Goettinger
Stadtinfo Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)
Neues
Bundesbüro der GfbV in der Geiststrasse |
Veranstaltungen Nov / Dez 2011 Gesellschaft für bedrohte Völker 26.11.2011, Alte Fechthall/ Ballettschule "art la danse", Geiststraße 6, 20 Uhr, Eintritt frei, Spenden erwünscht Podiumsdiskussion: Umbruch in der "arabischen Welt" und in Nordafrika (siehe hierzu auch die >Themenseite in goest): Ob die Revolutionen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen,Syrien und in anderen arabischen Ländern auch mehr Menschen- und Minderheitenrechte mit sich bringen werden, bleibt abzuwarten. Welche Auswirkungen hat der Umbruch in Nordafrika und im Nahen Osten auf die Lage der religiösen und ethnischen Minderheiten? 8.12.11 Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV 20 Uhr, Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, Eintritt frei, Spenden erwünscht, Lesung und Dia-Vortrag: Catherina Rust: Das Mädchen vom Amazonas - Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern Als Kind lebt Catherina Rust in Mashipurimo, einem Urwalddorf am Amazonas. Während ihre Eltern, beide Deutsche, die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer erforschen, wächst sie wie ein Indianerkind auf. |
GfbV-Konferenz Zukunftsperspektiven für die Kurden in Syrien Konferenz der Gesellschaft für bedrohte Völker (17.09.2011, 9:30 -18:00 Uhr ) Zukunftsperspektiven für die Kurden und andere Minderheiten in Syrien nach dem Volksaufstand Repräsentanten der Kurden und anderer Minderheiten aus Syrien diskutieren auf Einladung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am kommenden Samstag in Göttingen über Zukunftsperspektiven ihrer Volksgruppen nach dem Volksaufstand in ihrem Land. Zwar ist Diktator Baschar al-Assad noch an der Macht und die Proteste gegen seine Gewaltherrschaft dauern an. Doch schon jetzt sollen verschiedene Szenarien besprochen werden, wie Rechte der Kurden, Assyro-Aramäer, Christen und Yeziden in Syrien gesichert werden können. Seit Jahrzehnten werden in Syrien nicht nur Oppositionelle, sondern auch Angehörige der nichtarabischen Völker sowie religiöser Minderheiten Opfer staatlicher Unterdrückung und Verfolgung. Sie haben keine legale politische Vertretung und ihre Parteien sind de facto verboten, da die syrische Verfassung keine ethnischen und religiösen Parteien zulässt. Das Regime hat bisher mit äußerster Härte auf die überwiegend friedlichen Proteste in Syrien reagiert: Mindestens 2.600 Demonstranten wurden seit März 2011 getötet und fast 20.000 verletzt. Mehr als 20.000 Oppositionelle wurden festgenommen, etwa 11.000 syrische Staatsbürger sind - teilweise unter Beschuss - über die Grenze in die Türkei und in den Libanon geflohen. Syrien hat etwa 20,4 Millionen Einwohner. Die große Mehrheit sind Araber. Als zweitgrößte Volksgruppe stellen die Kurden mit zwei bis drei Millionen Menschen mindestens zehn bis fünfzehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Kleinere Gemeinschaften bilden Armenier, Assyro-Aramäer, Turkmenen und Tscherkessen. Als Religionsgemeinschaften sind in Syrien sunnitische Muslime, Christen, Alawiten, Ismaeliten, Yeziden, Imamiten, Bahai und Juden vertreten. |
Hat das südkaukasische Volk der Lasen eine Zukunft in der Türkei? Donnerstag, den 16. September 2010, um 20 Uhr im Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte der Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststr. 7, Eintritt frei! Spenden erwünscht! Diskussions- und Filmabend mit Selma Cakir Kociva (Schriftstellerin) und Mahir Yildiz (Buchautor) Gezeigt wird der Film "Wo werden wir sterben?" von Cengiz Kibaroglu. Die Zukunft der etwa 500.000 Lasen in der Türkei ist ungewiss. Zwar wurden sie von blutigen Konflikten, wie sie in der Vergangenheit den kurdischen, armenischen oder griechischen Bevölkerungsgruppen widerfuhren, verschont. Doch sie sind zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt, da die türkische Regierung sie nicht offiziell als ethnische Minderheit anerkennt. Die Sprache der Lasen, Lazuri, darf nicht in Schulen unterrichtet werden, ihre Kultur darf nicht öffentlich praktiziert werden. Ohne politische Repräsentanten und internationale Unterstützung droht den Angehörigen dieses kleinen südkaukasischen Volkes der Verlust