Goettinger Stadtinfo
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Energie

Windkraftausbau im Landkreis Göttingen
Verzögerungen beim Stromanbieterwechsel
Kommunales Konzept für Energieverbrauch und Klimaschutz 2009
Stromanbieterwechsel
Elektrizität aus Kernkraft - Normalfall im Normaltarif
Energiebündnis - Zukunftswerkstatt Energie 2008
Podiumsdiskussion zur Energieversorgung
Richtig lüften und heizen

> Verhältnis Stadt Göttingen zu E.On Mitte AG / Rekommunalisierung

 

Strom durch Wasserkraft im Landkreis Göttingen

31.10.11 / Die Detailstudie zu den Wasserkraftpotenzialen im Landkreis Göttingen im Rahmen einer geplanten landesweiten Untersuchung der Technischen Universität Braunschweig hat der Projektleiter Christian Seidel am Donnerstag, dem 27. Oktober 2011, den Mitgliedern des Kreistags im Umwelt- und im Wirtschaftsausschuss vorgestellt. Danach beträgt das Potenzial für Wasserkraftanlagen zur Stromerzeugung 10 - 15 % des landesweiten Anteils. Für den Fall der vollständigen Nutzung der Möglichkeiten könnte die umweltfreundliche Stromerzeugung im Landkreis Göttingen (ohne Stadt) zu 40 % aus der Wasserkraft erfolgen, sofern gleichzeitig etwa 30 % Strom eingespart würde. Das Planfeststellungsverfahren für den Bau einer Pilotanlage der weiterentwickelten Wasserradtechnologie in Bannetze an der Aller (Landkreis Celle) ist abgeschlossen. Nach einer erfolgreichen Erprobung der Pilotanlage in Bannetze wird ein Marktreifetest mit mehreren Kraftwerken durchgeführt werden. Dieser solle aufgrund der hohen Potenziale und den guten Voraussetzungen im Landkreis Göttingen erfolgen. Auf die Technologie eingehend, die an der Technischen Universität Braunschweig entwickelten Hochleistungswasserräder Weiterentwicklungen der historisch in den Mühlen eingesetzten Wasserräder sind. Diese sind im Vergleich zu den heute überwiegend arbeitenden Turbinen weitaus umweltfreundlicher. (Nach den Infos in einer Pressemitteilung des Landkreises Göttingen)

 

Stromanbieterwechsel der Stadt Göttingen?

5.7.11 / Der Verwaltungsausschuss der Stadt Göttingen hat 4.7.11 eine öffentliche Ausschreibung für die Strombelieferung der Stadt in den Jahren 2012 und 2013 beschlossen. Es soll ausschließlich Strom beschafft werden, der mit erneuerbaren Energien oder in Kraft – Wärme – Kopplungsanlagen produziert worden ist. Damit will die Stadt ein deutliches Signal für die Energiewende und den Klimaschutz setzen, heißt es in einer Erklärung der Verwaltung. An der Ausschreibung, die für den gesamten Raum der Europäischen Union erfolgt, werden sich städtische Eigenbetriebe und Gesellschaften, voraussichtlich auch der Landkreis Northeim, beteiligen. Die Stadt, ihre Eigenbetriebe und –gesellschaften verbrauchen jährlich rund 15 Millionen kWh, rund die Hälfte davon für städtische Gebäude und öffentliche Einrichtungen.

 

