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Forum
Waageplatz-Viertel Der
Vertreter des Forums Waageplatz-Viertel (FWV) hat einen wunderbaren Redebeitrag
auf der Abschlußkundgebung der Demo gegen Sozialabbau am 18.7. gehalten!
Eine neue "Graswurzel-Bewegung" entsteht mit der Venetzung von
Nachbarschaftsgruppen! Wir dokumentieren deswegen den Redetext dankend
mit Zustimmung der Autor*innen.
Es reicht – Wir wollen einen tiefgreifenden Wandel für
soziale Gerechtigkeit Demo gegen Sozialkürzungen 18.07.2026 Hallo, ich bin vom Forum Waageplatz-Viertel
in der nördlichen Innenstadt. Gemeinsam mit dem Gesundheitskollektiv und
den Falken kämpfen wir für ein selbstverwaltetes Soziales Zentrum in der
alten JVA. Vor allem aber sind wir eine organisierte Nachbar*innenschaft. In der Nachbarschaft – dort wo wir leben – stellen
wir uns gegen Bevormundung und die Schwächung unsere Gemeinschaft. Dort
stärken wir den Zusammenhalt und selbstverwaltete Strukturen. Wir erleben tagtäglich bei und im Austausch
mit Nachbar*innen was es bedeutet, wenn die Regierung einem die letzten
Lebensgrundlagen entziehen will. Zu unserer wöchentlichen Nachbarschaftsküche
kommen auch immer wieder Menschen, deren Geld nicht mehr für Lebensmittel
reicht. Wenn Sozialleistungen gekürzt werden sind
es oft Familien, Vereine und soziale Netzwerke, die versuchen aufzufangen
was wegfällt. Diese Auslagerung von sozialen Aufgaben in die Gesellschaft
ist von den Eliten ausdrücklich gewollt. Nur so können sie das System
der Umverteilung von unten nach oben aufrechterhalten. Also fördern und
fordern sie soziales Engagement in der Gesellschaft – jedoch ohne Mitbestimmung
über das große Ganze zu geben. Die Regierungen tun viel dafür um zu verschleiern,
wie grausam ihre Politik gegen die Menschen ist. Auch hier vor Ort erleben wir diese staatliche
Strategie. Die Stadt Göttingen will keine starken, unabhängigen und solidarischen
Nachbarschaften wie unsere. Sie sagt, sie will Demokratie fördern. Stattdessen
fördert sie vor allem städtische und städtisch kontrollierte Projekte
und scheut wirkliche Demokratie von unten. Denn ja, als organisierte Nachbarschaft
positionieren wir uns politisch. Wir mischen uns ein, bei der Gestaltung
unseres Viertels, beim Umgang mit Obdachlosen, wir kämpfen für die Schaffung
solidarischer Orte. Wir kämpfen gemeinsam für ein Soziales Zentrum in
der ehemaligen JVA. Gut organisierte Nachbarschaften können
helfen, gemeinsam Angriffe abzuwehren, sowohl von Rechts
als auch von Oben. Heute stehen wir als Bündnis „Göttingen
gegen Kürzungen“ zusammen. Denn wir alle sind auf die eine oder andere
Art von einem dauerhaften, massiven Sozialabbau von oben betroffen. Wir
können es nicht oft genug sagen: Das lassen wir mit uns nicht machen! Doch eins ist auch klar: Wir wollen nicht
alle paar Jahre wegen der gleichen Kürzungsprobleme zusammenkommen müssen.
Wir wollen uns nicht immer wieder wundern, dass nach Wahlen nichts passiert
ist oder die Lage sich noch verschlimmert hat. Was wir wollen ist ein
nachhaltiger und tiefgreifender Wandel für soziale Gerechtigkeit. Daher
wollen wir den Aufbau und die Unterstützung von handlungsfähigen, selbstverwalteten
Strukturen von unten. Wir rufen euch auf, in euren Straßen und
Vierteln Teil einer organisierten Nachbarschaft zu werden und euch mit
uns zu vernetzen. An vielen Orten in Göttingen und im Umland gibt es bereits
Nachbarschaften wie unsere. Lasst uns voneinander lernen. Und lasst uns
darauf vertrauen, dass wir aus unseren organisierten Gemeinschaften heraus
Lösungen finden können. Und dass wir gemeinsam die Kraft haben, diese
umzusetzen. Doch jetzt erst mal: Weg mit den Kürzungen! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Veranstaltung des
FWV am Sonntag 19.7.
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