ihrer Identität. Die Lasen führen ihre Geschichte auf das antike Königreich Kolchis zurück, das sich etwa ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entlang der Schwarzmeerküste über Teile des heutigen Georgiens und im Nordosten der Türkei erstreckte. Der Großteil der Lasen lebt heute im Nordosten der Türkei in den Provinzen Trabzon, Artvin und Rize. Weitere kleine Gruppen gibt es in Georgien oder in Europa. In Europa bezeichnen sie sich meist als türkische Einwanderer aus Angst vor Diskriminierung. Ihre Sprache Lazuri gehört neben Georgisch, Swanisch und Mingrelisch zu der südkaukasischen Sprachfamilie. Die meisten Lasen sind sunnitische Muslime. Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert für die Lasen in der Türkei sprachliche und kulturelle Rechte. Diese sollen in der Verfassung verankert werden. Zudem soll der türkische Staat als Wiedergutmachung für die Jahrzehnte andauernde Diskriminierung der Volksgruppe die Förderung der lasischen Sprache und Kultur finanziell unterstützen. |
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"Die Bahà´ì im Iran - diffamiert und verfolgt" Vortrag, Diskussion und Filmabend 20:00 Uhr im Victor-Gollancz-Haus, Geiststr. 7, mit Herrn Foad Kazemzadeh, Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá`i in Deutschland (a.D.) Eintritt frei. Spenden erwünscht! Die Lage der rund 300.000 Bahá'í im Iran ist bedrohlich: Sie werden von Behörden verfolgt und in Hasspredigten oder Medienberichten angefeindet. Ihre heiligen Stätten werden zerstört. Weltweit gibt es etwa 7,7 Millionen Bahá´i. Rund 5.000 von ihnen leben in Deutschland Der Iran ist das Ursprungsland der Bahá´í-Religion, die im 19. Jahrhundert von ihrem Gründer Baha'ullah aus dem schiitischen Islam heraus entwickelt wurde. Doch anders als die Christen, Juden oder Zoroastrier werden die Bahá'í dort nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt. Vielmehr betrachten die schiitischen Führer des Landes sie als Abtrünnige des Schiitentums. Mit dem Amtsantritt des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat sich die Lage der Bahà'ì weiter verschlechtert. Die Zahl der Übergriffe, Verhaftungen und Zerstörungen heiliger Stätten hat sich dramatisch erhöht. Besonders besorgniserregend ist allerdings das (noch nicht ratifizierte) "Apostasiegesetz", das vorsieht, die Konversion vom Islam mit dem Tod zu bestrafen. Dieses Gesetz soll auch außerhalb der iranischen Grenzen gelten. Damit wären die Bahà'ì auch in anderen Ländern gefährdet. |
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"Aleviten in der Türkei - zwischen Kemalismus und Islamismus" Diskussionsabend mit Ali Ertan Toprak, 2. Bundesvorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V., Vertreter der Aleviten bei der Islamkonferenz und Generalsekretär der Alevitischen Union Europa e.V. am Donnerstag, den 17. Juni, um 20 Uhr im Victor-Gollancz-Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststraße 7 Eintritt frei. Obwohl mehr als 20 Millionen Menschen in der Türkei der liberalen Glaubensgemeinschaft der Aleviten angehören, erkennt die Türkei das Alevitentum bis heute nicht als eigenständige Religion an. Deshalb werden die Aleviten, die den Volksgruppen der Türken, Kurden und Araber angehören, bei der Ausübung ihres Glaubens stark diskriminiert und eingeschränkt. Traditionell in Zentralanatolien beheimatet, sind viele Aleviten im Zuge der Urbanisierung in die städtischen Zentren der Türkei gezogen. Doch auch viele haben die Türkei verlassen - allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge 600.000 Aleviten. Die Aleviten legen den Koran nicht wortwörtlich aus, sondern streben eine tiefere Interpretation an. Liebe, Respekt und Frieden stehen im Mittelpunkt ihrer Lehre. Feste Rituale gibt es nicht, ihre Gottesdienste finden nicht in Moscheen statt. Dies alles führt zu tiefen Spannungen mit der Mehrheit der Muslime in der Türkei, die dem sunnitischen Islam angehören. Bis vor kurzem stritten die offiziellen Institutionen der Türkei die Existenz der Aleviten ab. Die Aleviten sind weder im Amt für religiöse Angelegenheiten der Türkei vertreten noch erhalten sie finanzielle Unterstützung. Die türkische Regierung verfolgt unter dem Motto "Wir sind alle Muslime - Hepimiz müsülmaniz" die Assimilation und Sunnitisierung der Aleviten. In den Schulen ist auch für alevitische Kinder der sunnitische Religionsunterricht zwingend vorgeschrieben, in alevitischen Dörfern werden Moscheen errichtet und sunnitische Imame werden dorthin geschickt. |
