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Goettinger Stadtinfo Naturkost Elkershausen - Projekte Wärme/Kälte Versorgung im Verbund / Bio-Essen für Kindergärten und Schulen - Bei einem gemeinsamen Pressegespräch am 1. November mit der Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast, zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden der Landtagsfraktion, Stefan Wenzel, und Hermann Heldberg dem Geschäftsführer der Firma Naturkost Elkershausen wurden überraschende Projekte vorgestellt.
6.11.07
/ Renate Künast bewertet die Aktivitäten der Firma als wegweisend: "man
hat mit Elkershausen ein Schätzchen, weil es da so etwas gibt wie ein ganzheitliches
Denken. Das hört sich ja am Anfang kleinteilig an "kleiner Betrieb rettet
die Welt" tuts am Ende aber doch, wenn man das methodisch anwendet in der Fläche,
bringt das viel." Das was die Fraktionschefin der Bundestagsfraktion der Grünen
da so begeisterte sind Modellprojekte der Firma Naturkost
Elkershausen in der Levinstrasse Göttingen. Worum es da geht erläutert Hermann Heldberg, Mitbegründer der Firma Naturkost Elkershausen GmbH und geschäftsführender Gesellschafter: Die Kantine der Firma versorgt nicht nur die ca. 140 Mitarbeiterinnen mit Bio-Essen sondern auch 6 Kindergärten holen inzwischen dort das Essen für ihre Kinder ab. Nun kommt ein weiteres Projekt hinzu: Die Jugendhilfe Leineberg hatte ihre eigene Küche stillgelegt. Daraufhin erfolgten Gespräche mit dem Herrn Löbrick und Christian Hölscher, darüber ob die Jugendhilfe ebenfalls mit Bio-Essen versorgt werden soll. Elkershausen hat jedoch inszwischen mehr Anfragen als sie bedienen können, die Kapazität der Küche ist voll ausgelastet "wenn mehr gemacht würde würde die Qualität leiden" weil das Essen dann länger in Wärmeschränken zwischengelagert werden müsste. Die Lösung ist nun: Elkershausen hilft, die Küche in der Jugendhilfe wieder aufzubauen, leistet Unterstützung was Personal und Praktika angeht usw. und dann kann die Jugendhilfe selbst Bio-Essen kochen.
Dieses System ließe sich noch ausweiten. Es gibt Kontakte zum Schulaufsichtsamt und der Justizvollzugsanstalt, die nach einem ähnlichen Modell entwickelt werden könnten. Im Schulbereich arbeitet eine Oecotrophologin an einem Konzept. Für eine besonders kostengünstige Versorgung eigenen sich im Rahmen dieses Konzeptes Produkte der "zweiten Wahl" die qualitativ absolut mit der ersten gleichwertig sind, wo die Produkte lediglich nicht die ideale form haben wie z.B. die Paprika mit einer "Nase" - die könnten dann kostengünstiger an die Kooperationspartner abgegeben werden. Wärme im Gewerbegebiet wird ungenutzt in die Luft geblasen - nun soll sie genutzt werden Das zweite Projekt hat etwas mit dem hohen Schornstein neben der Firma Naturkost Elkershausen zu tun: Die Firma Refratechnik fährt 365 Tage im Jahr einen Hochofenbetrieb mit sehr hohen Temperaturen zur Herstellung von feuerfesten Steinen für Zementhochöfen. Dabei fällt soviel Abwärme an, dass man eine größere Anzahl von anderen Nutzern versorgen kann. Der Transport der Wärme könnte über eine Heisswasserleitung erfolgen. Naturkost Elkershausen braucht zwar zur Frischhaltung von Lebensmitteln vor allem Kälte, genau die kann aber durch neue Konversionstechnologien auch aus Wärme gewonnen werden. Eine Anlage würde dann aus Wärme K älte machen und Elkershausen könnte dadurch 70 % der in diesem Bereich eingesetzten Energie einsparen. Und, so die Einschätzung von Hermann Heldberg , wenn erst einmal mithilfe der Stadt eine Heisswasserleitung durch die Straße gelegt worden sei - dann wird aufgrund der möglichen Kosteneinsparungen bei der Wärme/Kälteversorgung jeder sagen "ja das will ich auch haben". Da ist in der Nähe der Fleischhandel Börner-Eisenacher der auch Kälte braucht, und dann Michel und andere Firmen die Wärme brauchen. So entstünde ein Energieverbund im Gewerbegebiet mithilfe von Abwärme, die sonst in die Luft gepustet worden wäre. Würde man noch die Abwärme von Peguform hinzunehmen könnte man evtl. auch die Groner Siedlung mit Heizwärme versorgen. Dazu Renate Künast:
"Die Wärme, die wir in die Erdumlaufbahn für Nichts schicken .... Das
ist ja verrückt, wir hausen ja manchmal wie die Made im Speck sozusagen -
produzieren Wärme nützen sie aber überhaupt nicht. Und das finde
ich hier das Spannende : man kommt hierher und denkt: Hier gehts um Naturkost
aber es geht um mehr, nämlich um den ganzheitlichen Ansatz. Also zu überlegen:
wo produzieren wir, wo kann man Klimavorteile mit reinnehmen - das ist eine Menge
an Aufbauideen, weswegen man auch gerade unterstützen sollte dass die Wärme-Kältefrage
im Energieverbund hier funktioniert. Das wäre dann eine typische Geschichte
wie es funktionieren soll, wie es in jeder Siedlung und in Gewerbebereichen eigentlich
passieren kann." |