Goettinger Stadtinfo Gaspreise Aktuell e-on will einseitig willkürliche Preisanhebung per Gericht durchsetzen Die e.on Mitte Vertrieb GmbH hat über 80000 Kunden im Sondervertrag Classic. Vor dem Amtsgericht Göttingen geht es darum, ob die e.on überhaupt berechtigt war, in diesem Vertrag den Preis einseitig zu verändern. Die e.on behauptet, sie hätte dies Recht aus der AVBGasV, da es ein Grundversorgungsvertrag wäre. Genau dies ist strittig. Vielmehr geht die Verteidigung davon aus, dass es sich um einen Sondervertrag handelt, wie die e.on selbst in Rundschreiben und Preisbekanntmachungen geschrieben hat und es gibt kein vertragliches Recht zur Preisänderung. Auch nicht aus einer AVBGasV, weil die nie in den Vertrag einbezogen wurde. Am 10.03.2011, um 11.15 und 11.45 Uhr verhandelt das Amtsgericht Göttingen die Verfahren von zwei Protestkunden. Zwischenbemerkung: Kunden im Stadtgebiet beziehen Gas von den Stadtwerken in denen zwar auch eon steckt, aber nur mit einer Minderheitenbeteiligung an der Aktiengesellschaft, die Mehrheit hat die Stadt Göttingen. Außerhalb des Stadtgebietes ist die eon-Mitte der Gaslieferant und im vorliegenden Fall die Klägerin gegen die beiden Gaskunden. Die
Verhandlung: kompliziertes Hick Hack im juristischen Gestrüpp
Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs 24.3.10 "Eine unangemessene Benachteiligung der Kunden liegt aber dann vor, wenn Preisanpassungsbestimmungen dem Verwender die Möglichkeit einräumen, über die Abwälzung konkreter Kostensteigerungen hinaus einen zusätzlichen Gewinn zu erzielen. Bei den beanstandeten Preisanpassungsklauseln ergibt sich die Möglichkeit einer unzulässigen Gewinnsteigerung (schon) daraus, dass sie als einzige Variable für die Anpassung des Arbeitspreises den Preis für extra leichtes Heizöl (HEL) vorsehen und damit eine Erhöhung der Gaspreise - auch unter Berücksichtigung der in den Vertragsmustern weiter enthaltenen Bestimmungen über die Änderung des Grundpreises - selbst dann erlauben, wenn steigende Bezugspreise durch Kostensenkungen in anderen Bereichen, etwa bei den Netz- und Vertriebskosten, aufgefangen werden." PENG !! Genau - sagen wir schon seit Jahren!
Ölpreisbindung des Gaspreises? Energieversorger wollen uns für dumm verkaufen Der Ölpreis ist von 147,50 Dollar je Barrel am 11. Juli 2008 im Dezember 2008 bis auf 40 gesunken. (siehe Grafik) Am 16.2. stand er immer noch bei 45 Dollar. Das
heisst der Ölpreis ist um 69 % gesunken ! Nun bieten die Energieversorger
eine Gaspreisreduzierung von sage und schreibe 12,3 % . Northeimer Stadtwerke"Nachdem die Northeimer Stadtwerke (SWN) für ihre 7.500 Gaskunden bereits zu Jahresbeginn die Gaspreise um etwa vier Prozent gesenkt hatten, sinken diese zum 1. April 2009 um weitere rund 14 Prozent. Die Erdgaspreise in Northeim sind somit wieder auf dem Preisniveau vom April 2007, also bevor die Energiepreise auf den Weltmärkten deutlich gestiegen sind." - Hierzu wäre zu sagen: Im April 2007 lag der Ölpreis bei 75, war also fast doppelt so hoch wie im Februar. Und überhaupt: wie ergeben 14+4 dann 69 % ? 18.12.08
/ Nachdem die Kartellbehörden die Gaslieferanten zu einer Reduzierung der
Gaspreise und einer Rückzahlung von zu viel kassiertem Geld an die Kunden
aufgefordert hat kam es zu einer Rückzahlung durch die Stadtwerke Göttingen.