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Innenministerkonferenz in Hamburg am 27.5.10 eine Erklärung gegen die Abschiebung von Roma aus dem Kosovo überreicht. Bei der Preisverleihung des Göttinger Friedenspreises 2010 an PRO ASYL e.V. wurde eine gemeinsame Stellungnahme ehemaliger Preisträger zur aktuellen Lage der Roma in Deutschland angeregt. Die GfbV (mit dem Friedenspreis 2003 ausgezeichnet) hat daraufhin die entsprechende Göttinger Erklärung vorbereitet. Die Erklärung soll auf die gnadenlose Praxis der deutschen Ausländerbehörden gegenüber Roma aus dem Kosovo, aber auch auf die katastrophale Lage dieser Minderheit im Kosovo aufmerksam machen. GÖTTINGER ERKLÄRUNG (27.5.10)
In der Tradition der Göttinger Sieben und der Göttinger Achtzehn appellieren die
Träger des Göttinger Friedenspreises und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
in Deutschland an den Deutschen Bundestag und die deutsche Bundesregierung, die
rund 10.500 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo nicht abzuschieben und ihnen ein dauerhaftes
Bleiberecht in Deutschland zu gewähren. Göttingen,
den 27. Mai 2010 |
Wer sind die Kopten und warum werden sie verfolgt? Vortrag des Erzbischofs der Koptischen Kirche in Deutschland, Anba Damian am 15. April 2010, um 20 Uhr Gesellschaft für bedrohte Völker, Geiststraße 7 Eintritt frei. 9.4.10 / Terror und Gewalt prägen den Alltag der Kopten in Ägypten. Anfang März wurden Angehörige dieser christlichen Religionsgemeinschaft Opfer von pogromartigen Übergriffen: 2000 bis 3000 Islamisten skandierten nach der Freitagspredigt im nordägyptischen Küstenort Mersa Matrouh radikale Parolen, warfen Steine nach den Gläubigen, verwüsteten einige Häuser und Geschäfte oder brannten sie nieder. Gewalttätige Angriffe auf Kopten in Ägypten bis hin zu Morden und Vergewaltigungen hätten stark zugenommen, beklagte ein Vertreter der Koptischen Kirche in Deutschland gegenüber der GfbV. "Auch unsere Kirche leidet sehr. Gotteshäuser werden immer wieder von Extremisten niedergebrannt." Christen stellen mit acht bis zehn Millionen Menschen mindestens zehn Prozent der etwa 79 Millionen ägyptischen Staatsbürger. Die meisten Christen sind Kopten. Sie gehören vor allem der orientalisch-orthodoxen Kirche an. Es gibt aber auch einige koptische Katholiken. Die griechisch-orthodoxen, griechisch-katholischen und protestantisch-arabischen Christen bilden jeweils nur kleine Gemeinschaften. Im ägyptischen Parlament sind die Kopten unterrepräsentiert: von insgesamt 440 Abgeordneten stellen sie nur vier. |
Victor-Gollancz-Preis 2009 Die
GfbV vergibt den Victor-Gollancz-Preis seit dem Jahr 2000. Er ist 2009 mit einem
symbolischen Preisgeld von je 2.500 Euro verbunden. Unter den bisherigen Preisträgern
sind die Mütter von Srebrenica (Bosnien), der frühere russische Menschenrechtsbeauftragte
Sergej Kowaljow und Dr. Halima Bashir (Darfur/Westsudan). Der Preis ist nach dem
britisch-jüdischen Humanisten, Verleger und Schriftsteller Victor Gollancz (1893-1967)
benannt, der Zeit seines Lebens Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt machte
und Hilfe für Überlebende mobilisierte. Der Preis wird im Rahmen der diesjährigen
Mitgliederversammlung der GfbV verliehen, zu der am 14. und 15.11.2009 rund 150
Delegierte in Göttingen erwartet werden. Sie werden in Arbeitsgruppen über Strategien
künftiger GfbV-Menschenrechtskampagnen diskutieren. Für den katholischen Indianermissionsrat CIMI aus Brasilien wird dessen Generalsekretär José Eden Pereira Magalhães (Brasilia), den Preis entgegennehmen. 