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- Hot Topic  Sonja
Eismann, 21.11.07 | 
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Veranstaltung Café
Kabale am Mittwoch, 21.11.07 20 Uhr : Lesung mit Sonja Eismann, Herausgeberin
des Readers "Hot topic" - Eine Textsammlung von 28 Autorinnen Der
hintere Raum im Kabale war wirklich zu klein für
die Veranstaltung; jedenfalls war der Raum proppenvoll. Netterweise wurde
das über Mikro Gesprochene in den Vorderraum auf Lautsprecher übertragen.
Sonja Eismann erläuterte den Entstehungszusammenhang des Buches als Versuch,
einen Anstoss für das zu geben, was als Dritte Welle des Feminismus
bezeichnet wird. Bestandteil dieser Dritten Welle ist das Aufbrechen der dichotomischen
Geschlechterrollenteilung, die Betonung auf Alltagskultur sowie Intergration von
Bewegungungen des Non-Profits, Nicht-kommerziellen, D.I.Y./ Do it Yourself in
Medien, Musik und Mode. Leider, so Eismann, wären ausgerechnet die Beiträge
mit Bezug auf soziale Klassen und Race - Diskussion nicht mit ins Buch hineingekommen,
weil die Autorinnen ihre Beiträge nicht geliefert hätten. In der Tat
war es uns auch schon bei der Lektüre aufgefallen, dass die Texte selten
klassenspezifische Sichtweisen reflektieren. Für
die Lesung hatte sie den Text "WANN? IST EGAL, ICH HABE IMMER ZEIT"
als ersten ausgewählt in dem Sätze vorkommen wie "Inzwischen ist
es aber in gewissen Kreisen fast schick geworden prekarisiert zu sein" und
Beschreibungen des Zweifels "Ist das noch Bohème oder schon Unterschicht?".
Etwas grenzwertig wenn auch sicher ironisch gemeint hingegen die Bemerkung "Wir
können unter der Woche lange ausgehen, und am Wochenende wenn die Idioten
unterwegs sind , zuhause bleiben." Jedenfalls konnten sich einige Frauen
im Publikum beim Vorlesen dieses Textes kaum Halten vor Lachen. Weniger kam
die Präsentation des Textes von Jutta Sommerbauer über die Rezeption
des Wortes "Feminismus" in Bulgarien an. Während der Text über
"Behaarung" wieder leichte Heiterkeit erzeugte. Auf Wunsch aus dem Publikum
wurde dann noch die Lesung eines zusätzlichen Textes zum Thema Abtreibung
gewünscht. Gelesen wurde der Text von Christiane Erharter die radikal offen
und subjektiv geschrieben hat. Eine
Diskussion kam leider nicht so richtig auf. Es hatte wohl auch kaum jemand das
Buch schon gelesen. Vielleicht kommt das später noch. Ankündigungstext
der Veranstalterinnen: "Seit der konservative Backlash offen in Form von
neuem Gebärzwang und alten Hausmütterchen-Doktrinen zutage tritt, besinnt
sich sogar der Mainstream wieder auf die Notwendigkeit des Feminismus. Dabei wird
gerne übersehen, dass es abseits des gemäßigten Feuilleton-Bekenntnisses
zur Geschlechtergleichheit eine Menge junger Frauen gibt, die sich den radikalen
"Luxus" eines feministischen Bewusstseins leisten und dies in verschiedensten
Formen leben.In der "Hot Topic"-Anthologie porträtieren diese Frauen ihre
Lebensrealitäten zwischen Abtreibung, Indie-Mutterschaft, Prekariats-Boheme,
queerem Coming-of-Age, Schönheits-Terror und Exotinnendasein im Musik- und
Medienbusiness. In Anlehnung an die Vielzahl anglo-amerikanischer Textsammlungen,
die hierzulande immer noch ihresgleichen suchen, destilliert dieser anekdotisch
angelegte Reader die gesellschaftspolitische Aussage aus dem privaten Erleben
und knüpft damit dort an, wo vor beinahe 10 Jahren der bis jetzt einzigartig
gebliebene Band "Lips Tits Hits Power" aufhörte." Inhalt
des Readers Einleitung
Sonja Eisenmann Sexualitat
/ Identität Cordula Thym, I'M HERE, I'M QUEER, UND ]ETZT?
Homophobie ist eine Strategie Das Thema ist hier Identitätsfindung
und die Entdeckung dass
der Zwang eine Identität zu formulieren schon eine Zumutung ist "oder
sollte ich aufhören mich überhaupt irgendwie zu labeln?"
Julia Roth, FRAUEN KÖRPER
- MÄNNERSACHE? Ein feministischer Blick auf Verhütungspraktiken
Sarah Diehl, AUCH DAS GEHÖRT
ZUM LEBEN DAZU Der Schwangerschaftsabbruch: das vernachlässigte Thema Sehr
gute Abhandlung über Schwangerschaftsabbruch - auch unter den heutigen Bedingungen
der "Zwangsberatung" wird der Druck zum schlechten Gewissen und die
Nichtbeteiligung der Männer an der Verantwortung kritisiert. Ausserdem der
wichtige Hinweis auf den Angriff von Seiten der Christlichen Fundamenntalistinnen.
Und die Aufforderung die modern daherkommenden Anti-Abtreibungs-Webseiten zu beachten
und etwas dagegen zu machen. Elena
Stöhi; I FEEL LIKE I HAD SHATTERED INTO A MILLION PIECES Grrrl Zines
und sexualisierte Gewalt Christiane
Erharter ICH HABE ABGETRIEBEN!Weil Biologie nicht Schicksal ist Sehr
persönliches Bekenntnis gleich mehrmals abgetrieben zu haben und die Erinnerung
daran, dass früher viele Frauen sich öffentlich dazu bekannt haben.
