Goettinger
Stadtinfo Galerie Ahlers
Ganz anders als die Adresse Düstere Straße 21 vermutlich assoziieren lässt, befindet sich die Galerie an einem der malerischsten, geradezu venezianisch angehauchten Orte Göttingens. Neben einer Brücke über den Leinekanal geht es über einen Steg zum Vorgarten der Galerie. Auf der Grasfläche des Vorgartens-Hofes liegt eine 2 Meter große Moebiusschleife aus nicht rostfreiem Stahl. Für diese Skulptur des Bildhauers Willi Weiner gibt es einen deutlichen Bezug zur Göttinger Wissenschaftsgeschichte. Es waren Schüler von Carl Friedrich Gauß, die diese Schleife mit den merkwürdigen Eigenschaften entdeckt hatten (Johann Benedikt und August Ferdinand Möbius). Es ist eine Schleife bei der es keine Vorder- und Rückseite, sondern nur eine einzige Fläche gibt. Es gibt auch einen argentinischen Spielfilm "Moebius" der im Besitz eines Göttinger Filmverleihs ist. Dem Vernehmen nach würde Ahlers den Garten der neu gestalteten Gauß´schen Sternwarte für einen geeigneten Aufstellungsort der Plastik halten.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Galerie befindet sich das Literarische Zentrum. Vorher war die Galerie Ahlers in diesen Räumen. Die Nachbarschaft ist durchaus produktiv, so werden gelegentlich die literarischen Sommerfeste des Zentrums zusammen mit der Galerie durchgeführt.
Wann es so richtig anfing mit der Galerie erschließt sich im Rückblick nicht deutlich - auch wenn eindeutig 1982 als Gründungsjahr angegeben wird und entsprechend 2007das 25 jährige gefeiert wurde. Ahlers ist seit 1979 in Göttingen, begann mit einem Kunsthandelsgeschäft in der Reinhäuser Landstraße, trat aber erst 1987 deutlicher wahrnehmbar mit Ausstellungen in einer ersten Galerie an die Öffentlichkeit.
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Neue Bilder von Wolfgang Kessler Ausstellungseröffnung: inside– outside 20 Uhr Zur Ausstellungseröffnung spricht Dr. Daniel Koep ( Hamburger Kunsthalle) Ausstellungsdauer 7. Oktober 2011 - 29. Oktober 2011 Wolfgang Kessler, 1962 in Hannover geboren, hat in Braunschweig an der Hochschule für Bildende Künste Malerei studiert. Er war Meisterschüler bei Ben Willikens. Seine künstlerische Begabung hat ihm wichtige Preise und Stipendien eingetragen, darunter den Förderpreis der Hermann-Haake-Stiftung 1995, das Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes für das Deutsche Studienzentrum in Venedig 1998 und das Arbeitstipendium des Landes Niedersachsen 2003. Kessler lebt und arbeitet in Lemgo und Detmold. Der Künstler verfolgt in seinem Werk eine äußerst reizvolle und raffinierte Malerei, die zugleich gegenständlich und abstrakt ist. Die Ambivalenz, die in der Synthetisierung dieser beiden Malsprachen liegt, treibt er noch weiter, indem er in seinen Bildern äußerste Klarheit und rätselvolle Unschärfe miteinander verbindet. Die Klarheit ist sichtbar in seinen Kompositionen, die bestimmt sind von Maß und Zahl und von Symmetrie und Proportion. Die Unschärfe rührt her von einer in die modulierende Verflüssigung getriebenen Farbe, die ihren Gegenstand eher suggeriert, als dass sie ihn deutlich definiert. "Zwischenräume" beschäftigen den Künstler seit seiner ersten großen Werkserie zu diesem Thema im Jahre 1998. Inspiriert wurde er zu ihnen durch häufige Bahnfahrten. Beim Blick aus dem Zugfenster fiel ihm auf, wie fließend die Übergänge zwischen Stadt und Land, Natur und Kultur heute geworden sind. Im Zwischenraum erkannte Kessler eine Art Schnittstelle, in der sich soziale und politische Wirklichkeit in charakteristischer Weise abbildet. Allerdings kommt diese Einsicht in seiner Malerei in großer Diskretion und "wie auf Taubenfüßchen" (Nietzsche) daher. Im Vordergrund stehen die Form und das gelingende Bild. Auch die neuen, mit starken Farbkontrasten arbeitenden Bilder "Kapital I" und "Kapital II" in der Ausstellung der Galerie Ahlers thematisieren in virtuoser Weise den Blick des Malers aus einem fahrenden Zug auf die Wirklichkeit da draußen – "outside". Der fließende Verkehr auf Straße und Schiene, der uns oft genug den Blick auf die Landschaft verstellt, wird von ihm in der Horizontalen, und damit ironischerweise in der Manier eines klassischen Landschaftsbildes, wiedergegeben. Bei anderen Gemälden, auch sie von Kessler wie alle seine Werke in Öl auf Leinwand ausgeführt, geht der Blick nach Innen – "inside". Nicht in die Weite, sondern in die Höhe. Die Vertikale und damit das Hochformat regieren die Wahrnehmung. Mit dem Interesse am Innenraum geht ein neues Interesse des Malers am perspektivischen Raum einher. Die Struktur der Architektur fasst er auf wie einen Text, der ohne Leerstellen gleichfalls nicht verständlich wäre. Ob Drinnen oder Draußen, die mit großer malerischer Kompetenz souverän gefertigten Bilder von Wolfgang Kessler lassen sich auch symbolisch lesen. Der Blick nach außen ist flach. Abgelenkt, von den Sensationen der Welt zerstreut, was sich in der flächigen Faktur und lauten Farbigkeit der Gemälde zeigt. Die Innenansichten, und mit ihnen die Blicke nach Innen, sind tief, still und konzentriert, was Ihre Dreidimensionalität und in sich ruhende Farbwahl sichtbar machen. Dass im Inneren trotzdem allerhand Bewegung herrscht, auch das macht der Farbfluss dieser Bilder unübersehbar deutlich. |
![]() | Schnappschuß während eines Besuchs in der Galerie Juli 2011 |
Ausstellung
„K.R.H. Sonderborg. Rebellion in Schwarz und Weiß“ (21.4.
