Goettinger Stadtinfo Reaktionen in Göttingen auf die Bombardierung des Gaza > Krieg (Leitseite in goest) Demonstration
gegen den Krieg 17.1.09
17.1.:
Uno Vollversammlung: 142 staatliche Vertreter verlangen sofortige Beendigung des
Kriegs im Gaza, die Vertreter von Israel und USA stimmten dagegen. Demonstration am Samstag 17.1.
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Friedensdemo
in der Weender Straße 17.1.09
Sofortiger Waffenstillstand in Gaza und Stopp aller Kampfhandlungen - Sofortiger Zugang nach Gaza für die humanitäre Versorgung Demonstration: 11:30 Uhr, Sa, 17.1.09 Wilhelmsplatz Die Demonstration
wird unterstützt von: Friedensbüro, Antifaschistische Linke International
>A.L.I.< , Paritätischer Wohlfahrtsverband, Groner Bürgerinitiative Antifaschismus
(Grobian), Palästinensische Gemeinde, Bündnis Montagsdemos, Sozialforum, Linksjugend-['solid],
The Voice Refugee Forum, DKP, Freundschaftsgesellschaft BRD-Cuba. [Nachgetragen
wegen zeitlicher Verzögerungen Kreisverband Die Linke] Zur Demonstration gibt es verschiedene Aufrufe:
Gegenkundgebung am 17.1.09 Unglaublich aber wahr: es gibt sogar eine Gruppe (a:ka), die Bombardement und Beschuss des Gaza rechtfertigt obwohl inzwischen dadurch schon über 1000 Menschen, darunter sehr viele Zivilisten, Kinder, Familien getötet wurden. Diese Gruppe hatte für 12 Uhr am Gänseliesel eine Kundgebung angemeldet. Wie auch schon früher nimmt die von der Jüdischen Gemeinde abgespaltene Gruppe "Jüdische Kultusgemeinde" die das Programm "Jüdisches Lehrhaus" betreibt , daran teil. Siehe dazu auch den Abschnitt: Warum es in Göttingen so lange dauert, bis gegen Krieg protestiert wird .
Beim
Demoaufruf der Friedensdemo für den 17.1. war schon aufgefallen, dass die
Partei DieLinke bei den UnterstützerInnen fehlte (wurde nachgereicht! siehe
Nachtrag 1) . Erstaunlich
auch, dass inzwischen jemand, der als Mitarbeiter in der Landtagsfraktion DieLinke
tätig ist, in einer Stadt in Süddeutschland als Referent angekündigt
wurde, der in Göttingen bei der Gruppe a:ka mitarbeitet . Noch erstaunlicher
schließlich bei der Kundgebung, dass Landtagsabgeordneter Patrick Humke-Focks
mit großer Israelfahne an der Kundgebung teilnahm, die unter dem Motto stand
"Kein Friede dem antisemitischen Vernichtungswillen" . Andererseits
hat der Kreisverband DieLinke in Göttingen als erste Gruppierung eine Stellungnahme
veröffentlicht und eine Mahnwache gegen den Krieg durchgeführt. Siehe
dazu auch den Abschnitt "Stellungnahmen
der Partei DieLinke nicht einheitlich". Nicht beteiligt und keine Stellungnahmen waren von Redical m (Antifa) , Basisdemokratisches Bündnis (Uni) festzustellen.
/ Nachtrag 1: Linke hat den Aufruf unterzeichnet,
aber war durch zeitliche Verzögerungen nicht mehr auf dem Flugblatt aufgeführt:
/ Nachtrag
2: "Outen"
eines a:ka Mitglieds durch Antideutsche in Süddeutschland
Bilder am Rande der relativen Satire:
Mahnwache 16.1.09
Nachtrag Das
Schweigen zum Krieg (Redaktionelle Anmerkung zu dem Artikel der gödru: so wie die Kritik an Raketenbeschuss und Bombenattentate der Hamas Voraussetzung für eine gemeinsame Antikriegsdemo ist, so wäre auch die Kritik am Bombardieren und Beschuss durch das israelische Militär eine Voraussetzung, für die gemeinsame Antikriegsdemo - beide Seiten bewegen sich hoffentlich noch.)
"Gegen den Krieg - für den Frieden in Gaza" ab Marktplatz/Gänseliesel 10.1.09 um 13 Uhr.
Vorab hieß es von seiten der Veranstalter: "An dieser Stelle sei nochmal
in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, dass es keine Demonstration gegen Israel
sein wird." Und: "Menschen, die meinen, rassistische Parolen loswerden
zu müssen (..) haben dort auch nichts zu suchen. Alle Teilnehmer sind dann auch
dazu aufgerufen, solche Leute in die Schranken zu weisen, was wir selbstverständlich
auch tun werden."
Erklärung des Bündnis
gegen Krieg und Rassismus, Göttingen 09.01.09 Mahnwache 13.1.09 "Dem
Frieden eine Chance -
Für einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza"
Flugblatt-Text dazu der bereits am 3.1. als Presseerklärung der Partei DieLinke Göttingen von Gerd Nier und Eckart Fascher, die Sprecher des Kreisverbands DieLinke veröffentlicht wurde
* die DKP hat zur Mahnwache mit aufgerufen, allerdings nicht den Text des Aufrufes mit unterschrieben.