Windkraftausbau im Landkreis Göttingen

Ende Juni 11 trafen sich VertreterInnen grüner Gemeinderats-, Stadtratsfraktionen und Kreistagsfraktion mit Vorstandsmitgliedern und der grünen Landratskandidatin, um über einen schnellen Ausbau der Stromgewinnung mit Windkraftanlagen zu beraten.
Infos aus einer Pressemitteilung der Grünen hierzu vom 29.6.11:
In der Gemeinde Gleichen ist im Vorranggebiet bei Bischhausen /Weißenborn im nächsten Jahr für 3 Anlagen der 3 Megawatt-Klasse Baubeginn. Bei anderen möglichen Standorten sind zunächst noch einmal die Rahmenbedingungen zu klären.
Repowering am Standort Diemarden wird es vermutlich aufgrund der dort herrschenden Windbedingungen nicht geben. Mit den jetzt konkret geplanten Anlagen wird dann die Gemeinde ca. 160% ihres Strombedarfes regenerativ erzeugen"
im Bereich Deppoldshausen liegen Planungen für bis zu vier Anlagen vor
voraussichtlich ein weiteres Gebiet in größerer Entfernung von der Wohnbebauung bei Elliehausen/Knutbühren in Frage kommen könnte.
In den Gemeinden Adelebsen, Friedland, Dransfeld und Radolfshausen liegen konkrete Standortvorstellungen für weitere Windkrafträder vor, Planung und Finanzierung sind teilweise weit fortgeschritten.
In Duderstadt und Gieboldehausen wird jetzt offensiv für den Ausbau der Windkraft geplant würde.
in den Gemeinden Rosdorf und Bovenden würden interessierte Investoren von der politischen Mehrheit nicht unterstützt , obwohl geeignete Standorte erkennbar vorhanden seien.
Hann.Münden habe sich der Fragestellung bisher eher verweigert habe.
In der Gemeinde Staufenberg konnte mit den früheren kleindimensionierten Anlagen das vorgesehene Vorranggebiet nicht wirtschaftlich genutzt werden. Für die Zukunft lägen Standortplanungen nördlich SMA im Bereich des Möglichen.

„Mit bis zu acht großen Windkraftanlagen sind dann die Göttinger Möglichkeiten voraussichtlich ausgereizt, so dass für das große Ziel der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien, bei Strom auch Windkraftanlagen im ländlichen Kreisgebiet ihren Beitrag zur Versorgung der Stadt leisten müssen"
"Die grüne Landratskandidatin Christel Wemheuer wies darauf hin, dass die Stromerzeugung bei den geplanten Windanlagen auf See mit ca. 19 Cent pro Kilowattstunde doppelt so teuer sei, wie die Erzeugung an Land. Die Bundesregierung müsse mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz die Windkraft an Land weiter fördern, statt sie zu behindern. Da das geplante neue Landesraumordnungsprogramm auch neue Regelungen zur Windkraft enthalten wird, müsse das neu aufzustellende regionale Raumordnungsprogramm (RROP) dann dementsprechend angepasst werden. Bis zum Beschluss des neuen RROP würden etwa drei Jahre notwendig sein. Das beim Landkreis vorhandene Material könnten die Gemeinden dann aber selbstverständlich vorab unter anderem auch für die Planung der Windkraftstandorte heranziehen. Martin Worbes, umweltpolitischer Sprecher der grünen Kreistagsfraktion, begrüßt die Fortschritte beim Ausbau der Windkraft als einen wichtigen Baustein für einen Energie autarken Landkreis bis 2040. Wichtig ist dabei, dass die Anlagen in Bürgerhand gebaut werden, weil dadurch die Akzeptanz erhöht wird und die Wertschöpfung in der Region verbleibt."

 

EnergieWende Komitee Göttingen e.V.und der ReinStrom Arbeitsgemeinschaft
Schlagenweg 8 37077 Göttingen Tel.: 0551 / 3 89 85 87

