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Kunstverein

Kunstverein: gotmarstraße 1 D-37073 göttingen telefon/fax: (+49) 551 - 44 8 99 e-mail: info@kunstvereingoettingen.de postanschrift: postfach 25 18 D-37015 göttingen büro-öffnungszeiten: di./do. 15.00 - 18.30 uhr
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Ausstellung "Possessions" Sofia Hultén 2006
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Gollwitzer /Roepstorff / Rieve 2006 "Reality in General is Almost Unavoidable"
> Äkos Birkäs - Werke 1975 bis 2006« März/April 2007

Ausstellung Philipp Messner "Unknown Again"
21. April - 17. Juni 2012

Ausstellungseröffnung 21 April 2012 17.00 Uhr Altes Rathaus Markt 9 ,Öffnungszeiten Di – So 11.00 bis 17.00 Uhr

Kuratiert von Laura Schleussner

VeranstalterInnentext:
Das nachgebaute trojanische Pferd von Philipp Messner ist zugleich Ausgangspunkt und Herzstück seiner Ausstellung "Unknown Again" im Göttinger Kunstverein, in der er sich mit den Grenzen zwischen dem Virtuellen und dem Materiellen, dem Illusionären und dem Konkreten auseinandersetzt. Am Eröffnungstag wird das über-lebensgroße hölzerne Pferd in einer feierlichen Prozession durch die Straßen der Göttinger Altstadt geschoben und dann im mittelalterlichen Bau des Alten Rathauses aufgebaut. Ursprünglich aus dem Epos Homers stammend ist das trojanische Pferd heute als ein Computervirus bekannt, das sich bei seinem Wirt einnistet und dort Verwüstungen anrichtet. Zwar wird die Bedrohung, die möglicherweise von Messners Pferd ausgeht nicht näher benannt, aber eine ähnliche Täuschung wird suggeriert: das Pferd steht für etwas, das man arglos in seine Mitte nimmt und erst später als Köder und Falle erkennt. Das Alte Rathaus selbst verwandelt Messner in einen hermetisch versiegelten Raum, indem er Fenster und Türen abdeckt. Von außen mit zwei schwarz-weißen Fahnen gekennzeichnet, wird das mittelalterliche Bauwerk so in eine Reihe von Videovorführungsräumen verwandelt – in einen metaphorischen "Pferdebauch", in dem an verschiedenen Stellen experimentelle Videoarbeiten zu sehen sind. In einer der Arbeiten ertastet eine große Hand die inneren Grenzen des Monitors.
Ein anderes Werk zeigt einen Turm von acht Monitoren mit Aufnahmen von einer "Occupy Wall Street"-Kundgebung. Die von Youtube.com stammenden Filme mit ihrem persönlich-individuellen Blick bilden ein multiperspektivisches Monument. In einer weiteren Arbeit sehen wir, wie eine Anstecknadel mit dem symbolisch aufgeladenen SS-Totenkopf von einem Zug überfahren und platt gewalzt wird. Die grobe Qualität der Videos fällt auf. Eine geringe Auflösung, die Verwendung von Handkameras sowie beiläufige Hintergrundgespräche untergraben jeden Eindruck von Ikonisierung und verleihen den Filmen eine fast haptische Qualität. Die Installation als Ganzes veweist auf eine Verlagerung der Position des Betrachters. Charakteristisch für die zuletzt entstandenen dreidimensionalen Objekte und Installationen des Künstlers mit ihren spiegelnden Oberflächen und der reduzierten Ästhetik war der Blick von Außen. Im Gegensatz dazu ist Messners "Unknown Again" ein Blick aus dem Inneren, ein virtuelles Testgelände und Reaktion auf unsere digital vermittelte Erfahrung des Alltags. Jenseits aller Kritik an den Möglichkeiten des Bildes, Wahrheit zu kommunizieren oder Wirklichkeit abzubilden nimmt die Ausstellung eine skeptische Position ein und fragt, in welchem Ausmaß wir von der Dynamik einer vom (medialen) Bild dominierten Kultur vereinnahmt sind. Was wir sehen oder glauben zu sehen, ist letztendlich immer komplexer, ist immer vielschichtiger kodiert, als es anfangs scheint. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich selbst das gewaltige trojanische Pferd als einfacher Esel, dem eine Möhre am Stock vor der Nase baumelt und ihn vorwärts lockt. So nimmt die Aufführung, in der das Tier durch die Straßen geführt wird – ein Akt, der an eine Demonstration oder eine Parade erinnert – absurde Dimensionen an. Doch wie im Don Quijote, aus dem er entlehnt ist, erweist sich der Esel mit der Möhre auch hier als ein äußerst widerständiger Akteur. Als Köder und selbständig Handelnder zugleich ist Messners Esel ein augenzwinkerndes Statement über die Widerspenstigkeit des Bildes. Mit "Unknown Again" lädt Messner den Betrachter dazu ein, dem Esel auf seinem verschlungenen Pfad von der Welt der halluzinierten Erfahrungen in den verdunkelten Raum der isolierten Bilder zu folgen.

