goettinger stadtinfo
Café Kabale Kabale
- Kollektivbetrieb >
Casino-Nacht - im ganzen Haus
Das Kabale arbeitet seit 15 Jahren getragen von einem Kollektiv. Es ist Café, Kneipe, Bar, Raum für Veranstaltungen, ein Kinocafé (im selben Gebäude ist das Lumiere) und auch ein Raum für Ausstellungen. Legendäre Veranstaltungen sind Casino-Abend, Motto-Parties, Roter Salon und das Sonntagsfrühstück. . Dienstags abends ist nur für Frauen geöffnet. Die FrauenLesbenkneipe ist fast so alt wie das Kabale-Kollektiv. Anfangs gab's den Frauenabend nur einmal im Monat, nun findet er schon seit vielen Jahren jeden Dienstag ab 20.30 Uhr statt und hat sich für eine gewisse Zeit zu einem echten Treff entwickelt. (Inzwischen wird aber gelegentlich ein schwächerer Zuspruch registriert). Der Rote Salon im Café Kabale ist ein seit dem Sommer 1999 regelmäßiger Partyevent in Göttingen. Techno - House - Electro sind die Styles, aufgelegt werden sie von Micha, Pief und U-lee, die sich manchmal von Gast-DJs unterstützen lassen.
Kabale feiert 20 jähriges Bestehen Das Kabale feierte sein 20 jähriges Bestehen mit Musik,inhaltlichen Veranstaltungen und einer Ausstellung. "Dazu sind alle eingeladen, die uns gut finden, gut finden was wir tun und uns auch in unseren politischen Entscheidungen unterstützen." Am gleichen war ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft und auch vor dem Kabalegarten fuhren hupende Autos vorbei. Am Eingang zu Kabale/Lumière/T-Keller prangten gemalte Verbotsschilder.
Auf einem anderen Schild war folgender Text zu lesen: "Liebe Gäste,
Wir feiern hier das Kabale Sommerfest , nicht die FußballWM der Herren.
Deswegem ,üssen Eure Fanartikel und entsprechendes Gegröle draußen
bleiben, Wer darauf keinen Bock hat, muss sich einen anderen Ort zum Feiern suchen."
Donnerstag 1.7. 19 Uhr im Roten Buchladen Vortrag und Diskussion mit Silke van Dyk (Soziologin und Aktivistin) zu Gegenstrategien als (neue) Systemressource? Grenzüberschreitung als Norm? - Problematisierung einer populären Zeitdiagnose.
Freitag 2.7., 22.30
Legendäre "Hipp-Bar" Samstag
3.7.:
20:00
Best of "Triebstau" Theater von Kollektivista ... Zusammenschnitt von Aufzeichnungen
Tango Jeden zweiten Freitag im Monat im Kabale / ab 20.30 Uhr
Vibes
and Bass |
| Mitarbeiterin
der AusländerInnenbehörde
wurde gebeten das Café zu verlassen Mitarbeiterin
der Ausländerbehörde fühlt sich im Kabale diskriminiert 2.4.10
/ Zurzeit finden zahlreiche Abschiebungen statt. Das bedeutet für die betroffenen
Menschen, dass sie in der Nacht durch die Polizei und MitarbeiterInnen der Ausländerbehörde
aufgesucht, in Autos verfrachtet und zum Abschiebeflughafen gebracht werden. Für
Flüchtlinge bedeutet dieser Zustand ein Teufelskreis aus Angst, Trauma, schlaflosen
Nächten. Betroffen sind insgesamt mehrere zehntausend Menschen in der Bundesrepublik.
