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Uni-Leitseite Angriff
auf HiWis Sollten sich die HiWis geschlossen ihrer Kraft bewußt werden, würden sie sich zusammenschließen, eine Organisation schaffen, den Rückhalt bei Verdi suchen und mit Arbeitskampfmaßnahmen antworten, dürfte die Uni-Leitung Probleme bekommen. Leider ist diese Gruppe bislang nicht organisiert und nicht einmal durch den Personalrat vertretungsberechtigt. Es gibt wohl Stellen die die Sache brisanter einschätzen: Vor dem Hörsaal, so nach Aussage einer der Organisatorinnen der VV waren zwei Zivilpolizisten zur Beobachtung stationiert. |
| HiWi-Vollversammlung 24. Juni 04 Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität
Göttingen, die studentische Tarifvertragsinitiative und students at work riefen
zu einer Vollversammlung aller an der Hochschule beschäftigten Studierenden am
Donnerstag, den 24.6., 14 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) 009 auf. Auf dieser
Vollversammlung sollten der Protest gegen die massiven Lohnkürzungen seit dem
1. Mai 2004 zum Ausdruck gebracht und über weitere Schritte beraten werden.
Sonja Staarck von der Bundesweiten Studentischen Tarifinitiative war aus Hamburg zu Gast um eine übergreifende Einschätzung zu geben. Sie wies auf den Berliner Tarifvertrag von 1986 hin, den die damaligen Hiwis dort durch Protestaktionen durchgesetzt hatten, der aber leider nur in Berlin gelte. Dort liegt der Stundenlohn tariflich festgelegt über 10 Euro , es gibt 31 Urlaubstage und tarifliche Regelungen bei Krankheit, auch bei Krankheit von Kindern etc. Die Aktionen zur Durchsetzung dieser Forderungen sind übrigens sogar in einem Buch dokumentiert.
Die Tarifgemeinschaft der Länder, so Staarck diktiere nach Lust und Laune die Gehaltshöhen wobei sie lediglich Obergrenzen festlegt, also die bisherigen 8,02 Euro / h dürfen von den Unis auch nach Belieben unterschritten werden, nur darüber dürfen sie nicht liegen. Einige Fachhochschulen z.B. probieren das auch mit 4 Euro pro Stunde. In der Diskussion rechnete jemand vor, dass die Sparmaßnahmen sich pro HiWi im Semester auf 300 Euro Minderung des Lohnes summieren. Eine telefonische Anfrage seitens goest bei der Pressestelle der Uni wurde dahingehend beantwortet, die Landesregierung habe im Budget der Uni die Ausgaben für Hiwis abgesenkt und die Uni müsse diese Absenkung nun weitergeben an die Hiwis. Angesichts der Sparmaßnahmen auch in anderen Bereichen könne diese Büdgetabsenkung nur an die Hiwis weitergegeben werden. Desweiteren wird argumentiert, es habe eine Arbeitszeitverlängerung im tariflichen Bereich gegeben und da man die nicht auf die Hiwis übertragen habe, könne man eben demensprechend den Stundenlohn herabsetzen. Frage in kleiner Runde nach Ende der Veranstaltung "Könnte man nicht fordern, die Professoren sollten von ihrem reichlichen Gehalt etwas an die Hiwis abgeben?" - Darauf folgte eine abwehrende Handbewegung, davon würde man sich noch größere "leibeigenschaftliche Abhängigkeit" der Hiwis von den Profs befürchten. Außerdem hoffe man immer noch eher auf die Unterstützung durch die Professoren. Ein Hiwi aus dem Seminar für Geschichte sagte während der Diskussion, "die Uni meint, si könne mit studentischen Hilfskräften nach Belieben verfahren." Ratsherr Klecha, der als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni angestellt ist meinte, da nun die Universität Stiftungsuni geworden sei, könne man sie als Arbeitgeber auch zu einem Haustarifvertrag