Startseite
redaktion@goest.de
Veranstaltungen
  Impressum

Coronavirus Epidemie

  • Kritik an dem behördlichen Umgang mit der Coronavirus-Epidemie Januar/Februar
  • Panikvermeidung mit falschen Beschönigungen und widersprüchlichen Äußerungen
  • Übertragung vermeiden
  • Einmal von der Pharmaindustrie getäuscht bei der Vogelgrippe 2006
  • Nationalistische Hetze und Rassismus
  • Warum wurde in den ersten Wochen eine große Verbreitung in Kauf genommen?
  • Ziel war angeblich "Zeit gewinnen" aber für was?

Links auf externe Seiten mit Informationen über die Entwicklung der Fallzahlen

Krisenstab bei der Stadt unter Leitung der Sozial- und Gesundheitsdezernentin Petra Broistedt ist mit Expert*innen aus den Bereichen Gesundheitsamt, Feuerwehr und Ordnung sowie des Krisenstab des Landkreises, der Universitätsmedizin Göttingen UMG und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen besetzt.

Krisenstab Landkreis unter Leitung von Kreisrätin Marlies Dornieden , der vorbereitende Maßnahmen für das Kreisgebiet koordiniert und je nach Lageentwicklung umgehend die Arbeit des Stabes der Stadt Göttingen ergänzt.

Bürger*innentelefon für Stadt und Landkreis Göttingen für allgemeine Informationen und Fragen zum Coronavirus . Unter Telefon 0551/7075100 täglich, auch am Wochenende, von 8.00 bis 13.00 Uhr und von 15.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Medizinische Beratung findet nicht statt

 

Stand der Infektionen und Todesfälle am 11.3.2020

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/

 

Kritik an dem behördlichen Umgang mit der Coronavirus-Epidemie Januar/Februar

11.3.20 Nach den anfänglichen Versäumnissen haben die verantwortlichen Stellen ein Problem mit unkontrollierbar steigenden Infektionszahlen und tendieren zu zunehmend rigoroseren Maßnahmen. Am Ende wird das Infektionsschutzgesetz die Grundlage behördlichen Handelns.

24.2.20/ Die Strategie der Behörden war lange Zeit:
Erst dann tätig werden, wenn die Krankheit offensichtlich ist. Das ist aber zu spät!
Während der symptom-armen Inkubationszeit infizieren die Menschen andere. Es wird gewartet, bis sich jemand mit Symptomen meldet und angibt, er/sie habe Kontakt mit einer Risiko-Region oder Person von dort gehabt. Dann wird eventuell auf Coronavirus getestet. Wird eine CoVid19 Infektion festgestellt, dann wird der Patient isoliert und es wird versucht diejenigen Personen aufzulisten, die seit dem vermutlichen Infektionsdatum Kontakt mit dem Erkrankten hatten. Diese „Kette“ wird dann abgearbeitet, d.h. diese Personen werden entweder getestet und/oder gebeten in häuslicher Zurückgezogenheit (sprich freiwilliger Quarantäne) zu bleiben. Wie im Fall BaWü wird aber auf einen Corona-Test bei den Kontakt-Personen verzichtet solange sie keine Symptome zeigen.

Auch wenn Patienten mit heftigen Beschwerden der Lunge in die Klinik kommen, kann es sein, dass sie nicht konsequent auf Corona getestet werden; so geschehen bei dem Mann in Erkelenz. Das hat dazu geführt, dass der infizierte Mann in Erkelenz NRW noch auf dem Karneval herumspazieren konnte und eine Vielzahl nicht mehr nachvollziehbarer Kontakte nun infiziert hat. Solche Fälle führten anschließend zur Schließung öffentlicher Einrichtungen, Schulen, Schwimmbädern im betroffenen Landkreis. Der Landrat des Kreises Heinberg meinte später dazu in einer Talkrunde, ja hätte er denn die Karnevalveranstaltungen verbieten sollen, dafür hätte es keine Akzeptanz gegeben.

