Palästina-Gruppe
Regionalgruppe der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft gegründet
Ab Oktober 2002 ist eine Vortragsreihe zum Thema Palästina und Nahostkonflikt geplant. In VOrbereitung ist eine Photoausstellung zum Alltag in Palästina und ein Workshop "Palästinensisches Kino". Desweiteren verfolgt die Gruppe die Organisierung von Spendenaktionen für humanitäre Organisationen vor Ort
Jeden zweiten Mittwoch im Monat umd 20 Uhr im Café Alibaba , Untere Karspülefindet ein Treffen statt mit der Möglichkeit über aktuelle Ereignisse zu diskutieren. Kontaktmöglichkeiten sind Tel.: 370 9587 oder dpg-goettingen@gmx.de
Mit einem Infostand am 14.9.02 machte die Gruppe auf ihre Gründung aufmerksam und erinnerte gleichzeitig an die Massaker in Sabra und Shatila wo am 16. September 1982 Ariel Sharon der heutige israelische Premier einer Horde von Mördern (Milizien) den Zutritt in die Lager ebnete und 3000 Menschen ermordet wurden. Eine israelische Untersuchungskommision stellte später fest, dass Sharon indirekt persönlich verantwortlich war für die Massaker an Alten, Frauen und Kindern. Sharon mu0te daraufhin als Verteidigungsminister zurücktreten. 2001 hat endlich eine Überlebende der Massaker in Belgien eine Klage gegen Sharon wegen Kriegsverbrechen eingereicht. Auf einem Flgubalt heißt es "Sharon der Mörder von Sabra und Shatila"
Zwei der ausgestellten Fotos des Informationsstandes die Dokumente der Massaker an der palästinensischen Bevölkerung zeigen. |
Veranstaltung: "Palästina-Solidarität im Spannungsfeld der deutschen Innenpolitik" am 29.10.19 Uhr Uni ZHG104 Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG)
Referent: Rainer Zimmer-Winkel, deutscher Vorsitzender (Berlin) der DPG, am 29.10.02 in Gö mit einem palästinensischen Olivenprodukt in der Hand. |
"Die Palästina-Frage
nicht instrumentalisieren (...) Unser Engagement ist der Wahrung der Menschenrechte
verpflichtet. Wir lassen nicht zu, dass unsere Solidarität für ein freies und
demokratisches Palästina in der deutschen Identitätsdebatte vereinnahmt wird."
(Zitat auf dem Einladungsflugblatt) Leider waren nur sehr wenige Leute zu der Veranstaltung der neu gegründeten Regionalgruppe der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft gekommen, was allerdings den Vorteil hatte, dass diese sich intensiv mit einem sehr gut informierten Referenten unterhalten konnten. Das gegenwärtige Problem liegt nach Meinung von Rainer Zimmer-Winkel vor allem in der fortdauernden Besetzung palästinenscher Gebiete durch israelisches Militär. Die Zerstörung der quasi-staatlichen Infrastruktur der Palästinenser hat vor allem diejenigen palästinensischen Kräfte geschwächt, die eine sekulare staatliche Regelungsstruktur aufbauen wollen, |
also die Palaestinian National Authority (PNA) und die PLO
mit ihren Untergliederungen (El Fatah, PFLP, usw.) 1992, 19993 und1994 als Arafat nach
Palästina kam, waren fast keine terroristischen Anschläge in Israel zu verzeichnen
gewesen. Durch die Destabilisierung Palästinas in der letzten Zeit wurden nun aber gerade
die islamistischen Gruppen von Hamas und Djihad gestärkt. Hamas, so haben Untersuchungen
ergeben. hätte jetzt bei Wahlen in Palästina die Chance ca. 10.-12 % der Stimmen zu
bekommen und ca. 25-30 % der Palästinenser zeigten Sympathie für die Hamas, aber nicht
originär als Hamas-Anhänger, sondern vor allem als Enttäuschung gegenüber PLO.
Imgrunde müßte die Sicherung des Staates Israel verstärkt durch die Bildung eines
palästinensischen sekularen Nationalstaates angestrebt werden. Erklärtes Ziel deutsche
Außenpolitik, auch wieder im neuen Koalistionsvertrag festgehalten, sei es, die
"Sicherheit der Existenz des Staates Israel". Deshalb müßte sich die
Bundesregierung doch auch dafür gewinnen lassen, die einzige langfristige Sicherung durch
den Aufbau eines sekularen Palästinenserstaates zu unterstützen. Allerdings würde sich
überhaupt nichts bewegen lassen, solange Israel weiterhin palästinensische Gebiete
militärisch besetzt hielte.
Im Laufe der Diskussion wurden auch noch einige düstere Szenarios angesprochen, die zZt
in arabischen Zeitungen sehr häufig angsprochen werden: die Möglichkeit das Israel die
Palästinenser in Gebiete jenseits des Jordans vertreiben, deportieren will. Hiergegen
meinte Zimmer-Winkel spräche, dass dann Israel die jordanische Grenze bombardieren
müßte um die Deportation dort hindurch zu bringen, was wohl kaum von der übrigen Welt
toleriert würde. Ein anderes düsteres Szenario ist die dauerhafte Besetzung und die
Entstehung von "Homelands" unter Marionetten-Regierungen von Israel.
Zimmer-Winkel stellte in Aussicht, dass es zZt sehr schwierig aber bei Bedarf durchaus
möglich sei, dialogbereite VertreterInnen beider Seiten (Palästinenser/Israel) zu
finden, die bei einer Veranstaltung in Göttingen auftreten könnten um gemeinsam für
friedenssichernde Wege zu werben.