goettinger stadtinfo Uni Studiengebühren
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Allgemeines zur Einführung der Studiengebühr ab Februar 2003 Ca
4.500 Studierende in Göttingen müssen mit der Rückmeldung im Februar 500 Euro
plus 95 Euro Semestergebühren zahlen, die als "Langzeitstudiengebühr"
ab 14 Semester bezeichnet werden. Niedersachsen ist nach Baden Württemberg das
zweite Bundesland, das eine solche Gebühr einführt. Prima SPD-Regierungs-Beschluß
.... - Inzwischen rührt sich Widerstand und Protest dagegen. Nicht nur eine Info-VV
sondern auch Transparente beim offiziellen "DIES Academicus" und Infostände
und Transparente in der FußgängerInnenzone sind Ausdruck einer Gegeninitiative.Regelmäßiges
Treffen der Initiative: Jeden Donnerstag 16 Uhr im "Café Kollabs", Sozio
Ökonomicum, Ehemals Raum "Ü3" (tja das war einmal)"also
wer nicht zu arbeiten braucht um sein Studium zu finanzieren, schafft die Regelstudienzeit
und braucht nicht zahlen, die anderen die wenig Geld haben, dazu arbeiten müssen
und länger brauchen, dürfen dafür dann auch noch zusätzlich draufzahlen! | |
Mitglied der Basisgruppe SoWi zum Thema "Studiengebühren" 2003 Wir von der bgs (Basisgruppe Sowi) waren die einzigen Studies auf der Veranstaltung, auf der die Univerwaltung kürzlich die StudienberaterInnen unseres Fachbereichs zu Fragen der Einführung der Studiengebühren instruiert hat. Als Vertreter der Universität saß uns ein Angehöriger der zentralen Studienberatung gegenüber. Sein Tenor: Es gibt ein paar Sonder- und Ausnahmeregelungen, die für ein paar der Betroffenen nach dem 13. Semester noch ein, zwei Semester "bringen", aber im Großen und Ganzen hat der Vortragende (übrigens ein bekannter Rechter aus vergangenen Asten) diese Angelegenheit als eine sportliche Aufgabe dargestellt, die es durchzuziehen gilt. Erstmals werden alle der Uni zugänglichen Daten der etwa 5700 Betroffenen intern daraufhin durchgekämmt, was den Betroffenen als studienzeitverlängernd anerkannt werden könnte, z.B. Gremienzeiten, Urlaubssemester, eigene Kinder ... dann wartet man ab, welche Rückfragen kommen. Nach Aussage des Vortragenden wird die Uni binnen kurzem die Hälfte aller Betroffenen, also 10 -15% ihrer Studierenden "verlieren" - trotzdem werden es sich noch viele überlegen und Studiengebühren bezahlen ( ... und schön war die Zeit, ...). Auf die Frage, wie die durch die "Beratungen" (an unserer Fakultät sind ca. 700 Studies betroffen) entstehenden Mehrbelastungen für die Sekretärinnen kompensiert werden, schwieg er beredt. Offensichtlich können die StudienberaterInnen vor Ort sehen, wo sie bleiben. Die Parteidisziplin der SPD spielt hier möglicherweise auch eine Rolle, sind doch die meisten "GenossInnen" der SPD. .. und wir??? Und damit kommen wir zu uns, zu unserer studentischen Öffentlichkeit. Seit ein paar Jahren gibt es hier eine Tendenz, dass das, was "politisch" so abläuft, sich immer mehr von den studentischen Milieus entfernt hat, bzw. an den Stellen, wo es hier an der Uni noch nen Widerhall findet, sehr stark akademisiert wird. Motto (der kritischen Theorie entlehnt): unser ganzes Handeln und Denken ist so stark systembedingt vorgeprägt, dass wir bestenfalls Sachen ablehnen können, aber nie etwas selbst positiv in Angriff nehmen dürfen, weil wir damit sofort wieder systemkonform werden. Nach dem 11.9.2001 hat sich dieser Prozeß noch beschleunigt und weite Teile der Basisgruppen, die einstmals durchaus aktiv waren, haben sich in den Elfenbeinturm zurückgezogen ... und machen fast nichts mehr!!! - Auf der anderen Seite haben wir die Parteijugenden. Nun, da alle Parteien gegen Langzeitstudies sind, versuchen diese Leute im Vorfeld des Bundestagswahlkampfs natürlich, dieses Thema möglichst klein zu kochen. Außerdem ist die Form, in der die Hochschulgruppen diese Themen abhandeln, nicht geeignet, die Umfassenheit des staatlichen und gesellschaftlichen Zugriffs auf die Studierenden erkennbar werden zu lassen. Das ein Widerstand sich in diesem Fall generell gegen alle Parteien richten muß und trotzdem Roß und Reiter genannt werden müssen, mußte erst versucht werden zu vermitteln. Widerstand, das zeigt die Erfahrung, muß nicht immer fruchtlos bleiben. Selbst der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Albrecht (CDU) hat freiwillig auf den Bau einer atomaren Wiederaufarbeitungsanlage im Wendland verzichtet, nachdem ihm große Teile der Bevölkerung die Gdefolgschaft versagten. Bislang waren unsere Versuche, die Betroffenen selbst anzusprechen und zusammenzubringen relativ erfolglos . "Offiziell" dürfen uns die Sekretärinnen nicht helfen. (Leider) werden wir unsere Aktionsformen radikalisieren müssen, nach dem Motto: "es gibt kein ruhiges Hinterland ..." aber da solche Parolen als "Schnee von gestern" gelten, müssen wir eben unsere (!!!) Bildung und unsere (!!!) Verhältnisse verstärkt in die eigenen Hände nehmen ... da gibt es ja zahlreiche Vorbilder und es ist auch heute noch möglich, die "Verantwortlichen" damit unter Druck zu setzen. |
