goettinger stadtinfo Arbeitwohlfahrt AWO Kritik an der AWO
Kritk an der AWO: verhindert die SPD-Hörigkeit den Protest? Auffällig zurückhaltend war die Arbeiterwohlfahrt (Verband für soziale Arbeit) während der gesamten Proteste gegen Sozialabbau, Sozialkahlschlag, Agenda 2010 usw. seit die SPD an der Regierung ist. Dabei werden die von der AWO betreuten Bereiche der sozialen Hilfe besonders
empfindlich von den Kürzungen getroffen und die Sparmaßnahmen fordern den Protest
geradezu heraus. Aber die AWO ist derart eng mit der SPD verbunden, dass sie in einer
unterwürfigen Haltung kritiklos alles hinnimmt. Auf die Frage "Wieso macht denn die
AWO eigentlich bei dem Protest nicht mit" antwortete ein intimer Kenner der Szene vor
einiger Zeit: "Man möchte der SPD nicht auf die Füsse treten". In der veröffentlichten Erklärung Reinhard Neubauers vom 22.7.04 heißt es u.a. 1. Als einer der größten und ersten Sozialverbände hat sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in ihrer Arbeitgeberfunktion aus dem Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) ausgeklinkt und damit entscheidend zu einer Entwicklung beigetragen, die, die relativ gesicherten Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen für das dort beschäftigte Personal verschlechtere. Das hatte konsequentermaßen katastrophale Auswirkungen auf die gesamte Branche sozialer Einrichtungen und Dienstleistungen. Unter anderem sind diesem schlechten Beispiel andere Wohlfahrtsverbände gefolgt, mit noch längst nicht absehbaren Folgen für sozial benachteiligte Personen, Rentner, Menschen mit Behinderungen usw.usf. Dass ausgerechnet die AWO in ihrer sozialdemokratisch verwurzelten Tradition und sozialer Verpflichtung hier eine Vorreiterrolle eingenommen hat, gereicht ihr absolut nicht zur Ehre. Es ist im Gegenteil höchst unangenehm als Mitglied dieser Organisation mit diesen Fakten konfrontiert zu werden und sich mit den Folgen daraus auseinandersetzen zu müssen. 2. Seit vielen Monaten entwickelt sich im Lande ein ernstzunehmender Massenprotest gegen den massivsten Sozialkahlschlag in der Geschichte dieser Republik vor allem gegen die Agenda 2010 der Rot/Grünen Bundesregierung. Getragen wird diese Gegenwehr vom DGB, zahlreichen Einzelgewerkschaften, Sozialverbänden, Globalisierungsgegnern, Einzelpersonen bis in kirchliche Kreise hinein. Bekannt ist, dass die Arbeiterwohlfahrt (AWO) an zahlreichen Vorschlägen mehr oder minder moderate Kritik geübt hat. In Gänze hat sie sich in ihrem Protest an der Agenda 2010 jedoch sehr zurückgehalten und gar öffentliche Scheite an der Regierung, bzw. der jeweils verantwortlichen Minister vornehm gemieden. Ja die Arbeiterwohlfahrt ist offenkundig zum Kanzlerwahlverein mutiert. Besonders ärgerlich ist, dass sich die AWO - Göttingen an den örtlichen Aktionstagen, an den Vorbereitungen zu den Großdemonstrationen am 01. November 2003 sowie zum 03. April 2004 in Berlin überhaupt nicht beteiligt hat, noch an den örtlichen Bündnissen gegen den Sozialkahlschlag oder am Göttinger Sozialforum beteiligt war oder zukünftig beteiligen will (?) 3. Die falsche Toleranz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegenüber der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der von ihr geführten Bundesregierung führt nun augenscheinlich zur Scheibchenweisen Absegnung und Unterstützung der Vorschläge die mit dem Begriff "Hartz-Vorschläge" gekennzeichnet sind und der Rentenvorschläge der so genannten"Rürup-Kommission. (...) Diese Politik will ich mit meinen AWO-Beiträgen nicht weiter unterstützen. (...) 22.Juli 2004, Reinhard Neubauer "
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