EhrenbürgerInnen / Ehrenmedallien Ehrenmedaille
für Barbara FriedenspreisträgerInnen Ehrenbürger: Barbara Die
Chansonsängerin Barbara (1930-1997) ist Die Trägerin der Ehrenmedaille der Stadt,
die ihr 1988 verliehen wurde. Sie hatte 1964 in Göttingen im Gebäude
Geismar Landstr. 19 wo damals das Junge Theater untergebracht war (weswegen es
auch heute noch dort den Theaterkeller gibt ) ein Lied komponiert, das in Frankreich
fast jede/r kennt und das auf herzergreifende Weise die Trauer über den Krieg
und die Hoffnung, dass so etwas nie wieder kommen möge - besingt.
Göttinger Ehrenmedaille für Ruth Klüger Die
bekannte amerikanische Schriftstellerin und Germanistin Prof. Dr. Ruth Klüger
wurde am 26. Mai 2010, in der Halle des Alten Göttinger Rathauses mit der Ehrenmedaille
der Stadt Göttingen ausgezeichnet. "Klüger hatte als Kind die Konzentrationslager
Auschwitz und Theresienstadt überlebt. 1947 emigrierte Sie in die USA und studierte
dort Germanistik. Seit 1988 ist sie als Gastprofessorin in Göttingen tätig, wo
sie auch zeitweise lebt und wohnt. Für ihre 1992 erschienene Autobiographie "Weiter
leben. Eine Jugend", in dem sie ihre jüdische Kindheit und Jugend in Österreich
und Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus schildert, erhielt sie zahlreiche
Preise und Auszeichnungen" (Stadtarchiv). "Zur Entscheidung des Göttinger Rates, der Schriftstellerin Ruth Klüger die Ehrenmedaille der Stadt Göttingen zu verleihen, hatten alle Ratsfraktionen eine gemeinsame Presseerklärung abgegeben: Die Entscheidung, die im Jahr 1953 gestiftete Ehrenmedaille der Stadt Göttingen an die Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger zu verleihen, wird von allen Fraktionen getragen und ausdrücklich begrüßt. Der Schriftstellerin wird die Medaille aufgrund ihrer Biographie als deutsche Jüdin, ihrer literarischen und wissenschaftlichen Bedeutung und ihrer langjährigen Beziehung zu Göttingen verliehen. Als Überlebende der Konzentrationslager von Auschwitz und Theresienstadt hat Ruth Klüger zur Aufarbeitung und zum Verständnis der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte durch Veröffentlichung ihrer Autobiographie („Weiter leben – eine Jugend“ 1993; „unterwegs verloren“) einen bemerkenswerten persönlichen Beitrag geleistet. Mit dieser Ehrung erinnern wir an das Unrecht, das in Konzentrationslagern verübt wurde und würdigen den Lebensweg Ruth Klügers sowie ihren mutigen und aufrichtigen Blick auf die eigene Geschichte. Wir setzen damit auch ein Zeichen gegen das Vergessen! Ruth Klüger, die heute in Kalifornien lebt, kam 1988 erstmals nach Göttingen und erhielt im Jahr 2003 die Ehrendoktorwürde der philosophischen Fakultät der Göttinger Universität." (Pressemitteilung Stadt Göttingen 14.9.09)
. Ehrenmedaille an Gunter Hampel 2007
|
Preisträger/innen des Göttinger Friedenspreises Die "Stiftung Dr. Roland Röhl" ist eine "rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts" mit Sitz in Göttingen. Die Stiftung wurde durch Testament von Dr. Roland Röhl errichtet, der am 24.12.1997 gestorben ist. Die Stiftung ist zum Zwecke der Förderung von Konflikt- und Friedensforschung eingerichtet worde und verleiht jährlich den "Göttinger Friedenspreis", verbunden mit einer Geldprämie aus dem Ertrag des Stiftungsvermögens, an Einzelpersonen oder Personengruppen, "die sich durch grundlegende wissenschaftliche Arbeit oder durch herausragenden praktischen Einsatz um den Frieden besonders verdient gemacht haben." 1999
Prof. Dr. Dieter Senghaas Nicht zuletzt zu erwähnen die Person des Stifters Roland Röhl selbst >Biografie |
Lange vergessen: Konrat F. Ziegler Über Professor Konrat F. Ziegler, der in Jerusalem posthum mit dem Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet worden ist, hat die Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dr. Bettina Kratz-Ritter ein Lebensbild erarbeitet, das sie am 5.2.02 auf einer Veranstaltung vorgestellt hat Der Professor für KlassischePhilologie, entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, wurde 1933 von diesen entlassen. Das hinderte ihn nicht daran, sich weiterhin um jüdische Kollegen, Freunde, Schüler und deren Familien zu kümmern. 1947 kam er nach Göttingen, wo "der rote Ziegler", ein streitbarer Demokrat, als unbequem galt und um akademische Rehabilitierung zu kämpfen hatte. Auf Antrag der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit wird am 5. März 2002 eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus angebracht und vom Universitätspräsidenten enthüllt. Die
Holocaust Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem hat dem Göttinger
Ehrenbürger Prof. Dr. Konrat Ziegler die Auszeichnung "Gerechter unter den
Völkern" zuerkannt. Der 1974 verstorbene Ziegler wird damit posthum für seine
lebensrettende Hilfe ausgezeichnet, die er während der Zeit des Nazi Regimes
verfolgten jüdischen Mitbürgern zukommen ließ. Von 1928 bis zum 1. Mai 1933 war er Rektor der Universität Greifswald. In Göttingen war er Gründungsmitglied der Gesellschaft für christlich jüdische Zusammenarbeit, der er zehn Jahre vorstand. Er galt Zeit seines Lebens als Streiter für Demokratie, Menschenrecht und Menschenwürde.
|