Welt-Klimaschutztag 2010 - 4. Dezember Während in Mexico/Cacun Regierungsvertreter tagen, ohne in Sachen Schutz vor der Klimakatastrophe voranzukommen, regen sich immer mehr Initiativen, die mit einfachem Menschenverstand und engagierten ExpertInnen zu diesem Thema aktiv werden. Die Klimafrage ist ein globales Problem und für viele Menschen ein Überlebensthema. Wenn die Rodung der Regenwälder und der Ausstoß von Treibhausgasen nicht gestoppt wird, dann wird die Erderwärmung um mehr als 2 °C zunehmen. Und schon jetzt ist klar, dass der Meeresspiegel um 1 Meter steigen wird, was für viele Inselstaaten das Ende ihrer Existenz bedeutet. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Klimaflüchtlinge zu, die infolge von Überschwemmungen an Land ihre Heimat verlassen. Erwärmung führt ebenso zu mehr Stürmen. Wenn durch die Erwärmung die Pole abschmelzen und der Golfstrom dadurch beeinträchtigt wird, dann Gute Nacht.
Besonders kenntnisreich in Sachen Klimaschutz sind in Göttingen Prof. Dr. Christian Jooß (Bürgerbewegung für Kryorecycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz) und Dipl. Phys. Jonas Norpoth (AG Klima) die am 3.12.10 zum Thema "Der internationale Klimaschutzprozess: Von Rio über Kyoto, Kopenhagen nach Cancún" referierten. Unterstützung erhalten sie jeweils am Klimatag von den Naturfreunde e.V. in Göttingen wo sich auch ab und zu die AG Klima trifft. Die Initiative stellte sich am Sonntag den 5.12.10 in der Sendung "gut und quer" von Marco Woltermann ausführlich vor.
Klimaschutz durch Senkung des Energieverbrauchs in Schulen 1.12.10 Die Stadt Göttingen war im Wettlauf um Fördergelder zum Klimaschutz erfolgreich. Nach Göttingen fließen in den nächsten drei Jahren 1,4 Mio. EUR Fördergelder zur Sanierung der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS). Die Stadt muss die Mittel mit der gleichen Summe kofinanzieren. Bei der Gebäudesanierung sollen die Neubaustandards auch nach der Energieeinsparverordnung 2009 noch unterschritten werden. Zukünftig wird der gesamte Gebäudekomplex mit Wärme und Warmwasser durch ein neues Biogas-Blockheizkraftwerk über Fernwärmeleitungen versorgt. Mit den genannten Maßnahmen wird der Primärenergiebedarf der Schulgebäude um etwa 80 Prozent reduziert. Diese große Schule gehört aktuell zu den städtischen Gebäudekomplexen mit den höchsten Energieverbräuchen. Meyer wies darauf hin, dass die energetische Sanierung von Gebäuden auch in Zeiten knapper Mittel vorangetrieben werde. Energieagentur Göttingen - Förderung Regenerativer Energien Die
Energieagentur
Region Göttingen e.V. hat ihren Sitz in der Berliner Str. 2, 37073 Göttingen
(VGH-Gebäude, Eingang Maschmühlenweg) , sie ist ein gemeinnütziger, eingetragener
Verein. Geschäftsführerin Doreen Fragel, der EnergieagenturMitglieder sind Stadt
und Landkreis Göttingen, Unternehmen, Kommunen, Verbände, Vereine und Privatpersonen.
