Amtsgericht Herzberg: Im Zweifel gegen den Angeklagte und für die Polizei 21.10.09 / 14.12.09 / Das Amtsgericht Herzberg hat am 21.10.2009 einen Antifaschisten aus dem Göttinger Bündnis gegen Rechts zu 1.500 Euro Geldstrafe verurteilt. Richter Schindler folgte damit den Ausführungen der Polizeizeugen und der Forderung der Staatsanwaltschaft. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, während einer antifaschistischen Bündnisdemonstration am 19.1.2008 in Bad Lauterberg zur "versuchten Nötigung" angestiftet zu haben. Wer sich in dieser Region gegen Faschismus engagiert, findet offensichtlich keine Sympathie beim Amtsgericht Herzberg. Im Gegenteil: Ein Demonstrant wurde im Oktober 2009 zu 1500 Euro Strafe verurteilt, weil er zur "versuchten Nötigung angestiftet" haben soll. Den Beweis für diese sowieso schwache Straftatskonstruktion lieferte wieder einmal ein Polizist, der sich nicht viel Mühe geben mußte, weil der Richter ihm alles glaubte, ungeachtet der Widersprüche auf die die Verteidigung aufmerksam machte. Wenn der Polizist sich einmal nicht genau erinnern konnte, aber einen Verdacht formulierte, dann wertete der Richter nicht "Im Zweifel für den Angeklagten", sondern dann fand er die Aussage des Polizisten besonders glaubhaft weil er sich nicht genau erinnern könne. Und dann meinte der Richter auch noch, er könne sich nicht vorstellen, daß ein Polizist etwas gegen einen Demonstranten haben sollte und deshalb auch keinen Grund habe, diesem einen falschen Vorwurf zu machen. . Der verurteilte Antifaschist legte nun gegen das Urteil Berufung ein, so dass der Fall in den nächsten Monaten erneut vor dem Landgericht in Göttingen verhandelt wird. Die Antifaschistische Linke International (A.L.I.), hatte die Demonstration im Januar 2008 initiiert. In einer Pressemitteilung weist die A.L.I. nach dem Urteil darauf hin in Herzberg habe "der CDU-Bürgermeister und Ex-Polizist Gerhard Walter am 15.4.2007 mit dem Neonaziordnerdienst des NPD-Landesparteitages in Herzberg-Scharzfeld bereits `eine Apfelsaftschorle getrunken´" und sei "nach deren Aufforderung gegen Journalisten des NDR handgreiflich vorgegangen". Die A.L.I vermutet daß das gesamte Umfeld in Herzberg von einem "rechten Konsens" beherrscht ist, " der in den Kleinstädten und Dörfern des Südharzes weiterhin vorherrscht". In diesem Klima verwundert es die A.L.I nicht, daß "von Seiten des Gerichts stark widersprüchliche Aussagen des Polizeizeugen hingenommen wurden." Dem harten Urteil gegen einen Antifaschisten stellt die A.L.I. die Meldung gegenüber, daß in einer offiziellen Werbebroschüre der Stadt Bad Lauterberg "eine Werbeanzeige des Neonazi- Tattooladens "Zettel am Zeh" veröffentlicht wurde. Anstatt die Broschüre zurückzuziehen verteidigt Bürgermeister Otto Matzenauer die Anzeige und kündigte im Harzkurier an, gegen jene vorzugehen, die eine Verbreitung unterbinden wollten." Inzwischen, so meldete der NDR-Hörfunk am 21.10., hat sich der Bürgermeister dem Druck der Öffentlichkeit gebeugt und die Broschüre zurückgezogen, "weil das Image der Stadt Schaden nehmen könne". Kommentar: Allein die "Anstiftung" und dann auch zur nur "versuchten" Nötigung mit einer Strafe von 1500 Euro zu verurteilen bringt ins Grübeln. Betrachtet man das Muster, nach dem DemonstrationsteilnehmerInnen verurteilt werden, wenn Polizisten als Zeugen aussagen, dann muß man leider erkennen, daß jegliche Gegen-Beweisführung mit Zeugen für die Angeklagten keinerlei Chance hat. Einzig erfreuliches Gegenbeispiel der jüngsten Zeit ist die per Video festgehaltene Attacke eines Polizisten auf einen Demonstranten in Berlin. Da half auch keine polizeiliche Zeugenaussage gegen die klaren Beweise der Videoaufnahme. |
Demonstration in Bad Lauterberg Samstag 19.1.2008 (siehe auch Presseerklärung der Roten Hilfe : Rechtsbrüche der Polizei) Bericht über die Demonstration 20.1.08
/ Übereinstimmend wird von 650 bis 700 TeilnehmerInnen berichtet. Die Antifaschistische
Linke International A.L.I. Göttingen hatte die Demonstration angeregt und
schließlich fand sich ein Bündnis von mehreren Gruppen, die sich beteiligten.