Begleitprogramm 29. April, 6. Mai und 13. Mai 2012

Kostenlose Führungen durch die Ausstellung an diesen Sonntage jeweils um 15.00 Uhr. Mit der Kunsthistorikerin Stephanie Fiedel

Dienstag, 22. Mai 2012 NACHTCAFÉ 19.00 Uhr mit Philipp Messner und Dr. Sabine Hess Zum abendlichen Nachtcafé in der Ausstellung von Philipp Messner stellt sich der Künstler den Fragen der anwesenden Teilnehmer/innen. In einer Gesprächsrunde – in entspannter Atmosphäre und bei einem guten Trofpen Wein – bietet sich Ihnen unter der Moderation von Frau Dr. Sabine Hess (Professorin für Kulturantropologie Universität Göttingen) die Gelegenheit, Philipp Messner zu seinem künstlerischen Werdegang und zu den Inhalten seiner Kunst zu befragen. Eintritt 5 euro / 3 euro (Mitglieder)

Freitag 01. Juni 2012 19.00 Uhr GEGENÜBER mit Anja Marrack In dieser Abendveranstaltung werden die Kunstwerke der Ausstellung von Philipp Messner im Rahmen einer thematischen Führung mit Klassikern der Kunst konfrontiert und bei einem guten Glas Sekt oder Wein mit den Teilnehmern diskutiert. Eintritt 5 euro / 3 euro (Mitglieder)

KUNSTVERMITTLUNG Schulklassen aller Alterstufen, aber auch schon KiTas und Krippen bietet das Projekt KUNSTTRANSFER ein vielfältiges Kunstvermittlungsprogramm – von Ausstellungsbesuchen, thematischen Aktionstagen, Medienworkshops bis hin zu Ateliereinheiten. Zu jeder Ausstellung finden auch Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Studierende statt. . Für Informationen/Anmeldung wenden Sie sich bitte an Anja Marrack, Leitung Kunstvermittlung kunstvermittlung@kunstvereingoettingen.de Tel: 0551 / 54 18 46 (Di-Fr 10-15 Uhr) Tel: 0551 / 44 5 73 (Anrufbeantworter)

 

Adventure, Courage, Love and Friendship" Solo show
Video/Installationen Mai Yamashita und Naoto Kobayashi 27.2.-17.4.11

Video/Installationen des japanischen Künstlerduos Mai Yamashita und Naoto Kobayashi. Ausstellung des Kunstvereins im Saal des Alten Rathauses. Die Videoprojekte der beiden Künstler entspringen "der selbst gestellten und bis ins letzte konsequent durchgeführten Aufgabe, das Leben nach eigenen Spielregeln angenehmer, aufregender und bedeutungsvoller zu gestalten."

Wie ist ein Kunstwerk zu bewerten, bei dessen Anblick man kurz erstaunt stockt und dann herzhaft lacht oder zumindes vergnüglich kichert? Und wie ist eine Ausstellung zu bewerten bei der einem das gleich mehrfach passiert und die man Ende ein klein wenig leichter verlässt als man gekommen war?

Überraschung 1: Das Künstlerduo hat in Japan mehrere Flaschen Minerawasser aus Deutschland gekauft, ist mit diesen Flaschen nach Deutschland geflogen, zu der Mineralwasserfirma in der Nähe von Fulda, ist an einem gottverlassenen Bahnhof ausgestiegen, hat sich durch den Wald gequält um die Quelle zu finden, aus der das Mineralwasser stammt und: ...... hat dort der Quelle das Mineralwasser das sich in den Flaschen befand zurückgegeben ! Die Geschichte ist auf Video festgehalten worden.
(Eine Malerin aus dem Göttinger Atelierhaus schaute sich das Video mit dem Mineralwasser an und konnte sich streckenweise vor Kichern nicht mehr einkriegen.)

