sie immer auf fremde Hilfe angewiesen sein werden.

31.3.11, 17:00 Uhr , Die Zeit ihres Lebens
Vorfilm: The Future Generation Needs Your Information ,Hauptfilm: Lumière , Alison, Hetty und Rose sind zusammen fast 300 Jahre alt. Ihr Alter hält sie nicht davon ab, sich mit Zeitungsartikeln und bei Demonstrationen in die öffentlichen politischen Debatten einzumischen.

31.3.11, 20:00 Uhr , Die Kinder von Don Quijote
Vorfilm: Der Test , Hauptfilm: Mit einer aufsehenerregenden Aktion rufen die Brüder Legrand 2006 die Pariser Bevölkerung auf, sich mit den 100.000 Obdachlosen im Land zu solidarisieren. Es entsteht eine Zeltstadt mitten im Zentrum von Paris…

abweichender Veranstaltungsort !im GDA Wohnstift, Charlottenburger Str. 19
6.4.11, 19:00 Uhr , Die Zeit ihres Lebens
Vorfilm: The Future Generation Needs Your Information , Hauptfilm: Alison, Hetty und Rose sind zusammen fast 300 Jahre alt. Ihr Alter hält sie nicht davon ab, sich mit Zeitungsartikeln und bei Demonstrationen in die öffentlichen politischen Debatten einzumischen. (ohne Audiodeskription)

>>Homepage der Aktion Mensch e.V.

 

Die Unwertigen / Dokumentarfilm
Deutschland 2009, 86 Min. Regie: Renate Günther-Greene

Dienstag 7.12. um 20.00 Uhr
Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Moringen, Kino Lumière
Richard Sucker, einer der Protagonisten des Films, ist zu Gast im Lumière
>> Interview mit Richard Sucker

(Text vom Lumière zum Film) Die Nazis sortierten Jugendliche nach ihrem Wertesystem der Rassenhygiene und Eugenik. Die "wertigen" Kinder wurden gefördert, die "unwertigen" aussortiert und "ausgemerzt". Richard Sucker verbrachte zehn Jahre seiner Kindheit in einem Waisenhaus in Breslau. Als uneheliches Kind wurde er 1935 seiner Mutter mit eineinhalb Jahren weggenommen. In seinem neuen Zuhause gab es täglich Prügel. Mit fünf musste er bereits Zwangsarbeiten leisten. Und nach dem Krieg besserte sich seine Situation nicht: Er landete in verschiedenen Heimen; auch hier standen Prügel und harte Arbeit auf der Tagesordnung. Richard Sucker kämpft immer noch um eine Wiedergutmachung und eine Entschädigung wegen der Zwangsarbeit, die er jahrelang leisten musste. Sein Fall wird vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages verhandelt. Ein Ergebnis wird demnächst erwartet. Waltraud Richter, heute 77 Jahre alt, lebte gemeinsam mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter in Litauen, damals einem annektierten Gebiet. Ihre Mutter half Menschen, die aus politischen Gründen auf der Flucht waren und nahm sich als Patin der Kinder von Juden und Zigeunern an. Als sie denunziert wurde, kam sie ins KZ und ihre Kinder landeten im Heim. Später wurden auch die Geschwister getrennt. Es dauerte viele Jahre bis sich alle, lange nach dem Krieg, wieder begegnen. Bei Elfriede Rybak, geb. Schreyer, war es eine simple Schreib- und Leseschwäche, die ihr zum Verhängnis wurde. Mit der Diagnose "mittlerer Schwachsinn" wurde sie von den Ärzten in das Kinderheim Kalmenhof eingewiesen und musste als Neunjährige mit ansehen, wie etliche ihre Kameraden den gezielten Tötungen durch die Ärzte zum Opfer fielen. Doch auch nach dem Ende des Krieges war ihr Martyrium nicht vorbei. Ohne die Diagnose der NS-Ärzte zu hinterfragen, wurde diese in den Jahren nach dem Krieg aufrecht erhalten, Frau Schreyer brachte drei Kinder auf die Welt und bekam alle wieder abgenommen, weil es ihr als "Schwachsinniger" nicht erlaubt war, Kinder großzuziehen. Erst als eine Psycholgin in den Siebzigerjahren auf sie aufmerksam wird und die "Behinderung" genauer unter die Lupe nimmt, kommt die Heiminsassin nach 35 Jahren endlich frei und kann ein selbstbestimmtes Leben führen. Günter Discher schlussendlich, gehörte der sogenannten "entarteten Swing-Jugend" an. Bei ihm reichte es, dass er als junger Mensch Jazzliebhaber war, um ihn jahrelang wegzusperren. Im Alter von 17 Jahren kam Ditscher in ein Jugend-KZ, viele seiner Mitinsassen starben an den Folgen der katastrophalen Lebensbedinungen dort. Heute moderiert der inzwischen 86-jährige eine Jazz-Sendung fürs Radio beim NDR. Der Film erzählt auch von der gesellschaftlichen Verdrängung nach 1945 und den Auswirkungen für die Betroffenen bis heute. Zu verdanken ist dieses Unrecht auch dem Umstand, dass das Ärzte- und Pflegepersonal in den Heimen und psychiatrischen Anstalten oftmals vor und nach dem Krieg dasselbe blieb. Trotz Nürnberger Prozesse und einer Entnazifizierung durch die Siegermächte, hatte sich nicht überall etwas verändert Welche Folgen es für ihre weitere Laufbahn hatte, vom Staat als "lebensunwert" erklärt zu werden, erklären die Betroffenen in Realinterviews.