Pressemitteilungen von ReinStrom und EnergieWende Komitee 22.06.2011

"Verzögerungen beim Stromanbieterwechsel Viele Verbraucher verunsichert oder verärgert
Verlief der Wechsel von der E.On Mitte zu einem Öko-Stromanbieter bisher relativ reibungslos, so ist er für viele Kunden in den letzten 2 Monaten mit erheblichen Behinderungen verbunden. Das Göttinger EnergieWende Komitee hat durch seine Reinstrom Arbeitsgemeinschaft seit der Atomkatastrophe in Japan und der zufällig gleichzeitigen Strompreiserhöhung der E.On Mitte so viel Verbraucher zum Stromanbieterwechsel motiviert wie noch nie. Die mit ihm kooperierenden Ökostromanbieter (EWS Schönau und Naturstrom AG) verzeichnen einen Zuwachs von bis zu 75%.
Dabei kommt es aktuell bei der An- und Abmeldung (Kündigung) von Seiten der E.On Mitte zu so vielen Fehlern und Behinderungen, "die nicht mehr als Folge dieses wahren Ansturms an Stromwechslern nachvollziehbar sind", wie Ezra W. Kurth vom EnergieWende Komitee Göttingen e.V erklärt. Diese Behinderungen sind nicht neu bei E.On. So musste die E.On edis (regionaler Stromanbieter von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) letztes Jahr - nach Missachtung der Aufforderung, Behinderungen beim Anbieterwechsel zu beseitigen – nach einer Zwangsgeldfestsetzung der Bonner Bundesnetzagentur 1.300.000 Euro Strafe zahlen. "Hintergrund ist der Vorwurf ..., E.on behindere systematisch den Wettbewerb auf Regionalebene und stelle Abrechnungsdaten und Protokolle von abgeworbenen Kunden nicht oder nur verspätet bereit. EOn edis begründete die Verzögerung mit der EDV-Umstellung." (Energiedepesche 4-2010)
Auch die E.On Mitte hat gerade "zufällig" ihr EDV-System umgestellt. Viele Kunden, die endlich bereit waren ihren Stromversorger zu wechseln, kreiden nun auftretende Verzögerungen dem neuen Stromanbieter an und sind verunsichert oder verärgert.
Die Reinstrom-Arbeitsgemeinschaft Göttingen, die seit mehr als 10 Jahren in der Region Kunden über einen Ökostromanbieterwechsel kompetent berät und betreut, beobachtet die Situation. Dennoch sollte sich niemand abschrecken lassen, sein Recht auf Stromanbieterwechsel wahrzunehmen. "Da muss man etwas mehr Geduld haben, als üblich", so Beatrix Loppe von der Reinstrom Arbeitsgemeinschaft. "Die Wechselbereitschaft ist aber ungebrochen und nach wie vor für eine demokratische, dezentrale Energiewende von Nöten".

"Falscher Zählereinbau bei Solarstromanlagen - Viele Anlagenbetreiber ahnungslos
Die E.On hat 2010 mehrere hundert falsche Zähler bei Solarstromanlagen mit Eigenverbrauch eingebaut. Auch in einem 2. Punkt bereitet die E.On Mitte den Kunden Schwierigkeiten. Solarstromanlagenbetreiber, die im letzten Jahr Solaranlagen im Netzgebiet der E.On Mitte angeschlossen haben und einen Teil ihres durch die Sonne produzierten Stroms selbst nutzen wollten, sind von der E.On mit falschen, so genannten nicht saldierenden, Stromzählern ausgerüstet worden. Mit diesen Zählern wird bei kleinen Anlagen nur rund 1/3 des selbst genutzten Solarstroms erfasst, da nicht alle drei Stromphasen zusammen gemessen werden können. Die E.On Mitte wusste bereits zur Jahresmitte von ihrem Fehleinkauf. "Nach Rücksprache mit anderen Solarinstallateuren hat die E.On Mitte geschätzt noch mehrere hundert falsche Zähler bis zum Jahresende eingebaut", so Claudio Fischer-Zernin von der Solarfirma UfH-GmbH aus Göttingen. "Es hätte zum Jahresende einen Zählernotstand gegeben, beteuerte uns die E.On Mitte. Nur bei Kunden, die es merken und sich beschweren, werden die Zähler sofort ausgetauscht. Die anderen falschen Zähler sollen zwar laut E.On Mitte auch ausgetauscht werden, ein verbindliches Datum bis wann das geschieht, konnte man mir nicht nennen. Sie hat die Kunden auch nicht über die falschen Zähler informiert oder erklärt wie der Fehler behoben werden solle." Noch dreister ist die E.On Avacon (Energieversorger aus Helmstedt/Niedersachsen): sie baut diese falschen Zähler noch heute ein!