Überraschung 2: große Leinwand , kleine Ostseewellen spülen an Strand. Und da eine Nummer! Die Nummer reitet auf der Welle, 521. Was bedeutet das? Ah da kommt noch eine Welle, die hat auch eine Nummer die auf ihr reitet ... Aha 522 ... und dann 523 und 524 .


Und hier - das Foto der Einladung zur Eröffnung vom Projekt >>"Mainstream".... Nun ja alles soll nicht verraten werden - aber es ist klar geworden worum es geht.

Und noch einmal eines ihrer Videos auf youtube : Das Zeichen für Unendlichkeit durch ein sehr lang andauerndes Laufen auf den Linien einer liegenden Acht im Gras eingraben. Weiteres auf der >>Homepage der beiden

Ausstellungstext des Kunstvereins
Mai Yamashita (*1976) und Naoto Kobayashi (*1974) arbeiten seit 2000 zusammen. Immer wieder sind es Handlungen und Situationen, die auf den ersten Blick absurd anmuten, die das aus Japan stammende Künstlerpaar erprobt. Tatsächlich jedoch folgen die beiden einem radikal erweiterten Verständnis von Sinngebung und Machbarkeit, dem der fortgesetzte Versuch, das Leben nach eigenen Spielregeln angenehmer, aufregender und bedeutungsvoller zu gestalten, entspringt. Die Videoprojekte der beiden Künstler basieren auf selbstgestellten Aufgaben, die sie mit fast anarchistischer Lust dem Alltag entgegensetzen, um schließlich über alle Erschwernisse und Zumutungen der Umsetzung zu triumphieren. Kulturelle Rollen und Klischees ironisieren und unterwandern Yamashita und Kobayashi, inspiriert durch ihre eigene künstlerische Reisetätigkeit, etwa wenn sie als japanische Touristen unterwegs sind. In alpiner Gebirgslandschaft etwa fertigen sie kleine „mountain sculptures“ aus vorgefundenen Baumstämmen („How to make a montain sculpture“, 2006 ) . Ebenso schließt sich ein Kreis, wenn sie eine in Japan erworbene Flasche Tönissteiner Mineralwasser zurück nach Deutschland bringen, um den Inhalt in seine Ursprungsquelle zurück zu schütten („Release of mineral water“, 2003 ) . Ob sie angesichts einer filmisch verlangsamten Sternschnuppe so viele private Wünsche wie möglich äußern („When I wish upon a star“, 2004 ) , ein riesiges, rotes Bonbon über mehrere Monate auf sein normale Größe lutschen („Candy“, 2005 ) oder an der Ostsee 1000 Wellen zählen („1000 Waves“, 2008) , immer verfolgen sie dies mit einer Ernsthaftigkeit, die zugleich von einer gewissen Komik geprägt ist und uns die vielen sinnlosen Rituale des Alltags bewusst machen. Die Ausstellung im Göttinger Kunstverein zeigt eine Auswahl von Video - und Fotoarbeiten der letzten Jahre. Derzeit sind die Künstler zu Gast im Künstlerhaus Bethanien, Berlin.

Mai Yamashita
2009 Ph.D. Tokyo National University of Fine Arts and Music
2005- 2006 The Berlin University of the Arts, Class Stan Douglas, Guest student
2004 M.A.Tokyo National University of Fine Arts and Music 2001 B.A. Tokyo National University of Fine Arts and Music
Naoto Kobayashi
2005- 2006 The Berlin University of the Arts, Class Stan Douglas, Guest student
2002 M.A. Tokyo National University of Fine Arts and Music
1999 B.A. The University of Tsukuba, School of Art and Design

 

Ausstellung des Künstlerduos Lotte Lindner & Till Steinbrenner 15. August-10.Oktober 2010

Eröffnung 15. August um 11:30 Uhr. "Lotte Lindner und Till Steinbrenner sind die Preisträger des New-York-Stipendiums für herausragende künstlerische Positionen 2009, das seit 2006 gemeinsam vom Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstifung vergeben wird. www.lindner-steinbrenner.com