Kundgebung
"Stop der militärischen Aktion gegen die Zivilbevölkerung in Gaza"
Stellungnahme der Gesellschaft
für bedrohte Völker in Göttingen am 30.12.08 (Auszug) |
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Warum es
in Göttingen so lange dauert, bis gegen Krieg protestiert wird 2.1.09 / Bis zum 2.1. sind keine Reaktionen in Göttingen auf die Bombardierung des Gaza bekannt geworden. Versorgungsblockade des Gaza, Beschiessung Israels mit primitiv gebauten Raketen durch die Hamas einerseits und nun die Hightech-Bombardierung des Gaza durch israelische Luftwaffe werden bisher mit Schweigen zur Kenntnis genommen. Während des Irakkrieges und der Bombardierung des Libanons wurde deutlich wieso der Protest gegen den Krieg blockiert ist. -
Rückblick: Irakkrieg und Libanonbombardement Rückblick: Irakkrieg und Libanonbombardement 29.12.08
/ Bei den Vorbereitungen des Irakkrieges 2001 - 2002 war ein auffälliges
Schweigen der politischen linken Szene in der Öffentlichkeit festzustellen
(Siehe dazu den Kommentar von damals). Wer die Herausbildung
sogenannter "antideutscher Gruppen"
nicht mitverfolgt hatte, konnte diese Entwicklung kaum verstehen. Die
Lähmung der Linken durch innere Widersprüche wurde z.B. deutlich als
am 24.4.2002 die Gruppe [a:ka] von ziviler und uniformierter Polizei beschützt
für die Politik der israelischen Regierung Scharon und des Militärs
demonstrierte. Gegen KritikerInnen und auch nur fotografierende Beobachter bei
diesem Auftritt ging die Polizei vor. (siehe Bericht
hierzu) .
für den Krieg sein wird "Israelsolidarisch" genannt, die Kritik
an der Bombardierung als "antisemitisch" beschimpft Seit
dem haben antideutsche Gruppierungen in Göttingen versucht, innerhalb der
Linken , die Meinungsführerschaft zu erlangen. GegnerInnen wurden meist mit
dem Vorwurf antisemitischer Tendenz zum Schweigen gebracht. G8-GegnerInnen wurde
Antiamerikanismus und Antisemitismus vorgeworfen, Montagsdemos gegen Hartz 4 wurde
die Kritik am Kapitalismus als tendenziell antisemitisch vorgeworfen, dem Begriff
"Heuschreckenkapitalismus" gegen Strategien des squeeze-out wurde antisemitische
Tendenz vorgeworfen, mit Aufklebern und Flugblättern wird das Tragen sogenannten
"Palästinenser-Tücher" als antisemitisch verurteilt . Sowohl
im Theaterkeller als auch in der Göttinger Drucksache konnten und können
Gruppen zu Wort kommen, die Krieg befürworten, wenn es Israel bzw. der israelischen
Regierung und dem israelischen Militär nützt. Ein prominenter Vertreter
der "Antideutschen" Thomas von Osten-Sacken erklärte in der Zeitung
"Die Welt" unumwunden : "Ich bin für den Krieg". (gemeint
war der völkerrechtswidrige Krieg gegen den Irak im März 2003) . Antideutsche befürworteten Bombardierung Libanons 2006 Das zweite Ereignis, das im Rückblick zu betrachten wäre, ist die Bombardierung des Libanon 2006. Auch hier war zuerst auffälliges Schweigen feststellbar. Als Libanesen und Palästinenser am eine Kundgebung mit Demonstration auf dem Marktplatz um 15 Uhr anmeldeten, wollte die antideutsche Gruppe aka eine Kundgebung am gleichen Platz um 14 Uhr kurz vorher durchführen. Das wurde ihr nicht erlaubt und sie mußte auf den Wilhelmsplatz ausweichen, wo sich dann ca. 25 Personen zu einer Kundgebung trafen. U.a. hielt dort auch eine Aktivistin vom jüdischen Lehrhaus eine Rede. Das "jüdische Lehrhaus" ist eine Abspaltung aus der reformjüdischen Gemeinde in Göttingen (siehe Bericht dazu ) Handgreiflichkeiten zwischen Antideutschen und Demo gegen Bombardierung
Die beschriebenen Meinungsunterschiede führen nicht nur zu verbale Auseinandersetzungen.