Da die Krankheit auch von Menschen übertragen werden kann, die während der 1 – 14 (oder gar 27) Tage dauernden Inkubationszeit keinerlei Symptome zeigen, ist es unverständlich, wieso keine vorsorglichen Tests durchgeführt werden, wenn Kontakte zu Infizierten bestanden. Alle Risikopersonen mit Kontakt zu Infizierten UND alle Personen mit Grippesymptomen sollten getestet werden. Bislang wurde immer wieder von Fällen berichtet, wo sich Coronainfizierte Menschen mit "Grippesymptomen" gemeldet hatten aber nicht auf Corona getestet wurden, was dazu geführt hat, dass die dann massig andere angesteckt haben.

Einerseits wird auf solche Tests verzichtet und gleichzeitig wird bei der Öffentlichkeitsarbeit der Behörden versäumt, auf das Risiko von Infektionen bei Massenveranstaltungen, Versammlungen, Kino, Theater, Schwimmbäder/Saunen, Kindergarten, Schulen hinzuweisen. Das ist eine unverständliche Fahrlässigkeit.

Panikvermeidung sollte nicht mit falschen Beschönigungen und widersprüchlichen Äußerungen versucht werden

Widersprüche in den Äußerungen von Gesundheitsministerium und Gesundheitsminister verwirren und verunsichern. So heißt es auf den Webseiten des Bundesgesundheitsministeriums : „Die klinischen Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber“ . Genau deshalb hatte u.a. Prof. Alexander S. Kekulé Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie (Bakteriologie, Virologie, Molekularbiologie) der Uniklinik Halle früh gefordert, endlich Personen, die direkt aus China kommen mit Wärmebildkameras auf Symptome zu prüfen. (Siehe dazu das spätere Interview des Deutschlandfunk. mit Kekulé. Dies wurde von Bundesgesundheitsminister Spahn zurückgewiesen der im Bundestag im Widerspruch zur Webseite seines Hauses sagte: „Fiebermessen an den Flughäfen macht keinen Sinn“. Spahn wird in aller Regel vom RKI beraten und es bleibt ein Rätsel warum er auf diese Schiene gesetzt wurde.

Ein anderer Hauptstrang der Beruhigungspropaganda ist der irreführende Verweis darauf, die saisonale Grippe (Influenza) sei eigentlich viel schlimmer. Die Grippe würde aber niemanden aufregen, weil man daran gewöhnt sei. Die Angst käme beim Coronavirus auf, weil das etwas Neues sei und vor Neuem hätten die Leute eben mehr Angst.

Die Angaben zur Sterberate bei ConV19 schwanken zwischen 0,5 bis 3,4 %. während diese bei der saisonalen Grippe unter 0,1 % liegt. Bei gleich hoher Zahl an Infektionen wären bei einer Coronavirus-Epidemie also wesentlich mehr Tote zu erwarten. Siehe dazu worldometers.info/coronavirus/ .

Nach den öffentlichen Verharmlosungsvergleichen mit Grippe sahen die Menschen dann aber im Fernsehen welch radikale Maßnahmen gegen das Coronavirus in China und anderswo ergriffen wurden. Es verwunderte weil so etwas doch nie bei der angeblich gleich gefährlichen Grippe nie gemacht wurde: Massive Quarantänemassnahmen und Abriegelung von ganzen Städten. Solcherlei durchsichtigen Versuche die Menschen zu beruhigen löchert die Glaubwürdigkeit der Behörden und entlarven sich auch mit der fortschreitenden Entwicklung als Schönfärberei. Dass das alles nur "eine neue Erkältungskrankheit" sei, glaubt eben niemand mehr, wenn Hotels, Schiffe, Städte zur Quarantäne-Zone erklärt und abgesperrt werden. Dadurch wird das Vertrauen in das Management der Katastrophenpolitik geschwächt. Und Vertrauen in die politische Leitung ist während einer Pandemie ein wichtiges Kapital.