drängen. Ein weiterer Hinweis war, man solle prüfen ob nicht die arbeitsrechtlichen Konsequenzen bei sogenannten "Kettenverträgen" greifen, die irgendwann eine Festanstellung erforderlich machen. Leider sind die Hiwis gegenwärtig auch in keiner Weise durch den Personalrat vertretbar. Sie müssen sich einfach frei assoziieren und organisieren. Dazu wurde auf der Vollversammlung der erste Schritt gemacht. Mailinglisten wurden eingerichtet und Informationsaustausch sowie eine Kampagne zur Gewinnung weiterer Hiwis in der der Auseinandersetzung geplant. Bedeutsam ist, dass auch heute schon viele Tätigkeiten von Hiwis eigentlich tarifgebunden sind, weil der Bundesangestelltentarifvertrag BAT die Tarifzugehörigkeit über Tätigkeitsmerkmale bestimmt. Deshalb findet man in den Hiwi-verträgen auch nie konkrete Beschreibung der Tätigkeiten, sondern dort steht dann "Allgemeine Aufgaben" oder "Verwaltungsaufgaben". Es böte sich also an, wenn viele Hiwis mit Rechtsbeistand von Verdi auf eine Aufnahme in BAT-Verträge klagen. Musterschreiben an die Universität
Ver.di Kontakt in der Universität für HiWis: Johann Hippe in der Von-Siebold.Str. 8, 37075 Göttingen, jhippe@gwdg.de , Johann Hippe ist Vorsitzender des Fachbereichs 5 in Verdi. Sowohl Ver.di als auch der Personalrat, als auch der Vertrauensleutekörper soll in eine Unterstützung der HiWis eingebunden werden. |
Außerdem ist die Kooperationsstelle Universität / Gewerkschaft gerne bereit Auskünfte zu gewerkschaftlichen Fragen an der Uni zu geben. | ||||||||
| Pressemitteilung AStA - Sozialreferat / 21.6.04 Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen, die studentische Tarifvertragsinitiative und students at work rufen zu einer Vollversammlung aller an der Hochschule beschäftigten Studierenden am Donnerstag, den 24.6., 14h im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) 009 auf. Auf dieser Vollversammlung sollen der Protest gegen die massiven Lohnkürzungen seit dem 1. Mai 2004 zum Ausdruck gebracht und über weitere Schritte beraten werden. Die Stundenlöhne für die so genannten studentischen "Hilfskräfte" sind nicht tarifvertraglich gesichert, sondern werden von Seiten des Landes in Form von Erlassen festgelegt. Sicher ist dabei lediglich eine Höchstgrenze von 8,02 /Stunde, die die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), als Zusammenschluss der öffentlichen Arbeitgeber, bereits 1993 festlegte. Seit über 11 Jahren wurden die Löhne damit von der Lohnentwicklung im Öffentlichen Dienst abgekoppelt und nicht mehr erhöht. Zum 1. Mai 2004 haben Niedersachsen und Baden-Württemberg als erste Bundesländer nun die Stundenlöhne gesenkt mit dem Verweis auf die allgemeine Arbeitszeitverlängerung im Öffentlichen Dienst. Niedersachsenweit sollen nur noch 7,72 an den Universitäten bzw. 5,37 an den Fachhochschulen gezahlt werden. Die Kürzungen gelten für alle Neueinstellungen und Vertragsverlängerungen, die jedoch in der Regel alle drei bis sechs Monate erfolgen. Im Gegensatz zu den baden-württembergischen Rektoren, die sich sofort öffentlich gegen die Kürzungen aussprachen und sich im Gegenteil sogar für Erhöhungen einsetzen, hat sich das Göttinger Hochschulpräsidium eindeutig für die Lohnkürzungen entschieden: Als Stiftungsuniversität hätten sie den Landesbeschluss nicht umsetzen müssen. Die Lohnkürzungen beruhen allein auf Beschluss der Hochschulleitung, die bei dieser Gelegenheit auch das monatlich ausgezahlte Weihnachtsgeld gestrichen hat. Pressemitteilung des AStA 25.6.04 |