 

Ausgewählte Filmankündigungen der Vergangenheit

Wasser und Seife

D 2009, 85 Min.Buch, Regie,Kamera: Susan Gluth
Es geht um drei Frauen, die schon lange in einer Hamburger Wäscherei arbeiten, mit sehr wenig Geld auskommen müssen und es trotzdem schaffen, ein Leben in Würde zu führen. Die Regisseurin des Films ist die Tochter des Wäschereibesitzer (es ist kein Großbetrieb), die in ihren Ferien früher selbst dort gejobbt hat und die Frauen seit langem kennt. Das heißt, sie kommt ihnen ziemlich nahe. "

Monika Schückner, Tatjana Beth und Gerda Franzen arbeiten seit vielen Jahren sie von morgens sieben Uhr an in einer Wäscherei in Groß Flottbek. Dort auch zu wohnen, können sie sich freilich nicht leisten. Wie auch, wo ihnen doch nach Abzug von Miete, Strom- und Wasserkosten kaum mehr als 150 Euro im Monat zum Leben bleiben, wie Monika bis auf den Cent genau vorrechnet. Wenn er könnte, sagt der Chef der Wäscherei, würde er ihnen auch drei, vier Euro mehr zahlen - "aber der Markt gibt das einfach nicht mehr her." Und so fährt die längst weißhaarige Monika jeden Morgen und jeden Abend eineinhalb Stunden zur Arbeit und wieder zurück. Ihre ganze Liebe gilt Bonnie, ihrem kleinen Terrier. Ihren Mann hat sie schon vor Jahren verlassen, "weil er gesoffen hat". Einzig, dass sie ihre vier Kinder damals nicht mitgenommen hat, bedauert Monika heute. In der energischen Tatjana, die mit Stolz ihre Tina-Turner-Frisur trägt, und der eher stillen Gerti hat sie Kolleginnen, mit denen sie über alles reden und gemeinsam Lottoscheine ausfüllen kann. (Text Lumière / gekürzt)

