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"Mikwe" Rituelles
Bad der jüdischen Gemeinde In der Roten Straße Nr. 28 wohnte einst die jüdische Familie Löwenstein. 1999 fragte sich der derzeitige Besitzer, was es mit dem gekachelten Bassin im Keller auf sich habe. Er ging der Sache nach und es kam eine kleine Sensation heraus, denn es handelte sich um ein rituelles jüdisches Tauchbad in einem Privathaus. Hintergrund für diese private Mikwe ist, dass die ca. 40 jüdischen Familien, die um 1890 die jüdische Gemeinde in Göttingen bildeten mehrheitlich modern und liberal geprägt waren was sich zB daran erkennen ließ, dass sie eine Orgel in der Synagoge aufgestellt hatten. Es bestand ein Disput darüber, ob eine Mikwe in der Synagoge eingebaut werden solle und obwohl die dafür nötigen Spendengelder zusammengebracht waren wurde dann doch keine Mikwe eingebaut. So kam es, dass im Haus der Familie Löwenstein ein solches Bad eingerichtet wurde, ohne dass es im Bauplan eingezeichnet bzw. näher gekennzeichnet war.
Eine Mikwe dient der rituellen Reinigung durch untertauchen
des ganzen Körpers wozu, wie die Gelehrten festlegten 800 Liter Wasser, vornehmlich
fließendes reines Wasser, möglichst Grundwasser dienen soll. Das Wasser einer Mikwe muss
lebendiges Wasser also Wasser natürlichen Ursprungs sein. Es darf nicht
gepumpt, getragen oder geschöpft worden sein. Es kommen also Bachwasser, Quellwasser,
Fluss- , Meerwasser oder Grundwasser infrage. Lebendiges Wasser kann aber auch gesammeltes
Regenwasser sein. so wie es im vorliegenden Fall geschah. |