Übertragung vermeiden

Die Übertragung durch Infizierte, die keine oder noch keine Symptome zeigen lässt sich reduzieren, wenn die Übertragungschancen verringert werden. Dies würde bedeuten, Menschenansammlungen zu vermeiden oder Menschen so zu instruieren und auszustatten, dass die Übertragungen möglichst minimiert werden. Also nicht nur Werbung für Handhygiene sondern Mundschutz verteilen für Menschen mit Erkältungssymptomen , Händedesinfektionseinrichtungen und Ausweitung von Tests, Fieberkontrolle, Desinfektionen von Gegenständen mit vielen Kontakten (Türgriffe z.B.)

Einfache Atemschutzmasken machen Sinn, wenn jemand Erkältungssymptome hat, oft niesen oder husten muss und dann das Secret von der Maske aufgefangen wird. Wenn die vermutliche Erkältung dann doch eine Corona-Infektion ist, wurde wenigstens ein Teil der Viren am Verstreuen in die Umgebung verhindert.

Der passive Schutz gegen das Virus macht spezielle Masken erforderlich .Oft werden Masken verwendet, die nicht luftdicht abschließen und nur wie ein Tuch vor Mund und Nase locker anliegen. Da die Luft die seitlich ungefiltert einströmt ist der Schutz gegen eine Aufnahme des Virus von außen nur minimal. Ein wirksamer Atemschutz gegen Eindringen von Viren von außen in die Atemwege sind Masken mit der Klassifizierung FFP3, da die Filter auf die Größe der Viren ausgelegt sind und nicht durch zu grobe Faserstruktur viele Viren hindurchgelangen können. Allerdings ist bei nahem Kontakt unter 2 Meter dann auch eine Schutzbrille erforderlich.

Einmal von der Pharmaindustrie getäuscht bei der Vogelgrippe 2006 - neigen viele dazu die jetzige Situation zu unterschätzen

Die irreführenden Erfahrungen mit der Vogelgrippe (Siehe goest Seite von 2006 zur Vogelgrippe goest.de/vogelgrippe.htm  sind einigen noch in Erinnerung. Als Merksatz blieb in dabei hängen: Damals ist es ja auch nicht so schlimm gekommen, die Bundesregierung hat völlig unnötig riesige Mengen Impfstoffe gekauft. Von dem Arzneimittel Tamiflu (Herstellerfirma Roche) wurde behauptet, es helfe gegen die Vogelgrippe, daraufhin gab es auch von privaten Nachfragern einen panikhaften Run auf dieses Arzneimittel. Das war ein großer Gewinn für die Pharmaunternehmen – sonst nichts. Mit dem Hinweis auf den Verlauf der Vogelgrippe wird nun von einigen Menschen das Auftreten des Coronavirus abgetan.
Es gibt aber gravierende Unterschiede zwischen Vogelgrippe und CoronaVirus: Die Vogelgrippe konnte nur von Tieren auf Menschen übertragen werden, eine Übertragung von Mensch zu Mensch fand nicht statt. Die Angst damals bezog sich auch vor allem darauf, dass so etwas passieren könne. Das ist nun beim Coronavirus der Fall und deshalb ganz anders. Eine infizierte Person kann derart schnell eine große Zahl von Kontaktpersonen anstecken, dass allein die große Zahl von Erkrankten das Gesundheitssystem zum Zusammenbruch führen kann. Das befürchten Virologen wie z.B. Dorsten und deuten an, die Menschen müssten sich für diesen Fall wohl darauf einstellen, irgendwie zuhause selbst zurecht zu kommen.