1972 von der Brasilianischen Bischofskonferenz gegründet und von Befreiungstheologen getragen, arbeiten heute mehr als 300 Laien, Ordensleute und Priester für CIMI. Sie scheuen keine Strapazen, sich persönlich ein Bild von den Problemen indigener Gemeinschaften auch mitten im unzugänglichen Amazonasgebiet zu machen. Sie notieren Klagen und Vorwürfe der Indianer gegen Eindringlinge, dokumentieren Landrechtsverletzungen, entwerfen zusammen mit Betroffenen Strategien des Widerstandes, treten bei Behörden oder in politischen Gremien als ihr Anwalt auf und suchen weltweit Verbündete für die Ureinwohner. MEMORIAL bekommt die Auszeichnung als "Verneigung vor dem beispiellosen Mut ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für ihr aufopferungsvolles Menschenrechtsengagement in einer feindlich gesinnten Umgebung täglich ihr Leben riskieren". Die russische Menschenrechtsorganisation wurde während der Perestroika 1988 gegründet und besteht heute aus 80 unabhängigen Organisationen vor allem in den GUS-Staaten. Memorial widmet sich sowohl der Bewältigung der stalinistischen Vergangenheit als auch der Recherche, Dokumentation und Veröffentlichung gegenwärtiger Menschenrechtsverletzungen u.a. in Tschetschenien und Inguschetien. Mitarbeiter werden deshalb immer wieder mit dem Tod bedroht. Auch die beiden Mordopfer Anna Politkowskaja und Natalja Estemirowa arbeiteten für MEMORIAL 11.11.09/
Aktuelle nachträgliche Meldung:
Memorial-Preisträger vor Gericht |
Afghanistan
24. März 2010 Victor-Gollanz-Haus: Geiststraße 7, um 19:30 Uhr "Afghanistan - Warlords im Visier" Vortragsabend mit dem ARD-Radio-Journalisten Marc Thörner und dem GfbV-Referenten Tillmann Schmalzried über die verdrängte zweite Front des Afghanistankonfliktes, den Kampf gegen die Warlords. Dabei gefährdet besonders diese mächtige Gruppe den Aufbau eines Rechtsstaates - sie lassen Kritiker und ethnische Minderheiten verfolgen. Durch Drogen-,Waffenhandel und bewaffnete Milizen gefährden sie gleichzeitig die Sicherheitslage in Afghanistan. Als Gouverneure sind sie sowohl zu Partnern der vor Ort tätigen NGOs als auch der ausländischen ISAF Truppen sowie Teil der afghanischen Regierung geworden. Deutschland kooperiert eng mit den Kriegsfürsten und schaut bei Menschenrechtsverletzungen im eigenen Zuständigkeitsbereich weg. Die jetzige Afghanistanstrategie der Bundesregierung bietet keine Lösungsansätze für eine Eindämmung der durch den Machtmissbrauch der Warlords geschaffenen Probleme. Der Einfluss der Warlords wird in der deutschen Presse und Politik nur selten thematisiert und ist der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt. Marc Thörner füllt diese Lücke. Er wird unter anderem aus seinem neu erschienenen Buch "Afghanistan Code" (Edition Nautilus) lesen und von seinen Recherchen in Afghanistan für das Radiofeature "Morde im Norden" berichten. (Sein Feature "Wir respektieren die Kultur", das der Arbeit an dem Buch voranging, wurde mit dem Otto-Brenner Preis für kritischen Journalismus 2009 ausgezeichnet.). Tillmann Schmalzried wird über seine Arbeit für afghanische Menschenrechtler informieren und auf Hintergründe der Warlordherrschaft eingehen. Gemeinsam werden beide mögliche Lösungsansätze diskutieren und Fragen des Publikums beantworten. Der Eintritt ist frei. > Afghanistan-Seite in GOEST Indianer Mittwoch,
4. März 2009 um 20 Uhr, Auf seiner Vortragsreise durch Deutschland, Österreich
und die Schweiz macht Henry Red Cloud, in 5. Generation Nachfahre des berühmten
historischen Chief Red Cloud, am kommenden Mittwoch (10. März) in Göttingen
Station. Er wird uns von dem Leben auf der Reservation, der Lakota Kultur und
seinen Erfahrungen mit der Bisonzucht sowie den Projekten zur Landnutzung des
traditionellen Landes seines Volkes berichten. Vor Schülern des Göttinger
Felix-Klein-Gymnasium wird er am folgenden Tag einen Vortrag halten und dann am
Nachmittag das Bioenergiedorf Jühnde besuchen. Village
Earth setzt sich dafür ein, der Ausbeutung ökonomischer wie natürlicher Ressourcen
auf der Lakota-Reservation ein Ende zu setzen, indem es den Lakota Ranchern. Bei
der Rückgewinnung ihrer Landtitel juristisch berät und unterstützt. Dieses sehr
bürokratische Verfahren dauert zwischen einem und eineinhalb Jahren. Insgesamt
hat Village Earth bis heute über 75 Bisons auf der Pine Ridge Reservation angesiedelt
und den Familien übergeben. Fünf Lakota Bison Rancher haben sich offiziell zur
"Lakota Bison Caretaker Association" zusammen geschlossen. Gemeinsam arbeiten
sie mit Village Earth daran einen Businessplan zur Vermarktung des Bisonfleisches
zu erarbeiten. Sie wollen sich auf eigenem Land eine Existenz aufbauen. Ihre Pläne
reichen von weiteren Bisonzuchten über Gartenbau bis hin zu Pensionen für Ökotourismus.