 

Dazu teilte E-On Mitte auf Anfrage am 22.6.11 mit:

"zu der heutigen Presseinformation der Arbeitsgemeinschaft ReinStrom "Falscher Zählereinbau bei Stromanlagen" teilen wir Ihnen folgendes Statement mit. Aus gesetzlichen Unbundlingründen darf der Netzbetreiber E.ON Mitte AG keine Erklärungen für die Vertriebsgesellschaft E.ON Mitte Vertrieb abgeben: Anders wie in der Pressinformation behauptet wurden keine "falschen" Zähler eingebaut, sondern vielmehr Zähler, die geeicht sind und für diesen Zweck der Stromeinspeisung aus Photovoltaikanlagen mit Eigenverbrauch zugelassen sind und von vielen anderen Netzbetreibern ebenfalls eingesetzt werden. Diese Zähler benutzen eines von zwei möglichen physikalischen Messverfahren, nämlich die phasenbezogene Messung. Ob es im konkreten Einzelfall in einer Kundenanlage zu geringen Abweichungen in der Messung kommt, ist abhängig von der Anschlusssituation und die Einspeisemengen vor Ort. Es ist auf jeden Fall technisch und fachlich nicht korrekt, von einer bewussten Falschmessung zu sprechen. Ebenfalls trifft die Aussage nicht zu, es habe bei E.ON Mitte "einen Zählernotstand" gegeben. E.ON Mitte hat vielmehr im vergangenen Jahr über 7000 Photovoltaikanlagen mit den entsprechenden Messeinrichtungen schnell und kundenfreundlich in das E.ON Mitte-Netz eingebunden. Ferner ist die Behauptung falsch, von E.ON Mitte würden nur entsprechende Zähler ausgetauscht, wenn sich Kunden beschwerten. Um den Kunden grundsätzlich einen zukunftssicheren Messstandard zu gewährleisten, wird E.ON Mitte vielmehr alle Zähler mit diesem Messverfahren kostenlos noch im Juli in den Kundenanlagen austauschen. Dieser Austausch ist langfristig geplant und wird den Kunden schriftlich angekündigt.

 

Kommunales Konzept für Energieverbrauch und Klimaschutz
Private Haushalte, Unternehmen, Universität, Stadtwerke und Stadt

Mit Fördermitteln des Bundesumweltministeriums erarbeiten Stadt, Stadtwerke Göttingen AG und Georg-August Universität ein Klimaschutzkonzept für Göttingen. Jeder der drei Träger erarbeitet für seinen eigenen Wirkungsbereich ein Maßnahmenpaket. Grundlage des Klimaschutzkonzepts ist die Energie- und CO2-Bilanz 2008 für Göttingen. Rund 75 Prozent der Treibhausgase entstehen im Energiebereich, daher haben sich die Träger vorgenommen, hier alle Möglichkeiten zu prüfen. In einer Pressemitteilung am 27.10.09 heißt es: " Dank der Wärmeversorgung mit Erdgas und Fernwärme steht Göttingen schon recht klimafreundlich da. Der Stromverbrauch bei Privathaushalten und im gewerblichen Bereich (also ohne den Verkehrsanteil) fällt dadurch mit 55 Prozent der CO2-Emissionen deutlich stärker ins Gewicht, obwohl er nur etwa ein Drittel des Energieverbrauchs ausmacht."
Mit rund 24.000 Studierenden und mehr als 10.000 Beschäftigen ist die Universität einer der großen Arbeitgeber und Gebäudeeigentümer in Göttingen. Präsident Professor Kurt von Figura: "Von 2005 bis 2008 konnten wir den Verbrauch von Strom und Wärme um mehr als zehn Prozent senken. Wir (...) möchten in Zukunft den Anteil regenerativer Energie weiter ausbauen" .
Direktor Reinhard Kraft: "Die Stadtwerke Göttingen wollen auch zukünftig hochwertige Leistungen für ihre Kunden bieten, dazu gehören die Versorgung aus erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz. Klimaschutz ist für uns ein wichtiger Wettbewerbsfaktor."
Arbeitsgruppen beschäftigen sich in den nächsten Monaten mit konkreten und verbindlichen Maßnahmen, um bis zum Jahr 2020 eine deutliche Verringerung der Treibhausgase in Göttingen zu erreichen. Bis Mai 2010 soll die Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts abgeschlossen sein und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es gibt fünf weitere Arbeitsgruppen, die Maßnahmenpakete erarbeiten.