Vorsitzende: Christel Wemheuer (Die Grünen / Kreisrätin des Landkreises)
Stellv. Vorsitzender: Thomas Dienberg (Stadtbaurat Stadt Göttingen) Schatzmeister:
Uwe Maier (Sparkasse Göttingen), Schriftführer: Gerhard Weideling (Stadtwerke
Göttingen AG) Beisitzer: Günther Geese (Beratende Ingenieure Geese) Beisitzer:
Ezra W. Kurth (Energiewendekomitee e.V.) Beisitzer: Wolfgang Regenhardt (SHK Innung
Südniedersachsen - Kreishandwerkerschaft. Klimaschutzsiedlung Investorenauswahlverfahren kann gestartet werden. Bebaut werden soll ein rund zwei Hektar großes, nach Südwesten ausgerichtetes Areal zwischen Von - Witzleben - Straße, Julius - Leber - Weg und Barbarastraße auf den Zietenterrassen in Göttingen - Geismar. Passivhausbauweise soll in Kombination mit einer großen Solarenergieerzeugung "Energieplushäuser" entstehen lassen. Die Gebäude sollen also insgesamt mehr Energie produzieren als in ihren Haushalten verbraucht wird. CO2-Emissionen, die von den Häusern ausgehen, müssen dadurch - so das Ziel der Stadt - mehr als kompensiert werden. Ermöglicht werden sollen neben dem Geschosswohnungsbau auch andere verdichtete Baustrukturen wie Reihenhäuser oder sogenannte gestapelte Einfamilienhäuser. Die politischen Beratungen über das Projekt begannen am 25.11.10 mit der förmlichen Beteiligung des Ortsrates Geismar, Anschließend folgen Beratungen im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke und am 20. Dezember im Verwaltungsausschuss. | ||||||
Klimaschutzprogramm 7.6.2010 : Wasserwerk Stegemühle in der Kiesseestraße 137, öffentliche Veranstaltung 19 Uhr, Es werden die Ergebnisse aller Arbeiten für das Göttinger Klimaschutzprogramm vorgestellt. Akteure aus der Industrie, der Energieversorgung, dem Dienstleistungssektor - und der Wohnungswirtschaft sowie Vertreter verschiedener Interessengruppen - so der Plan - sollen in den nächsten zehn Jahren den CO2-Ausstoß im Stadtgebiet Göttingen senken. Neben Vertretern der verschiedenen Arbeitsgruppen werden auch die Stadt Göttingen, die Stadtwerke Göttingen AG und die Georg-August-Universität Göttingen als Träger des Klimaschutzprogramms ihre Maßnahmen präsentieren.
Integriertes Klimaschutzkonzept Mai 2010
Stellungnahme Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland B.U.N.D. 2.6.10
/ "In Göttingen wurde in einem groß angelegten, aufwendig moderierten
Arbeitsprozess ein sogenanntes Integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Göttingen
erarbeitet. Für dieses Projekt wurde zwar eine handverlesene Teilnehmerrunde geladen,
aber an der Mehrheit der Bevölkerung ist dies Engagement bis heute vorbeigegangen.
Die Ergebnisse des Göttinger Klimaschutzkonzeptes werden nun am 7.6. um 19 Uhr
im Wasserwerk Stegemühle in der Kiesseestraße 137 vorgestellt. Der BUND empfiehlt
allen Bürgerinnen und Bürgern, sich über das Projekt zu informieren. Die Stadt
Göttingen hat sich bereits 1991 durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis zur
Minderung der CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent verpflichtet. Trotz des bereits
langen Arbeitsprozesses gibt es wichtige Punkte mit erheblichem Klimaschutzpotential,
die bisher außer Acht gelassen wurden. Nach Meinung des BUND kann das jetzt vorliegende
Ergebnis nicht als Integriertes Klimaschutzkonzept bezeichnet werden. Von den
Arbeitsgruppen sowie den Projektträgern Stadt, Stadtwerke und Uni wurden vielfältige
Ideen und Vorschläge entwickelt. Die vom Klima-Bündnis formulierten Ziele können
jedoch nur unter Einbeziehung und in Mit-Trägerschaft der Bürgerinnen und Bürger
erreicht werden. Klimaschutz geht uns alle an! Eine öffentliche und transparente
Arbeitsweise sowie die klare Definition der Ziele und der Maßnahmen-Umsetzung
sind dabei ebenso wichtig wie öffentliche Foren und konkrete AnsprechpartnerInnen.
