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Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststraße 7, 37085 Göttingen Victor-Gollancz-Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker, Geiststraße 7 (Bushaltestelle Groner Tor) , 0551-49906-0, Fax: 0551-58028 E-Mail: info@gfbv.de , Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und mitwirkendem Status beim Europarat.

Jahreshauptversammung 2012
Bundesbüro Geiststr. 7

Vorträge, Veranstaltungen, Aktionen der GfbV in Göttingen (Übersicht mit Links)

 

Pressemitteilung Arbeitsgericht Göttingen 4.12.12
Anschuldigungen gegen Tilmann Zülch in Luft aufgelöst

Mit einer im November 2011 beim Arbeitsgericht eingegangenen Kla-ge hatte der Verein von Tilman Zülch Rückzahlung von Arbeitsvergütung in Höhe von rund 70.000,00 € verlangt. Begründet wurde diese Forderung damit, dass neben der ehrenamtlichen Vorstandstätigkeit kein Vergütungsanspruch aus einem Arbeitsvertrag bestanden habe. Gleichfalls im November 2011 kündigte der Verein das Arbeitsver-hältnis mit Tilman Zülch fristlos unter Hinweis auf Unregelmäßigkei-ten, die ihm anzulasten seien. Gegen diese Kündigung hatte Herr Zülch Klage zum Arbeitsgericht erhoben. In beiden Verfahren wurde insbesondere darüber gestritten, wer Mitglied im Vorstand und damit zur Vertretung des Vereins berechtigt war und ist. Nachdem nunmehr die vereinsrechtliche Auseinandersetzung über die Zusammenset-zung des Vereinsvorstands beendet ist, hat der Verein die auf Rück-zahlung gerichtete Klage zurückgenommen. In dem von Herrn Zülch gegen den Verein geführten Kündigungsrechtsstreit haben sich die Parteien im schriftlichen Verfahren ohne mündliche Verhandlung da-hingehend geeinigt, dass das Arbeitsverhältnis unverändert fortbesteht und der Verein die von den ehemaligen Vorstandsmitgliedern Dr. Albert und Klein gegenüber Tilman Zülch erhobenen Vorwürfe nicht aufrecht erhält

