goettinger stadtinfo FDP
FDP-Politiker
in der Kritik - DieLinke fordert Rücktritt
|
FDP-Ratsfraktion: 14.12.09 / Bei der Ratssitzung am Freitag, den 11.12.09 kam es zu einem peinlichen Auftritt der FDP-Fraktion. Unser Korrespondent Stefan Knoblauch bezeichnet es als einen "Eklat" und schreibt: "Unter dem TOP 4 ging es um folgendes: TOP 4.: In einem gemeinsam von den Fraktionen von SPD und Bündnis 90/ Die Grünen eingebrachten Resolutionsentwurf wird die Landesregierung aufgefordert, die Steuersenkungspläne der Bundesregierung im Bundesrat abzulehnen, weil sie den Haushalt der Stadt bedrohten. Eine Haushaltsnotlage müsse verhindert werden. Als während der Sitzung über den Punkt 4 abgestimmt wurde, stimmte die CDU dagegen. SPD / Grüne dafür. Die FPD: keine Zustimmung, keine Ablehnung, keine Enthaltung. Daraufhin fragte die Ratspräsidentin, Fr. Langkeit:" Herr Thielbörger, was ist mit Ihnen?" Die Antwort von Hr. Thielbörger: "Darum kümmern wir uns nicht." " |
28.7.03
/ Sind FDP, "Jungliberale" und "Liberale Hochschulgruppe"
in Göttingen auf dem Weg zur "Partei der Freiheitlichen" á la Haider?
In Göttingen gibt es Hinweise darauf, dass rechtsgerichtete Burschenschafter sowohl
Jungliberale als auch FDP als Plattform für rechtsradikale Politik ausbauen. Schon
am 17.1.03 fand sich ein Bericht in > indymedia
der im Zusammenhang mit den damals anstehenden Studentenparlamentswahlen von den
Verflechtungen zwischen der Liberalen Hochschulgruppe und einer rechtsradikalen
Liste namens Freiheitlich-Demokratische-Liste FDL berichtete. Diese FDL so der
Bericht überhole den RCDS rechts, sei aber offensichtlich eine rechtsnationalistischen
Tarnorganistation der Liberalen Hochschulgruppe LHG "Alle Kandidaten
der FDL kandidieren gleichzeitig auf Fachschaftsebene für die Liberale Hochschulgruppe.
Zudem fällt auf, dass die Wahlpublikation von Liberalen und Freiheitlichen identisch
layoutet sind." (indymedia) Zitate aus dem FDL-Flugblatt Die neue Kraft: Ausländisches Studierendenparlament abschaffen!, Keine AStA-Deutschkurse für ausländische Nicht-Studenten!, Abschaffung der autonomen Schwulen- Lesbenreferate! lautet die Kommandoerklärung im Flugblatt. Die Fachschaftsräteversammlung (FSRV), ein seit längerem von linken und fortschrittlichen Leuten dominiertes Gremium der Verfassten Studierendenschaft, soll ebenfalls eingestampft werden. Die Anwendung von roher Gewalt gegen friedliche Menschen (ist) mittlerweile an der Tagesordnung, weiß die FDL, und markiert die Ziele. Alkoholisierte Herumtreiber und Bettler das ganze leistungsunwillige Kroppzeugs eben, dessen Armut die FDL schon immer angekotzt hat. Da hilft nur noch Schutz von Gesundheit und Eigentum durch private Sicherheitsdienste und Videoüberwachung. Der Spitzenkandidat der FDL gehört der Burschenschaft Winfrida an, einer katholischen Burschenschaft mit Hauptsitz in Köln und einer Vertretung auch in Göttingen. Er ist Mitglied der FDP und Mitglied im Vorstand der Jungliberalen in Göttingen. Der Kandidat auf Platz zwei der FDL-Liste (Quelle) vorher für die LHG im AStA ist Geschäftsführer der Göttinger FDP.
|
|
Wanderkundgebung gegen FDP und Burschenschaften Während einerseits die polizeilichen Ermittlungen wegen versuchter Brandstiftung gegen Mitglieder der FDP anscheinend sehr zurückhaltend erfolgen, zeigte die Polizei am 30.7.03 große Einsatzfreude dabei, den Protest gegen die Verbindung von FDP und Rechtsradikalen unter polizeiliche Kontrolle zu bekommen. Am Marktplatz vor dem Gänseliesel hatten sich ca. 50 RadfahrerInnen zur Wanderkundgebung gegen die Zusammenhänge zwischen FDP und Rechtsradikalen versammelt.
