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goettinger stadtinfo Ortsräte
Was
sind Ortsräte - Was ist das Problem? Ortsräte und Bürgerforen - 2011 4.5.11
/ Angesichts der Auseinandersetzungen um ein Güterverkehrszentrum
III flammt zwischen den Parteien die Erinnerung an die Debatte um Ortsräte
und Bürgerforen wieder auf. Witzig an der Auseinandersetzung
bzgl. GVZ ist, dass die CDU früher gegen einen Ortsrat für den Leineberg
gestimmt hat und stattgessen (billigere und rechtlose) Bürgerforen wollte.
Die SPD wollte 2006 z.B. auf jeden Fall Ortsräte und wehrte sich gegen die
beabsichtigte Abwertung in Form von Bürgerforen. Auch nachdem die CDU-Landesregierung
als Kommunalaufsicht der Einrichtung von Ortsräten z.B. auf dem Leineberg
widersprochen hatte hieß es 2006 "SPD und GRÜNE werden auch in der
nächsten Wahlperiode für das Ziel einer flächendeckenden demokratischen Vertretung
in kommunalen Gremien streiten." (Quelle)
Nun finden
Bürgerforen statt und die CDU wirft der SPD vor, sie habe damals keine Bürgerforen
gewollt, verschweigt dabei aber dass sie gegen die Einrichtung eines rechtlich
stärker abgesicherten Ortsrat war und ihr die CDU-Landesregierung dabei zu
Hilfe gekommen war, diese Blockade umzusetzen.Aber
SPD und Grüne reden inzwischen, vermutlich wegen der des Haushaltssicherungskonzeptes,
auch nicht mehr von Ortsräten. Deshalb ist es ein klein wenig infam, wenn
die CDU jetzt der SPD vorwirft, sie habe ja keine Bürgerbeteiligung gewollt.
"Es war auch immer das Anliegen der CDU, in den Stadtteilen ohne Ortsräte
regelmäßig Bürgerforen abzuhalten. Das ist sowohl von der Verwaltung [Anmerkung:
die damals unter CDU-Danielowski operierte] wie von der rot-grünen Mehrheit im
Rat abgelehnt worden. Dr. Scherer: „Da entbehrt es nicht einer gewissen Komik,
wenn jetzt Herr Arndt (SPD) im Nachhinein mit großem Pathos ein solches Forum
fordert." (Quelle)
Was sind Ortsräte - Was ist das Problem Was
sind Ortsräte?
Was
ist das Problem?
In
der Ratssitzung am 7.5.04 beschließt der Rat einstimmig: Die Arbeitsgruppe - bestehend aus Vertretern aller Ratsfraktionen - hatte sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, flächendeckend Ortsräte in Göttingen einzuführen. Damit dies schon zu Beginn der nächsten Ratswahlperiode im Jahr 2006 durchgeführt werden könne, müsse rechtzeitig ein Auftrag an die Verwaltung erfolgen . In der Ratssitzung
am 11.3. 05 geht es nun um das Ergebnis der Arbeitsgruppe und um eine Entscheidung. Am 16. November 2005 nun fand das erste Bürgerforum "zur Vorbereitung" ??! eines Ortsrates in Holtensen statt. |
| Weststadt
fordert Ortsrat Erklärung der Weststadtkonferenz zur Debatte um zusätzliche Ortsräte 18.5.2005 Die Weststadtkonferenz, ein Zusammenschluss von rund 50 Vereinen, Initiativen und Institutionen im Stadtteil, begrüßt ausdrücklich den von der SPD, der GAL/ den Grünen und der PDS eingebrachten Antrag, in Göttingen zusätzliche Ortsräte einzusetzen. Dass die Interessen von zwei Dritteln der Göttinger Bevölkerung nicht über Ortsräte vertreten sind, ist ein Problem, dem sich die Politik endlich stellen muss. Gerade die Weststadt ist ein Stadtteil Göttingens, der von der städtischen Politik in der Vergangenheit oft stiefmütterlich behandelt wurde – dabei sind die sozialen und baulichen Missstände im Maschmühlenweg und im Hagenweg 20 so Aufsehen erregend, dass sie der taz in ihrer Ausgabe vom 30.3.05 einen ganzseitigen Beitrag mit dem Titel "Ghettos in Göttingen" wert waren. Vom Standpunkt der hiesigen Bevölkerung aus ist das Neue Rathaus sehr weit weg, und im umgekehrten Fall – bei der Sicht von Rat und Verwaltung auf die Menschen hier – ist es genauso, sonst würden hier nicht Menschen in "Sozialwohnungen" ohne Warmwasser und ohne Bad, dafür aber mit Kakerlaken hausen müssen. Weil die Menschen in der Weststadt keine Lobby haben, versucht die Weststadtkonferenz seit 1995, als Bindeglied zwischen den Menschen und der Politik zu fungieren. Wir haben in den letzten zehn Jahren Projekte wie die Weststadtrevue und den Göttinger Filmpreis mit den Menschen aus dem Quartier veranstaltet und richten in diesem Jahr zum siebten Mal das Weststadtfest aus. Ein weiteres Bestreben der Weststadtkonferenz ist die Förderung der Stadtteilidentität und der Stadtteilöffentlichkeit beispielsweise durch die Internetseite www.weststadt-goettingen.de und durch die Initiative zur Schaffung eines Stadtteilbüros. Wir laden zu unseren Treffen Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung ein, damit wir über die Vorhaben der Stadt informiert werden. Wir unsererseits machen die Stadt auf die Probleme in der Weststadt aufmerksam. Ohne explizite Einladung interessiert sich allerdings niemand aus Rat und Verwaltung für unsere Arbeit. Die Weststadtkonferenz arbeitet zum größten Teil ehrenamtlich. Auch wenn die Stadt für