GfbV nach der Jahreshauptversammlung 2012

Kommentar / Günter Schäfer / goest 4.11.12 /
Viele Fragen sind geklärt, einige Gerichtsentscheide und juristische Prüfungen haben die Position der GfbV gestärkt, der Bundesvorstand ist wieder arbeitsfähig, Kassenprüfungen, Steuerprüfungen und juristische Beratung haben die öffentlich Beschuldigten entlastet. Zurück bleibt eine starke Beschädigung des Rufes der GfbV. Nun fragt sich mancheine/r wie es dazu gekommen ist. Nach den Ausführungen aller Seiten zu urteilen gibt es u.a. eine persönliche Komponente des Konfliktes: Der ehemalige stellvertretende Vereinsvorsitzende James Albert hat mit Beratung des Vorstandsmitgliedes Rechtsanwalt Betjen die Bürogeschäfte der GfbV überprüft und hat dabei den Gründer der GfbV Tilman Zülch derart mit verdächtigenden Fragen bedrängt, dass es zum emotionalen Konflikt kam. Als während dieses bereits schwelenden Konfliktes bekannt wurde, dass der damalige Bundesvorsitzende, Rechtsanwalt Harald Klein als sächsischer Ministerialbeamter für Abschiebungen verantwortlich gewesen war, wurde er von einer empörten Mitgliederversammlung abgewählt und Albert, der als stellvertretender Vorsitzender in Abstimmung mit dem Klein agierte hatte auch. Albert akzeptierte diesen Beschluß der Mitgliederversammlung nicht; bestritt die Rechtmäßigkeit des Zustandekommens und "regierte" weiter. (Das Gericht bestätigte erst später eindeutig die Rechtmäßigkeit seiner Abwahl). Nun blockierten sich verschiedene Vorstandsmitglieder gegenseitig. Albert kündigte (obwohl abgewählt ) dem GfbV-Gründer Tilman Zülch das Arbeitsverhältnis und stellte gegen ihn eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Veruntreuung. Die Folge: die Arbeit der GfbV war gelähmt, die Sparkasse sperrte die Konten, fast nichts ging mehr. Albert und Betjen gaben auf ihrer Pressekonferenz am 2.11.12 an, ihre Motivation damals sei gewesen, die GfbV vor möglichen Angriffen von außen schützen zu wollen, deshalb hätten sie alle Geschäftsvorgänge geprüft. Gegen diese Absicht wäre nichts einzuwenden gewesen. Die Ergebnisse ihres Vorgehens hat jedoch für jeden sichtbar zum Gegenteil geführt: die Arbeit wurde gelähmt, das Ansehen wurde stark beschädigt. Schließlich erfolgte sogar ein Angriff auf die Existenzgrundlage des Vereins indem die Gemeinnützigkeit angegriffen wurde und die Auseinandersetzungen fast zu einer Aberkennung des Spendensiegels geführt hätten. Spätestens als das Desaster diese Richtung einschlug hätten Albert und Betjen einen anderen Weg der Konfliktregelung suchen müssen, wenn ihr Ziel das Wohl und der Erhalt der GfbV gewesen wäre. Auf der Jahreshauptversammlung 2012 wurde nun durch Entscheid der Mitgliederversammlung Dr. James Albert ausgeschlossen. Rechtsanwalt Dr. Betjen wurde gleiches in Aussicht gestellt.

* * *

Bleibt noch die endgültige Bestätigung der Staatsanwaltschaft über die Einstellung des Ermittlungsverfahrens, das Albert gegen Zülch in Gang gesetzt hatte:

Über Einstellung bzw. Ergebnis des darauf folgenden Ermittlungsverfahrens ist uns bislang nichts endgültiges bekannt. Im Folgenden Informationen des Anwaltes >>Michael Günther, Hamburg) der die Einstellung beantragt hat und vor der Versammlung ausführlich über seine rechtliche Prüfung informierte:

 


Albert hatte Zülch angezeigt mit der Begründung, er habe von 2008 bis 2010 zu unrecht Gehalt bezogen, weil er zu seiner damaligen Angestelltentätigkeit (seit 2001) zusätzlich ab 2008 ehrenamtlich im Bundesvorstand tätig wurde. Er war 2010 als Bundesvorsitzender vorgeschlagen und gewählt worden. Dies wurde bis zum Wiederaustreten Zülchs aus dem Vorstand 2010 nie in Zweifel gezogen und dies steht in Übereinstimmung mit der Satzung des Vereins. Er bezog also wie seit 2001 lediglich sein Gehalt als Angestellter der GfbV weiter, da sein Arbeitsverhältnis auch nicht beendet war. Dies wurde in der Presse als Verdacht auf Veruntreuung von Geldern in Höhe von 70.000 Euro gestreut (z.B. >>taz vom 1.3.12)
Der zweite Punkt der Anzeige von Albert betraf die Zahlung von Projektgeldern an das GfbV-Büro in Bosnien in Höhe von € 5000 im Monat. Am 14.3.2011 hat der Vorstand um Klein, Albert und Betjen selbst den Haushaltsplan beschlossen, der für das Projektbüro Sarajewo die Zahlung von monatlich 5.000 Euro an das Büro in Bosnien bestimmt hatte. Es dürfte also schwerlich als Veruntreuung durch Zülch gewertet werden, wenn er dies dann auch durchgeführt hat.