AG Multiplikatoren mit gesellschaftlich relevanten Akteuren, die Kontakt zu den
privaten Endverbrauchern haben.
AG Wohnen mit Wohnungsbauunternehmen und Mieter- / Vermieterverbänden.
AG Wirtschaft mit Vertretern von Unternehmen
AG Dienstleistung mit Vertretern von öffentlichen Einrichtungen und Dienstleistungsunternehmen
AG Energieversorgung mit Schwerpunkt Energieerzeugung

Für die erarbeiteten Maßnahmen werden die Einsparungen an CO2-Emissionen, Energie und Kosten sowie die Umsetzungskosten abgeschätzt. Über den Fortgang wird in den politischen Gremien berichtet. Die Öffentlichkeit wird laufend informiert (Veranstaltungen, Berichte, Internetseite etc.).

 

Stromanbieterwechsel

10.2.09 // "Das Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (GUNZ) platzte am Montagabend (9.2.) fast aus allen Nähten, sogar auf dem Flur saßen einige Zuschauer, die sich über das Thema Stromanbieterwechsel informieren wollten. „Mit so vielen Interessierten habe ich nicht gerechnet“ gestand Christoph Ochs vom GUNZ dann auch zur Begrüßung, nachdem er noch einige Stühle dazu gestellt hatte. Frau Jutta Heuer von der Göttinger Verbraucherzentrale war da weniger überrascht, „bei sovielen Kunden, die mit Problemen beim Anbieterwechsel zu mir kommen, hätten mich auch deutlich mehr Besucher nicht verwundert!“. Die Vorträge zu den Thema fanden die rund 40 Interessierten sehr interessant, besonders erstaunt waren einige, als die Rechtsanwältin Johanna Feuerhake aufzeigte, dass Ökostrom oft billiger ist, als der normale Basisstromtarif, den die meisten Kunden beziehen. Mehrere Diskussionsteilnehmer sagten auch deutlich, dass sie auf jeden Fall weg von den großen Anbietern wollten, auch wenn diese einem das Wechseln häufig zu erschweren versuchen, so zumindest das Gefühl, welches mehrere Besucher äußerten. Auch Gabriele Frühholz (ebenfalls Verbraucherzentrale Göttingen) riet dazu, eher auch mal zu kleineren Ökostromanbietern zu wechseln. „Bei einer Marktbeherrschung durch wenige große Unternehmen kann noch von keinem freien Wettbewerb gesprochen werden, was sich auch negativ auf den Geldbeutel jedes einzelnen Kunden auswirkt“. Doch wies sie auch auf große Einsparpotentiale hin, die viele bei sich Zuhause noch lange nicht ausnutzen." (Text GUNZ)
http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel.html

Elektrizität aus Kernkraft - Normalfall im Normaltarif

Wer den Strom in Göttingen im Normaltarif bezieht liest auf der Rückseite der Rechnung z.B. "Unser Gesamtenergiemix setzt sich aus 47 % Kernenergie, 35 % fossilen und sonstigen Energieträgern sowie 18 % erneuerbaren Energien zusammen" . Die Frage ist nun, wie findet man einen preislich akzeptablen und zuverlässigen Stromanbieter ohne Kernkraftwerksnutzung ?

U.a. auch das >> Göttinger Energiebündnis z.B. veranstaltete eine Stromwechselparty z.B. im Cafe Kabale. Fachkundige ReferentInnen berichten über die drei Ökostromanbieter. „Es ist nicht ausreichend, einen sogenannten Ökostromtarif von einem der vier großen Energiekonzerne zu wählen,“ erklärte Dietrich Wanke vom Göttinger Energiebündnis. „Wenn man ernsthaft etwas für den Ausstieg aus der Atomenergie tun möchte, und wenn man statt den Bau von 20 neuer Kohlekraftwerke lieber den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern will, muss man zu einem echten Ökostromanbieter wechseln“. Der Stromanbieterwechsel ist sehr einfach, so verließen allein im vergangenen Jahr nach den Zwischenfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel 250.000 Kunden den Stromkonzern Vattenfall.

So einfach ist da aber die Entscheidung nicht, wenn die Leute auf den Cent achten müssen. Der Anbieter für regionalen Ökostrom http://www.reinstrom.de/ bietet als Arbeitspreis 2008 a) 21,20 Cent/kWh b) 21,80 Cent/kWh c) 22,99 Cent/kWh an. Die anderen im Internet angebotenen Vergleiche veröffentlichen jedoch nicht die Arbeitspreise ... Vielleicht ist doch wieder eine Stromwechselparty mit Infos nötig ..