Die Niedersächsische Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete der Partei DieLinke
Dorothée Menzner aus Wolfsburg hatte die Demonstration angemeldet. Die Ankunft der Busse in Bad Lauterberg verzögerte sich aufgrund massiver Behinderungen durch die Polizei. Es kam zu doppelten Durchsuchungen von Bussen. Neben 4 Bussen aus Göttingen kamen TeilnehmerInnen u.a. aus Braunschweig, Hannover, und Northeim. Die VeranstalterInnen kritisierten die Behinderung der Demonstration durch Polizei und Ordnungsbehörden: "Gängelnde Auflagen, die Verlegung der Auftaktkundgebung an den Waldrand, Behinderungen der Busanreise, die Verweigerung rechtsanwaltlichen Beistandes für mindestens 12 Ingewahrsamgenommene, eine einschließende Begleitung durch ein sehr enges Spalier, ständiges Filmen ohne konkrete Straftaten bnennen zu können und Übergriffe gegen Demonstrations-OrdnerInnen." Erst um ca. 15.30
Uhr konnte die Auftaktkundgebung auf dem Platz "An der Lutter" und anschliessend
die Demonstration beginnen. Transparente: "Es gibt kein ruhiges Hinterland", "Keine
Kurorte für Nazis und Rassisten", Für eine starke antifaschistische
Kultur - linke Räume erkämpfen und verteidigen", "No nazis - No
nation - reaktionäre Ideologien angreifen", No Cops - No Nazis"
. Berichten zufolge waren auch einige Fahnen von Ver.di zu sehen, die Ver.di-Jugend
hatte trotz Rückzieher des DGB die Demo weiter unterstützt. Dass trotz der nasskalten Witterung und der Warterei die Demonstration in dieser Weise durchgeführt werden konnte, werten die Veranstalter als einen Erfolg. In einer Pressemitteilung der A.L.I vom 20.1.08 heisst es: Die Demonstration zog in Bad Lauterberg an mehreren Kneipen, Treffpunkten und Wohnungen der Neonaziszene vorbei. In Redebeiträgen wurden die Verantwortlichen für faschistische Propaganda, Angriffe gegen alternative und migrantische Jugendliche, sowie Bedrohungen gegen antifaschistisch engagierte BürgerInnen beim Namen genannt. Eine Sprecherin der A.L.I. rief dazu auf 'den Nazi-Tattooladen "Zettel am Zeh" und den Nazikonzertort 'Odertaler Kutscherstuben' dicht zu machen'. Die Antifa-Sprecherin begrüßte in einem Redebeitrag am Kirchplatz, dass sich zwei Eigentümer von Geschäfts- und Wohnräumen in Bad Lauterberg, die bisher von Neonazis genutzt werden konnten, in den letzten Tagen deutlich von der Neonaziszene distanziert hatten. Außerdem kündigten sie Konsequenzen gegenüber dem Pächter einer Spielhalle an, die als Nazitreffpunkt bekannt ist."
Einige Fotos im Netz unter >> http://view.stern.de/v2/picture/946061/ und ein paar Klicks weiter |
Bündnis "Bunt gegen Braun" - und die Sache mit der Distanzierung Vor
der Demo: 18.1.08
/ Die Zeitung "Harz-Kurier" schrieb vor der Demo, "Das überparteiliche
Bündnis 'Bunt statt Braun', der DGB-Ortsverband Bad Lauterberg und die DGB-Region
Südniedersachsen-Harz gaben bekannt, dass sie sich von der Demonstration
entschieden distanzieren". Schon am Tag vorher hatte der Harzkurier verbreitet:
"Der DGB-Ortsverband Bad Lauterberg, die DGB Region Südniedersachsen-Harz,
andere Einzelgewerkschaften der Region, wie IG-Metall oder ver.di, sowie das Bürgerbündnis
„Bunt statt Braun“ distanzieren sich von der am Samstag, 19. Januar, in Bad Lauterberg
geplanten Demonstration, zu der die „Antischistische* Linke International (A.L.I.)“
aufgerufen hat. Dies betonten am Montag auf der Sitzung des DGB-Ortsverbandes
der DGB-Ortsverbandsvorsitzende Klaus-Richard Behling, der DGB-Regionsvorsitzende
Lothar Hanisch und Fritz Vokuhl für das Bürgerbündnis im Landkreis Osterode „Bunt