Aber seltsam: dies geschieht auf einmal angeblich ganz freiwillig , so heisst
es: "Die Stadtwerke betonen ausdrücklich, dass es bei diesem Bonus im Gegensatz
zu vielen anderen Gasversorgern um keine Auflage der Kartellbehörde handelt."
(Naja wenn sie es nicht freiwillig gemacht hätten wäre wahrscheinlich
eine behördliche Auflage gekommen - das war eben der Deal). Nun wird das
völlig unsinnig als "Treuebonus" verkauft.. Da die Stadtwerke Göttingen nun tatsächlich diejenigen vor Gericht zerren will, die sich den überhöhten Gaspreisen widersetzt haben, gab es ein Treffen , bei dem man sich über die Maßnahmen unterhalten will. Einige GaspreisboykotteurInnen haben Anfang 2009 Mahnbescheide erhalten. Das schreckt die Boykoteure nicht: sie machen weiter. |
Vorwort
1.12.08 / Im September 2005 gründete sich deswegen eine Initiative, die die Zahlung höherer Gaspreise verweigerte. Dies war Teil einer bundesweiten Kampagne. Schließlich sahen auch immer mehr PolitikerInnen und Gerichte in der Preisgestaltung einen Mißbrauch von Monopolmacht. Eine erste Entlastung soll nun die durch die Kartellverfahren angemahnte Vergütung an Gas-KundInnen sein. Kaufen sich die Energiekonzerne so von den Klagen der GaspreisboykotteurInnen frei? Der Bund der Energieverbraucher schreibt in einer ersten Stellungnahme "Der Protest geht weiter".
Vollständige Re-Kommunalisierung - E-On raus aus den Stadtwerken !
E.On Mitte ist mit 49,9 Prozent an den Stadtwerken Göttingen beteiligt und
drängte in der Vergangenheit beständig auf einen hohen Gaspreis, weil
dieser Konzern nicht allein mit hohen Renditden zufrieden ist, nein, die Renditen
müssen auch ständig steigen. Dabei schwimmt dieser Konzern in den Milliarden-Gewinnen.
So waren für den Kauf des spanischen Energieunternehmens Endesa 42,3 Mrd. Euro
vorgesehen. Weil dieser Kauf scheiterte, bekam E-On anschließend von Enel
und Acciona (Spanien/Italien) noch 10 Milliarden Euro dazu. Und dann argumentiert
diese Firma "Leider sind wir aus Kostengründen zur Erhöhung der
Gaspreise gezwungen" Wenn unbedingt mit den Stadtwerken Gewinne gemacht werden sollen, dann bitteschön aber ausschließlich für die Stadt, für Kindergärten, Schulen und Altenheime und nicht für die Rendite der E.On. Es wäre daher gut, wenn eher heute als morgen E.On aus den Stadtwerken wieder "rausgeworfen" würde (Falls das vertraglich möglich ist). Völlig unverständlich ist in diesem Zusammenhang wenn FDP-Ratsherren immer noch wiederholt öffentlich z.B. im Finanzausschuss oder im Rat fordern, man solle die ganzen Stadtwerke an E.On verkaufen. Für die Energieversorgung sind alternative Ansätze unter Beteiligung einer breiten öffentlichen Debatte sinnvoll, die lokale, regionale Energiespar- und Energiegewinnungsmodelle - Wind, Sonnenenergie, Bioenergie, Erdwärme, Abwasser-Restwärmen, Sekundärnutzungen bei industriellen Verbrennungsprozessen usw. unterstützen. Wie wäre es wenn eine Energie-Genossenschaft Göttingen die Sache in die Hand nähme? |
Gaspreissteigerungen seit 2000 Es ist schwierig die Gaspreiserhöhungen zu dokumentieren, wenn seitens der Stadtwerke versucht wird, die Erhöhungen zu verschleiern und ein Verwirrspiel zu betreiben. Nirgendwo finden wir eine aussagekräftige Statistik über die Preisentwicklung der Stadtwerke. Wir mußten die Daten mühsam aus Kundenrechnungen zusammentragen. Preise Stadtwerke Göttingen >> Grafik: Gasimportpreis sinkt und der Haushaltsgaspreis steigt
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| "Die
Stadtwerke Göttingen werden die Gaspreise in den Grundversorgungstarifen zum 1.