Schild des Göttinger Energiebündnis während des Aktionstages zur Erinnerung an die Katastrophe in Tschernobyl am Jahrestag 26.4.08

 

Energiebündnis - Zukunftswerkstatt Energie

7.4.08 / Text der Initiative / Die Grundversorgung mit Energie befindet sich zunehmend in einem offensichtlich desolaten Zustand. Immer schneller steigen die Endkundenpreise für nahezu alle Energiearten. Die Versorgungsunternehmen wurden vor Jahren ganz oder teilweise privatisiert, der radikalen Ideologie des freien Marktes folgend. Direkte Auswirkung davon ist, dass Entscheidungen innerhalb der nun privaten Energieversorgungsunternehmen weitgehend intransparent und fernab öffentlicher Kontrolle getroffen werden, obwohl sie die große Mehrheit der Bevölkerung direkt betreffen. Große Summen öffentlicher Gelder wurden in privatwirtschaftliche Unternehmen gepumpt, wo sie nun in erster Linie für das Gewinninteresse der jeweiligen Unternehmen arbeiten. Die erzielten Gewinne fließen anschließend zu nicht unerheblichen Anteilen in die Kassen der beteiligten vier Energiemonopolisten, die an den vormals kommunalen Versorgungsunternehmen beteiligt sind oder die kommunale Energieversorgung komplett in ihrer Hand haben. Dass diese bundesweit ihre marktbeherrschende Stellung zu ihren Gunsten und für überhöhte Gaspreise zu nutzen wissen, wird nicht zuletzt durch das aktuelle bundesweite Kartellamtsverfahren gegen zahlreiche Energieversorgungsunternehmen bestätigt.

Regionales Beispiel: Die Stadtwerke Göttingen und E.ON

Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage erhebt die Göttinger Initiative gegen den Gaspreis (GIGA) – seit einiger Zeit öffentlich (u..a. im Rahmen der Stadtratssitzungen) die Forderung nach einer Offenlegung der Gaspreiskalkulation der Göttinger Stadtwerke . Diese wurde stets unter Verweis auf das Privatwirtschaftsrecht und eine behauptete Konkurrenzsituation abgebügelt. Die Konstruktion einer Konkurrenz mit anderen Mitbewerbern bei der Gasversorgung Göttingens ist nicht nachvollziehbar, ist doch der einzig denkbare Konkurrent nur ein scheinbarer, denn E.ON ist mit knapp 48,9% an den Stadtwerken beteiligt. Auf der anderen Seite ist die Stadt Göttingen zu 3,9% an der E.ON Mitte AG beteiligt, der Oberbürgermeister sitzt in den Aufsichtsräten beider Unternehmen. Hier wird die enge Verflechtung kommunaler Organe mit dem Energiemonopolist und Atomkonzern E.ON deutlich sichtbar. In diesem Licht betrachtet darf eine konsequente Vertretung der Interessen der Allgemeinheit durchaus in Zweifel gezogen werden, zumal jede wirksame Transparenz außerhalb nichtöffentlicher Gremien verweigert wird. Das Problem der fehlenden Transparenz ist auch ein rechtliches: das Energiewirtschaftsgesetz fordert in § 1 eindeutig "eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas". Um überprüfen zu können, ob die dargebotene (monopolartige) Versorgung der Erfordernis der Billigkeit nach §315 BGB genügt, bedarf es einer transparenten Preiskalkulation sowie öffentlicher Kontrollmöglichkeiten. Genau dies jedoch wird - wie oben bereits ausgeführt - in den bundesweit zahlreichen Gerichtsverfahren zwischen KundInnen und Energieversorgern regelmäßig von den Energieunternehmen verweigert.

Im Zuge der Bürgerfragen von Seiten der GIGA, eines Antrags der Grünen und einer Anfrage der Linken im Stadtrat (beide aus dem Kreis der GIGA initiiert), zeigte sich ein allgemeines und fraktionsübergreifendes Unbehagen mit dieser Situation. Die politischen EntscheidungsträgerInnen haben sich mit dem Beschluss zur Teilprivatisierung der Göttinger Stadtwerke selbst in diese Situation gebracht.