| Die
Zahlen der Betroffenen (nach der offiziellen Unistatistik des Wintersemesters 2001/2002) | ||||||||||||||
Semest / | The | Med | Phil | Math | Phys | Che | Geo | Bio | Forst | Agr | Wi | Sowi | Jur | Alle |
| (1) 1.- 5. Sem | 90 | 1241 | 1513 | 247 | 210 | 181 | 187 | 894 | 260 | 440 | 1369 | 1295 | 1072 | 8999 |
| (2) 6. - 10.Sem | 54 | 1010 | 740 | 106 | 108 | 92 | 107 | 423 | 123 | 228 | 714 | 621 | 795 | 5120 |
| (3) 11. - 13.Sem | 73 | 671 | 517 | 80 | 97 | 76 | 80 | 304 | 81 | 101 | 403 | 394 | 601 | 3488 |
| (3) in % von(1+2) | 51% | 30% | 23% | 23% | 31% | 28% | 27% | 23% | 21% | 15% | 19% | 20% | 32% | 25% |
| Summe 14. Sem und höher | 126 | 771 | 1251 | 125 | 225 | 139 | 221 | 616 | 116 | 248 | 579 | 809 | 604 | 5724 |
| in % von (1) - (3) | 58% | 26% | 45% | 29% | 54% | 40% | 59% | 38% | 25% | 32% | 23% | 35% | 25% | 33% |
Die Zahl der unmittelbar Betroffenen liegt also bei 5724! Ziehen wir etwa 10 Prozent ab, die mithilfe von Urlaubssemestern, Auslandsaufenthalten oder Tätigeiten in der Selbstverwaltung weitere Semester anerkannt bekommen, so bleiben ca. 5000 über. (1) Studierende im Grundstudium, (2) Studierende im Hauptstudium, (3) Studierende in der Prüfungsphase; wie sich unschwer an der Prozentzahl ablesen läßt, liegt die Zahl derjenigen, die ausgerechnet in der Prüfungsphase unter Zeitdruck gesetzt werden, immerhin bei 3500! Was bedeutet das für unsere Stadt? Ohne die Aussicht auf einen akademischen Abschluß - und damit schlechtere Berufsaussichten - wird in naher Zukunft der größte Teil der Betroffenen diese Stadt verlassen. Für die Verbleibenden wird sich die Uni zu einer Büffelschule wandeln. Neben dem Studium Geld verdienen wird dann nur noch sehr begrenzt möglich sein. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Finanzhaushalt, den Einzelhandel und das Kulturleben. Aber auch der Arbeits- und der Wohnungsmarkt werden sich verändern. Und wie sehen die Folgen für die Universität aus? Langzeitstudierende belasten den Hochschulbetrieb nicht zusätzlich, da sie ohnehin weniger die universitären Einrichtungen nutzen. Von ihren billigen Diensten als Hilfskräfte in Lehre und Forschung profitiert die Uni noch ganz direkt, aber auch viele andere Fähigkeiten, wie der gekonnte Umgang mit Computern zum Beispiel, oder Sprachfähigkeiten vermitteln, oder Theater spielen, und viele andere kommen der Uni und den ihr vorgelagerten Milieus zugute. Und inwiefern betrifft es uns Studierende direkt? Viele der heute noch im Studium vorhandenen Zwischenräume wie z.B. die Zeit für Arbeitsgruppen oder für ein Kennenlernen der Mitstudierenden oder z.B. die für ein längeres Praktikum werden schwinden, wenn der Universitätsbetrieb zu einer besseren Paukschule werden wird - wie es der SPD vorschwebt. Selbstständigkeit und Bürgerbewußtsein jedenfalls bleiben dabei auf der Strecke, die elterliche Abhängigkeit dagegen nimmt zu. Vor allem Studierende, für die die Finanzierung des Lebensunterhalts die Zeit fürs Studium hat knapper werden lassen bekommen jetzt Probleme - aber auch diejenigen, die anderen mit Sprachproblemen geholfen haben oder diejenigen, die viel Zeit für die universitäre Selbstverwaltung aufgebracht haben. |
Abstimmung über Boykott
gescheitert Podiumsdiskussion
zum Studiengebührenboykott 24.11.,17.45 Uhr ZHG 006, Infoveranstaltung
zum Studiengebührenboykott am Montag, 27.11. 18Uhr ZHG 006 600
Studierende bei Infoveranstaltung zum Boykott |
Ratschläge gegen Gebührenbescheide 11.02.02 Gute Nachricht: Es gibt aussichtsreiche Möglichkeiten, der Erhebung von Studien-Gebühren in Niedersachsen wirksam zu widersprechen. Also:
Was ist zu tun, wenn noch kein Gebührenbescheid vorhanden ist :
.. wenn schon ein Gebührenbescheid vorliegt :
.. wenn schon ein Widerspruchsbescheid
vorliegt : ..
wenn man sich nach dem 01.10.02 immatrikuliert hat und jetzt Gebühren ..
wenn man gegen das Gesetz insgesamt ist (was hoffentlich für alle zutrifft)
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