"Frieden
und Freiheit für die Kurden in der Türkei"
Donnerstag, 14. Januar 2010 Uhrzeit: 20:00 Uhr Ort: Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte,
Geiststraße 7, 37073 Göttingen Eintritt frei. Spenden erwünscht!
Tibetinitiative
Deutschland e.V. und GfbV Tibeterin singt Lieder über ihre Heimat und stellt ihre Biographie vor. Die Tibeterin Soname Yangchen wird am Donnerstag bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) besonders bewegende Kapitel aus ihrem Autobiographie "Wolkenkind" lesen und Lieder über ihre Heimat vortragen. ein. In ihrem Buch "Wolkenkind" schildert die 1973 in der tibetischen Provinz Yarlung geborene Soname Yangchen ihr abenteuerreiches Leben und den langen Weg, den sie zur Freiheit gehen musste. Die Kindheit und Jugend von Soname Yangchen war von Gewalt, Einsamkeit und Sklaverei geprägt. Ihre Eltern, die aus altem tibetischen Adel stammten, waren während der Kulturrevolution in China 1966-1976 besonderer Repression und Verfolgung ausgesetzt. Als Sechsjährige wurde Soname Yangchen nach Lhasa geschickt, um ihr eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Doch dort verhinderten Behörden, dass sie die Schule besucht. Stattdessen musste sie wie eine Gefangene als Haushaltshilfe arbeiten. Mehrmals floh sie zurück zu ihren Eltern. Ihr faszinierender Mut und ihre Unerschrockenheit halfen ihr schließlich bei der Flucht über den Himalaya. Schon in frühen Jahren war die Musik ihr innerer Fluchtweg aus ihrem traurigen Dasein. Heute lebt sie in Großbritannien und wirbt mit ihrer Stimme für ein freies Tibet. Wir freuen uns auf die musikalische Kostprobe ihrer selbst komponierten und getexteten Lieder, die sie uns im Anschluss an ihre Lesung geben wird. Den Vortrag und die Lesung hält der Tibetexperte und Übersetzer Alfred Röwer.