Neuland Denken - Film und Diskussion

Montag, 18.5.09 um 20 Uhr im Kino Lumière, Filmtournee der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur (LAGS), Veranstaltung von KAZ, Nachbarschaftszentrums Grone und Lumière
Neuland, D 2007, 74 Min., Regie: Daniel Kunle, Holger Lauinger: Ein Bürgermeister ruft nach Kolonisten. Zwei Studenten bauen ihre berufliche Existenz mit Schnecken auf. Ein Planer löscht seine Stadt aus. Ein Heimkehrer züchtet Bisons im Tagebau. Ein Arbeitsloser mobilisiert "Überflüssige". Ein Rechtsanwalt experimentiert mit Geld. Ein Sozialwissenschaftler spricht von ländlichen Ghettos, Jugendliche über ihre Zukunft in einer sterbenden Stadt. Ein Pionier will im toten Kraftwerk eine lebendige Brauerei. Eine Frau schließt das letzte Kino der Stadt. Ein Bauer kämpft für ein energetisch autarkes Dorf. Eine Kommune zieht in eine ehemalige Puppen-Fabrik. Kulturschaffende wehren sich gegen Nazis. Ein Politiker sieht in regenerativen Energien die Zukunftschance. Neue Siedler besetzen ländlichen Raum. Sie alle leben in... Neuland . Neuland ist ein Dokumentarfilm über den Strukturwandel im ländlichen Raum in den neuen Bundesländern - ein mutiges Statement zu den Folgen des Strukturwandels in schrumpfenden Regionen. Ein Film, der sich hervorragend eignet, um vor Ort über die eigene Situation hinaus zu denken. Neuland denken ist eine Veranstaltungsreihe, die kulturelle Impulse zum Strukturwandel gibt. Soziokulturelle Zentren als quer denkende Netzwerker nehmen den Film Neuland zum Anlass, um dem Strukturwandel in Niedersachsen mit kreativen Ideen und regionalen Netzwerken zu begegnen. Der Film thematisiert Fragen zu Demografie, Strukturwandel, Wirtschaft, regionaler Währung, neuen Ideen der Selbsthilfe… und bietet eine hervorragende Grundlage für ein anschließendes Gespräch zu Fragen wie: Werden wir verschiedene Gesellschaften in unterschiedlichen Räumen haben? Was können die Menschen in ihrer Region selbst tun? Wie können sie sich zusammenschließen? Die LAGS (Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur) und 20 soziokulturelle Zentren und Vereine in Niedersachsen laden ein zum Aufbruch und zur Diskussion. Nach dem Film gibt es eine Diskussion mit dem Regisseur Holger Lauinger, Aktiven des Nachbarschaftszentrums Grone und einem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren.


Diskussionssituation 2006 im Lumière

Publikumspreisträger ONCE
Wie oft trifft man die wahre Liebe? ONCE!

Im Newsletter des Lumière heisst es, bei den Britisch-Irischen Filmtagen im November habe der ONCE den Publikumspreis gewonnen und dem Lumièreteam so gut gefallen, dass er auch auf die Titelseite des Programmheftes gesetzt worden sei. Irgendwo stand auch zu lesen, ein bekannter Regisseur habe gesagt, dass er den Film gesehen habe, das habe ihm geholfen den Rest des Jahres zu überstehen.
Es ist eine Liebesgeschichte - die Frage, wie oft man im Leben seiner wahren Liebe begegne - wird beantwortet mit "Once". "Sobald die erste gemeinsam gespielte Note zwischen den jungen Musikern erklingt ist klar: Sie sind auf einer Wellelänge. Sie haben sich gefunden. " (...) In schönen, unaufgeregten Bildern erzählt ONCE eine fast schon minimalistische Liebesgeschichte, bei der jeder Song mehr Aussagekraft hat, als ein noch so cleverer zehnminütiger Dialog. Wo in klassischen Musicals ein Lied nur noch unterstreicht, was in der Szene davor schon klar wurde, wird in ONCE endlich einmal nur die Musik genutzt, um dem Zuschauer zu vermitteln, was die Charaktere bewegt." ONCE läuft im LUMIERE Do.17.1. - Mo. 21.1. jeweils um 20 Uhr und danach noch bis zum 30.1. an wechselnden Terminen

 