April 2008 um netto 0,44 Cent je Kilowattstunde (kWh) erhöhen. Dies entspricht
einer prozentualen Steigerung von 8,7 Prozent.(...)" Quelle "Die Stadtwerke Göttingen AG werden ihre Erdgastarife zum 1. September 2008 um netto 0,98 Cent je Kilowattstunde anheben. Dies entspricht einer Steigerung von rund 17 Prozent. Quelle |
GIGA propagiert Boykott der Gaspreiserhöhung Die
Göttinger Initiative gegen Gaspreiserhöhung GIGA stützt sich mit
der Propagierung eines Gaspreisboykotts u.a. auf Empfehlungen des Bundes der Energieverbraucher
und der Verbraucherzentralen , die Preiserhöhung nicht zu zahlen. Das heißt, der Kunde kann mit Hinweis auf die Berechnungen des Bundes der Energieverbraucher und der Verbraucherzentralen die Begründung der Preiserhöhung anzweifeln und einfach nicht bezahlen. Die Stadtwerke müssen dann die Berechtigung der Preiserhöhung ( die sogenannte "Billigkeit") nachweisen und dann auf dieser Grundlage gegen den Kunden auf Zahlung der Erhöhung klagen. Neuestes
Urteil des BGH vom 19 November 2008: |
Hinweise
und Fragen zur Verweigerung von überhöhten Gaspreisrechnungen Das
Vorgehen bei der Verweigerung von Zahlungen Musterschreiben nach einer Vorlage des Bundes der Energieverbraucher (geringfügig verändert indem überall betont wird dass auch der gesamte Gaspreis und nicht nur die Erhöhung als unbillig erachtet wird. Es gibt auch noch den Musterbrief der Paderborner Verrechnung
von Guthaben Formulare
und Vordrucke bei der VerbraucherInnenberatung
Keine Verträge für "Sondertarife" abschliessen Hinweise
auf Gerichtsurteile mit Vorsicht behandeln Unter
Vorbehalt zahlen? Nein Danke! Kosten
für Rechtstreit/Rechtsberatung Liefersperren
Nachträglicher Widerspruch Unterschiedliche
Reaktionen der Stadtwerke auf die Zahlungsverweigerung Weitere Fragen Frage:
Wie soll mit den auf der neuesten Rechnung ausgewiesenen Guthaben umgegangen werden?
Antwort: Bei der Verrechnung muß eine eigene
Rechnung dagegengesetzt werden, da das Guthaben ja höher ist als nach der
Rechnung der Stadtwerke Frage:
Es gab ja mehrere Erhöhungen, muß ich jeder Erhöhung extra widersprechen?
Frage:
Ist es sinnvoll, einen Teil der Gaspreiserhöhung zu akzeptieren und für
einen weiteren Teil einen Billigkeitsnachweis zu verlangen? Frage:
Ist das legal was wir da machen? |
Gründung und Entwicklung der Initiative gegen Gaspreiserhöhungen GIGA Kommentar
7.3.08 / Da hat schon
mancheine/r bei unserer Berichterstattung über die GIGA gedacht "was
will diese Anti-Gaspreis-Initiative GIGA da eigentlich". Im Finanzausschuss
des Stadtrates war man sich mit überheblichem Gestus nahezu einig: der Göttinger
Gaspreis ist in Ordnung, man muß es den Leuten nur richtig erklären
und vielleicht Vertrauen erwerben durch Öffentlichkeitsarbeit. Die Forderung
die Kalkulation offenzulegen, belächelten Ratsmitglieder müde und lehnten
sie bei einer Antwort auf Bürgeranfragen in einer Ratssitzung rundweg ab.
28.
11.06 trafen sich ca. 18 Personen um sich über die Entwicklung bezüglich
des Boykotts der Gaspreiserhöhungen auszutauschen. Kurz und knapp kann das
Ergebnis so zusammengefasst werden: Alle Leute, die eigenmächtig weniger
zahlen als die Stadtwerke fordern werden bisher "in Ruhe gelassen".
Angesichts derart unproblematischer Möglichkeiten Geld zu sparen kann nur
zu einer Verbreiterung der Kampagne geraten werden. Durchweg wird eine pauschale
Kürzung der Zahlungen um 25 % für gerechtfertigt gehalten. |