"Lotte Lindner, geboren 1971 und Till Steinbrenner, geboren 1967, leben und arbeiten in Hannover. Lotte Lindner und Till Steinbrenner arbeiten seit 2002 als Team zusammen. Ihre Arbeit hat sich von einem traditionellen Skulpturbegriff ausgehend über intensive performative Studien zu einer umfassend raum- und zeitbasierten Praxis entwickelt. Sie arbeiten heute crossover-medial mit Installationen, Video, Fotografie und Performance. Die Arbeiten von Lindner und Steinbrenner sind zudem stark ortsbezogen. Das umfasst nicht nur die architektonisch-räumliche sondern auch die inhaltliche Verortung und Vernetzung mit der Umgebung der Ausstellungsorte. Für den Kunstverein Göttingen und seine Räume im Alten Rathaus haben Lotte Lindner und Till Steinbrenner eine Ausstellung erarbeitet, die sich thematisch mit den Wechselwirkungen zwischen Macht, Angst und Freiheit auseinandersetzt und die der Beschreibung von Zuständen eine utopische Perspektive zugesellt. Hierbei werden mit architektonischen Körpern verschiedene Medien, unter anderem Videos und Fotografie und zu einer raumfüllenden und raumübergreifenden Installation vereinigt. Diese utopisch anmutende Istallation ist in Teilen auch eine kritische Bestandsaufnahme ihres Aufenthaltes in New York, einer Kapitale des Wohlstandes und der kommerziellen Macht, aber auch einer von Konkurrenz, Misstrauens und Angst geprägten Stadt. Lotte Lindner und Till Steinbrenner sind die Preisträger des New York-Stipendiums 2009, das seit 2006 gemeinsam vom Land Niedersachsen (MWK) und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben wird. Das Stipendium beinhaltet einen einjährigen Aufenthalt in New York, sowie zwei daran anschließende Ausstellungsprojekte in ausgewählten niedersächsischen Kulturinstitutionen, die von einem Katalog begleitet werden, der vom Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Göttingen und dem Oldenburger Kunstverein herausgegeben wird. Ebenso wie im Oldenburger Kunstverein, in dem Lotte Lindner und Till Steinbrenner vom 19. Juni bis zum 1. August 2010 unter dem Titel "We don´t trust you" ein völlig eigenständig konzipiertes Ausstellungsprojekt präsentierten, das auf die dort vorgefundene spezifische Raumsituation einging, reagieren sie mit ihrer Ausstellung in Göttingen auf die Herausforderung, die die Vielzahl und die Unterschiedlichkeit der Ausstellungsräume des Göttinger Rathauses ihnen bietet. "

 

Sonntag, dem 20. Juni, Kunstverein Göttingen e.V. 11:30 Uhr
Einzelausstellung des isländischen Künstlers Egil Saebjörnsson

(Text: Kunstverein) "Der in Berlin lebende isländische Künstler Egill Sæbjörnsson kombiniert Foto und Performance, Kurzfilm, Videoinstallation und live eingespielte Musik zu komplexen poetisch-narrativen Rauminstallationen, in denen er selbst Teil der Situation wird. Sæbjörnsson experimentiert, er probiert neue Formate aus und arbeitet dazu auch mit anderen Künstlern aus den Bereichen Theater und Musik zusammen. Im Werk Egill Sæbjörnssons ist Intermedia Programm, ein Experimentierfeld und Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem er sich leichtfüßig bewegt. Animation, Video-Projektion, Live-Musik, Sound, Zeichnungen und die Verwendung alltäglicher Gegenstände verbinden sich zu einer Darstellung im Raum, durch die Sæbjörnsson die Betrachtungsweise der Umgebung erforscht. Indem er verschiedene Realitätsebenen miteinander verschränkt, eröffnet der Künstler neue Blickwinkel auf scheinbar Vertrautes und zeigt - immer mit einem augenzwinkernden Blick -, dass unsere Weltsicht letztlich stets in der Projektion eigener Ideen besteht und vom jeweiligen Standpunkt abhängt. Als roter Faden im Schaffen Sæbjörnssons erscheint dabei neben der Musik, die fast immer integraler Bestandteil seiner Arbeiten ist, vor allem das Thema der Animation. Die Idee einer Belebung unbelebter Objekte verfolgt der Isländer dabei nicht nur in seinen filmischen Arbeiten, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes, wenn er durch Videoprojektionen banale Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oder aus Pappe ausgeschnittene Formen manipuliert und zum Leben erweckt.

Videoclip zweier belebter Pingpongbälle - einer Kombination von Videoprojektion und realen Eimern. Quietschende Pingpong-Bälle springen aus zwei Eimern.

