goettinger stadtinfo
Texte und Bilder © Impressum
Quasi ein "Kampf" um öffentliche Plätze
Zeugnisfeiern der SchülerInnen am Nabel verhindert,
verboten, umgebogen, befriedet - Amen!
> Wer darf wann und warum auf den Marktplatz? -
Konflikt 12.5.04
Befrieden und Vergessen 2003
Absichern, Stabilisieren: Zeugnisfeiern 2002
Umbiegen: Zeugnisfete im Rosengarten 2001
Verbieten und Verhindern: Zeugnisfeiern 1998/99 Polizei besetzt Nabel
Zeugnisfeiern
2004: Musiktreff Rosengarten statt Zoff am Nabel
7.7.04, 10.00 Uhr Die Zeugnisfete mit der Band "Superstarfuckers"
Wie in jedem Jahr veranstalten der Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen und die musa die
Zeugnisfete im Rosengarten/Göttingen; Beginn ist 10.00 Uhr.
Lars Oppermann, ehemaliger Gitarrist von Eat No Fish, hatte Ende 2001 folgenden "back
to the roots"-Gedanken: nur noch 100% live spielen. Frühjahr 2002 Start mit Mark
"Ratte" Reinert (Pinkostar) am Bass und Toby Fuhrmann (Ex-Boomer), seit
Frühjahr 2004 als neuestes Mitglied bei den Fuckers dabei: Pinkostar-Sänger Daniel
Schulz. 1. Mai 2003 in ihrer Heimatstadt Hannover zwei "Umsonst und Draußen"-
Open Air Gigs vor vierstelligen Besucherzahlen. Juni 2003 Rock am Härtsfeldsee in
der Nähe von Ulm erstmals ein Festival fernab von zu Haus. Der Höhepunkt der Saison war
im August der Auftritt als Headliner (!) auf der Zeltbühne beim Taubertal-Festival in
Bayern.
Zeugnisfeiern
2003: Befrieden und Vergessen
(Mittwoch 9.7.03) Was früher wilde Abfeierei war findet jetzt
in Zusammenarbeit mit den städtischen Fachbereichen Schule und Jugend, dem Stadteltern-
und dem Stadtschülerrat, der Musa e. V., dem Göttinger Rockbüro, der Polizeiinspektion
Göttingen und dem StadtRadio Göttingen veranstaltet der Fachdienst Kultur der Stadt
Göttingen" im Rosengarten statt.
 |
Blick auf das Gelände am Kriegsdenkmal mit
Kreuz. Nur hier dürfen sie noch feiern.
An einer Naturstein- Wand im Rosengarten stand groß gesprüht: "Zeugnisse und
autoritäre Schule abfackeln" |
 |
Zwar befriedet, aber sicherheitshalber nicht
ohne Bewachung und Beobachtung - die Leute könnten ja auf einmal wieder von ihrem Ghetto
in die Stadt ziehen. Der Duft der Joints der unten
teilweise wehte, schien nicht bis in ihre von Rosendüften betörten Nasen zu dringen. |
Absichern,
Stabilisieren: Zeugnisfeiern 2002
Am Mittwoch den 19.6.02 fanden die traditionellen
Zeugnisfeiern im Rosengarten statt. Während dort viele Jugendliche mit ihren FreundInnen
und MitschülerInnen das Ende des Schuljahres feierten, sorgte die Göttinger Polizei für
einiges Aufsehen in der Innenstadt. So hatte die Polizei offenbar mehrere Züge der
Braunschweiger Bereitschaftspolizei in der Innenstadt stationiert, um Ansammlungen von
Jugendlichen zu unterbinden. Am Wilhelmsplatz standen über Stunden mehrere
Mannschaftswagen, um dort offenbar Jugendliche am Betreten des Platzes zu hindern. Am
Göttinger Nabel waren zeitweilig Polizeibeamte präsent, um an diesem bei
Jugendlichen beliebten - Treffpunkt junge Menschen zu kontrollieren.
Jugendliche haben wie alle übrigen BürgerInnen auch ein Recht auf
Bewegungsfreiheit und haben natürlich das Recht sich in der Stadt mit FreundInnen zu
treffen. Es kann nicht angehen, daß Jugendliche durch Polizei am Betreten öffentlicher
Plätze gehindert werden. Zumal die Stadt Göttingen gemeinsam mit der Göttinger Polizei
vor einigen Jahren die Zeugnisfeiern im Rosengarten eingerichtet hatte, um die feiernden
Jugendlichen aus dem Einkaufsbereich der Innenstadt zu halten. Im Rosengarten wurde
daraufhin ein Kulturangebot für die Zeugnisfeiern in Kooperation zwischen Stadt,
Schülervertretung, Elternvertretung und Polizei aufgestellt, das von den SchülerInnen
auch angenommen und mitgestaltet wird.