Ehemaliger Bundesvorsitzender Harald Klein (2008-2011) abgewählt und ausgeschlossen

1.11.12 / Das Jahr 2012 war von juristisch geführten Auseinandersetzungen um neue und alte Vorstandsmitglieder geprägt. Zeitweise war nicht klar, welcher Vorstand jetzt berechtigt ist Entscheidungen für die GfbV zu treffen. Alles begann damit, dass der Gründer Tilman Zülch sich aus dem Vorstand zurückzog und neue Vorstandsmitglieder gewählt wurden, Tilman Zülch aber weiterhin in der Geschäftsführung [richtig ist: als Angestellter mit dem Titel "Generalsekretär"] tätig war. Einige Zeit später waren die Mitglieder der GfbV aufgebracht über die Information, dass der neue Bundesvorsitzende "Klein in den 90er Jahren für die Abschiebung mehrerer Tausend Flüchtlinge verantwortlich gewesen sein" soll. "Der derzeitige Freiburger Rechtsanwalt Klein war von 1995 bis 1998 in Chemnitz zuständig für die zentrale Ausländerbehörde des sächsischen Innenministeriums. Nach Angaben des Ministeriums wurden in diesen Jahren 6.898 Flüchtlinge abgeschoben. Darunter waren nach Informationen der Menschenrechtsorganisation auch zahlreiche bosnische Flüchtlinge, für die sie sich einsetzte." " Seit vergangenen Sommer kommunizieren Klein und sein Stellvertreter, der pensionierte Lehrer James Albert, nur über ihre Anwälte mit der Gesellschaft. Termine ließen sie platzen, Vorstandssitzungen fanden monatelang nicht statt. Beide hätten mit ihren persönlichen Auseinandersetzungen die Arbeit "in unerträglichem Maße erschwert", erklärt die Belegschaft." Auf ihrer Jahreshauptversammlung im vergangenen November wählten die Mitarbeiter schließlich Klein und Albert einstimmig mit 107 Stimmen aus dem Vorstand heraus." (>>epd 13.3.12 / siehe auch >>GT-6.3.12) Eine Entlastung des abgewählten Vorstandes lehnte die Mitgliederversammlung 2011 ebenfalls ab. Der Bundesvorsitzende Harald Klein und sein StellvertreterJames Albert zeigten (nach ihrer Abwahl die sie nicht akzeptierten) Tilman Zülch wegen angeblicher Veruntreuung von Gehältern an und sprachen ihm im November 2011 die außerordentliche Kündigung aus, weil sie die Entscheidung der Mitgliederversammlung zu ihrer Abwahl als ungültig erachteten.

Programm Jahreshauptversammlung der GfbV 3.- 4.11.12 in Göttingen

3.11.12
10 Uhr Eröffnung Jahreshauptversammlung Tilmann Zülch
10.30 Versammlungsleiter, Protokoll, Tagesordnung
10.45 Berichte Vorstand, Geschäftsführung, Kasse, Rechtssituation, Entlastung
14.30 Satzungsänderungen
19.30 Rupert Neudeck, Gründer des Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V. /
(Wikipedia: "Im Juni 2010 kritisierte Neudeck das Vorgehen Israels bzgl. des Erteilens von Baugenehmigungen und Hauszerstörungen im Westjordanland. Anlass war der Abrissbescheid eines von der Organisation Grünhelme gebauten und in Deutschland bekannt gewordenen Berufsausbildungszentrums zwischen Betlehem und Hebron.(...) die völkerrechtswidrigen jüdischen Siedlungen rund um das betreffende Gelände würden sich dagegen weiter ausbreiten."
siehe auch Artikel über antideutsche Versuche die GfbV in die rechte Ecke zu stellen , die in diesem Zusammenhang Neudeck sogleich als "antisemitisch" beschimpfen)
20.30 Livemusik und Tanz und Ausklang Victor Goll Haus
4.11.12 10 Uhr Arbeitsgruppen (siehe unten) bis 13 Uhr


GfbV Versammlung in der Universitätsturnhalle, Geiststr. , am 3.11.12
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ARBEITSGRUPPEN

