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Demonstration gegen NPD/Kameradschaften
1. Mai 2002 >
Überblicksseite gegen Rechtsradikalismus NPD
und rechtsradikale "Kameradschaften" demonstrierten am 1.5.02 u.a. im
Hagenweg in der Weststadt. Die Weststadt ist ein Stadtteil mit besonders hohem
Anteil an Ausländerinnen und Ausländern und ausgerechnet hier durften sie ihrem
Ausländerhass in provozierenden Parolen freien Lauf lassen ("Mustafa geh
zurück nach Ankara"... usw). An der Ecke Pfalz-Grona-Breite fand eine Kundgebung
statt, und damit genau bei einer Siedlung, deren Gebäude ca. 1938 als "NSDAP-Projekt
Fliegerhorst-Siedlung" erbaut wurden. 
Ca. 50 NPDler und 150 Freie Kameradschaften durften unter dem Schutz von 3500
PolizistInnen in Göttingen demonstrieren.

Die rote Linie zeigt, wie kurz die Demonstration war für die aber auch nur
regional mobilisiert worden war.
Die Nazidemo auf der Brücke am Hagenweg, die NPD-AnhängerInnen machten dabei
höchstens ein Viertel aus, die Freien Kameradschaften den überwiegenden Teil
von drei Viertel. 
Der Anfang des Blockes der "Freien Kameradschaften"
 Die Nazidemo vor dem Haus Hagenweg
20
Hagenweg 20
ist ein Haus in der Weststadt, das von SozialhilfeempfängerInnen und AsylbewerberInnen
bewohnt wird. Provokation pur! Auf dem Dach des Hauses standen ein paar Leute,
die laut auf die Demo schimpften.
Die Demoroute ging ab ca. 12 Uhr vom Schützenplatz über den Maschmühlenweg/Rinschenrott,
Hagenweg, die Königsallee zurück in die Godehardtstr. Hetze
gegen AusländerInnen und Schwule Die Demoteilnehmer riefen solche
Parolen wie "Hier marschiert die deutsche Jugend", "Nationaler
Widerstand", "... Mustafa geh zurück nach Ankara" und pöbelten
gegen Sozialhilfeempfänger. Ein Redner der NPD im Lautsprecherwagen im Hagenweg/Ecke
Pfalz-Grona-Breite meinte schwachsinnerigerweise "Ohne Ausländer könnten
wir schon alle Millionäre sein". . Ein anderer Redner beschimpfte über
Lautsprecher "Geisteskranke Schwätzer und sonstige Schwuchteln...."
(O-Ton). Dem Vernehmen nach nahm auch Rechtsanwalt Horst Mahler an der Kundgebung
teil. Horst Mahler trat früher als Anwalt in RAF-Prozessen auf, jetzt vertritt
er die NPD im Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Bundesregierung.
. Gegendemonstranten an der Hagenwegbrücke/ Zahlreiche
Sperren, Einkesselungen und Festnahmen hielten Gegendemonstranten fern Dennoch
kamen auch an der Demoroute zahlreiche Gegendemonstranten zusammen. Gegendemonstranten
im Hagenweg wurden von der Polizei als "120 linke Störer im Hagenweg"
bezeichnet wurden, wie aus dem lautgestellten Polizeifunk eines Fahrzeuges zu
hören war. Die Polizei wollte die Demo im Hagenweg erst nicht weiterlassen, aber
die NPD erzwang mit ihrem Anwalt den weiteren Schutz durch die Polizei, sodaß
sie weitermarschieren konnten. Eins war deutlich, wäre die NPD nicht von der
Polizei geschützt worden, wäre diese Demonstration in kürzester Zeit beendet gewesen.
Die Polizei wäre jedoch gar nicht erst zum Schutz der NPD gezwungen gewesen, wenn
sich die Bundesregierung nicht so ungeschickt beim Verbotsantrag gegen die NPD
angestellt hätte
 | Daß
nicht mehr Gegendemonstranten anwesend waren lag daran, daß die Polizei mehrfach
gestaffelte Sperren aufbaute und nur einzelne Anwohner nach Ausweiskontrolle passieren
ließ. Die Polizei berichtet, daß sie mehr als 1000 Personen und 800 Kfzs
überprüft habe, 16 Festnahmen (davon allein 19 Festnahmen in der Königsallee),
mehr als 100 "In-Gewahrsamnahmen". Angeblich gab es nur 4 verletzte
Gegendemonstranten, dies scheinen aber nur Polizeiangaben zu sein vermutlich ist
die Zahl der Verletzten höher, da die sich naturgemäß nicht zwecks Erfassung bei
der Polizei melden. Gegendemonstranten erhielten Anklagen wegen Landfriedensbruch
und Beleidigung. |  | Eine
größere Ansammlung von Gegendemonstranten die um 12 Uhr Richtung Schützenplatz
gehen wollten, wurde an der Kreuzung Bürgerstr./GronerTorStr. von Polizei aufgehalten. |
 | In
der Königsalle wurden ca. 40 Gegendemonstranten eingekesselt und mindestens 10
festgenommen. Dort war auch zu beobachten, daß sehr junge Frauen/Mädchen mit Plastikhandschellen
gefesselt am Boden lagen oder an Polizeifahrzeuge gelehnt gefesselt warteten während
die anderen eingekesselt waren und gefilmt wurden. (siehe auf dem Bild oben den
filmenden Polizisten ganz rechts auf dem kleinen Bänkchen stehend) |
Tagesablauf
in Kürze Leute
die den Schützenplatz vorher besetzt hatten blieben bis 10 Uhr unbehelligt von
der Polizei, Polizei hat um 9.50 Räumung verlangt, behelmte Polizisten haben Demonstranten
abgedrängt, es gab keine Festnahmen, inzwischen haben alle Leute den Platz verlassen.
Polizeiaufgebot war überwältigend groß. Demonstrationszug Richtung Hildebrandtstr.gedrängt.
Polizei blockiert wie am 16.6. die Verbindung unter der Bahnlinie durch in Richtung
Godehardtstr. Deshalb dürfte dort auch keine der angekündigten Blockadeaktionen
stattfinden, da die Polizei selbst blockiert. Nur AnwohnerInnen der Weststadt
dürfen die Sperre passieren. Polizesperren an den vorgesehenen Blockadepunkten
- bereits einzelne Platzverweise Autobahnabfahrten Straßensperren kontrollieren
Gegendemonstranten. Gerücht Kaufpark sei neuer Nazi-Versammlungspunkt hat sich
nicht bestätigt. Parkplatz ist leer. Outpost-Parkplatz Pferdestaffel der Polizei.
Kontrollen der Polizei B3 , Weende Zubringer, Bahnhofseingang, Knochenmühle (aus
Richtung Harz) Spaltung in diesseits und jenseits der Bahnlinie verstärkt sich
weiter. |