In den letzten Jahren wurde Egill Sæbjörnsson zu vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen und Galerien eingeladen, unter anderem in Deutschland, den USA, Norwegen und Island. Die Ausstellung im Kunstverein Göttingen wird dabei Werke der letzten zwei Jahre umfassen, und speziell für die Ausstellung im Kunstverein wird er neue Arbeiten schaffen, die sich einer Vielzahl unterschiedlicher Medien und Ausdrucksmittel bedienen und sich in einem fließenden Übergang zwischen Bildender Kunst und Musik bewegen. Egill Sæbjörnsson wurde 1973 in Reykjavík geboren. Er studierte am Icelandic College of Arts and Craft in Reykjavik und an der Université de Paris, St. Denis. In seiner Heimat ist der Künstler vor allem als Pop-Musiker bekannt und hat mehrere Alben veröffentlicht. Gemeinsam mit anderen Künstlern produzierte er eine Reihe Aufsehen erregender Musikvideos, die in der Folge nicht nur auf MTV und Viva zu sehen waren, sondern ebenso in Kunstinstitutionen und Ausstellungen gezeigt wurden. Später begann er, seine Musik mehr und mehr in Richtung Kunstproduktion zu entwickeln. Der Künstler lebt in Berlin und Reykjavik. Die Ausstellung im Kunstverein Göttingen ist seine erste größere Einzelausstellung in einem deutschen Kunstverein. Begleitend erscheint ein Katalog."


Egil Sæbjörnsson bei der Vorbereitung der Ausstellung im Künstlerhaus

Egil Saebjörnsson - Animating Ideas vom 20. Juni bis 1. August 2010 im Künstlerhaus, Gotmarstr.1,
Öffnungszeiten der Ausstellung: Di.-Fr. 14-18 Uhr, Sa. u. So. 11-17 Uhr,
jeden Sonntag um 15 Uhr kostenfreie Führung »
Abendveranstaltungen in der Ausstellung: gegen-über (thematische Abendführung) Donnerstag, den 15. Juli, um 19 Uhr »
Kinderveranstaltungen in der Ausstellung: Frei ab Zehn (für Kinder ab 10 Jahren) Donnerstag, den 8. & 22. Juli, um 16 Uhr

 

Ausstellung "offen" Rupprecht Matthies
Das Wort als eigenständiges Ding wird aktiv

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 29. März 2009, 11.30 Uhr im Alten Rathaus
Ausstellungsdauer: – 29. März - 17. Mai 2009 Ausstellungsort: Altes Rathaus, Am Markt

Rupprecht Matthies ist ein Fanatiker des Wortes. Er findet Worte und Handschriften und verwandelt sie in "Skultpuren". Damit sie ihre Wirkung im sozialen Umfeld entfalten können, müssen sie entweder sehr groß, sehr viel, sehr überraschend platziert, besonders plastisch oder bunt sein.

Zunächst dachte ich: "Was soll das, Worte auf Leinwände malen, Worte als Plastiken an die Decke hängen oder aussägen und an die Wand kleben - wo ist da die Spannung?" Ein längerer Aufenthalt während der Ausstellungsvorbereitung und Gespräche mit dem Künstler ließen nach und nach Einsichten über die Wirkung dieser Kunstproduktion entstehen.

Das Wort als eigenständiges Ding. Wenn das Wort seine gewohnten Zusammenhänge, die Sätze, die Grammatik, den Text, das Buch, den sinnstiftenden Kontext usw. verläßt und an unerwarteten Orten in ungewöhnlicher Erscheinungsweise präsentiert wird dann werden soziale Prozesse rund um dieses Wort provoziert.

Im mittleren Ausstellungsraum beginnt das Wort "Verzichten" als großes ausgesägtes gelbes Holzwort. Diese Skulptur stand schon auf Straßen, im Wendland und in einem Gefängnis. Dieses riesige Wort hätte eigentlich auf den Marktplatz gestellt werden sollen oder noch besser vor die gängelnden Sozialbehörden Göttingens. Auch große Worte in Metall und als Steinreliefs hat der Künstler schon hergestellt.

So gesehen regt die Ausstellung auch Überlegungen zu Wort-orientierten politischen Aktionsformen an.

Während der Befragung des Künstlers erinnerte ich mich, dass Worte als "Skulptur im Raum" bereits vielfach bestehen ohne dass sie als solche bewußt wahrgenommen werden. Z.B. ist im Innenhof des Göttinger Gerichtsgebäudes eine umlaufende ca. 2 Meter hohe Wand aus Plexiglas mit Worten oder Text installiert. An der Außenmauer des Musagebäudes ist metergroß das Wort Kunst hingemalt. Oder bei der aufdringlichen Werbung eines Geschäftes am Markt wurde ein Wort in Leuchtbuchstaben quer über die Rathausfassade gleiten lassen.