Nationalistische Hetze und Rassismus

Auf Twitter nutzen auffällig viele rechtsradikal gefärbte Tweets dieses ernste Thema der Corona-Epidemie um eine nationalistische Abgrenzung gegen „fremde Länder“ zu propagieren und fordern „Grenzen schließen.“ Aus einer nationalistischen rassistischen Motivation heraus wollen sie die Bedrohung durch ein Virus mit einer Gefahr durch „Ausländer“ und „Fremde“ verbinden. Dagegen wurde im Twitterkanal von goest@goest14593149  am 10.Feb. folgender Text platziert:

Die Probleme der Welt zu lösen erfordert GLOBALE Kooperation anstelle von Nationalismus. #Klimawandel, Trockenheit/ #Wald, Feuerstürme, Krankheitsepidemien zB #Coronavirus brauchen globale Instanzen wie die #WHO und globale Bewegungen wie #FridaysForFuture.

27.2.20 / Warum wurde in den ersten Wochen so fahrlässig eine große Verbreitung der Infektionen in Kauf genommen?

Bundesgesundheitsminister Spahn, der "nebenbei" intensiv mit seiner Bewerbung für den CDU-Vorsitz bzw. für eine Kanzlerkandidatur beschäftigt war, hatte stets Vertreter des Robert-Koch-Instituts zur Seite, dessen STIKO (Ständige Impfkommission) schon oft Intransparenz und zu große Nähe zur Pharmaindustrie vorgeworfen wurde. Impfungen, die von der STIKO empfohlen werden müssen von den Krankenkassen finanziert werden. (Z.B. Ärztezeitung , DieWelt, Impf-Info, Frankfurter Rundschau, usw. ...)

2015 zahlten allein die Gesetzlichen Krankenkassen etwa 1,2 Milliarden Euro für Impfstoffe (ABDA/Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 2016) Die Entwicklung von Impfstoffen ist teuer. Eine Pandemie schafft erheblichen politischen Druck zur Entwicklung von Impfstoffen.
Gates warned that "billions more dollars are needed to complete Phase III trials and secure regulatory approval for coronavirus vaccines, and still more funding will be needed to improve disease surveillance and response." (Bill Gates 27.2.20)

Zeit gewinnen - für was, wie das?

Gesundheitsminister und RKI-Vertreter haben argumentiert, es käme darauf an Zeit zu gewinnen, damit die Corona-Infektionen nicht zur gleichen Zeit epidemisch werden wie die saisonale Grippe. Wodurch sollte hier Zeit gewonnen werden? Durch die leichtfertig geringe Zahl von Tests auf Corona in Verdachtsfällen und sofortiger Isolierung wurde gerade eine massenhafte Ausbreitung gefördert als Zeit verknappt statt gewonnen! Um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen hat man möglichst wenig Fälle durch Tests ermitteln wollen? Mit dem Effekt, dass in dieser Zeit die unentdeckten Fälle massenhaft andere anstecken?
Da im RKI hochqualifizierte kenntnisreiche Fachleute arbeiten bleibt es ein Rätsel wie dem Gesundheitsminister, der ja keine wissenschaftlich fundierte Ahnung von den Problemen hat, eine derartige Strategie empfohlen wurde.

Plausibel ist diese Geschichte mit "Zeit gewinnen" nur in der Hinsicht, dass durch ein Bremsen der Corona-Verbreitung eine Überlastung des Gesundheitssystems infolge sehr hoher Infektionsfälle in kurzer Zeit verhindert wird. Genau diese Verhinderung wurde aber verschlampt !

 

Tangoveranstaltungen : Verhalten im Risiko

22.3.20 / Der folgende Text ist am 6.3.20 entstanden und sollte verhindern, dass durch Unbedachtheit in der Tangoszene zu einer schnelleren Verbreitung des Coronavirus beigetragen wird. Zum damaligen Zeitpunkt wurde der Warnung häufig mit dem Vorwurf "Übertrieben" oder gar "Panikmache" begegnet und munter weiter Milongas veranstaltet. Inzwischen finden wohl keine Milongas mehr statt weil sie behördlich verboten sind oder weil die Leute eingesehen haben, dass die Lage ernst ist. / G. Schäfer

6.3.20 / Über die Tangoszene kann sich schnell eine Infektion mit dem hochansteckenden Coronavirus verbreiten, denn die Nähe beim Tanzen begünstigt logischerweise "Tröpfcheninfektion", also wenn Tröpfchen der Atemluft beim Einatmen in die Schleimhäute des Mundes oder der Augen eines Gegenüber geraten. Die Hände bleiben in intensivem Kontakt und durch Wechsel der Tanzpartner*innen gibt es eine Vielzahl von Kontakten. Schließlich werden evtl. Infektionen durch das überregionale Reisen zu Milongas oder Workshops in andere Städte weitergetragen.

