> Zur
Startseite - Goettinger Stadtinfo- GOEST Banken und Sparkassen SEB-Immobilienfond
geschlossen: Sparer kommen nicht ans Geld SEB-Immobilienfond geschlossen: Göttinger Sparer kommt nicht an sein Geld 25.5.10
/ Die ersten
unmittelbaren Folgen der Finanzskandale erreichen Menschen in Göttingen.
Da hat jemand so gut es eben ging ein wenig für seine Rente vorgesorgt und
einen gewissen Geldbetrag zusammengespart. Wie viele andere auch hat er sich von
der Bank dazu beraten lassen und schließlich das Geld in einen offenen Immobilienfond
der SEB Bank investiert. "Offen" heißt so ein Fond, weil die Papiere
jederzeit in Geld umtauschbar sein SOLLEN ! Sind sie aber nicht mehr! Als ein Göttinger Sparer seine privaten Rentenrücklagen abheben will erwartet ihn eine böse Überraschung: Die Bank verweigerte die Auszahlung. Am 6.5.2010 hatte die Bank bereits bekannt gegeben: "zum Schutz der großen Mehrheit von sicherheitsorientierten privaten Anlegern und zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Fonds unter nun veränderten Rahmenbedingungen beschlossen, die Rücknahme von Anteilen des Fonds SEB ImmoInvest vorübergehend mit Wirkung zum 5. Mai 2010 um 13.00 Uhr auszusetzen. Danach eingegangene Rücknahmeverlangen werden nicht mehr ausgeführt." (SEB-Zitat) Nach ungläubigem
Staunen und hilfloser Wut förderte das Nachlesen im Kleingedruckten des Fond-Vertrages
die Passage hervor: " Insbesondere bleibt der Gesellschaft vorbehalten,
die Rücknahme der Anteile aus Liquiditätsgründen zum Schutze der Anleger befristet
zu verweigern. (...) Die Gesellschaft kann die Rücknahme bis zur Veräußerung der
Immobilien zu angemessenen Bedingungen oder bis zu einem Jahr nach Vorlage der
Anteile zur Rücknahme verweigern. Die vorgenannte Jahresfrist kann um ein weiteres
Jahr verlängert werden." (SEB-ImmoInvest)
vgl auch Das heisst, unser Göttinger Sparer kommt schlicht und einfach nicht an sein Geld ran und muß im Extremfall 2 Jahre und 3 Monate darauf warten, dass die Bank ihre Immobilien verkauft, um entsprechende Mittel für die Auszahlung zusammenzukratzen. Wenn es der Bank aber nicht gelingt, die Immobilien zu Geld zu machen, um die Fond-Papiere mit Auszahlungen bedienen zu können, dann droht eine Abwicklung der Fonds, d.h. der Sparer muß mit starken Abschlägen seiner Ersparnisse und evtl. mit dem vollständigen Verlust rechnen. Allerdings ist unser Göttinger Sparer nicht der Einzige ist, der mit Wut im Bauch an die Sperrung seines Geldes denkt. Im Zuge der Finanzkrise haben etliche Immobilienfonds die Rückzahlungen ausgesetzt "so dass mittlerweile für circa neun Milliarden Euro Fondsvermögen – das entspricht etwa zehn Prozent des Gesamtmarkts – die Rückzahlungsverlangen der Anleger seit geraumer Zeit nicht erfüllt werden können." (Zitat Bundesfinanzministerium) Betroffen sind ca. 500.000 Privatanleger bundesweit. Die institutionellen Großanleger hingegen konnten schneller reagieren und haben nocht ihr Geld ausgezahlt bekommen. Aber das Drama ist noch nicht zuende, es geht noch weiter: Ein Entwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, " die Immobilienvermögen der Offenen Immobilienfonds pauschal mit einem Abschlag von 10 Prozent auf den ermittelten Wert zu versehen. Praktisch soll der Verkehrswert einer Immobilie nicht zu 100 Prozent, sondern nur zu 90 Prozent in den Anteilpreis einfließen." Nun fragt sich der Sparer, ob nach einer Wartezeit von evtl. 2 Jahren und 3 Monaten vielleicht mit Glück noch genügend Geld von der Bank locker gemacht werden kann, am Ende aber dann vom Staat 10 % abgezogen werden! Und da dies viele Sparer verunsichert, wollen die schnell ihre Immobilienfondsanteile loswerden. Dadurch wird den Fonds noch mehr Geld entzogen und noch mehr Immo-Fonds müssen schließen. |
| Commerzbank
peinlich 16.1.10 / Bei der Commerzbank beschwerte man sich jüngst darüber, dass Vorstände nicht mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen dürfen. Gerald Braunberger, verantwortlicher Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat dazu einen geharnischten Kommentar verfasst bei dessen Lektüre man sich verwundert die Augen reibt. Die FAZ ist bislang ja kaum zu verdächtigen, systemtranszendierend wirken zu wollen. Ein solch publizistischer Angriff auf eine Großbank verwundert daher in der FAZ. Dies
Summe von 500.000 Euro hält der FAZ-Kommentator berechtigterweise für "ein
ziemlich stolzes Gehalt." Dies gelte "vor allem, wenn man für eine Bank
arbeitet, die nur dank hoher Staatshilfe überhaupt noch existiert, kein Geld verdient
und im Unterschied zu diversen anderen Banken im Ausland unfähig ist , am Kapitalmarkt
Aktien auszugeben, um mit dem Erlös die Staatshilfe zurückzuzahlen."
| ||||