Ein Raum war über und über mit Worten aus schwarzem Material behängt und belegt. Nur die Decke war frei geblieben. Der Künstler hatte es den Helfern überlassen, die Worte nach ihrem Gusto anzuordnen und so ergab es sich, dass eine Helferin versuchte mehrere Worte so zu platzieren, dass sie kurze Aussagen ergaben wie z.B. "Auto" und "Landunter". Der Künstler hatte ursprünglich das Wort aus Sinnzusammenhängen herausgelöst um es frei zu machen für seine Wirkung in einer sozialen Umgebung.

Rupprecht Matthies vor einem Ausschnitt der Wand auf die er seine Notizen transkripiert hat, die sich zuhause auf seiner Küchenwand befinden. U.a. "Lächeln" - das er auf Bitten des Fotografen mit einem entsprechenden Gesicht konfrontiert.

Das Wort als Skulptur:

"Verzichten" geht durch die Wand.

Die Notizwand von Matthies in seiner Küche auf die Ausstellungswand übertragen

Viele Fragen blieben übrig, die für die Gespräche im "Nachtcafé" am 7. Mai geeignet wären:

- Die Ausstellung ist praktisch eine Werkschau, die Worte entfalten aber ihre Wirkung doch gar nicht in Ausstellungsräumen sondern nur im öffentlichen Raum. Oder welche Wirkung sollen sie in Ausstellungsräumen haben?
- Wie ist die Abgrenzung gegenüber dem wort-orientierten Strassen-Graffito zu sehen? Sind Worte an unerlaubten Wänden mit politischen Aussagen Aktionskunst? Sie unterscheiden sich wohl darin, dass sie schon eine Aussage mitbringen statt sie erst anregen zu wollen.
- Beschäftigung mit Worten provoziert die gesamte Wissenschaft der Semiotik, der Semantik, der symbolischen Interaktion usw.. Können die dort entwickelten Gedanken etwas zur Kreativität in diesem Bereich beitragen.
- Wie wäre es mit einer Konfrontation der Worte mit der Realtität und der Beschreibung der Wortbedeutung (Baum real, Wortskulptur "Baum" und semantische Aufschlüsselung durch Aufzählung aller Bedeutungsmerkmale)

Bei dem Bild oben links wird das Wort als grafischen Kunstform präsentiert. Es hat Ähnlichkeit mit dem Symbol des arabischen Senders Al Jazeera

Im Bild rechts wird eine wortbildende Buchstabenkette aufgehängt und am Boden liegen zusammengesetzte Worte.

Öffnungszeiten / Eintrittspreise: Di.-Fr.: 14–18 Uhr , Sa./So.:11–17 Uhr Eintritt: 1,50 € / -,80 €

- Nachtcafe, Künstlergespräch mit Rupprecht Matthies: Do, den. 7.5.2009 um 19 Uhr
- gegen-über, thematische Abendführung, Do,den 16.4.2009 um 19 Uhr
- Kinderprogramm: new generation I, mit Ute Wieder: Mi, 22.4. und Mi, 6.5.09 um 16 Uhr
- frei ab Zehn,mit Peter Lins: Do, 23.4. und Do, 7.5.2009 jeweils um 16 Uhr

Rupprecht Matthies spricht mit KindernWorkshop mit Kindern des Paritätischen Kindergartens Grone, die im Rahmen des Projektes "Kunst-Transfer" die Ausstellung besucht haben.

Text Kunstverein:
"Unter dem Titel >offen< werden im Alten Rathaus Göttingen sowohl Bilder, Reliefarbeiten, Skulpturen als auch Mobiles des Künstlers (*1959 Hamburg) mit Neigung zum Wort-Bild präsentiert.
Seit über zehn Jahren verwendet der Hamburger Künstler Rupprecht Matthies in seinen Arbeiten Buchstaben und Worte und entwickelt aus ihnen Schriftobjekte.Sprache zu visualisieren ist dabei ein Prozess, der zumeist nach gezielten Befragungen der Menschen vor Ort beginnt. Das persönliche Wort wird verbildlicht: Es entstehen Mobiles, Skulpturen, Bilder, Filme und den Projekten entsprechende Installationen. Die Teilnehmer der Projekte können sich zudem oftmals als Mitschöpfer mit ihnen identifizieren. Im Entstehungsprozess wählt Rupprecht Matthies die Begriffe aus, mit denen er Menschen vor Ort oder in bestimmten Situationen ansprechen und konfrontieren will. Zum Teil ist es eine Aufforderung- oft ist es eine Reaktion auf die gegebene Situation. Matthies stellt Fragen nach dem Verhältnis von künstlerischer Visualisierung und realen Eingriffen von Künstlerinnen und Künstlern in den sozialen Dialog der Gesellschaft und lotet dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme von Bildender Kunst aus. Die Ausstellung des Göttinger Kunstvereins umfasst eine Werkschau der vergangenen drei Jahre und enthält Schriftarbeiten aus den Jahren 2006 bis 2009. Die Arbeiten entstanden für unterschiedliche öffentliche und private Auftraggeber. Es handelt sich um Projekte im Rahmen von "Kunst am Bau", wie beispielsweise Mobiles und Wandschriftzüge und zum anderen um Animationen und Skulpturen. Ebenso sind Jugendprojekte Teil dieser Arbeiten. Es sind Beispiele für die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Spielarten von Rupprecht Matthies."