Das Problem ist, dass infizierte Personen zunächst noch völlig ohne Symptome sein können, aber dennoch die Infektion auf andere übertragen können. Bei einer hochmobilen Szene darf man sich deshalb auch nicht nur deswegen in einer Region sicher fühlen, weil in dieser Region noch keine Infektionsfälle durch Tests bekannt geworden sind.

In Italien Ferarra, Nähe Bologna gab es kürzlich eine Milonga mit 110 internationalen Gästen wobei zunächst nur 3 Personen anschließend positiv auf ConV2-19 getestet wurden. Anschließend mussten 29 Personen in Quarantäne. (1.Artikel auf italienisch 2.Mitteilung der Cita di Liviorno 4, Artikel vom 4.3.20

M.E: wird die Problematik in Deutschland noch immer zu sehr verharmlost und wichtige Vorsorgemaßnahmen, die eine Verbreitung verhindern könnten, werden nicht vorgenommen.

>Empfehlung zur Absage von Milongas siehe GOEST-Tangoseite

 

Reaktionen zum Corona-Problem auf Tango-Webseiten

14.3.20 / Die Auflistung hier erfolgte Anfang März, inzwischen am 14.3. sind in Kassel und Göttingen jedenfalls nahezu alle Tangoveranstaltungen ausgesetzt worden, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Ausführlich : All about the "Social" part of Dancing behandelt u.a. auch die Verdrängung des Problems

Ausführlich:Tango during coronavirus crisis 3.3.20, vergleicht u.a. die Risiken beim Tango mit dem Fall Karneval in Heinsberg

Bis 6.3.20 waren nur sehr vereinzelt sind Reaktionen auf den Homepages von Veranstaltern zum Problem Tango & Corona zu finden. Anfang März schrieb der Aachener Tango-Verein , dass die Tanzabende weitergeführt würden aber aufgefordert wurde Handhygiene zu beachten und bei "Erkältungen" nicht teilzunehmen

Das Züricher CAT schreibt "Alle unsere Lektionen, Practicas und Milongas finden GANZ NORMAL statt. Die Angaben auf www.c-a-t.ch sind aktuell. Sollte sich grundlegend etwas ändern, werden wir euch wieder per Newsletter informieren ..."

Tango Libre Konstanz schreibt: "Tango & Corona Liebe Vereinsmitglieder, liebe Milongueras und Milongueros, wir möchten euch darüber informieren, wie wir in Konstanz mit der aktuellen Situation umgehen. Wir vom Vorstand halten es für vertretbar, weiterhin unseren Tangounterricht anzubieten und zu Milongas einzuladen. Wir verstehen uns als Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht und dabei Bedenken, Wohlbefinden und die Gesundheit der anderen Gäste ernst nimmt. Wir können alle etwas dazu beitragen, wenn wir uns an die gängigen Hygienetipps halten, die Situation ernst nehmen und respektieren, wenn andere Bedenken haben. Es ist in unser aller Interesse zu vermeiden, dass ein Tango-Ort zu einem Infektionsort wird."

Aus der Schweiz (>Lagerhaus St. Gallen) wird berichtet "nach und nach werden Milongas wegen des COVID-19 abgesagt.. (...) enges Tanzen mit Partnerwechseln stellt ein erhöhtes Infektionsrisiko dar ! (...) Ratsam ist es, Salon- und Neo-Tango sowie mit vermindertem Partnerwechsel zu tanzen. Dabei noch weniger reden als es sonst schon Tangositte ist! Wir halten Händedesinfektionsmittel und Merkblätter bereit."