statt Braun“. Nach unseren Informationen hingegen handelt es sich beim "Bündnis Bunt statt Braun" um die Stellungnahme einer einzelnen Person, die ihren Rücktritt angekündigt hat , falls das Bündnis die Demo unterstützt und nachdem man ihm sagte, dann müsse er eben zurücktreten, hatte er nicht mehr die Befugnis für das Bündnis eine "scharfe Distanzierung" abzugeben. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um Fritz Vokuhl, der auch Ratsherr für die Grünen in Bad Lauterberg ist. Da das Bündnis "Bunt statt Braun" in die Vorbereitungen und Leitung eingebunden war, handelt es sich hier lediglich um den Alleingang einer Person, was vom Harzkurzier aufgegriffen aber nicht näher hinterfragt wurde, inwieweit für diese Position Unterstützung im Bündnis vorhanden ist. Seltsamerweise war die Homepage des Bündnis "Bunt statt Braun" vor und während der Demo vom Netz genommen worden - Domaininhaber: Fritz Vokuhl. Das Bündnis ist als Verein "Buergerbuendnis Bunt statt Braun - Bad Lauterberg, Herzberg, Landkreis Osterode am Harz eV" organisiert . Evtl. beruft er sich darauf, dass sein Rücktritt noch nicht rechtskräftig sei . Was den DGB-Vertreter für die Region Südniedersachsen Hanisch angeht: bislang hat uns zu dieser unglaublichen Meldung keine Richtigstellung seitens des DGB erreicht. Stattdessen ist auf der Homepage des DGB nur der Aufruf zur Kundgebung in Goslar zu finden: Die NPD hat für Samstag, 19. Januar von 10 bis 12.00 Uhr in Goslar eine Kundgebung angekündigt. Statt des gewünschten Goslarer Marktplatzes wurde ihnen der Marktplatz in Kramerswinkel vor dem Arbeitsamt zugewiesen. "Wir rufen alle Goslarer Bürgerinnen und Bürger auf zu einer Gegenkundgebung am 19. Januar um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz des Marktplatzes Kramerswinkel vor der Bürgerbücherei. Jeder, der kann, sollte einen möglichst lauten Wecker mitbringen! Lautes Weckerrasseln soll jede Viertelstunde daran erinnern: "Aufwachen Goslar! am 27. Januar wählen gehen ! Keine Stimme den Nazis!" Die Mobilisierung wird von diesen Querelen offensichtlich nicht berührt, denn inzwischen mußte noch ein weiterer Bus angeheuert werden. Distanzierung - Nachlese - nach der Demo 4.2.08
/ Inzwischen ist die
>> Homepage des
Bündnis "Bunt statt Braun" wieder am Netz. Fritz Vokuhl ist
zwar als erster Vorsitzender zurückgetreten und wird von Sabrina Kohlrausch
kommissarisch vertreten. Er ist aber weiterhin Miglied des Vorstands. Kommentar
( G. Schäfer)
Fritz
Vokuhl schickt "Richtigstellung" "Nach dem Pressegesetz ich fordere Sie unverzüglich auf folgende Richtigstellung zu Ihrer Veröffentlichung vom 4. Februar 2008 zu veröffentlichen. Das Bürgerbündnis Bunt statt Braun hat am 8. Januar 2008 einstimmig in einer Vorstandssitzung beschlossen die von der A.L.I Göttingen, die im Verfassungsschutzbericht 2006 des Landes Niedersachsen als Linksextrem eingestuft wurde, die für den 19.Januar vorgesehene Demonstration in keiner Weise zu unterstützen. Der am 10. Januar von der außerordentlichen Hauptversammlung anders lautende Beschluß war von Anfang an ungültig, da er mit der zu diesem Zeitpunkt gültigen Satzung nicht zu vereinbaren war und somit von Anfang an nicht rechtskräftig bzw. ungültig gewesen ist. Der Umsetzung des Beschlusses der aoHV konnte und durfte folglich nicht umgesetzt werden. Es ist folglich unwahr, wenn behauptet wird, daß ich als damaliger 1. Vorsitzender die Interessen des Bündnisses nicht ordnungsgemäß umgesetzt hätte. Von mir wurde eine demokratische Bündnisarbeit nicht erschwert wir fälschlich von von der Göttinger Stadtinfo im Kommentar des G. Schäfer behauptet. Vielmehr habe ich im Interesse der Rechtsstaatlichkeit des Bürgerbündnisses Bunt statt Braun und der demokratischen Regeln in unserem Land eine Zusammenabeit mit im Verfassungsschutzbericht genannten Verfassungsfeinden und Demokratiefeinden von Links wie die Mehrheit der Vorstandsmitglieder in der Sitzung am 8. Januar strikt abgelehnt." |