 

Ausstellung "Possessions" Sofia Hultén

Der Göttinger Kunstvereins zeigt 8. Oktober bis 19. November 2006 die Ausstellung "Possessions" der schwedischen Künstlerin Sofia Hultén aus Berlin. Videoinstallationen, Fotoarbeiten und Objekte http://www.sofiahulten.de

Bildhauerei

Wie kann man Bildhauerin sein und Videogeräte aufstellen? Genauso überraschend kann man feststellen, dass es Architekten gibt, die sich mit der Gestaltung virtueller Räume im Computer beschäftigen und die Navigation in diesen Räumen zu ihrem Arbeitsschwerpunkt machen.
Objekte verändern, Objekte arrangieren, sich mit dem Material auseinandersetzen, sich zu fragen "Was ist der eigentliche Charakter eines Gegenstandes", im Arrangieren einen Ausdruck dafür zu finden, welches Gefühl mit einem Gegenstand aufs Innerlichste verbunden ist: das sind grundlegende Bestandteile der Bildhauerei, die hier angewandt werden. Auch wenn die Präsentation der Objekte und Videos nicht als "Figur im Raum" und damit Skulpturen im gewohnten Sinne angesehen werden können sind sie materielle Gestaltung.

Vitrinen - Objekte

Räume erfahrbar machen ist ein Teil des Konzeptes, es geht darum, das innere Wesen der Dinge zu erspüren.

Was ist ein Zollstock, wenn vorher die Skala mit allen Zahlen und Strichen abgeschliffen wurden?

Was ist eine Zeichenschablone für Kreise und Vierecke bei der die Formen schiefgefeilt wurden?

Was ist eine gehäkelte Decke bei der die Schlingen zerstört sind und das Muster ineinandergeschoben ist?

Von den Objekten in den Vitrinen erschließt sich der Titel der Ausstellung: "Possessions"

Possession heißt "Besitz" , kann aber auch heissen "Besessenheit" und somit wird im Titel der Ausstellung angedeutet, dass es um einen mehrfachen Bezug zu Dingen geht. Man kann sie besitzen, sie können aber auch mit etwas besetzt oder besessen sein , sie können etwas beinhalten. Schließlich können auch Menschen von Dingen besessen sein.
"Ist das Thema: Wie kann man erkennen und ausdrücken, was der Charakter der Dinge ist?" mit dieser Frage fühlte sich die Künstlerin optimal verstanden. Zu der Bemerkung: das Dargebotene erinnere an Effekte der Dokumenta, die die Wahrnehmung des Alltäglichen verändern, weil plötzlich alles Kunst sein könnte: meinte Sofia Hultén, wenn das erreicht würde wäre es gut

Dinge im Raum Video - Triptychon

Drei parallel laufende Videogeräte mit Filmen in Endlosschleifen


Raum wird wahrgenommen wenn ein Körper ihn durchquert - es kann auch ein Bündel Luftballons sein an dem eine kleine selbstgebastelte Karton-Gondel hängt und das zwischen Bäumen auf einer Wegekreuzung im Park aufsteigt.


Details aus den Filmen - Waffeln unter Autos und Plastikröhrchen in ein Stahlrohr

Der Zwischenraum zwischen Gehwegplatten kann mit Keilen gefüllt werden, Briefkästen können mit Papptellern gefüllt werden; in den Sandhaufen einer Baustelle kann weißes Material in einem Loch versteckt werden, Schläuche können durch die Löcher von Gullideckeln gesteckt werden bis sie verschwunden sind.
Im Raum unter Autos lassen sich Eiswaffel mit der Spitze nach oben stellen. Man denkt daran, dass diese brüchigen Waffeln von anfahrenden Reifen zermalmt werden. Die Wahrheit, die nicht auf dem Video zu sehen ist: anschließend kamen Unmengen von Tauben und stürzten sich auf die Waffeln.