Auf einer Tangoseite aus Süddeutschland (Nähe Ingolstadt) versucht der Autor Menschen mit Bedenken lächerlich zu machen und präsentiert sich als angstlosen Helden.
In seinem Text vom 29.2.20 argumentierte er dilletantisch gegenüber warnenden Stimmen: "Ich werde daher auf meine längst geplanten Milonga-Besuche heute Abend und morgen nicht verzichten. Und im Gegensatz zur traditionellen Tanzweise ist für mich ja die enge Umarmung kein Muss. Statistisch ist es jedenfalls viel wahrscheinlicher, dass ich bei den Fahrten zum Tango mit dem Auto verunglücke als mich mit dem Coronavirus zu infizieren." Warum er sich so sicher fühlt, erklärt er wie folgt: "Sollte ich am Coronavirus erkranken, hätte ich notfalls Zugang zu einer hochmodernen Intensivmedizin." Sein Vertrauen in die Kliniken ist erstaunlich angesichts der Tatsache, dass dort schon die Schutzanzüge und Schutzmasken fehlen, ganz abgesehen von der begrenzten Zahl an intensivmedizinischen Betten. Das Klinikum Ingolstadt in des Autors Nähe, hat zB lediglich 12 Beatmungsbettplätze und schon jetzt fehlt überall Pflegepersonal. Ob Anti-Panik-Helden wohl noch geholfen werden könnte, wenn Hunderte oder Tausende intensivmedizinisch behandelt werden müssen, weil sie ernsthaft am Coronavirus erkrankt sind? Deshalb gilt: "Flatten the curve!" Aber das sehen inzwischen fast alle Tangoveranstalter*innen ein, außer einigen ganz uneinsichtigen!

Tanzschule "Absolut tanzbar" Düsseldorf schreibt:
"Als zusätzliche Vorbeugungsmaßnahme verzichten wir im Moment auf Handschlag und Umarmung zur Begrüßung und Partnertausch in unseren Paartanzkursen. Einfache Hygieneregeln, insbesondere häufiges, intensives Händewaschen helfen, eine Infektion zu vermeiden. (...) Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit, dass jeder bei Verdacht einer entsprechenden Erkrankung unsere Tanzschule nicht vor einer ärztlichen Freigabe aufsucht.
"

Ganz unvernünftig und verantwortungslos handeln Leute wie folgt
Tango Chur
"SONNTAGSMILONGA IM EL CORREO 1. MÄRZ 2020 Die Milonga wurde leider aus behördlichen Gründen ABGESAGT. Wir treffen uns aber privat unoffiziell und wer lust hat, kann gerne mittanzen Hasta el tango! 17:00 - 21:00"

Vernünftiger und verantwortungsvoller handeln jene, die die Milongas vorläufig aussetzen

 

Denkbare Infektionswege nach Göttingen

Göttingen liegt in der Nord-Südachse der ICE-Strecke wie auch der A7. Dadurch bestehen Übertragungsmöglichkeiten bei Zugreisen. Reisende die in Göttingen ankommen können also infiziert sein und weil sie keine Symptome haben unerkannt bleiben. Während der Inkubationszeit sind sie aber ansteckend und können ohne es zu wissen andere Personen infizieren.

Die internationalen Beziehungen der Universität und die Reiseaktivitäten von Personen der Uni, der Forschungsinstitute oder internationaler Firmen wie Satorius stellen mögliche Übertragungsweg dar. Wenn z.B. eine infizierte Person durch die Mensa der Universität läuft könnte es zu einer Vielzahl von Neuinfektionen kommen.

Nachtrag: Das GT twitterte am 25.2. dass eine Gruppe von IGS-Schüler*innen aus dem norditalienischen Trentino nach Göttingen kam, die Schulleitung und das Gesundheitsamt "Entwarnung" gegeben hätten, weil die Schüler*innen "keine Symptome" gezeigt hätten und "keine Beschwerden bekannt" seien. In diesem Fall wäre es z.B. unbedingt angebracht gewesen, doch mal einen Test zu machen bevor die Schüler*innen in die IGS zurückkehren.