Tibetabend
Tibetabend
/ GfbV, Geiststraße 7, 20 Uhr, Tibet-Abend ,
22.09.2009 / Pressetext und Fotos des Verlags / Lungta Verlag – Verlag der Tibet Initiative Deutschland e.V. Greifswalder Str. 4 , 10405 Berlin www.lungta-verlag.de Eine Chronologie der Ereignisse 2008 in Tibet Als am 10. März 2008 in Lhasa Unruhen ausbrechen, beginnt die tibetische Schriftstellerin Tsering Woeser – zunächst als Blog – die täglichen Proteste, ihre Ausdehnung über ganz Tibet und die Reaktionen der chinesischen Sicherheitskräfte zu dokumentieren. Zu einer Zeit, als ausländische Beobachter des Landes verwiesen werden und China nur die eigene Propaganda über die Zustände in Tibet an die Öffentlichkeit lässt, wird Woesers Blog für ihre Landsleute in Tibet, China und im Exil zu einer Nachrichtenquelle von unermesslichem Wert. Heute sind ihre Berichte ein aufrüttelndes Zeugnis der anhaltenden Unterdrückung in Tibet. Taschenbuch, ca. 300 Seiten, € 16,95, ISBN 978-3-00-028220-1 Erscheinungstermin: Oktober 2009 Tsering Woeser wurde 1966 in Lhasa geboren. Im Anschluss an ihr Studium der chinesischen Literatur hat sie als Journalistin in Tibet gearbeitet, bis sie 2003 aus politischen Gründen nach Peking ziehen musste. Ihr 2003 erschienenes Buch "Notes on Tibet" wurde wegen "ernsthafter politischer Fehler" von der chinesischen Regierung verboten. Seither publiziert sie in Taiwan und den USA und hat mit ihren Gedichten, Essays und Prosa internationale Berühmtheit erlangt. 2007 wurde ihr der "Freedom of Expression Award" der Norwegian Authors' Union verliehen. Tsering Woeser gilt gegenwärtig als die bedeutendste tibetische Schriftstellerin in Tibet und China. In Peking lebt sie mit ihrem Mann, dem chinesischen Schriftsteller und Tibetologen Wang Lioxing. Die chinesischen Behörden haben sie wiederholt unter Hausarrest gestellt und verweigern ihr die Ausreise. 7.
12.08, Aula am Wilhelmsplatz 10-14 Uhr Victor-Gollancz-Haus
der Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststraße 7 , 3.3.08 , 20 Uhr Veranstaltertext : "Es berichten Almir Suruí, Sprecher der nur höchstens noch 350 Suruí-Indianer im brasilianischen Bundesstaat Rondônia und Vorsitzender ihrer Organisation "Metareilá" sowie Direktor der Umweltabteilung beim "Dachverband der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets" (COIAB) und Dr. Márcio Meira, Präsident der staatlichen Behörde Brasiliens für indigene Angelegenheiten (FUNAI). Das Überleben der Surui-Indianer, die sich selbst Paiter nennen, ist extrem gefährdet. Beinahe wäre ihnen in Rondonia der erste Kontakt mit Weißen 1968 zum Verhängnis geworden. Durch eingeschleppte Krankheiten starben damals in kürzester Zeit 95 Prozent der rund 5.000 Surui. Nur 250 überlebten. Seit dieser Katastrophe hat sich die Zahl der Surui kaum erhöht. Jetzt ist ihre kleine Gemeinschaft erneut bedroht. Illegale Holzfäller und Viehzüchter drängen in ihr Gebiet, das auch für den Bergbau interessant ist. Die Errichtung eines Wasserkraftwerks am Rio Madeira und einer Gaspipeline von Urucu gefährdet sie zusätzlich. Doch gegen diese neuen Gefahren haben die Surui Gegenstrategien entwickelt und sich starke Partner gesucht: In Zusammenarbeit mit Google Earth ermitteln sie, wo auf ihrem Gebiet illegal Holz eingeschlagen wurde, und gemeinsam mit dem brasilianischen Umweltministerium und der FUNAI führen sie Wiederaufforstungsprogramme durch. Denn immer schneller fällt der Amazonas-Regenwald den Kettensägen legaler und illegaler Holzfäller zum Opfer. Je höher der Weltmarktpreis für Soja oder Zuckerrohr steigt, umso mehr dehnen sich die Plantagen auch auf indianisches Land aus. Denn beide sind wichtige Rohstoffe für den weltweit boomenden Markt für Biodiesel und Ethanol. Riesige Waldflächen verschwinden auch in Stauseen oder werden für Viehweiden abgeholzt. Eintritt ist frei." |
Minderheiten im Kosovo: verfolgt, vertrieben, vergessen 11.1.08 / Die GfbV plant für die kommenden Monate Informationsveranstaltungen in loser Folge zur Situation ethnischer und religiöser Minderheiten in aller Welt.