Erkennen im Zerstören Video

Ein Video im klassischen Stil der Prozeßkunst: Eine akustische Gitarre wird zerstört. Die Künstlerin wird in einem weißen Raum gezeigt, sie wirft die Gitarre an die Wand, tritt mit dem Fuß gegen die Teile, schießt sie an die Wand, tritt darauf herum, zerbricht über dem Knie Teile usw.

Nie sind wir dem inneren Wesen der Dinge näher als dann wenn wir sie erschaffen oder zerstören, dann befinden wir uns faktisch mitten in ihnen drin. Die Anschauung verbindet sich mit dem Gefühlten, es ist ein Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Gitarre hatte die Künstlerin vor der Videoaufzeichung auch selbst aus zerstörten Einzelteilen zusammengebastelt, was sie als eine eher "privates" Vorgehen empfand. (Video Stills dazu zu sehen beim Kunstverein)
Jenes Begreifen in der direkten Auseinandersetzung mit dem Material bleibt dem Betrachter des Videos allerdings vorenthalten, der Zuschauer verharrt im Zuschauen und darf nur ahnen was die zugreifende Akteurin begreift. Die Einbeziehung ins Praktische dürfte hier nicht verwehrt werden. Aber die Trennung zwischen ZuschauerInnen und Performance auch noch im künstlichen Wiedergabemedium Video schwächt die Intensität ab. Vollendet wäre das Werk, wenn jede/r Besucher/in eine Akkustikgitarre in die Hand bekäme: zum Zerstören und Zusammenkleben

Fotografie und Text

"The Making of....the Kunsvereinausstellung"

Kunstverein und Künstlerin beim Anbringen des Fotos
mit dem Schubladeninhalt am
5.10.06

Eine Schublade mit Krimskrams legte die Künstlerin einer Detektei vor und bat darum herauszufinden, wem die Schublade wohl gehöre. Man kam zu dem Urteil, sie gehöre mit höchster Wahrscheinlichkeit einem Mann. "In ihren Fotoarbeiten setzt die Künstlerin ins Bild, wie sichere Indizienketten zielsicher zu falschen Schlüssen führen". Wie es dazu kam ist auf ausgehängten Texten dazu festgehalten.


Sofia Hultén, 5.10.06 in Göttingen / Foto: goest

Sofia Hultén wurde 1972 in Schweden geboren, sie lebt und arbeitet seit 1997 in Berlin

EXHIBITIONS:
Stockholm,, Munich, New, York, London, Amsterdam, Eigenheim,, Kunstverein, Göttingen, Paris, Barcelona, Malmö, Seattle, Frankfurt, Dresden, Rennes, ,, Florida,, Düsseldorf, Marseille, Fribourg,, Swizerland, Toronto, Santa, Fe,, New, Mexico, Ireland, Cardiff,, Wales, Warschau,, Edinburgh, Strasbourg, Stuttgart, Berlin, New, Zealand,

Daten zur Ausstellung und begleitende Veranstaltungen

Ausstellungseröffnung: 8. Oktober, 11.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 8. Oktober – 19. November 2006
Ausstellungsort: Künstlerhaus, Gotmarstr. 1, D-37073 Göttingen Öffnungszeiten u. Eintrittspreise: Di.-Fr. 14-18 Uhr; Sa., So. 11-17 Uhr; 1 50 € / 0,80 €

Veranstaltungen:

  • Sonntagsführungen am 22. und 29. Oktober um 15 Uhr.(kostenlos)
  • Nachtcafé mit der Künstlerin Sofia Hultén Dienstag, den 7. November um 19 Uhr
  • Abendführung (gegen-über) Dienstag 24. Oktober um 19 Uhr Künstlerhaus
  • Kinderprogramm: new generation I, Do. 19.10. und 9.11. jeweils um 16 Uhr
  • frei ab Zehn, am Do. den 26. Oktober und Di. 16. November jeweils um 16 Uhr


Kunsthistorikerin Anja Marrack, Kunstverein Göttingen betreut die Ausstellung und organisiert begleitende Veranstaltungen - (5.10.06, beim Pressetermin zur Ausstellungseröffnung)

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