  • AG 1) Landraub bedroht Minderheiten weltweit . (Judith Kunze und Ulrich Delius)
  • AG 2) Regenwald, Eliane Fernandes-Ferreira -Referentin Yvonne Bangert)
  • AG 3) Syrien Der GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido berichtet über Syrien.
  • AG 4) Bosnien Jasna Causevic und die Direktorin der GfbV-Sektion Bosnien-Herzegowina Fadila Memisevic).
  • AG 5) Neue Medien (Sarah Reinke, Jan Diedrichsen, GfbV-Pressereferentin Inse Geismar und Manarsha Isaeva aus Berlin .

Neuer Vorstand 2012

Mitglieder des GfbV Bundesvorstandes (von links) Ulrich Pfingsten, Maria Sido, Versammlungsleiter (nicht Mitglied des Vorstandes) , Irina Wießner, Feryad Omar Bundesvorsitzender, am Rednerpult GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. (Vorstandsmitglied Jan Diedrichsen war verhindert) .

Tilman Zülch

Als "Generalsekretär" der GfbV Deutschland e.V. ist er Beauftragter des Vorstandes für besondere Aufgaben, nämlich besondere Repräsentation als bekanntestes Mitglied und Gründer des Vereins, sowie aufgrund seiner vielfältigen Kontakte für Aufgaben der politischen Koordination. Arbeitsrechtlich steht er im Angestelltenverhältnis mit dem Verein. Tilman Zülch war zeitweise auch ehrenamtliches Mitglied im Bundesvorstand, hat aber 2010 nicht mehr für den Vorstand kandidiert. Weiterhin ist er auch Ehrenpräsident der GfbV International, eine eigenständige Organisation. (Präsidentin Fadila Memisevic Sarajewo
Vize-Präsident Christoph Wiedmer GfbV-Schweiz)

 

Positionen der ehemaligen Vorstandsmitglieder Betjen und Albert

[Textteile in dieser Farbe wurden nach der Jahresversammlung am 3.11.12 eingefügt]