Wie auch in anderen Städten kommt es immer wieder zu Handgreiflichkeiten,
so auch bei einer Demo die am 26.7.06 stattfand: Polizeibericht: (26.07.06)
"Zu einem kleinen Zwischenfall kam es, als in Höhe des Alten Auditorium an
der Weender Straße vier deutsche Gegendemonstranten an den Demonstrationszug herantraten
und eine israelische Nationalflagge zeigten. Vermutlich hierdurch provoziert,
liefen mehrere Teilnehmer der großen Demonstration sofort auf die Männer zu. Noch
bevor Einsatzkräfte der Polizei die beiden Gruppen komplett trennen konnten, kam
es zu kleineren Handgreiflichkeiten zwischen den unterschiedlichen Parteien." Eine Demonstration gegen die Bombenangriffe auf den Libanon wurde von der Gruppe "a:ka" als Antisemitismus verurteilt: »Was da mit der Forderung nach Frieden und Menschlichkeit daherkommt, ist tatsächlich nichts anderes als antisemitische Hetze. Der Staat der Juden soll verschwinden - darum ging es den Demonstranten, die sich offen zur Hisbollah und damit zum islamistischen Terror bekannt haben. Es ist, wie Paul Spiegel einmal gesagt hat: Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.« " (Quelle puk/nicht mehr online) Zu
einer zweiten Demonstration gegen die Bombardierung (> Bericht
) am 5.8.06 kamen ca. 250 bis 300 Menschen. Stellungnahmen der Partei PDS / Linkspartei / DieLinke - nicht einheitlich Am 27.6. nach der Libanon-Demo folgte auch eine persönliche Stellungnahme von Patrick Humke (DieLinke) in der es u.a. hiess. "Mit Erschrecken musste ich gestern die antisemitischen Auswüchse der israelfeindlichen Demonstration in unserer Stadt, die Wissen schafft zur Kenntnis nehmen." Gleichzeitig schrieb er aber auch: "Bündnispartner für die LINKEN sind die Vertreter der Friedensbewegung in beiden Staaten!" (> Stellungnahmen-Text ) Der Versuch, innerhalb der damaligen PDS einen Aufruf gegen den Krieg und für einen Stop der Bombardierung zu verabschieden, mißlang. Es wurde berichtet, dass zu viele gegen eine solche Resolution gestimmt hätten. Es kam deshalb keine öffentliche Stellungnahme zustande. Später am 8.8.06 wurde lediglich eine Stellungnahme der "Wähler/innengemeinschaft Göttinger Linke" (Offene Linke Kommunalwahl-Liste) veröffentlicht in der es u.a. hiess "Es ist nicht nur guter demokratischer Brauch, auf die Straße zu gehen, es ist auch unsere moralische Pflicht, dem Morden offensiv entgegenzutreten". (>Stellungnahme ) Friedensbüro Göttingen Das
Göttinger Friedensbüro schrieb anlässlich des Libanonkrieges in
einem Flugblatt am 22.7.06 "So sehr die Friedensbewegung die Anwendung
terroristischer Gewalt verabscheut, so sehr verurteilt sie den staatlich ausgeübten
Terror durch Israel im Gazastreifen und im Westordanland |
| Kurzkommentar
, Hinweise, Notizen / goest Documenta
12 / 2007, Abdoulaye Konaté (Mali): Gris-Gris pour Israël et la Palestine.
2005 / [gris gris bedeutet
Talismann, Amulett] Friedens-Rede des 85 jährigen Avnery, in der israelischen Zeitschrift >> hagalil veröffentlicht . In Göttingen wurde 2005 der Konflikt zwischen palästinensischen Autonomiegebieten und Israel in einer Ausstellung im Foyer der SUB thematisiert. >> Ausstellung in der SUB Analyse
der aktuellen Entwicklung in der israelischen Zeitschrift challenge
"Antisemitismus", "israelsolidarisch" usw. 11.1.09 /Kritik an der Bombardierung und Massakrierung der Zivilbevölkerung im Gaza, Kritik an der Blockade der Versorgung der Bevölkerung im Gaza mit Energie, Medizin, Nahrung etc. ist nicht antisemitisch; ebensonwenig wie die Kritik an dem Beschuss mit Raketen antiarabisch ist. Man kann auch völlig selbstverständlich gleichzeitig gegen Krieg und gegen Nazis Stellung beziehen! Wenn man gleichzeitig die Scharfmacher und Kriegsbefürworter auf Seiten der Palästinenser, also Hamas und Hizbollah kritisiert, besteht übrigens wenig Verwechslungsgefahr mit antisemitisch motivierter Israelkritik der Nazis. Andererseits
gibt es eine ganz andere neue Problematik, die zunächst unglaublich klingt:
wenn man sich die Webseite http://www.pi-news.net/leitlinien/
anschaut wird man sehen, dass hier rassistische Gruppierungen die
Annäherung an Israel und USA zwecks Bekämpfung des Islam suchen. Bleibt
zu beobachten, wie sich sogenannte linke israelsolidarische Gruppen von diesen
rassistischen Gruppierungen distanzieren.
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Text der UN-Sicherheitsrats-Resolution vom 8.1.09 "Der
UN-Sicherheitsrat drückt seine tiefste
Besorgnis aus über die sich vertiefende humanitäre Krise in Gaza und betont die
Notwendigkeit des dauerhaften und regelmässigen Transfers von Gütern und von Personen
über die Grenzübergänge nach Gaza. insbesondere ruft der Sicherheitsrat |