Filmfestival "ueber morgen" - Utopien, Träume, Weltentwürfe.
Das bundesweite Filmfestival zu Gast im Lumière in Göttingen vom 21. bis 27. Februar 2008

In was für einer Welt wollen wir leben? Dies ist die zentrale Frage, die eine demokratische Welt im Innersten zusammenhält. Denn idealerweise wird die Zukunft des Zusammenlebens nicht über ein Sollen oder Müssen, sondern ein kollektives Wollen gestaltet. Utopien spielen bei dieser Frage eine entscheidende Rolle, denn Utopien fordern Veränderung und sind immer als kritischer Gegenentwurf zur bestehenden Welt zu verstehen. Die Filmreihe über morgen wird unterstützt von der Gesellschafter-Initiative der Aktion Mensch und wird im Februar auch in Göttingen gezeigt. Für Schulveranstaltungen können Sondertermine vereinbart werden.

Donnerstag, 21. Februar, um 20 Uhr Menschen, Träume, Taten BRD 2007, 88 Min., Regie: Andi Stiglmayr 43 Frauen, 35 Männer und 33 Kinder haben sich den Traum vom selbstbestimmten Leben erfüllt. Seit zehn Jahren leben sie in der Altmark zusammen im Ökodorf "Sieben Linden". Ihr Gesellschaftsentwurf baisert auf genossenschaftlichem Eigentum, Mitbestimmungsrecht, Gemeinschaftskultur und Selbstversorgung. Ohne die Herausforderungen des Zusammenlebens auszusparen zeigt der Film, dass Utopie machbar ist: durch Menschen, Träume und Taten. Anschließend Filmgespräch mit Martin Stengel aus dem Ökodorf "Sieben Linden"

Freitag, 22. Februar, um 19 Uhr Mit neuen "Antiterror"-Gesetzen in den autoritären Sicherheitsstaat? "Innere Sicherheit" im permanenten Ausnahmezustand Vortrag und Diskussion mit RA Dr. Rolf Gössner (Bremen), Präsident der "Internationalen Liga für Menschenrechte". Rolf Gössner wird nach über sechs Jahren "Antiterrorkampf" Bilanz ziehen, was sich seit 9/11 im Namen der Sicherheit verändert hat und wohin die Reise künftig gehen wird. Welche Risiken und Nebenwirkungen sind mit den neuen "Sicherheitsgesetzen" - zum Beispiel zur Vorratsdatenspeicherung - verbunden? Eine Veranstaltung von Schöner Leben Göttingen.
Anschließend um 21 Uhr A Scanner Darkly USA 2006, 100 Min., Regie: Richard Linklater Undercover-Ermittler Fred erhält den Auftrag, einen gewissen Bob Arctor zu observieren, der niemand anderes ist als er selbst. Ein düsteres Bild eines paranoiden Überwachungsstaates wird gezeichnet. Ein ästhetischer Animationsfilm, der einen beunruhigenden Blick in die Zukunft wirft.

Samstag, 23. Februar, um 20 Uhr Der Duft des Paradieses Polen/Niederlande 2005, 88 Min., Regie: Mariusz Pilis, Marcin Mamon Der Kampf für eine vom Islam dominierte Gesellschaft ist eine der mächtigsten "Utopien" unserer Zeit. Was bringt Menschen dazu, ihr Leben der Religion zu opfern? Auf einer Reise durch die Brennpunkte des politischen Islam führt der Film in eine Welt, in der Religion und Politik eine unheilvolle Allianz bilden.
Anschließend Filmgespräch Henner Kirchner

Sonntag, 24. Februar, um 18 Uhr The Wild Blue Yonder BRD 2005, 81 Min., OmU, Regie: Werner Herzog Wir schreiben das Jahr 2005: Eine Gruppe von Astronauten umrundet die Erde in einem Raumschiff. Sie können nicht zurück, denn die Welt ist unbewohnbar geworden. Die Gründe bleiben offen - waren es Kriege, unkontrollierbare Seuchen, Verstrahlung nach dem Verschwinden der Ozonschicht oder was immer sonst? Das Aussenden einer Drohne, um im Universum nach Leben zu forschen, führt zu einem ernüchternden Ergebnis: Es gibt im Universum keine für Menschen bewohnbare Zone.