einzelne Projekte und für die Arbeitskosten seit einigen Jahren geringe Zuschüsse leistet, ist es jedoch unbedingt notwendig, dass sowohl mehr finanzielle Mittel als auch mehr und professionelleres Engagement in diesen Stadtteil gesteckt werden. Die Weststadt braucht Geld UND Sachverstand! Was nützen die schönsten Konzepte, wenn sie mangels Geld und Interesse von niemand umgesetzt werden? Es ist unserer Meinung nach unstrittig, dass durch einen Ortsrat die Sorgen der Bewohnerschaft im Quartier viel eher Gehör finden würden als bisher – und das ist für einen bedürftigen Stadtteil wie die Weststadt von immenser Bedeutung. Ein Ortsrat kann direkter reagieren als eine zentrale Verwaltung mit ihren bürokratischen Hürden – das spart langfristig Kosten ein. Ein Ortsrat in der Weststadt hätte außerdem den Vorteil, auf ein bestehendes Netzwerk von Initiativen und auf das Engagement der Weststadtkonferenz zurückgreifen zu können. Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen vor Ort sind für alle Beteiligten von Vorteil. Hier können Informationen ausgetauscht und Fragen beantwortet werden. Die Weststadtkonferenz interessiert, wer sich künftig um den Maschmühlenweg kümmert, wenn der Weststadt-Ortsrat nur für das Gebiet westlich der Leine zuständig ist. Wird der Maschmühlenweg dann endgültig politisches Niemandsland? Wir fordern eine schnellstmögliche Einberufung von Bürgerforen, um das Thema "Ortsräte" auch praktisch in Gang zu bringen. Es kann doch nur im Sinn der Politik sein, Beschlüsse auch zügig umzusetzen. Eine Verzögerung bis nach der Kommunalwahl 2006 würde die Diskussion jedenfalls ad absurdum führen. Weststadtkonferenz c/o musa e.V. |
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Auszug Niedersächsische Gemeindeordnung §
55 g (1) Der Ortsrat wahrt die Belange der Ortschaft und wirkt auf ihre gedeihliche Entwicklung innerhalb der Gemeinde hin. Soweit nicht der Rat nach § 40 Abs. 1 ausschließlich zuständig ist und soweit es sich nicht um Aufgaben handelt, die nach § 62 Abs. 1 Nrn. 3 bis 5 der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister obliegen, entscheidet der Ortsrat unter Beachtung der Belange der gesamten Gemeinde in folgenden Angelegenheiten:
6. Pflege vorhandener Patenschaften und Partnerschaften, 7. Repräsentation der Ortschaft. Durch die Hauptsatzung können dem Ortsrat weitere Angelegenheiten des eigenen Wirkungskreises zur Entscheidung übertragen werden. § 62 Abs. 1 Nr. 6 gilt entsprechend. (2) Dem Ortsrat sind die für die Erledigung seiner Aufgaben erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Das Recht des Rates zum Erlaß der Haushaltssatzung wird dadurch nicht berührt. Die Ortsräte sind jedoch insoweit bei den Beratungen der Haushaltssatzung rechtzeitig zu hören. (3) Der Ortsrat ist zu allen wichtigen Fragen des eigenen und des übertragenen Wirkungskreises, die die Ortschaft berühren, rechtzeitig zu hören. Das Anhörungsrecht besteht vor der Beschlußfassung des Rates oder des Verwaltungsausschusses insbesondere in folgenden Angelegenheiten: 1. Planung und Durchführung von Investitionsvorhaben in der Ortschaft, 2. Aufstellung, Änderung, Ergänzung und Aufhebung des Flächennutzungsplans sowie von Satzungen nach dem Baugesetzbuch, soweit sie sich auf die Ortschaft beziehen, 3. Errichtung, Übernahme, wesentliche Änderungen und Aufhebung von öffentlichen Einrichtungen in der Ortschaft, 4. Ausbau und Umbau sowie Benennung und Umbenennung von Straßen, Wegen und Plätzen, 5. Veräußerung, Vermietung und Verpachtung von Grundvermögen der Gemeinde, soweit es in der Ortschaft belegen ist, 6. Änderung der Grenzen der Ortschaft, 7. Aufstellung der Vorschlagsliste für Schöffen, Wahl der für die Ortschaft zuständigen Schiedsperson. Auf Verlangen des Ortsrates hat die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister eine Einwohnerversammlung für die Ortschaft durchzuführen. (4) Der Ortsrat kann in allen Angelegenheiten, die die Ortschaft betreffen, Vorschläge machen, Anregungen geben und Bedenken erheben. Über die Vorschläge muß das zuständige Gemeindeorgan innerhalb von vier Monaten entscheiden. Bei der Beratung der Angelegenheit im Rat, im Verwaltungsausschuß oder in einem Ratsausschuß hat die Ortsbürgermeisterin, der Ortsbürgermeister, die Stellvertreterin oder der Stellvertreter das Recht, gehört zu werden. (5) Umfang und Inhalt der Entscheidungs- und Anhörungsrechte des Ortsrates können durch Beschluß des Rates, der der Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder bedarf, in der Hauptsatzung abweichend geregelt werden, soweit dies auf Grund der besonderen örtlichen Gegebenheiten erforderlich ist. |
| Gemeinsamer
Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, PDS und SPD im Rat der
Stadt Göttingen für die Ratssitzung am 11.3.05.
Ortsräte für ganz Göttingen 25.02.2005 |