Mittlerweile jedoch ist aus den Verlautbarungen der Befragten und der von sich aus Stellung nehmenden FraktionsvertreterInnen ein aufkommendes Bewusstsein über die grundsätzliche Misere des schnell nahenden Endes fossiler Energieträger zu vernehmen. Die Erkenntnis, dass es Zeit reif ist für Veränderungen, dass man nicht einfach weitermachen kann wie bisher, scheint nun auch in der Kommunalpolitik heranzureifen. In Verbindung mit dem Entstehen vielfältiger kleiner privater Initiativen zur Gewinnung regenerativer Energieformen ist das zunehmende Nachdenken in Öffentlichkeit und Politik ein Indiz dafür, dass es an der Zeit ist, grundsätzlich an die Thematik heranzugehen: Wie soll die regionale Grundversorgung der Bevölkerung mit Energie in Zukunft gestaltet werden? Wie kann öffentliche Kontrolle hergestellt und Mitgestaltung möglich werden?

Wir brauchen neue Ideen, neue Ideen brauchen einen Raum

Um diese Fragen zu beantworten, möchten wir die aktuell und zukünftig Beteiligten und Betroffenen zusammenbringen und laden hiermit zu einem ersten Ideenaustausch ein. Wir möchten einen Raum für durchaus visionäre Denkansätze und Modelle schaffen, denn wenn wir heute nicht den bisherigen Rahmen verlassen, haben wir die Zukunft bereits verloren. Dies ist die unmissverständliche Botschaft des Klimarats der UN und vieler anderer Fachleute.

Das erste Ziel einer Zukunftswerkstatt Energie ist eine offene Diskussion über die Zukunft der regionalen Energieversorgung. Ein weiterer Schritt könnte dann der Aufbau eines regionalen Netzwerks sein, für Informationsaustausch und natürlich auch für konkrete Vorhaben.

Angesichts der oben geschilderten Ausgangslage gehen wir als Einladende davon aus, dass jener Weg, welcher wegführt von monopolartigen Strukturen, die auf Jahresbilanzen fixiert sind und jenseits einer öffentlichen Kontrolle agieren, der einzige ist, der zur Lösung der akuten Probleme beiträgt. Dies wäre ein Weg in Richtung Energieeinsparung, konsequentem Ausbau intelligenter Energieerzeugung aus regenerativen Quellen und Kraft-Wärme-Kopplung. Als sinnvolle Alternative zu den bestehenden Energiemonopolen erscheint uns ein kleinstrukturierter, vernetzter Verbund von mehr oder weniger in der Fläche verteilten Energieerzeugen, die je nach den örtlichen Gegebenheiten verschiedene Energiequellen kombinieren. Denkbar wäre z.B. der Aufbau eines regionalen Netzwerks kleinerer und größerer Genossenschaften zur Erzeugung und Verteilung der Energieträger. Es stellt sich auch die Frage, wie die existierenden Kompetenzen und Strukturen weiter genutzt und ggf. im Sinn einer zukunftsfähigen und dem Allgemeinwohl dienenden Ausrichtung angepasst werden können. Deshalb halten wir es für sinnvoll, auch den vormals kommunalen Versorger, die Stadtwerke Göttingen, in diese Diskussion mit einzubeziehen. Auch Fachleute, die Auskünfte über den Stand der Forschungen und Technik geben können, sollten eingeladen werden. Ebenso stellen wir uns vor, nach Möglichkeit regionale und überregionale Initiativen mit ihren bereits gesammelten Erfahrungen zu Wort kommen zu lassen.

Perspektivisch muss ein solches Netzwerk nicht auf Fragen rund um Energiegewinnung, -verteilung und -einsparung beschränkt bleiben. Denkbar wäre für die Zukunft eine Erweiterung um z.B. Wasserversorgung, Abfallwirtschaft und Rohstoffrückgewinnung und andere Themen der Grundversorgung.

Podiumsdiskussion zur Energieversorgung
DGB-Haus, 19 Uhr Obere Masch 10,

Seit 2002 ist E.ON Mitte, eine Tochterfirma von E.ON, an den Göttinger Stadtwerken zu knapp 49% beteiligt. Auch das Göttinger Stromnetz gehört E.ON Mitte. Welche Chancen haben erneuerbare Energien in Göttingen?