Völlig unverständlich für den BUND ist auch, dass der Straßenverkehr als wichtiger
Faktor im lokalen Klimaschutzbemühen bisher im Rahmen des Projektes noch nicht
berücksichtigt wurde. Außerdem gibt der BUND zu bedenken, dass alle bisherigen
Maßnahmen und Ziele des Klimaschutzkonzeptes lediglich auf eine CO2-Reduktion
ausgerichtet sind. Um Klima und Umwelt zu schützen, muss über die alleinige CO2-Reduktion
hinaus geschaut werden. So sind Aspekte der Nachhaltigkeit und der Biodiversität
in Bezug auf den Schutz von Natur, Landschaft, Gewässer und Boden ebenso zu beachten
wie auch die Luftreinhaltung, der Schadstoffeintrag, die Treibhausgasemissionen
und die Flächennutzung. Generell müssen diejenige Maßnahmen Vorrang haben, die
nachhaltige Ergebnisse erzielen, selbst wenn dies zunächst zu Lasten der Wirtschaftlichkeit
geht. Neben effizienten Lösungsansätzen ist an erster Stelle ein geringer Ressourcen-
und Energieverbrauch anzustreben. Letztlich entscheidend ist, dass die entwickelten
Maßnahmen auch umgesetzt werden. Dies muss durch ein konsequentes Monitoring prüfbar
erfolgen. Hierzu gehört eine offen zugängliche Dokumentation gerade auch bezüglich
der Wirkungen. Der BUND fordert, dass die Öffentlichkeit über den Stand der Umsetzung
ständig informiert wird."
Stellungnahme
Stadt und Planung Göttingen e.V. zur Klimaschutzinitiative Auszüge:
"Innerhalb der Einschränkung auf die Trägereinrichtungen ist in keiner Weise einsichtig, weshalb der Fuhrpark, bzw. der ganze Mobilitätsbereich, ausgeschlossen wurde. Dieser Bereich ist i.d.R. für einen CO2-Ausstoss von der Grössenordnung 25 % verantwortlich und darf deshalb nicht ausgeklammert werden." - "Im Bereich der Stadtplanung, bzw. Bauleitplanung kann der Mobilitätsbereich gar nicht ausgegrenzt werden, da dieser Sektor einen sehr hohen Anteil an Energie verbraucht und einer der grössten Schadstoffproduzenten ist. Hier müssen über intelligente Nutzungsdurchmischung und attraktive Angebote für Fussgänger und Radfahrer sowie Restriktionen für den MIV im Wohnbereich deutliche Änderungen der aktuellen Verhältnisse erfolgen." "Ein
aktuelles Beispiel ist die ökologisch widersinnige Förderung der energetischen
Nutzung von Biomasse. Dadurch wird die Feldflur
zersiedelt und die Biodiversität von land- und forstwirtschaftlich genutzten
Räumen weiter reduziert, die Abhängigkeit von ausserregionalen Nahrungs-
und Futtermittelimporten vergrössert und nicht zuletzt auch Kapital gebunden,
das sinnvoller in die energetische Gebäudesanierung fliessen sollte." Es fällt auf, dass im ganzen Programm der Begriff "Sonnenkollektor" überhaupt nicht und der Begriff "Solarthermie" gerade ein Mal auftreten. Warum wird dieser äusserst effektiven, robusten und günstigen Technologie so wenig Wert beigemessen? Dieses Potential muss in der Prioritätenfolge noch vor der Photovoltaik genutzt werden! Mit den wärmeren Sommern haben immer mehr "Klimageräte", also Raumkühler, in den Wohn- und Arbeitsgebäuden Einzug gehalten. Diese haben meist einen sehr hohen Strombedarf. Durch eine geschickte Architektur können Gebäude aber problemlos ohne diese Stromfresser auskommen. Über eine gute Weiterbildung der Baufachleute, eine frühzeitige Beratung der Investoren und planungs- und baurechtliche Vorgaben können massive Fehlentwicklung (wie sie beispielsweise in den USA beobachtet werden können) vermieden werden. da Göttingen in den letzten Jahren aber das Strassennetz massiv ausgebaut und ständig neue Beleuchtungsabschnitte eingerichtet hat, könnte der übliche Effekt eintreten, dass trotz Reduktion am Einzelobjekt die Gesamtheit die Bilanz dann doch wieder betrüblich erscheinen lässt. | |||
Veranstaltungen zum Klimaschutz seit 2005
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