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Kunstsammlung der Universität Göttingen
Ausstellungseröffnung Das Auditorium in der Weender Str. Ecke Nikolausberger Weg beherbergt seit 1987 eine beachtliche Sammlung von 300 Gemälden, 2.500 Zeichnungen, 30 Skulpturen und 15.000 Blatt Druckgraphiken.
Die Kunstsammlung an der Uni Göttingen geht zurück auf das 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 wurde durch die Uffenbachsche Stiftung der "Grundstein" gelegt und 1796 kamen aus dem Nachlaß von Johann Wilhelm Zschorn 270 Gemälde hinzu. Die Gemälde wurden nicht immer der Öffentlichkeit zugänglich gehalten, so wie das Zschorn testamentarisch festgehalten hatte. Meist lagerten die Werke unter Ausschluß der Öffentlichkeit. In der wunderbar renovierten 2. Etage des Auditoriums entsteht nun eine würdige öffentlich zugängliche Galerie für die vernachlässigten Werke.
Die Werke der Kunstsammlung sind im Internet zu bewundern Gemälde:
Das Projekt "OPAL Niedersachsen" stellt über 23.000 Kulturgüter des
Landes Niedersachsen online zur Verfügung, darunter auch die Kunstsammlung
der Uni Göttingen. Auf der Seite
Zeichnungen: Die Zeichnungssammlung
beinhaltet u.a. 2200 Zeichnungen vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
in den "Bereichen der altdeutschen und niederländischen Zeichenkunst,
aber auch auf deutschen Zeichnungen des 19.
Jahrhunderts." Die Zeichnungen
sind zu
finden auf der Seite Die "Papierausstellung" ist zu sehen auf einer >>Seite der SUB
Restaurierungen Während der Sanierung des Auditorium-Gebäudes mußten die dort gelagerten Schätze der Kunstsammlung ausgelagert werden und blieben eine Zeitlang in der SUB. Da 2011 die Sammlung in Form einer dauerhaften Gemäldegalerie der Universität der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll wurden die Werke auf ihren Zustand hin untersucht. Diplom Restauratorin Dr. Bettina Achsel stellte an 200 Gemälden und Skulpturen Schäden fest. "Die bis zu 700 Jahre alten Kunstwerke sind vom Schimmel befallen, vergilbt, verbeult und weisen akute Schäden an Bildträgern und Malschichten auf. "
Für
die aufwendigen Arbeiten der Restaurierung sucht die Universität nun SpenderInnen,
die Patenschaften für einzelne Bilder übernehmen oder im Rahmen einer
Mitgliedschaft im "Freundeskreis Kunstsammlung der Universität Göttingen
e.V." zum Erhalt der Kunstsammlung beitragen. | |||||||||||||||
"Tom
Drake Bennet - Neuer Blick auf alte Meister" 29.10.10 Der englisch-irische Maler Tom Drake Bennett (*1952) schuf "in engster Auseinandersetzung mit acht Meisterwerken der Kunstsammlung der Universität" einen "Neuen Blick" auf die "Alten Meister".
Nun sollte man nicht meinen - darauf wies Bennett im Gespräch hin - es handele sich um ein Suchspiel, bei dem es darum ginge wo denn dieses oder jenes Puzzel rechts auch links auftauche. Bennett reduzierte die Wiedergabe der Bilder, die ihm als Reproduktionen zur Arbeit vorlagen, auf Flächenstrukturen und Farbkombinationen. Bennetts Bilder sind einerseits Destruktion, andererseits ein Herausheben originaler Bestandteile, die in ihrer Isolation ein abstraktes Miteinander ergeben. D.h. Bennet nimmt einen Teil maßgetreu in Größe, Lage und Form aus dem Original und sein Bild wirkt nun wie ein Extrakt mit eigener ästhetischer Wirkung. Aufschlußreich in diesem Zusammenhang war der Hinweis, Tom Drake Bennett habe 2010 etwas unter dem Titel "Transatlantic Poetry of Colour" erarbeitet. Poesie der Farben erfordert Auswahl, Farben, die in extrahierte isolierte Teilformen der Alten Meister gegossen sind und das räumliche Bild auslöschen, die Ästhetik einzelner Formen bewahren und sie ergänzen mit der Poesie der Farben. So könnte man Bennetts Dialog mit den Alten Meistern verstehen.
"Je mehr man sich aber in seine Malerei hineinschaut, desto mehr wird man begreifen, dass tatsächlich die abstrakten Formen und das, was mit ihnen geschieht, sein Thema sind. Gleichzeitig allerdings kann, wer diese Stille respektiert, eine Bildbetrachtung aus dem sprachlichen Rückzug heraus wagt und versucht, die Fremdheit dieser Bilder außerhalb solcher kolonisierenden Begriffe wie etwa »innere Landschaft«, »emotionale Kartografie« oder »organische Abstraktion« zu betrachten, nach einer Weile auch ahnen, warum es dem Künstler so wichtig ist, sein Geheimnis zu hüten." (>> Doris von Drathen"Tom Drake Bennett: Im Exil der Sprache" - Siehe auch das Buch "Tom Drake Bennett, 2002-2003 von Horst Bredekamp, Doris Von Drathen, Hatje Cantz, Tom Drake Bennett". In einem Text des Kunstegeschichtlichen Seminars, der eine Veranstaltung zur Ausstellung mit Kurator Prof. Dr. Werner Schnell am 7.11.10 angekündigt hatte hieß es u.a.: "die Bilder, die Die Gemälde aus dem 15. und 17. Jahrhundert kopierte Bennett nicht im klassischen Sinn, nutzte aber auch nicht Bildelemente als ‚Bildzitat’, dessen Herkunft immer mit gewusst sein muss, um den intendierten Bildsinn auf die Spur zu kommen. Vielmehr isolierte Drake Bennett aus den Bildern Ruysdaels, Bruegels oder Botticinis u.a. ausgewählte Formkonstellationen, um sie in formatgleiche Bilder zu integrieren, die ganz auf die Fläche gestellt sind, auch wenn die Quelle dafür noch so körper- oder raumillusionierend gemalt ist. Die paarig ausgestellten Bilder, die mehr als vierhundert Jahre trennen, werden auf ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin betrachtet, um das Besondere in der Auseinandersetzung Drake Bennetts mit der Tradition der europäischen Malerei zu erkennen." (Zit. Quelle)
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