 

Corona-Krise und soziale Ungleichheiten

Auszug https://justpaste.it/ruhevordemsturm Die Ruhe vor dem Sturm ist die Stille nach dem Sturm Walerij Lobanowskji. 10./11.3.2020

Gerade prekär Beschäftigte, in „Minijobs“ schuftende, aber auch die, die sich als „Freie“ oft genug von einem Job zum nächsten hangeln, werden in Kürze vor großen Problemen stehen. Viele werden voraussichtlich bald ganz ohne Einkommen dastehen, z.B. in der Gastronomie, im Messebau oder der Veranstaltungstechnik. Auch die anderen, Befristete, Minijobber und Zweitjobberinnen oder hinzuverdienende Rentner und Rentnerinnen, werden in Not geraten. Bleiben sie zuhause, verlieren sie ihr Einkommen und vielleicht den Job, gehen sie weiter Pakete oder Pizza ausfahren, werden sie möglicherweise krank und infizieren danach andere. Dass sie – wie die Wirtschaft und absehbarerweise auch Teile des Mittelstands – unter einen „Rettungsschirm“ der Politik geholt werden ist zweifelhaft.

Von Wohnungslosen, Illegalisierten, Menschen in Lagern und anderen Gruppen gar nicht zu reden. Deren Probleme, die schon im Normalmodus niemanden interessieren, werden bei den bevorstehenden Entscheidungsfindungen keine Berücksichtigung finden. Ein gutes Beispiel sind die Gefangenenaufstände in den italienischen Knästen, die maßgeblich dadurch motiviert sind, dass Angehörige unter der Quaratäne nicht mehr zu den Gefangenen dürfen, obwohl ihre Besuche drinnen ein fundamentaler Bestandteil der Versorgung mit Alltagsgütern von draußen sind. Es haben alle Medien über die Toten der Knast-Aufstände berichtet, nirgendwo war hingegen etwas über die Not zu erfahren, die die Abriegelung der Knäste für die Gefangenen mit sich bringt.

(…) Es darf nicht sein, dass Unternehmen schnell finanziell entlastet werden und der oder die Einzelne in zwei Monaten die Miete nicht mehr überweisen kann. (In Italien wurden immerhin jetzt alle Hypothekenzahlungen vorerst staatlich gestoppt.) Ob eine Unterstützung über die Jobcenter erfolgt oder über andere Wege, ist dabei vielleicht erstmal egal, aber eine Unterstützung muss die Betroffenen direkt erreichen. (Die Jobcenter wären aber auch die Stelle, über die eine Wieder-Aufnahme in die Krankenversicherung organisierbar wäre. Stand 2018 hatten 80.000 Menschen in Deutschland keine Krankenversicherung.) ....

 

Am 2.3.20 erhielten wir eine Email von Dr. Stiller mit folgendem Inhalt:

Aus der Sicht eines Landarztes
CORONAVIRUS
in Deutschland
Anfang März 2020

Dr. med. Thomas Carl Stiller
Facharzt für Allgemeinmedizin
Adelebsen / Volpriehausen
www.stillermed.de

(...) Viele gute Ratschläge aus sicherer Distanz gibt es von KV, Kammer, dem RKI oder dem Gesundheitsministerium. Ich habe versucht sie alle auf meiner Praxishomepage zu präsentieren. Wie läuft es an der „Virenfront“ praktisch?