Polizei
und Bundesgrenzschutz mit ihren bekannt martialischer Ausstattung wurden aufgefahren
und versperrten den Demonstranten den Weg zur Abfahrt. |
Rücktritt des FDP-Politikers Dr. Norbert Ullrich auf Raten 20.8.08 / Wir haben entgegen anderer Medien zunächst darauf verzichtet, den Namen zu nennen. Da der Name inzwischen in allen Berichten offen genannt wurde und allgemein bekannt ist, können wir auch den Namen Dr. Norbert Ullrich als desjenigen FDP-Politikers nennen, der hier gemeint ist. Er hat den Prozess gegen die Mieterin verloren die er "wegen Eigenbedarfs" gekündigt hat und es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Nötigung eingeleitet. Ullrich lässt deshalb bis auf weiteres seine politischen Ämter ( FDP-Bezirksvorsitz, FDP-Kreisverband, FDP-Kreistagsfraktion) "ruhen". Noch vor kurzem mußte die FDP auch während der Kreistagssitzung empörte Nachfragen einer anwesenden Bürgerin über sich ergehen lassen, die wissen wollte wie man es verantworten wolle so jemanden weiterhin im Amt zu belassen. Zur
Bundestagswahl 2005 hatte Ulrich als Vertreter der FDP kandidiert. In seinen Selbstdarstellungen
hieß es u.a. "Die Interessen der folgenden Gruppen liegen mir besonders
am Herzen. (..) Meine wichtigsten politischen Ziele Kinder- und familienfreundliche
Politik."
DieLinke fordert Rücktritt eines FDP-Politikers 21.6.08 / Der Politiker behauptet einerseits, er engagiere sich für ein "kinderfreundliches Göttingen" andererseits hat er nun - so der Vorwurf - einer alleinerziehenden Mutter rechtswidrig wegen Eigenbedarf nach kurzer Mietzeit die Wohnung gekündigt, so dass sie neben viel Stress auch auf den Kosten sitzen bleibt. Das Amtsgericht zweifelt an der Rechtmäßigkeit der Kündigung und meint, der FDP-Politiker als Jurist und ehemaliger Richter hätte es besser wissen müssen. Die Kreistagfraktion der Partei DieLinke " fordert den FDP-Politiker auf ,unverzüglich von allen seinen politischen Ämtern zurückzutreten. Die Kreistagsfraktion der Partei DieLinke und deren Kreisverband fordern den Rücktritt mehrfach in Presseerklärungen unter offener Nennung des Namens. Sie beziehen sich dabei auf eine Angelegenheit, die am Göttinger Amtsgericht anhängig ist. Der Politiker hatte den Vorwürfen der Partei DieLinke zufolge einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Töchtern eine Wohnung vermietet. Kurz nach deren Einzug haber er ihr die Wohnung mit Hinweis auf "Eigenbedarf" gekündigt. Aufgrund der juristischen Fachkenntnisse ihres Vermieters gab die Mieterin klein bei und blieb danach auf erheblichen Unkosten sitzen. Als der FDP-Politiker dann aber kurz darauf das Haus verkaufte habe, statt es selbst zu nutzen, reichte die gekündigte Mieterin Klage ein. Die Sache ist in mehrfacher Hinsicht pikant, denn der FDP-Politiker ist als Richter am Landgericht tätig gewesen und hat an der Niedersächsischen Fachhochschule für Rechtspflege als Dozent gearbeitet. ( Diese Fachhochschule wurde allerdings 2007 aufgelöst ). Bei einem Richter a.D. und Dozenten in der polizeilichen Rechtspflege ist ein höherer Anspruch an Rechtskonformität zu stellen. Der Verdacht, mit dem Trick "Eigenbedarf" eine Mietkündigung in Verbindung mit sozialer Härte durchzudrücken wiegt hier also schwer. Sollten die Vorwürfe zutreffen, stehen sie auch im Widerspruch zu den Selbstdarstellungen des FDP-Politikers, der öffentlich postuliert "Meine wichtigsten politischen Ziele Kinder- und familienfreundliche Politik." und dann sein Engagement für ein "Kinderfreundliches Göttingen" hervorhebt. Damit hat dieser Politiker selbst einen moralischen Maßstab für die Bewertung des gegenwärtig zur Debatte stehenden Falles geschaffen und könnte den Rauswurf einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Töchtern nach kurzer Mietdauer nicht als "seine Privatsache" bezeichnen. Seitens des Amtsgerichtes gibt es anscheinend auch den Verdacht, dass ein rechtswidriges Verhalten vorliegt, allein schon deshalb, weil er nach dem Hausverkauf die Mieterin darüber hätte aufklären müssen, dass der Eigenbedarf als Kündigungsgrund weggefallen sei. Das hätte der Jurist und ehemalige Richter wissen müssen. |