2.11.12 Am Tag vor der GfbV-Jahreshauptversammlung 2012 lud Dr. James Albert, ehemaliges Vorstandsmitglied der GfBV, zu einem Pressegespräch ein. Ebenfalls anwesend war das ehemalige (bis August 2011) Vorstandsmitglied Rechtsanwalt Dr. Uwe Betjen. Albert trug die Einzelheiten seiner Vorstandstätigkeit vor, die seiner Meinung nach zum Verwürfnis mit dem Gründer der GfbV Tilman Zülch geführt hatten. Dabei ging es um Überprüfungen einer ordentlichen Geschäftsführung, Klärung von Buchungen usw. und daraus resultierenden Fragen. Diese Fragen seien von Tilman Zülch nicht beantwortet worden. Schließlich habe dies zu einer Anzeige durch Albert und einer staatsanwaltschaftlichen Ermittlung gegen Tilman Zülch geführt.
Albert legte im Pressegespräch Wert darauf, dass seine Bemühungen um eine Klärung geschäftlicher Vorgänge nicht mit dem Konflikt um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden >>Rechtsanwalt Klein vermischt werden sollen. Klein wurde vorgeworfen in seiner Tätigkeit im sächsischen Ministerium an Abschiebungen nach Bosnien beteiligt gewesen zu sein. Nach Ansicht von RA Betjen seien niemals Beweise vorgelegt worden, die diese Beschuldigungen belegt hätten. (Anmerkung: von einem Vorgehen Rechtsanwalts Kleins gegen diese Behauptungen ist aber auch nichts bekannt - faktisch war er jedenfalls im sächsischen Innenministerium für Fragen der Abschiebungen tätig. [Betjen bezweifelte auch die angegebene hohe Zahl von Abschiebungen für die Kein zuständig gewesen sein soll. Jedenfalls wurden laut Statistik des Sächsischen Innenministeriums 1995-1998 insgesamt 6898 Abschiebungen durchgeführt]. Betjen habe wegen seiner Meinung nach fehlender Beweise keine Veranlassung gesehen, Klein vorzeitig das Vertrauen zu entziehen. Betjen war im August 2011 aus dem Vorstand zurückgetreten, weil er sich als Geschäftsführer der GfbV werden wollte. [Hierfür war vom Vorsitzenden Klein ein 5 Jahresvertrag mit Betjen vorgesehen, dieser wäre vermutlich als befristeter Vertrag arbeitsrechtlich nicht regulär kündbar gewesen] Stellvertretender Vorsitzender Albert war dann auf der Jahreshauptversammlung November 2011 gemeinsam mit dem Vorsitzenden Klein abgewählt worden. Albert hatte an dieser Versammlung nicht teilgenommen [weil auf dem Einladungsschreiben nicht wie vorgeschrieben zwei Unterschriften standen - auf eine ebensolche Weise war aber auch zu jener Versammlung damals eingeladen worden bei der Albert selbst gewählt worden war]. Seine Einschätzung, die Jahreshauptversammlung und seine Abwahl seien nicht korrekt gewesen, wurde inzwischen durch eine Entscheidung des Oberlandesgerichtes abgewiesen, so dass der neue Vorstand der GfbV gegenwärtig unangefochten (aber nach Einschätzung von Betjen nicht unanfechtbar - hier liegt RA Betjen aber falsch, denn das Landgericht Göttingen hat mit unanfechtbarem Beschluss vom 9.3.12 (6T 73/11) die Einberufung der Mitgliederversammlung zum 26./27.11.2011 für wirksam erklärt) im Amt ist.
Da kurz vor der Jahresversammlung Albert nun auch noch durch Entscheid des neuen Vorstandes die Mitgliedschaft gekündigt wurde [genauer: der Schiedskommission zur Entscheidung vorgelegt wurde] und Albert bislang noch keine ausführliche Darstellung seiner damaligen Vorstandstätigkeit vorbringen konnte, wollte er dies mit einem Schritt in die Öffentlichkeit versuchen, da ihm auch eine entsprechende Rede auf der anstehenden Versammlung angeblich verweigert wurde. [Albert wurde auf der Versammlung anders als vermutet Rederecht gewährt, allerdings wurde er dann durch eine Abstimmung der Mitgliederversammlung wegen vereinsschädigenden Verhaltens aus dem Verein ausgeschlossen ] Im Anschluß an das Pressegesprächt in der Gaststätte Artemis (Stettiner Straße) verteilte jemand vor dem Lokal ein Flugblatt mit Logo der GfbV und der Überschrift "Schmutzkampgane gegen die GfbV". Zwischendurch meldete sich der Lokalbetreiber, ein Freund von Albert zu Wort und berichtete, eine Frau, eine Bosnierin habe ihm an der Lokaltür angedroht, dass sie Albert körperlich angreifen wolle, worauf er ihr den Einlass verwehrt habe. Umso verständlicher, dass Albert sich vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Klein distanziert und auf eine differenzierte Betrachtung drängt. [Skurillerweise verlangte RA Dr. Betjen nach dem Ausschluß von James Albert, dass die Mitgliederversammlung darüber abstimmt, ob auch er ausgeschlossen werden soll. Der lockere Versammlungsleiter dankte für den Hinweis und meinte, man käme von Seiten des Vorstandes darauf zurück.


links RA Dr. Uwe Betjen, rechts Dr. James Albert, am 2.11.12 beim Pressegespräch

 