Als Hausarzt an der vordersten Kontaktlinie zu Patienten und deren Infektionen kommt es mir merkwürdig vor einen Infozettel an der Praxistür zu haben, damit Patienten mit Infektzeichen und möglichem Kontakt zu Coronavirusinfizierten sich erst telefonisch ankündigen. Ich habe in der letzten Woche mehrmals Infektpatienten die typischen Fragen nach Croronakontakt gestellt. Einen Verdacht auch als Abstrich eingesendet (negativ). Mein Eindruck ist: Die meisten waren leicht erbost bei den Fragen. Wer möglicherweise in Quarantäne muss – die Medien zeigen es ja - wird sich jetzt vielleicht erst gar nicht mehr vorstellen und Kontakt mit einer Praxis aufnehmen. Viele könnten schon infiziert sein durch unbewussten Kontakt im ÖPNV, beim Einkaufen und an stark frequentierten öffentlichen Plätzen. Wir sollten daher viel mehr Abstriche bei Patienten mit Grippesymptomen machen, um ein schärferes Bild er Lage zu erhalten, auch wenn es jetzt mehr kostet. Wir sparen sonst wieder am falschen Ende.

Es gibt bei der Coronavirusinfektion eine Symptomatik die klinisch wie ein grippaler Infekt abläuft. Diese Symptomatik hat aktuell jeder dritte Patient in der Praxis. Alle vor der Tür stehen lassen? Die Schlange ginge weit bis auf die Straße. Alle zu Hause besuchen? Wann sollen wir fertig sein? Um Mitternacht? Wie sollen dies die Gesundheitsämter, denn ohne uns allein schaffen?

Mein Medizintechnik- und Praxisbedarfsgroßhändler, der im Raum Südniedersachsen fast alle Praxen versorgt, hat keine Schutzmaske und keine Schutzkleidung mehr. Er liefert mir nächste Woche die letzte Charge Desinfektionsmittel. Käme alles auch aus China und verbliebe dort wegen Eigenbedarf, schilderte er mir den Engpass. Der Apotheker an der Ecke zuckt ebenfalls mit den Schultern. Alles ausverkauft. Es ging so schnell, ich glaube die wenigsten Praxen sind dauerbevorratet wie ein Krankenhaus. Und nun? Wer schützt uns in den Praxen an der „Virenfront“? Einen hohen Preis zahlen jetzt auch viele Bürger für wenige Schutzmasken (bis 30€ und mehr) pro Stück im Internet. Mit Angst werden auch Geschäfte gemacht.

Nah am Virus stehen jeden Tag aber wir Ärzte mit unserem Personal in der Praxis:

  • Wir brauchen Schutzkleidung, wenn wir Abstriche machen sollen zur Diagnostik
  • Wir brauchen Desinfektionsmittel.
  • Wir brauchen viel mehr Verdachtsabstriche um ein schärferes Bild der Infektionslage zu haben.
  • Wir brauchen Sonderkontingente an Schutzausrüstung reserviert für die Praxen.
  • Wir brauchen keine Beschwichtigung alles sei unter Kontrolle, denn für die Kontrolle sorgen wir.
  • Wir brauchen Mut zu handeln und haben keine Zeit zu warten.

Ich habe seit Jahren Schwierigkeiten für Notfallpatienten ein Krankenhausbett zu erhalten, nachdem viele Krankenhausbetten abgebaut wurden. Ob es jetzt besser läuft? Wo gibt es Platzreserven? 

Die Politik sollte mutig entscheiden und vielleicht die Osterferien vorverlegen, oder tatsächlich mal ein bis zwei Wochen alle Schulen und öffentliche Einrichtungen schließen.

Die zuständigen Politiker senden die Botschaft, dass alles sei unter Kontrolle sei. Die Bevölkerung stimmt schon jetzt auf ihre Weise ab, indem sie gerade die Läden leer kauft.

Was nützt uns denn ein toller Ablaufplan zu zielgerichteter Diagnostik, wenn ich mich und meine Mitarbeiter mangels Schutzausrüstung nicht selbst schützten kann?

Was wäre, wenn jetzt alle Praxen mal wegen Ausrüstungsmangel zwei Wochen Urlaub machen würden? Noch stehen wir jeden Tag und behandeln. Die Vorräte werden knapp.

Wie lange soll das gehen? Bis zur letzten Schutzmaske? Bis zum letzten Milliliter Desinfektionsmittel?

Verehrte politisch Verantwortliche, lasst uns nicht allein!