In Göttingen gibt es vielfache Pproteste gegen die Abschiebungen. Das Café
Kabale präsentierte im März eine Ausstellung der Initiative "Kein Mensch ist illegal",
die in mehr als 90 Plakaten auf die Zumutung Illegalisierter und Flüchtlinge im
Alltag aufmerksam machte. Nun wollte eine Mitarbeiterin der Behörde, die
für die Ausweisungen zuständig ist in genau denselben Räumlichkeiten
frühstücken. Hierzu heisst es: Stellungnahme (Auszüge) des Café Kollektiv Kabale dazu, dass eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde zum Verlassen des Cafés aufgefordert wurde. 22.4.2010
(...) Es stimmt, dass ein Kollektivmitglied im März eine Mitarbeiterin der
Ausländerbehörde gebeten hat, das Café Kabale zu verlassen. Und
es stimmt auch, dass es mit ihrer Tätigkeit in der Ausländerbehörde
zu tun hatte. Dass wir (neben anderen emanzipatorischen Ansprüchen) auch ein antirassistisches Café sind, hätte die Mitarbeiterin der Ausländerbehörde wissen können und müssen. Zu dem Zeitpunkt, als sie bei uns frühstücken wollte, hingen in unserem Café, gut sichtbar für alle, die Ankündigungsplakate für die Plakatausstellung "Kein Mensch ist illegal", die über zwei Wochen in unseren Räumen gezeigt wurde, aus. Diese Ausstellung thematisiert die Unmenschlichkeit deutscher Abschiebebehörden und ihrer Ausgrenzungspolitik. Wenn die Mitarbeiterin es ernst meinen würde, mit der Aussage, sie sei keine Rassistin (...) sollte sie sich grundlegend Gedanken darüber machen, was sie 8 Stunden am Tag in ihrem Büro macht, um es danach fein säuberlich von den wenigen restlichen Stunden ihres Tages zu trennen. Es ist wohl auf Anhieb nachvollziehbar, dass Betroffene der Abschiebemaschinerie diese Trennung nicht machen können, da die Konsequenzen der deutschen Asylpolitik sie in all ihren Lebensbereichen verfolgen – auch dann, wenn sie ihre Sachbearbeiterin in einem für sie offenen Raum beim Frühstück begegnen. (...) Die vollständige Stellungnahme befindet sich auf der Kabale-Webseite Café in der ökonomischen Krise 30.6.08 / Im Juni 2008 startet das Café-Kollektiv Kabale einen Hilferuf, der in der Göttinger Drucksache vom 27.6.08 abgedruckt wurde. Während
zu den Frühstückszeiten am Sonntag, vor den Kinozeiten des nachbarschaftlichen
Lumières oder den Parties der Laden voll ist, so wird in diesem Hilferuf
beklagt, sei in den übrigen Zeiten eine "gähnende Leere" festzustellen,
"denn die Geschäfte laufen mies! Die Nachmittags-nen-Kaffee und die
Abends-noch-ein -Bierchen Kundschaft bleibt aus". Anmerkung: Irgendwie scheint uns das keine ausreichende Strategie zur Gewinnung neuer Gäste zu sein. Vielleicht müßte auch der Betrieb sich verändern und nicht nur die Gäste?
Kabale - Erinnerung an die Chansonsängerin Barabara Über dem Schild "Kabale" hängt am Haus Geismar Landstr. 19 eine Marmortafel, die an eine der berühmtesten französischen Chansonsängerinnen erinnert: Barbara, mit bürgerlichem Namen Monique Serf, hatte 1964 während eines Gastspiels in diesem Haus (damals beherbergte es das Junge Theater) das später weltweit bekannt gewordene Chanson "Göttingen" komponiert". Als Sängerin schaffte es Barbara 1986 sogar zu einem Auftritt in der Metropolitan Opera in New York.
Die
Chansonsängerin Barbara (1930-1997) ist Trägerin der Ehrenmedaille der Stadt,
die ihr 1988 verliehen wurde. Sie hatte 1964 in Göttingen im Gebäude
Geismar Landstr. 19 wo damals das Junge Theater untergebracht war (weswegen es
auch heute noch dort den Theaterkeller gibt ) ein Lied komponiert, das in Frankreich
fast jede/r kennt und das auf herzergreifende Weise die Trauer über den Krieg
und die Hoffnung, dass so etwas nie wieder kommen möge - besingt. In einer Pressemitteilung schreibt die Stadt Göttingen am 8.6.2010: An Göttingens berühmteste Botschafterin der Völkerverständigung erinnern die Gedenktafel am heutigen Lumière (früher Junges Theater), Geismar Landstraße 19, und die Barbarastraße (Zietenterrassen).." Anmerkung der Red.: Die Gedenktafel ist an der Außenwand des Café Kabale, nicht des Lumière angebracht. Barbara "Vom 16. September bis zum 11. Oktober gibt sie Konzerte im Théâtre du Châtelet. Sie hat "Si d'amour à mort" geschrieben und tritt alle Rechte und Erlöse für dieses Stück an ACT UP (Aids Coalition To Unleash Power) ab. Zu der Zeit gab es nach dem New Yorker Vorbild weltweit sehr viele ACT UP-Gruppen, die auch mit Demonstrationen und "zivilem Ungehorsam" auf die Mißstände im Umgang mit der Immunschwächekrankheit aufmerksam machten." "Am 1. Dezember (dem jährlichen Welt-AIDS-Tag) kündigt sie an, sich ein Jahr lang nur dem Kampf gegen AIDS zu widmen. Sie besucht Kranke in Krankenhäusern und singt in Gefängnissen. (zit. >>Hommage á Barbara)
In einer Strophe des Liedes heißt es "Gewiß, dort gibt es keine Seine und auch den Wald nicht von Vincennes, doch sah ich nur so schöne Rosen in Göttingen, in Göttingen."
|