"Abtreibung kann doch nicht meine Art zu Verhüten sein".
Vina Yun, HARDCORE MIT HERZ
Beobachtungen zum D.i.Y-Porno Hier wird nicht
im SInne der PorNO - Kampagne gegen Pornos geschrieben sondern es wird berichtet
über lesbisch-queere Sexfilme in der Absicht dem kommerziellen (Hetero) Porno
selbstbestimmte Bilder entgegenzusetzen. Aber das DIY Prinzip und die Independend
Pornos sind schon im Mainstream angekommen - Kommerzielle Produkte bauen "auf
Punk-Ästhetik/Gothik-Style und DIY Attitüde und ist umweht von einem
Hauch feministischer Selbstbestimmtheit".
Bilder Li Gerhalter WIE ANGORA Körperbehaarung ist out
- und krause Politik Sarah Diehl, PRO-ANA WEBSITES Selbstbestimmung
in der anorektischen Selbstaufgabe Wenn
man nichts mehr kontrollieren kann kommt die Lust daran, den eigenen Körper
zu kontrollieren. Ina Freudenschuss,
MEIN KÖRPER, DER NEOLIBERALE KITT Essstörungen als gesellschaftliches
Symptom Birgit Binder LANG LEBEN DIE KÖNIGE! Vom Ereignis des >Kingen< Merkwürdig:
ein Mann liest diesen Text und versteht nix, zwei Frauen testen den Text und verstehen
ihn auf Anhieb. Medien /Arbeit Verena Kuni, CYBERPOPFEMINISMUS
Nutzen und Nachteil des Popfaktors von/für Cyberfeminismus Internet,
Virtual World, Feminismus auf der technischen Höhe der Zeit - im Grunde als
Projekt der Medienkunst. Versuche das "Pop" und das "Cyber"
zu erklären. Chris Köver, COUCH-POLITIK Wo in TV-Serien
in puncto Feminismus was zu holen ist Ein Beitrag der
beim Lesen zu mehrfachem herzlichen Lachen geführt hat - was darf mensch
mehr erwarten - dieser Beitrag sollte laut auf der Bühne vorgelesen werden.
Christiane Rösinger WANN? IST EGAL, ICH HABE IMMER ZEIT Das Leben
der Lo-Fi-Boheme Ironisch und beim lauten Vorlesen
zum Lachen reizend - Also hier spricht das akademische "Prekariat" -
irgendwie elitär trotz Armut - jedenfalls immer besser gebildet. Überwiegend
unbezahlt, ein bißchen bezahlt in Kultureinrichtungen und dann ein Brotjob
als Bedienung oder Kartenabreisserein. Ein Artikel der ursprünglich als Artikel
zur "Berliner Ökonomie" in der taz erscheinen sollte.
Katja Röckel, TAKE A SEAT AND LISTEN! Mrs. Pepsteins Welt im
freien Radio Elke Zobl, WEIL WIR ES SATT HABEN! GrrrlZines als Ort der
Selbstbestimmung
Do Jt Yourself/Aktivismus
Stephanie Müller PUTTING THE F-WORD ON THE FASH ION MAP Wenn Mode radikal
wird Crafting ... Hausarbeit, Häkeln, Stricken ist
im Kommen - Statt "Home sweet Home" werden Deckchen gestickt auf denen
steht "Homo sweet Homo", Do It Yourself - Modeproduktion - Beherrschung
und Reflexion der Codes - Mode und Alltag als Politik weil Bewußtsein und
Soziales prägend - gleichzeitig aber die politischen und ökonomischen
Determinanten mit reflektierend.
Aber die Crafting-Handwerkerinnen drohen auch abzugleiten eine Romantisierung
tradierter Rollen. Bettina Mooshammer,
Eva Trimmel, LADYFEST CAN SAVE Your Life ! ( Ladyspace als Strategie
feministischer Raumproduktion - auf jeden Fall Non-Profit,
nicht-kommerziell, Pia Thilmann SPIELREGELN FÜRS MÄNNERMIMEN
Drag Kings in der Populärkultur Britta Hoffarth BABY, BE MINE
Mutter-Sein und D.I.Y.-Musik -persönliche Widersprüche Jede
Menge Beispiele für Widersprüche einer Musikerin mit Kind und queer
Raphaela Kehl, Julia Wacker, Eva Zulauf MIMIKRY Sommermärchen -
eine optische Täuschung Feminismus/Alltag Julie Miess,
LEMMY, I'M A FEMINIST But J Love You All The Way Jutta Sommerbauer,
KEIN KONFLIKT, NIRGENDWO Gender und Feminismus zwischen Ost und West Sie
kam mit einer rosa Jacke aus Bulgarien, dort ist das normal - aber ihre Bande
fand das zuhause garnicht witzig so ohne Löcher und Buttons und dann diese
Farbe . dagegen meint sie: nicht so kleinlich sein. Karin
Harrasser WUNSCH, FEMINISTIN ZU WERDEN Nahräume politischen Handelns
Ute Hölzl, MEIN GANZ PERSÖNLICHES F-WORT Feminismus und Fußball
Musik/Präsentation Pauline Boudry WE ARE THE FRONT OF
LUXURY Die Band-Politics von Rhythm King And Her Friends CJra Völker,
PLATTEN STATT SCHMINKE AUFLEGENHp' Hop und Feminimus Rosa Reitsamer
ROAD TO NOWHEREWeiße Männlichkeitskonstruktionen im Rock und
Pop Barbara Schulz, DAS KLINGT JA SCHON GANZ ORDENTLICH Erfahrungen in
Bandkontexten Comics / Kurzbiographien
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