Unter dem Motto "Faire Energiepreise - Atomausstieg – erneuerbare Energien: mit E.ON & Co.?" Eingeladen sind Dr. Georg Scherer (CDU), Tom Wedrins (SPD), Jörg Klapproth (Windkraft Diemarden GmbH), Alexis Passadakis (Attac), Klaus Plaisir (Stadtwerke) und Andreas Wirtz (E.ON-Mitte). Felix Rosenkranz vom Göttinger Energiebündnis bezweifelt die Möglichkeit der Energiewende unter den derzeitigen Rahmenbedingungen: "E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW bilden auf dem deutschen Strommarkt ein Oligopol. Während die Strompreise seit dem Jahr 2000 um 48% gestiegen sind, machen die Konzerne mit abgeschriebenen Kohle- und Atomkraftwerken täglich Millionenprofite. International streben sie den Wiedereinstieg in die Atomkraft an. Für das Inland ist der Bau von circa 20 Kohlekraftwerken geplant. Klimaschutz ist für die Energiekonzerne unwesentlich mehr als ein Lippenbekenntnis." Auch zur Frage der Privatisierung der Göttinger Stadtwerke werden die Podiumsteilnehmer Stellung beziehen. Seit sich E.ON-Mitte zu knapp der Hälfte in die Stadtwerke eingekauft hat, sind die Gaspreise eklatant gestiegen. Die Stadtwerke verweigern die Offenlegung ihrer Preiskalkulationen. Mario Neukirch vom Energiebündnis kritisiert die Beteiligung E.ON-Mittes an den Stadtwerken: "Dezentralisierung und erneuerbare Energien passen nicht ins Konzept von E.ON-Mitte. Nach dem Willen des regionalen Versorgers sollen die Göttinger Bürger ihren Strom aus den Atom- und Kohlekraftwerken E.ONs beziehen. Daher setzten wir uns für die Rekommunalisierung der Stadtwerke und des Göttinger Stromnetzes ein." Über den Verlauf der Podiumsveranstaltung äußert sich Neukirch zuversichtlich: "Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Redner, gehe ich davon aus, dass wir eine sehr kontroverse und interessante Diskussion haben werden."

Richtig lüften und heizen!

16.1.09 / Die beste Art zu lüften ist, Durchzug zu schaffen. Nach höchstens zehn Minuten ist so die verbrauchte feuchte Raumluft durch trockene Frischluft ersetzt. Wände, Decken und Möbel sollten dabei aber nicht auskühlen. Der Energieverlust bleibt gering. Das Dauerlüften durch Ankippen von Fensterflügeln ist zu vermeiden. Es sollte mindestens 2 mal täglich gelüftet werden. Das Heizkörperventil ist während des Lüftens zu schließen. Nicht vergessen: Nach dem Lüften wieder anstellen. Auch das richtigen Heizverhalten ist wichtig: Die Heizanlage sollte regelmäßig gewartet und eingestellt, die Heizkörper entlüftet werden. Heizkörper nicht durch Mobiliar zustellen oder Vorhänge bedecken, ein Abstand von ca. 10 cm sollte eingehalten werden. Nicht überheizen, aber ausreichend heizen! Die Temperatur in Wohnräumen sollte zwischen 19 und 21 Grad betragen. Die Türen zu weniger beheizten Räumen sollten geschlossen sein. Große Temperaturunterschiede zwischen den Räumen sind zu vermeiden. Wenn diese Tipps beachten werden, können Bauschäden vermieden und Energiekosten gespart werden. Über Einzelheiten zum Thema informieren wir gern. Für Mitglieder bietet Haus + Grund Göttingen e.V. eine kostenfreie Beratung durch den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Herrn Dr. Erhard Kühnle an. Ferner können Merkblätter und Informationen direkt in unserer Geschäftsstelle in der Groner-Tor-Straße 1, 37073 Göttingen, abgefordert werden. Göttingen, den 15.01.2009 Susanne Et-Taib Öffentlichkeitsarbeit Haus + Grund Göttingen e.V.

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