Was wird aus dem Kosovo? Ein unabhängiger Staat, so wie es sich 90 Prozent der Bevölkerung -- die Kosovo-Albaner -- wünschen, oder eine autonome Provinz, die zum serbischen Staat gehört? Monatelang wurde über diese Frage debattiert. Auch die Repräsentanten der serbischen Bevölkerungsgruppe des Kosovo haben an den Verhandlungen teilgenommen. Doch was aus den Angehörigen der anderen Minderheiten wird, wer ihre Rechte verteidigt und schützt, wurde nicht verhandelt. Nachdem mindestens schon drei Viertel der vor der Nato-Intervention 1999 noch rund 150.000 Roma, Aschkali und "Kosovo-Ägypter" von nationalistischen Albanern vertrieben wurden, fürchten jetzt die letzten Angehörige dieser Volksgruppe, das gleiche Schicksal zu erleiden. Viele von ihnen sitzen schon "auf gepackten Koffern". Wie verzweifelt die Lage der meisten Minderheitenangehörigen tatsächlich ist, wird der Leiter des Kosovo-Teams der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Paul Polansky, am 17. Januar berichten. Gezeigt wird auch sein preisgekrönter Dokumentar-Film "Gypsy Blood". Haus für Haus, Ort für Ort dokumentiert Polansky seit acht Jahren für die GfbV was den Roma, Aschkali und "Ägyptern" im Kosovo widerfährt. Schutzlos in wenigen Enklaven oder Flüchtlingslagern zusammengedrängt, erhalten sie kaum noch humanitäre Hilfe. Der Zugang zum Arbeitsmark, zum Gesundheits- und Sozialwesen sowie zum Bildungssystem bleibt ihnen verwehrt. |
Neues Bundesbüro der GfbV in der Geiststrasse Am 22.9.07 erfolgte die offizielle Einweihung des neuen Bundesbüros der Gesellschaft für bedrohte Völker in der Geiststraße 7. Der Kauf des Gebäudes incl. des 1000 qm großen Grundstückes wurde durch großzügige Spende zweier Sponsoren möglich, die zwei Drittel der Kaufsumme aufbrachten. (Wir schätzen mal grob, dass die Kaufsumme ca. 800.000 Euro betragen haben dürfte - Infos liegen dazu nicht vor). Die umgebauten Räume der ehemaligen Kleintierklinik bieten auf zwei Etagen mehrere Büros, einen großen ca. 120 Personen fassenden Veranstaltungsraum und einige Wohnmöglichkeiten für PraktikantInnen der Gesellschaft.
Bei der Begrüssung der Gäste am Eröffnungstag hatte der Vorsitzende der Gesellschaft, Tilman Zülch eine lange Liste zu verlesen: u.a. waren der Prudencio Magne Veliz, dem (ersten indigenen) Botschafter der Republik, Chinar Abdullah, Ministerin der Bundesstaates Kurdistan für die Belange der Überlebenden des Genozids im Nordirak und Nimrud Baito Youkhana, dem Tourismusminister des Bundesstaates Kurdistan/Irak, Dr. Christian Schwarz-Schilling, ehemaliger Bundespostminister und "Hoher UN-Repräsentant für Bosnien und Herzegowina" 2006/07. OB Meyer bat die Gäste, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.
Der Tag der "Offenen Tür" gab Gelegenheit, das Haus kennenzulernen und an verschiedenen thematischen Gesprächen teilzunehmen:
Benennung
des Gebäudes nach Victor Gollanzcz Der Eröffnungstag lag auf dem Feiertag Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag der diesmal auf den 22 September fiel - ein eher unbeabsichtigeter Zufall, der verhinderte, dass ein eingeladener jüdischer Repräsentant teilnehmen konnte. Das Haus wurde mit der Eröffnung zum "Victor Gollancz-Haus" benannt. Victor Gollancz, geb. 1893 war ein jüdischer Verleger in England, im GfbV-Infoblatt als "radikaler Humanist" benannt, der schon 1933 minutiös die Verbrechen von Hitler dokumentierte als noch viele Regierungen mit Hitler diplomatischen Umgang pflegten. In dem Info-Blatt der GfbV wird darüberhinaus aber ausführlich berichtet, dass Victor Gollancz sich auch für die humane Behandlung der deutschen Zivilbevölkerung nach 1945 einsetzte: "nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wandte er sich leidenschaftlich gegen die Kollektivschuld der Deutschen, führte Kampagnen gegen den Hunger und veruteilte die Massenvertreibungen". Ebenso wird im Infoblatt darauf hingewiesen und ausführlich zitiert, wie er die Brutaltiät in der Vertreibung der Deutschen und die "Situation sudetendeutscher Häftlinge in einem tschechischen KZ geschildert" hat. Diese
Darstellungen legen einen Bezug zur Diskussion um ein "Zentrum für Vertreibung"
nahe. das Der Bund der Vertriebenen hatte sich für die Errichtung eines solchen
Zentrum in Berlin ausgesprochen und dies wurde dann vom Generalsekretär der
GfbV Tilman Zülch unterstützt. Dies hatte zu vehementer Kritik geführt.