Montag, 25. Februar, um 20 Uhr Hinter dem Zuckervorhang Kuba, Spanien 2006, 82 Min., OmU, Regie: Camila Guzmán Urzúa Kuba in den 1970/80er Jahren, eine Heimat mit sozialer Gleichheit und Versorgung, mit einer besonderen Leichtigkeit des Lebens. Das ist das Bild, das sich Guzmán Urzúa aus ihrer Kindheit bewahrt hat. Die früheren Ideale sind auch weiterhin wichtig, doch das Leben ist schwerer geworden nach Mauerfall und Wirtschaftskrise.
Anschließend Filmgespräch mit Gunnar Siebecke von der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba und Pastor Thorsten Bothe, Beauftragter von Brot für die Welt im Kirchenkreis Göttingen

Dienstag, 26. Februar, um 20 Uhr Unser Planet Schweden/Dänemark/Norwegen 2006, 80 Min., Regie: Michael Stenberg, Linus Torell, Johan Söderberg Bis 2010 werden sieben Milliarden Menschen die Erde bevölkern. 2050 sollen es neuen Milliarden sein. Sie alle auf dem Niveau der westlichen Industrienationen zu ernähren, würde die Ressourcen von fünf Planeten erfordern. Ist die Menschheit zu einem radikalen Wechsel unseres Lebensstandards fähig?
Anschließend Filmgespräch mit Jürgen Knirsch von Greenpeace Hamburg

Mittwoch, 27. Februar, um 20 Uhr Das Jesus Camp USA 2006, 84 Min., Regie: Heidi Ewing, Rachel Grady Am "Devil's Lake" in North Dakota werden junge Christen in "Gotteskrieger" verwandelt. Das will Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen, die in den USA mit über 80 Mio. Mitgliedern an Macht und Einfluss gewinnen. Becky Fischer betreibt ein Sommercamp für Jugendliche aus christlich-fundamentalistischen Familien, in dem eine "Armee Gottes" herangezogen werden soll.
Anschließend Filmgespräch mit Dr. Erhard Kamphausen, ehem. Direktor der Missionsakademie an der Universität Hamburg Das Filmfest ist eine Kooperation zwischen Kino Lumière und dem Entwicklungspolitischen Informationszentrum (EPIZ).

 

Film- und Kinoinitiative Göttingen e.V. (FKI)

 

Willi Arnold während der "KUNST-Meile" einer Aktion des Vereins Kultur unterstützt Stadt KUNST e.V. am 23. Juni 2001 verkauft Arnold Film am laufenden Meter

Willi Arnold ist Vorsitzender des Film- und Kinoinitiative Göttingen e.V. (FKI) der als Träger des kommunal geförderten Kinos Lumière fungiert. Arnold ist auch Vorstandsmitglied des KUNST e.V. und seit 10.11.06 beratend im Kulturausschuss der Stadt Göttingen vertreten. Zusammen mit Helge Schweckendiek ist er auch Inhaber der 1995 gegründeten Firma "Kairos Filmverleih". Seit 8.9.2006 ist Wilfried Arnold auch Vorsitzender im Beirat der Kulturfördereinrichtung "Landschaftsverband".

2002 erhielt das Lumière dann 5000 Euro Zuschuss aus den Aktionen der KUNST-Kampagne für die Anschaffung eines neuen Video-Beamers.

Und 2005 gab es 7.500 Euro für die Durchführung der Osteuropäischen Filmtage und die Erneuerung von Filmprojektoren

Bereits im Jahr 2000 hatten Mitglieder des FKI und Lumière mit Infoständen in der Stadt über die möglichen Folgen der Sparmaßnahmen informiert.

Infostand am 13.5.00 am Marktplatz, Unterschriftensammlung.

 

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