Weitere Infos Bereits im September 2007 demonstrierten 1500 - 2000 Menschen gegen die Aktivitäten der Nazis in Lauterberg. Am Samstag, den 19. Januar 2008, wird in Bad Lauterberg im Harz erneut eine überregionale antifaschistische Demonstration stattfinden. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr auf dem Postplatz in Bad Lauterberg (Wo die B 27 mit einer Biegung auf die Hauptstraße (Einkaufstraße) trifft . Die Abschlusskundgebung wird vor dem Rathaus am Kurpark stattfinden. Im Anschluss werden heiße Getränke und Essen angeboten. Zudem wird es einen gemeinsamen Gang zum VVN-Gedenkstein für die Opfer des Faschismus hinter dem Kurpark geben. Busse Bündnis
Bad Lauterberg
und Südharz
Mittwoch, (siehe Bericht weiter unten) 9.1.08 , 19 Uhr Gaststätte "Artemis", Bahnhofstrasse 3, Herzberg "Neonazistrukturen in Südniedersachsen und antifaschistische Gegenstrategien" Informations- und Diskussionsveranstaltung zur antifaschistischen Bündnisdemonstration am 19.1.2008 in Bad Lauterberg.Veranstaltungen "Rechtsradikalismus im Dreiländereck Harz" Informationsveranstaltung des Bürgerbündnis Bunt statt Braun Osterode mit ARUG Braunschweig und Miteinander e.V. Magdeburg. sowie Antifaschistische Linke International A.L.I. Göttingen. - Zur Veranstaltung kamen ca. 60-70 Personen Mittwoch 9.1.08 Bündnis bunt statt braun 18 Uhr Gewerkschaftshaus Northeim, Teichstr. 18 Vorbereitung Aktion am 19.01.08 Montag, den 14.1.08 findet die Diskussions- und Informationsveranstaltung "Neonazistrukturen in Südniedersachsen und antifaschistische Gegenstrategien" statt. Eingeladen sind Referenten der ARUG - Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt aus Braunschweig, des Bündnis Bunt statt Braun Osterode (angefragt) und der Antifaschistischen Linken International A.L.I. aus Göttingen. Beginn ist um 19.00 Uhr im DGB-Haus, Obere Masch 10 in Göttingen. Donnerstag 17.01.08 im Jugendgästehaus in Osterode Podiumsdiskussion "Rechtsextremismus und -radikalismus im Landkreis Osterode am Harz" in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Ver.di, IG Metall und DGB
Freitag, 18.1.08, 19.30 Uhr, JuzI (nicht Theaterkeller!), Bürgerstraße
41, Göttingen. Das Bündnis
hält an den Plänen für die Demonstration am 19.1.2008 in Bad Lauterberg
fest und erwartet gleichzeitige Aktivitäten in Salzgitter und Goslar .
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DGB-Aufruf zur Demo gegen die NPD in Bad Lauterberg - September 2007 26.9.07 / Bunt statt braun Für Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus! Der Deutsche Gewerkschaftsbund ruft, in Absprache mit den jeweiligen Gewerkschaften und Geschäftsführungen, die Belegschaften der Südharzer Betriebe und Verwaltungen auf, gemeinsam und friedlich teilzunehmen an der Demonstration und Kundgebung Donnerstag, 27. September 2007 Bad Lauterberg Ab
9.00 Uhr werden vor den Betrieben und den Verwaltungen Busse zum Transport nach
Bad Lauterberg zur Verfügung stehen. Beginn der Demo mit anschließender
Kundgebung um 10.00 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab 11.00 Uhr, damit spätestens
ab 12.00 Uhr die Produktion bzw. die Arbeitstätigkeit in den Betrieben und
Verwaltungen wieder aufgenommen werden kann. Kurzinfos
über die gelaufene Demo Die Demo war innerhalb Göttingens nicht angekündigt worden und uns erreichte die Information auch erst kurz vorher. Dass während der Arbeitszeit und Schulzeit die Leute zur Demo kamen kann ja nur heissen, dass Betriebs- und Schulleitungen mit der Abwesenheit einverstanden waren. Die reine Anwesenheit auf der Demo als Freizeit statt Arbeit alleine noch kein Engagement beweist - allerdings die Lautstärke mit der die Parolen Nazis raus gerufen wurden und die vielen selbst gemalten Schilder zeigte dass die Leute die Gelegenheit auch wegen der Möglichkeit zum Protest gegen Nazis nutzen wollten.
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