Steht die Polizei nun nicht mehr hinter dem gemeinsamen Konzept der Feiern im Rosengarten?
Oder sollen nach Meinung von Polizeichef Niehörster feiernde Jugendliche grundsätzlich
wie Kriminelle behandelt werden? Soll das der Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt für
Jugendliche sein, die gerade ihren Schulabschluß gemacht haben: Schikanen durch die
Polizei und Generalverdacht??? Kein Wunder, daß die Polizei bei einem solchen Verhalten
im Ansehen der Jugendlichen keinen hohen Stellenwert genießt. (Bericht der PDS)
Umbiegen:
Zeugnisfete im Rosengarten 2001
Mit Unterstützung des Stadtelternrates, des
Stadtschülerrates, des Rockbüros, des musa e. V. und des Stadtradios veranstaltet die
Stadt Göttingen zum Abschluss des Schuljahres am Mittwoch, 27. Juni 2001, erneut eine
Zeugnisfete im Rosengarten. Ab 10.00 Uhr sollen die Göttinger Schülerinnen und Schüler
dort den Start in die Sommerferien feiern können.
Das Musikprogramm der Fete bestreiten die Hip Hop Bands "True Headz" und
"Spezial Guests". "Die 1. Damenmannschaft der BG 74 Göttingen
demonstriert ihr Basketball Können."
"Die Zeugnisfete im Rosengarten soll wie in den Vorjahren ein attraktives Angebot
darstellen, das andere, aus der Vergangenheit bekannte "Feierlichkeiten" in der
Innenstadt am Tag der Zeugnisausgabe vermeiden hilft. In diesem Sinne haben sich
Oberbürgermeister Jürgen Danielowski und Polizeidirektor Friedrich Niehörster mit einem
gemeinsamen Brief an die Eltern der Göttinger Schülerinnen und Schüler gewandt."
Verbieten: 1999
Schulfeier am Nabel verboten
Verhindern: Zeugnisfeiern 1998 Polizeit besetzt Nabel
(juli 98) Zu Beginn der Sommerferien, nach Erhalt der Zeugnisse war es üblich, dass sich
Schülerinnen und Schüler in der Weender Strasse am "Nabel", (Ecke
Prinzenstr. - Theaterstr.) treffen und die Last der Schulzeit symbolisch mit einer Feier
von sich streifen.

Da dies laut zuging und Flaschen zerdeppert wurden,
ersannen Stadt und Ordnungsbehörden Strategien, die die ueberbordende Emotionalität
wieder in geordnete Bahnen lenken sollten: Am Mittwoch den 22. Juli 98 wurde die
Zeugnisfeier nun von Polizei verhindert.
Vertreter der Stadtverwaltung Goettingen (Schierwater) und der Polizeiinspektion
Goettingen (Milde) schrieben einen offenen Brief an die Eltern, der ueber die Schulen
verteilt wurde. Darin hieß es u.a.: "...dass die Goettinger
Polizei in Zusammenarbeit mit der Stadt und den Goettinger Schulen am 22. Juli dieses
Jahres in angemessener Weise eine Zeugnisfete am Nabel verhindern wird, im uebrigen auch
in anderen Bereichen der Innenstadt. Dabei wird es zu Kontrollen nach Alkohol kommen. Wer
den Weisungen der Polizei nicht folgt, kann unter Umstaenden - kostenpflichtig - durch die
Polizei dach Hause gebracht werden. Das kann eine teure Fahrt im Streifenwagen
werden."
 |
Die Polizei "besetzte" den Nabel und hielt sich
für denselben der Welt |
Die rund 80 Schueler/innen die sich dennoch am Nabel
trafen, sahen sich massivem Polizeiaufgebot gegenüber. Die Jugendlichen wurden
angehalten, die Ausweise kontrolliert, sie mußten ihre Taschen öffnen und wurden
durchsucht. Es wurden auch Coladosen beschlagnahmt, weil "darin ja Alkohol
beigemischt worden sein könnte".
Die ganze Verlogenheit dieser Massnahme wird offensichtlich, wenn beim Gaenselieselfest
der Werbegemeinschaft Innenstadt und z.B. beim Gänselieselfest
dem Kauf-Ankurbelungs-Fest des Einzelhandles am selben Ort munter gesoffen wird. Polizei
und Stadtverwaltung wissen das und versuchen sich dabei mit folgender lapidaren Bemerkung
aus der Affaire zu ziehen: "Auch wir wissen, dass Erwachsene beim Umgang mit Alkohol
im öffentlichen Raum und bei öffentlichen Veranstaltungen nicht immer Vorbilder
sind."

Aufnahmen vom Mittwoch, den 22. Juli, 1998, als
Polizeifahrzeuge den Nabel umkreisten und Beamte Jugendliche von diesem Platz verbannten. |