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Göttinger Friedenspreis 2012 für Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer Jury: Der Name Heitmeyer steht für eine kritische Sicht auf soziale Ungleichheit und die Warnung, dass "Rohe Bürgerlichkeit" und "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" die Gesellschaft desintegrieren. Die Jury schrieb, er erhalte den Preis "in Anerkennung seiner jahrzehntelangen Arbeit auf den Gebieten der ethnisch-kulturellen Gewaltforschung, insbesondere für die einschlägigen Studien zum Rechtsextremismus, die fundierten Analysen zu Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sowie für den umfassenden Forschungsansatz gesellschaftlicher und personaler Prozesse von Ausgrenzung und Desintegration." Mit der Beschreibung des Verlustes menschenrechtlicher Normen erkläre er die Diskriminierung gesellschaftlicher Minderheiten wie Zuwanderer, Juden, Muslime, aber auch Langzeitarbeitslosen oder Asylbewerbern und richte das Augenmerk darüberhinaus auf Etabliertenvorrechte und Sexismus. Zusammenfassung
mit Auszügen aus den Redemanuskripten Sloterdijk "Rohe Bürgerlichkeit wird befeuert durch einen semantischen Klassenkampf von oben. Man muss dazu nur das Beispiel des Philosophen Peter Sloterdijk nehmen, der seinen Kampf gegen den angeblich kleptomanischen Staat inszeniert und stattdessen einen generösen feudalistischen Rückfall zur Gnade der gebenden Hand proklamiert. Damit wird den sozial Schwachen ihre Würde genommen. Trotzdem fanden Sloterdijks Thesen und Forderungen in zahlreichen prominenten Medien unterstützenden Widerhall." (WH) Auf der anderen Seite: "Das Gefühl der politischen Machtlosigkeit ist insbesondere in der unteren Statusgruppe sehr viel verbreiteter als in der oberen Statusgruppe. Sie gehen der demokratischen politischen Partizipation immer mehr verloren, sie verabschieden sich – gewissermaßen sprach- und wortlos – aus der demokratischen Willensbildung. (...) Wer sich in der oberen Statusgruppe machtlos fühlt legt erkennbare autoritäre Aggression an den Tag und neigt dann auch eher zu rechtspopulistischen Einstellungen." (WH) Wilhelm Heitmeyer wird von seinem Laudator Prof. Dr. Klaus J. Bade mit den Worten zitiert. "Letztlich: Wenn es nicht gelingt, daß Wissenschaft eine gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, dann sollte sie – verschärft benannt – abgeschafft werden." und "wenn Wissenschaftler ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen wollen, gibt es oft keine Alternative: Dann müssen sie stören". (KB) Klassenkampf
von oben (Sein Preisgeld stiftet er übrigens einem Projekt in El Salvador) Quellen:
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Friedenspreis 2011
6.3.11 / Der Friedenspreis wird seit 1999 vergeben (>Weitere Infos ). Den Friedenspreis 2011 erhielten gemeinsam die Friedensinitiative "Ohne Rüstung Leben e.V." (ORL) zusammen mit der "GKKE-Fachgruppe Rüstungsexporte". Die ORL betreibt mit zahlreichen Mitgliedern Öffentlichkeitsarbeit und eine Art Basis-Lobbyarbeit gegen Rüstungsexporte. Die GKKE ("Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung") erarbeitet wissenschaftlich fundierte Berichten zum Rüstungsexport. Nach der Preisverleihung stellte Dr. Bernhard Moltmann als Vertreter der GKKE seinen Teil des Preisgeldes ORL zur Verfügung!
Vor
der Aula standen zwar Mitglieder des Friedensbüros mit Transparent gegen
militärische Intervention in Libyen. Was
aber bei der Zusammensetzung des Publikums auffiel, war die Abwesenheit von jenen
Göttinger Gruppen, die z.B. gegen Militärmusik oder gegen Bundeswehr
an Schulen und Uni protestieren. Und das obwohl auch die ORL eine Kampagen "Schulfrei
für die Bundeswehr" betreibt. Ebenso fiel auf, dass mit den beiden Preisträgern
kirchlich-ökumenische Gruppen geehrt wurden, von den Göttinger Kirchen
jedoch nur wenige bekannte Personen an der Veranstaltung teilnahmen.
Laudatio
durch Preisträger von 2009 Andreas Zumach:
Sinngemäß
erwähnte Zumach u.a. was im Folgenden notiert ist:
Redner der beiden, mit dem Friedenspreis ausgezeichneten Organisationen waren:
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Informationen zum Friedenspreis Die "Stiftung Dr. Roland Röhl" ist eine "rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts" mit Sitz in Göttingen. Die Stiftung wurde durch Testament von Dr. Roland Röhl errichtet, der am 24.12.1997 gestorben ist. Die Stiftung ist zum Zwecke der Förderung von Konflikt- und Friedensforschung eingerichtet worde und verleiht jährlich den "Göttinger Friedenspreis", verbunden mit einer Geldprämie aus dem Ertrag des Stiftungsvermögens, an Einzelpersonen oder Personengruppen, "die sich durch grundlegende wissenschaftliche Arbeit oder durch herausragenden praktischen Einsatz um den Frieden besonders verdient gemacht haben." 1999
Prof. Dr. Dieter Senghaas Nicht zuletzt zu erwähnen die Person des Stifters Roland Röhl selbst >Biografie |