- 5.5.09) K.
R. H. Sonderborg (1923-2008) Rebellion in Schwarz und Weiß Der
im letzten Jahr verstorbene K.R.H. Sonderborg ist einer der wichtigsten deutschen
Nachkriegskünstler. Geboren am 5. April 1923 im dänischen Sønderborg, gestorben
am 18. Februar 2008 in Hamburg, gilt Kurt Rudolf Hoffmann als eine der führenden
Persönlichkeiten der informellen Malerei. Die aktuell laufende Ausstellung in
der Staatsgalerie Stuttgart "Deutsches Informel" (21.02.-01.06.2009) weist auf
wachsendes Interesse an der Nach-kriegskunst hin. Neben Künstlern wie Peter Brüning
und Emil Schumacher ist dort auch K.R.H. Sonderborg vertreten. Nicht nur chronologisch,
sondern auch stilgeschichtlich sind die Jahre um die Mitte des 20. Jahrhunderts
ein wichtiger Zeitabschnitt, der einen tief greifenden Wandlungsprozess der bildenden
Kunst markiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Informel oder die informelle
Kunst (frz.: art informel) zum weithin dominierenden Phänomen. Das Informel wird
als Sammelbegriff für die abstrakten Kunstströmungen der europäischen Nachkriegsjahre
verwendet und kennzeichnet das europäische Pendant zum amerikanischen Action Painting
und abstrakten Expressionismus. Es entstand nach den traumatischen Erfahrungen
des Zweiten Weltkriegs auf der Suche nach neuen bildnerischen Ausdrucks-möglichkeiten
als Gegenbewegung zur geometrischen Abstraktion. Dabei geht es nicht um das chaotische
Ausleben auf der Leinwand, wie etwa beim Action Painting, sondern um Emotion und
Spontaneität des Werkes. Die Suche wird zum Leitmotiv, was auf der Leinwand bleibt,
ist die Sicherung der Malaktion. Das Informel war Sonderborgs Widerstand, er setzte
sich mit seiner nonkonformistischen Stellung der kleinbürgerlichen Kultur des
Wiederaufbaus entgegen. Seine Bilder sind Ausdruck seines spirituellen Verlangens
und seiner künstlerischen Transformation, als Antwort auf seine Umgebung im Hamburger
Hafen, in Rom oder im Gefängnis. Hamburg hat ihn immer fasziniert und ihm Sujets
geliefert. Der große Strom Elbe und der Hamburger Hafen mit seinen Schiffen und
Kränen, die Gleise der Güterbahnhöfe. Häuser und Verkehrsadern über Brücken und
Highways in New York. Hochspannungsleitungen, der elektrische Stuhl und eine Zeitungsabbildung
der Baader-Zelle in Stammheim. Seine Werke sind zwar grundsätzlich expressiv und
nicht figurativ, doch gibt es immer wieder Bilder, die eindeutig aktuelle Bezüge
nehmen und realistisch scheinen. Sonderborg liebte die Experimente. Seine schwarz-weiße
Bildsprache entwickelt sich zu großer Offenheit und manchmal zu brutaler Unmittelbarkeit.
Seine Botschaft ist Freiheit. Er wechselte oft seinen Lebensmittelpunkt, was Kritiker
zu der Vermutung brachte, dass er nicht nur in seiner Kunst, sondern auch in seinem
Leben die Bewegung brauchte. Er bevorzugte alles, was Grenzen und Räume überbrückt.
Seine Bilder sind konzentrierte Entladungen von gelebter Spannung und Erinnerung
einer permanenten Unruhe. Schon 1953 hörte Sonderborg auf, seine Bilder mit assoziativen
Titeln zu versehen. Er beschränkte sich auf die Angabe von Ort, Datum und Zeitspanne
der Herstellung des Bildes. Der Malakt als solcher verkörpert einziges Thema und
Interesse der Bilder und die Unmittelbar der Aktion als Spurensicherung der eigenen
künstlerischen rebellischen Identität. |
Ausstellungen Mit einigen wenigen Künstlerinnen und Künstlern arbeitet Ahlers schon über viele Jahre zusammen. So z.B mit Sigrid Nienstedt, mit deren Bilder sie gemeinsam 1995 großen Erfolg hatten. Oder mit Sigrid von Lintig, von der nun eine Ausstellung bis zum 18 April zu sehen ist.
Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens präsentierte die Galerie Ahlers vom 3. Oktober bis 8. November 2008 eine Ausstellung, "die querbeet durch die Geschichte der Galerie führt – von den Anfängen des Kunsthandels in der Reinhäuser Landstraße über die Station im Walkemühlenweg bis zur Galerie in der Düsteren Straße.
Rückblick Mai 2008 Ausstellung Esther Horn "INCIDENT
AT A CORNER" 16. Mai 2008, um 20 Uhr führte Dr. Peter Funken, Kunstkritiker,
Kurator und Autor aus Berlin, ein Gespräch mit der Malerin . |