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Göttinger Polnische Tage 10. - 13. September 2010
Zur Preisverleihung und zu den "Göttinger Polnischen Tagen" erwartet die Stadt den Besuch einer Thorner Delegation, die Stadtpräsident Michal Zaleski anführt. Ihr gehören außerdem der stellvertretende Vorsitzende des Stadtrates, Andrzej Jasinski, der Direktor der Thorner Kulturabteilung, Zbigniew Derkowski, sowie drei polnische Mitglieder der Lindepreis - Jury an. Die Gäste werden Veranstaltungen der polnischen Tage besuchen und Gespräche über die Fortsetzung der Städtepartnerschaft führen. | |||||||||
Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis Der 1996 von den beiden Partnerstädten Thorn (Torun) in Polen und Göttingen gemeinsam gestiftete Literaturpreis ist nach dem Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771 1847) benannt, der das Wörterbuch der polnischen Sprache, das erste historische und vergleichende Wörterbuch überhaupt, begründet hat. >> www.lindepreis.goettingen.de Mit
dem Preis soll "das Wirken polnischer und deutscher Schriftsteller/innen
und Geisteswissenschaftler/innen für Verständigung, Versöhnung und freundschaftliche
Zuwendung zum jeweiligen Nachbarn" gewürdigt werden.
Es werden Autoren ausgezeichnet, deren Wort Ideale und Werte schafft, die Menschen,
Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen. Der
Preis kann Autoren zuerkannt werden, die auf den Feldern "Lyrik, Prosa,
Drama, Essayistik, Literaturkritik, Publizistik, Übersetzung und Edition"
Hervorragendes geleistet haben. Bisherige
Preisträger/innen waren Wyslawa Szymborska und Günter Grass (1996), Zbigniew Herbert
und Karl Dedecius (1997), Tadeusz Rozewicz und Siegfried Lenz (1998) sowie Ryszard
Kapuscinski und Christa Wolf (1999). 2000 an polnische Schriftstellerin Hanna
Krall und den deutschen Literaturkritiker Prof. Marcel ReichRanicki, 2001
Jan Józef Szczepan'ski / Henryk Bereska, 2002 Andrzej Stasiuk / Friedrich Christian
Delius, 2003 Wlodzimierz Kowalewski / Barbara Köhler, 2004 Hubert Orlowski / Klaus
Zernack , 2005 Pawel Huelle / Hans Joachim Schädlich, 2006 Slawomir Mrozek / Tankred
Dorst , 2007 Ewa Lipska / Sarah Kirsch, 2008 Olga Tokarczuk / Ingo Schulze 2009
Adam Zagajewski / Durs Grünbein Der Preis, der im jährliche Wechsel in Torun und Göttingen überreicht wird, war früher mit jeweils DM 6.000 und ist jetzt mit jeweils 5000 Euro dotiert (Bis jetzt noch ... denn im Zuge der Sparmaßnahmen wurde 2010 daran gedacht auch hier zu kürzen)
Jurymitglieder von Seiten der Stadt Thorn Bogumil-Linde Preis 2010 Adam Krzemiski, Warschau, und Karl Schlögel , Berlin erhielten den Literaturpreis 2010. Beide haben sich intensiv mit dem Verhältnis Polen-Deutschland beschäftigt und für die Verständigung zwischen beiden Ländern geworben. Der Preis wurde am Sonntag, dem 12. September 2010 im Alten Rathaus Göttingen verliehen. Die Verleihung fand zeitgleich zu den "Göttinger Polnischen Tagen" statt. OB Wolfgang Meyer vermerkte in seiner Rede deutlich, dass man sich in der Freundschaft zu Polen auch nicht von "Verbandsvertretern" irritieren lasse Die kritische Bemerkung von Meyer wurde mit Applaus bedacht; währenddessen ein anwesender CDU-Repräsentant der Stadt Göttingen allerdings keinen Finger rührte. In einer der weiteren Reden fiel dann noch deutlicher der Hinweis auf Steinbach, die kürzlich mit einer Bemerkung über Polen und den 2. Weltkrieg Empörung ausgelöst hatte.
Einige
Werke von Prof. Schlögel sind: Das Wunder von Nishnij oder die Rückkehr
der Städte, 1991, // Die Mitte liegt ostwärts. Europa im Übergang,
2002, // Petersburg. Das Laboratorium der Moderne 1909 - 1921, 2002, // Im Raume
lesen wir die Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik, 2003, //
Marjampole. Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte, 2005,
Die Preisverleihung fand in Anwesenheit des Toruner Stadtpräsidenten Michal Zaleski statt, der den beiden Preisträgern zusätzlich eine Medaille der Stadt Torun verlieh. Zu Gast war u.a. auch Rita Süßmuth.
Prof. Dr. Rudolf von Thadden hielt die Laudatio auf beide Preisträger.
Von Thaddens Rede war von geradezu familärer Freundlichkeit geprägt,
die bis hin zu einer rührenden Bekenntnis freundschaftlicher Verbundenheit
reichte. Gleichwohl gelang es dem Laudator Arbeit, Wirken und Werken Schlögels
und Krzeminskis auf differenzierte, detaillierte und vor allem
pointierte und heitere Weise vorzustellen. Rudolf von Thadden stellte - etwas ungewöhnlich - am Ende seiner Rede auch noch sein eigenes neues Buch vor, das Oktober im >>Wallsteinverlag erscheint: "Trieglaff Eine pommersche Lebenswelt zwischen Kirche und Politik" die wechselvolle Geschichte von Trieglaff in Pommern 1807 1948 . Pommern als ehemalige preussische Provinz und heutiger Teil Polens hat zwar einen inhaltlichen Bezug zur Laudatio fiel aber mit dieser Eigenwerbung etwas aus dem Rahmen der sonst sehr stilvollen Rede. Nicht nur am Rande: Das Geigenhofquartett mit einem Stück von Grazyna Bacewicz Nicht unerwähnt sollte die Beteiligung des Geigenhofquartetts bei der Preisverleihung bleiben. Nach der Preisübergabe trugen sie u.a. das Stück Streichquartett Nr. 4 Andante der polnischen Komponistin >>Grazyna Bacewiczówna vor. Es ging weit darüber hinaus, was man als "Untermalung" bezeichnen könnte, sondern stellte einen musikalischen Beitrag von eigenem faszinierenden Wert dar. Wojtek Bolimowski / gebürtiger Warschauer aus Göttingen (Violine) u.a. zweiter Konzertmeister im Göttinger Symphonie Orchester, Mitbegründer des Rosenquartetts (1985) und des Geigenhofquartetts (2000). Er spielte im Geigenhofquartett zusammen Zsuzsanna Bolimowski (Violine) Oksana Labach (Viola) und Lucille Chaubard (Violoncello). | ||||||||||