goettinger stadtinfo Diakonie Göttingen Lohnforderungen
von Ver.di
im Christophorushaus Göttingen gegen Diakonie 2009 >
Aktionen in der ev. Lutherischen Kirche 2006
Lohnforderungen von Ver.di im Christophorushaus Göttingen gegen Diakonie Das Mittelalter ist vorbeit - Tarifverträge und 8 % Lohnerhöhung!
Die Diakonie beschäftigt bundesweit mit ca. 500.000 mehr Menschen als Siemens oder die deutsche Autoindustrie. Allein in Niedersachsen sind es 35.000. Die Kirche versucht, diese große Zahl an Beschäftigten arbeitsrechtlich in einer Art mittelalterlichen Knechtschaft zu halten. Im Selbstverständnis der Diakonie sollen hier andere Werte zählen : "Ihr Glaube an Jesus leitete sie in ihrem Tun und Handeln. Dies ist bis heute Grundlage und Basis aller Arbeit innerhalb der Diakonie." (Dioakonie Homepage) . Die Einrichtungen der Diakonie werden mit Steuergeldern unterstützt aber das sonst gültige Arbeitsrecht wird durch Sonderregelungen des "kirchlichen Arbeitsrechts" für 500.000 Menschen eingeschränkt. (Vgl. Frerk) Während anderswo Betriebs- und PersonalrätInnen gewählt werden, wo es Tarifverträge gibt usw. da werden in den Kirchen allenfalls "Mitarbeitervertretungen" erlaubt. Einen Streikaufruf von Verdi will die Kirche durch das Arbeitsgericht Bielefeld verbieten lassen. Die Arbeitskampfmaßnahmen seien ,,mit dem biblisch gebotenen Dienst am Nächsten nicht vereinbar" (!) Bei der "aktiven Mittagspause" am 24.9.09 gingen die Beschäftigten des Christoporushauses in Göttingen ebenso wie ihr KollegInnen in Bielefeld und Hannover (siehe Berichte) dazu über für ihre Forderung nach 8 % Lohnerhöhung aktiv zu werden. Auch Streik wird nicht mehr ausgeschlossen. Das Kirchenklima und die christliche Deckelung wird damit ein Stück aufgebrochen. "Wir sind nicht mehr im Mittelalter, die Kriche steht nicht über dem Gesetz" hieß es bei der Mittagspause auf dem Gelände des Christophoruswerkes. Um die Belegschaften zu spalten hat die Geschäftsleitung den Beschäftigten angeboten, dass sie individuell einen Vertrag für eine 4 % Erhöhung unterzeichnen. Verdi fordert die Beschäftigten auf, das NICHT zu tun und auf der Versammlung spottete ein Transparent "Mit Speck fängt man Mäuse! Nur 4% !" Die Diakonie, so die Forderung der agmav muß endlich reguläre Tarifverträge abschließen.
Arbeitsniederlegung im Christophorushaus? Erst mal "aktive Mittagspause" 20.9.09
/ Seit 2004 hat es für die Beschäftigten in der Diakonie EKD keine Erhöhung der
Einkommen gegeben. Sie liegen damit immer noch auf dem Niveau von vor fünf Jahren.Gewerkschaftssekretär
Gunter Grimm: „Auch wenn der Verband der diakonischen Dienstgeber in Deutschland
(VdDD) seinen Mitgliedern empfiehlt, einseitig und einzelvertraglich die Entgelte
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 4% zu erhöhen, bedeutet dies, dass das
Lohnniveau in vergleichbaren Einrichtungen nicht erreicht und diakonische Arbeit
weiterhin schlecht bezahlt wird“ gegenüber der Presse.
Die Aktion ist Teil der bundesweiten Streik- und Aktionswoche der Gewerkschaft ver.di in diakonischen Einrichtungen vom 22. bis 25. September 2009. (siehe Berichte)
ver.di rief die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diakonischen Werk Christophorus e.V. und gGmbH zu einer „aktiven Mittagspause“ am Donnerstag, 24. September 2009, in der Zeit von 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr auf. Große Aufmerksamkeit fand die "aktive Mitagspause" im Christophorushaus bei allen, die in Verbänden und Gremien der Diakonie für die Interessen der Beschäftigten streiten und die an der Versammlung teilnahmen:
Werner
Massow verteilte eine Erklärung vom 18.9.09 in der es heißt: "Anmaßung:
Kirche will Streiks in der Diakonie verbieten lassen! (...) Jetzt wollen die Kolleginnen
und Kollegen dort nach Aufruf der Gewerkschaft Verdi streiken. Das ist ihr gutes
Recht, nach der Verfassung in Deutschland und den europäischen Rechtsbestimmungen:
Streikrecht ist Verfassungsrecht Die Kirche sieht dies anders und will den Streikaufruf
durch das Arbeitsgericht Bielefeld verbieten lassen. Die Arbeitskampfmaßnahmen
seien ,,mit dem biblisch gebotenen Dienst am Nächsten nicht vereinbar". Das ist
unerhört! Die Arbeitgeber der Diakonie haben sich zu knallharten Arbeitgebervereiniigungen
zusammengeschlossen, die den Arbeitnehmern ihre unfairen Vorstellungen vom ,,Dritten
Weg" aufzwingen. Die Arbeitnehmer sollen sich dagegen nicht wirksam wehren dürfen.
