goettinger stadtinfo
.Grenzwerte, Informations-Grenzwerte, Alarm-Grenzwerte Zielwert
für den Schutz der menschlichen Gesundheit: Alarm-
und Informationsschwellen: 2010 /Aktuell
Ozon und Fussball-WM Ein
WM-Spiel verhinderte am 3.7.2010 die
Grenzwertüberschreitung. Die Ozonbelastung hatte sich mit 175 µg/m³
dem Grenzwert (180 µg/m³) genähert, ab dem eine Informationspflicht der Behörden
besteht. Eine öffentliche Information soll auf die besondere Belastung von
Kindern, Alten und Kranken hinweisen. Als die Ozonbelastung auf dem Weg zum Spitzenwert
war begann die Fernsehübertragung des WM-Spiels Deutschland. Bei nahezu autofreien
Straßen fiel der Ozowert deutlich. Als der Autokorso nach dem Spiel begann
stieg der Wert wieder!
Ozon und Autoabgase Bodennahes Ozon entsteht aus Stickstoffdioxyd im Zusammenhang mit starker Sonneneinstrahlung. Stickoxyde sind hauptsächlich die Folge von Verbrennungsprozessen also Verbrennungsmotoren und Kraftwerksbetrieben. ·"Stickstoffdioxid (NO2) ist ein rotbraunes Gas mit stechendem Geruch, das an der Ozonbildung beteiligt ist. Es kann in hohen Konzentrationen zur Reizung der Atemwege des Menschen führen. Außerdem bildet sich aus NO2 Salpetersäure, einer der Verursacher von "Saurem Regen". (Quelle) . Auswirkungen des Ozons auf Gesundheit Augenbrennen? Halskratzen? Husten? Nasenreizung? Ozon schadet den Atemwegen und Schleimhäuten. Es tretem Augenbrennen und Augentränen, erschwerte Atmung, Hustenreiz, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Abnahme der Leistungsfähigkeit auf. Wegen seiner geringen Wasserlöslichkeit kann das Ozon tief in die Lunge eindringen, und dort aufgrund seines aggressiven Verhaltens Reizungen der Schleimhäute und des Lungengewebes hervorrufen. Dies hängt aber von der eingeatmeten Ozonmenge, also von a) der Ozonkonzentration b) der Atemfrequenz und c) der Atemtiefe ab. Deshalb die Empfehlung, körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 10% der Bevölkerung besonders empfindlich reagieren. Warnungen Verhaltensvorschläge Deswegen erfolgt bei Überschreitung der Ozonkonzentration
von 180 µg/m³ eine Warnung zunächst nur für Personen, die erfahrungsgemäß empfindlich
auf Ozon reagieren, sie sollen ungewohnte körperliche Anstrengung vermeiden. Von
sportlichen Ausdauerleistungen wird allgemein abgeraten. Gesonderte
Warnung an Altenheime und Kindergärten wird
als "unnötig" angesehen. Wir meinen, dass die Informationsweitergabe an besonders gefährdete Personengruppen wie Alte, Kinder, Kranke (insbesondere bei Atemwegserkrankungen) damit noch keineswegs gelöst ist. Hier müßte die städtische Gesundheitsbehörde von sich aus auf Altenheime, Krankenhäuser und Kindergärten zugehen und telefonisch oder per Rundschreiben informieren.
Maßnahmen zur Reduzierung der Luftbelastung und Ozonbildung Logische Konsequenz aus hoher Ozonbelastung der Atemluft wäre: radikale Reduzierung des Kfz-Verkehrs und aller vermeidbaren Verbrennungsprozesse zur Vermeidung weiterer Ozonkonzentration. Zumindest eine massive Aufklärungsarbeit in dieser Richtung wäre wünschenswert - doch da wartet man vergebens. In verschiedenen Städten gibt es "Luftreinhaltepläne". Auch für Göttingen wurde 2008 ein Luftreinhalteplan erstellt. Zum
Zwecke der Gesundheitsvorsorge und Vermeidung von Krankheitskosten wäre auch
aus einem ökonomischen Kalkül heraus dringend die Vermeidung von Atemwegserkrankungen
angesagt. Man sollte beginnen, über die behördliche Sperrung einiger
Strassen nachzudenken - vielleicht setzt das Bewußtsein in Gang. |
| Durchsetzung der Informationspflicht Ozon-Grenzwertüberschreitungen und Informationsforderungen 2003-2007
Sommer 2007 Sommer 2006 Verspätete Information bei Grenzwertüberschreitung 18.7.06 - .............165 µg/m³20.7.06 - 17 Uhr 201µg/m³ 26.7.06 - 16 Uhr 173 µg/m³ 27.7.06 - 14 Uhr 178 µg/m³ 28.7.06 - 17 Uhr 155 µg/m³ Am 21.7.06 informierte die Stadtverwaltung darüber, dass die Landesregierung am 20.7.06 die Bevölkerung über erhöhte Ozonwerte und Grenzwertüberschreitungen hätte informieren müssen. Auszüge
aus der Pressemitteilung: "....Ab einem Schwellenwert von 180µg/m3 (Mittelwert
über eine Stunde) wird die Bevölkerung informiert. Zuständig für die Information
der Öffentlichkeit ist das Umweltministerium,
(...) Zur Überschreitung der Informationsschwelle von 180 µg/m³ kam es am 20.Juli.
an 20 von insgesamt 21 Ozonmessstation in Niedersachsen. In Göttingen an der Messstation
in der Nohlstraße lag der Maximalwert am 20.7.06 um 17.00 Uhr bei 201µg/m³. .Sommer
2005 Grenzwert
180 überschritten .Sommer 2003 - kritische Ozonwerte - Stadt vernachlässigt Informationsaufgabe
Es erfolgte damals keine Information der Bevölkerung. Nachdem GOEST mehrfach darauf hingewiesen hatte und danach auch das Stadtradio das Thema aufgriff, ergriff die Ratsfraktion der Grünen eine Initiative und forderte von der Stadtverwaltung, diese Informationspflicht umzusetzen. Dann begann
eine Auseinandersetzung um die Frage, wer informieren muß und auf welche
Weise informiert werden soll , wenn die gesetzlichen Ozon-Grenzwerte überschritten
werdenSchließlich hat Stadtverwaltung zur Warnung vor hohen Ozonwerten auf
ihrer Homepage eine Infoseite über Ozon eingerichtet. Aufgrund der unzureichenden bzw. garnicht stattfindenden Information der Bevölkerung erfolgt eine Pressemitteilung der Grünen Ratsfraktion:
|