Siehe hierzu auch den Konflikt Antifa - GfbV im Jahre 2003. Im selben Jahr entstand auch der Text zu dem Infoblatt als die GfbV damals einen Victor-Gollancz-Menschenrechtspreis erstmalig ausrief. Offener
Brief der GfbV zum Afghanistan-Sonderparteitag der Grünen Beim
Sonderparteitag der Grünen in Göttingen veröffentlichte
die GfbV einen Offenen Brief an die Delegierten und forderten "Die Menschenrechtler
appellierten (..) an die anreisenden Delegierten, für eine Fortsetzung des ISAF-Einsatz
zu stimmen". Wörtlich heisst es darin u.a. "Ohne Sicherheit gibt es keinen
Wiederaufbau. Ohne Wiederaufbau werden Krieg und Gewalt eskalieren. Daher muss
der ISAF-Einsatz fortgeführt werden. Auch der UN-Sondergesandte für Afghanistan,
Joschka Fischers Weggefährte Tom Koenigs, warnt vor den unabsehbaren Folgen eines
ISAF-Abzugs. Doch eine Kurskorrektur ist notwendig, um dieses Engagement glaubwürdiger
zu machen. (...) Beim Einsatz ausländischer Soldaten wird schon lange nicht mehr
zwischen ISAF und dem Antiterror-Einsatz Operation Enduring Freedom (OEF) unterschieden.
Daher macht es wenig Sinn, nur das ISAF-Mandat zu verlängern und dem OEF die Zustimmung
zu verweigern. " (unterschrieben von Generalsekretär Tilman Zülch) |
Info-Aktion vor Jacobikirche : Hilfe für Kindersoldaten in Uganda Am Mittwochnachmittag (30.11.05) fand bundesweit in verschiedenen Städten die Weihnachtsaktion der Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker statt, so auch in Göttingen. Das diesjährige Thema war die Flucht ugandischer Kinder vor der Zwangsrekrutierung durch Rebellentrupps. In Uganda werden Kinder entführt, misshandelt und gezwungen, als Soldaten zu kämpfen. Um diesem Schicksal zu entgehen, machen sich Abend für Abend Kinder in Scharen auf den Weg in größere Städte, um die Nacht dort zu verbringen, weil die Rebellentrupps nachts ihre Dörfer überfallen.
Auf diese "Märsche" möchte die Gesellschaft für bedrohte Völker aufmerksam machen und appelliert mit einer Postkartenaktion an die EU, sich für die Kinder in Uganda einzusetzen. In der Göttinger Innenstadt vor der Jakobi-Kirche wurde ein symbolisches Nachtlager errichtet, mit afrikanischer Musik und einer Videopräsentation wurden Passanten neugierig gemacht. Trotz Eiseskälte und Konkurrenz durch die Attraktionen des Weihnachtsmarkts fand die Aktion Aufmerksamkeit, es wurde großzügig gespendet und vor allem konnten viele Unterschriften für die Postkartenaktion gesammet werden. Filmempfehlung zu dieser Thematik: "Lost Children" Protest gegen die Vergiftung des Trinkwassers der Mapuche-Indianer in Chile 13.4.05
informierte die GfbV im Rahmen der Aktionswoche
"Für globale Gerechtigkeit" mit Flugblättern und szenischen
Darstellungen über das Schicksal der Mapuche Indianer in Chile . Die Aktion
konnte nicht wie vorgesehen auf dem Marktplatz durchgeführt werden sondern
wurde von den Ordnungsbehörden an die Jacobikirche verschoben.
Für die 350 000 der 1 Million chilenischen Mapuche bedeutet die Zerstörung ihres Lebensraumes die Entstehung sozialer und ökonomischer Probleme. Neue Arbeitsplätze werden dadurch kaum geschaffen, ganz im Gegensatz dazu werden die Wirtschaftsmöglichkeiten der Mapuche- Bauern drastisch eingeschränkt. Dieses Vorgehen der Forstunternehmen zwingt die Mapuche dazu durch Landbesetzungen ihre historischen Ansprüche auf das Land geltend zu machen. Der chilenische Staat unterdrückt in der Folge jede Bewegung mit Hilfe der Justiz, der Polizei und zunehmend auch paramilitärische Kräfte. Während die USA und die EU mit neuen Handelsabkommen politisch und finanziell in die Expansion der Forstproduktion in Chile investieren, fordern die Mapuche Schutz von Primärwäldern und die Einführung von Restriktionen für die Anlage von Monokulturen für die Holzproduktion." |