Wenn dann noch bedacht wird, dass die Mittel der Diakonie fast ausschließlich
aus öffentlichen Quellen stammen, wird die Angelegenheit makaber. In der Göttinger Erklärung der Mitarbeitervertreter der AVR DW-EKD vom 2.4.09 heißt es: "Alle an der Arbeitsrechtssetzung der Diakonie beteiligten Arbeitnehmerinnenvertreter bleiben aufgefordert, mit der Gewerkschaft Ver.di eine Strategie für den Abschluss von Tarifverträgen zu erarbeiten. Die Beschäftigten fordern wir auf, sich auch weiterhin aktiv in die Auseinandersetzungen einzubringen. Göttingen, den 02.04.09" |
Diakonie versucht Entgeltkürzungen um 16 % 2007 / Diakonie - das ist "Nächstenliebe auf den Punkt gebracht" heisst es bei der Göttinger Diakonie im Bereich Sozialarbeit, aber das scheint NICHT für die eigenen Beschäftigten zu gelten, denn die Diakonie will deren Entgelt um 16 % kürzen. Die passende Reaktion der Ausruf "das ist doch der Gipfel" wird nun umgesetzt, der Protest wird ebenfalls auf den Gipfel getrieben und zwar auf den Brocken. Das Diakonische Werk beschäftigte 2002 bundesweit 452.244 MitarbeiterInnen (Quelle) . Nun denkt man es ist ja toll, die Kirchen engagieren sich überall im sozialen Bereich. Ja aber mit wessen Geld? Mit dem gleichen Geld könnte man auch kirchen-unabhängige soziale Arbeit organisieren, ohne zusätzlich auch noch die Aufrechterhaltung der Kirchenorganisation mitzufinanzieren. Nimmt man alle Tätigkeiten von Caritas und Diakonie und schaut, woher das Geld dafür kommt, so werden nur 1,8 % (!) von dem Geld der Kirchen bezahlt. Von den 44,5 Milliarden Euro Kosten speziell der sozialen Einrichtungen in der Trägerschaft von Caritas und Diakonie finanzieren sie nur 0,828 Milliarden Euro. 376 Mio. als Zuschuss für die Kindertagesstätten 146 Mio. für konfessionelle Beratungsdienste 300 Mio. Euro für die Finanzierung ihrer eigenen kirchlichen Verwaltungsabteilungen. Am 11. Februar, besteigen etwa 30 Beschäftigte der Diakonie den Harzer Brocken, um gegen geplante Lohnkürzungen zu demonstrieren. Der Protestmarsch der Mitarbeiter der Jugendhilfe aus der Harz-Region richtet sich gegen die Absicht der Diakonie-Arbeitgeber in Niedersachsen, das Entgelt um bis zu 16 Prozent zu kürzen. Die Beschäftigten empfinden dies als "Gipfel der Frechheit" und wollen mit ihrer ungewöhnlichen Aktion auf die zunehmend schlechter werdenden Arbeitsbedingungen aufmerksam machen, die geprägt sind von Lohndumping, Leiharbeit und Minijobs. "Das Arbeitsklima in der Diakonie ist zurzeit wie das Wetter auf dem Brocken, eiskalt," beschrieb ver.di-Fachsekretärin Annette Klausing die Situation der Beschäftigten. "Den meisten weht ein rauher Wind ins Gesicht, so wie eben auch auf dem Brocken. Der Protestmarsch beginnt um 10.30 Uhr auf dem Parkplatz Torfhaus. Der Brockengipfel wird abhängig von den Wetterbedingungen um ca. 13.00 Uhr erreicht werden. Auf dem Gipfel wird ein Transparent entrollt mit der Aufschrift "Soziale Arbeit ist mehr wert!". Nach etwa einer halben Stunde beginnt der Rückmarsch. Wir hoffen, dass die KollegInnen mal die Webcam auf dem Brocken orten und sich dort mit ihrem Protest-Transparent in Szene setzen.
Leserzuschrift (11.2.07) zu diesem Artikel Sankt
Martin scheint nur im November eine Rolle zu spielen. Es geht der Ev. Kirche nicht „schlecht“ sondern sie entwickelt sich zum "Kirchenkonzern" mit virtuellen Träumen und Wandlung zur gGmbH ("gemeinnützige GmbH")! Es ist logisch nicht erklärbar, wie die evangelische Landeskirche den Ev. Kirchenleitungen und diese den Gemeindemitgliedern das "Sparen verordnen". Das führt dazu, dass sich die Gemeinden (vertreten durch die Presbyter) ohne große Kritik selbst wegrationalisieren! (Die Arbeitgeberverbände scheinen vor Neid zu erblassen!) Die "Armut" einiger Gemeinden resultiert daraus, dass die Landeskirche einen allgemeinen Verteilungsschlüssel der Finanzierung vornimmt und im Verhältnis der Anzahl der Gemeindeglieder nur einen Teil der Kirchensteuer verteilt. Sozial schwache und kleine Gemeinden sind dadurch stark benachteiligt. Dabei werden der riesige Verwaltungsapparat der Landeskirche und deren Zusammenschluss in der EKD, eigenes Kirchliches Arbeitsrecht ( für Angestellte ) und alle "Virtuellen Träume" finanziert. Dass dann für die Grundlagen der Ev. Kirche,Diakonie die Gemeinden und deren Kindergärten nicht genug übrig bleibt, scheint ohne "Kirchlichen/Gemeindlichen" Widerspruch hingenommen zu werden! Ich bin Mitglied dieser Evangelischen Kirche und schäme mich dafür, wie sie mit ihren Nichtpfarrern und Angestellten umgeht! Sankt Martin scheint nur im November eine Rolle zu spielen. FRANZ-JOSEF
Heinrichs, Gladbeck |