Bundesbüro der GfbV in der Geiststrasse

Am 22.9.07 erfolgte die offizielle Einweihung des neuen Bundesbüros der Gesellschaft für bedrohte Völker in der Geiststraße 7. Der Kauf des Gebäudes incl. des 1000 qm großen Grundstückes wurde durch großzügige Spende zweier Sponsoren möglich, die zwei Drittel der Kaufsumme aufbrachten. (Wir schätzen mal grob, dass die Kaufsumme ca. 800.000 Euro betragen haben dürfte - Infos liegen dazu nicht vor). Die umgebauten Räume der ehemaligen Kleintierklinik bieten auf zwei Etagen mehrere Büros, einen großen ca. 120 Personen fassenden Veranstaltungsraum und einige Wohnmöglichkeiten für PraktikantInnen der Gesellschaft. (Auf der Jahreshauptversammlung 2012 wurde verkündet, dass es aufgrund von Spenden gelungen ist, das Gebäude vollständig zu erwerben und dass alle Zahlungen dazu abgeschlossen seien)

Ansicht des neuen GfbV-Bürogebäudes von der Geiststrasse aus in den Hof

 

Während der Eröffnungsfeier im Hof der Geiststr. 7

Bei der Begrüssung der Gäste am Eröffnungstag hatte der Vorsitzende der Gesellschaft, Tilman Zülch eine lange Liste zu verlesen: u.a. waren der Prudencio Magne Veliz, dem (ersten indigenen) Botschafter der Republik, Chinar Abdullah, Ministerin der Bundesstaates Kurdistan für die Belange der Überlebenden des Genozids im Nordirak und Nimrud Baito Youkhana, dem Tourismusminister des Bundesstaates Kurdistan/Irak, Dr. Christian Schwarz-Schilling, ehemaliger Bundespostminister und "Hoher UN-Repräsentant für Bosnien und Herzegowina" 2006/07. OB Meyer bat die Gäste, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.


Bild: Christian Schwarz-Schilling, Tilman Zülch, Vieten

Bei der Einweihungsfeier begegnete uns z.B. auch der ehemalige Stadtdirektor Göttingens Vieten, der Mitglied im Finanzbeirat der GfbV ist und der sich den Dank der GfbV verdient hat als er ihr in einer existentiell gefährdenden finanziellen Krise bei deren Bewältigung geholfen hatte.

 


Bild: Andretta, Oppermann, Meyer, Arndt.

Seitens der Stadt Göttingen waren u.a. neben OB Meyer, Sozialdezernentin Schlapeit-Beck, Frank-Peter Arndt Vorsitzender des Kulturausschusses, MdB Oppermann, SPD Kandidatin Andretta und Dagmar Sarkowsky (Grünes Ratsmitglied) zu sehen.

 


Bild links: größerer Veranstaltungsraum, rechts: Diskussionsgruppe im Zimmer der Presseabteilung

Der Tag der "Offenen Tür" gab Gelegenheit, das Haus kennenzulernen und an verschiedenen thematischen Gesprächen teilzunehmen:

  • Multikulturelles und multireligiöses Kurdistan (u.a. mit Nimrud Youkhana, christlicher assyrischer Minister Irakisch-Kurdistans)
  • Afrika: Darfur stirbt und die Welt schaut zu!
  • Auswirkungen des Klimawandels - mit indigenen Freunden aus Arnerika und Sibirien
  • Asien: China - Menschenrechte und Olympia?
  • Gerechter Frieden für Südosteuropa - mit Frauen aus Srebrenica/Bosnien-Herzegowina und Sprechern aus dem Kosovo
  • Sprachminderheiten in Deutschland - mit Vertretern der Sorben, Friesen und Dänen sowie mit einem Repräsentanten der Russlanddeutschen

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Vorträge, Veranstaltungen, Aktionen der GfbV in Göttingen

Indigene Gemeinschaften der philippinischen Insel Mindanao
Brasiliens Ashaninka gegen Raubbau und Vertreibung
Indianischer Bürgerrechtler Leonard Peltier
"Verfolgte Autoren in China"
Tibet: Tsering Woeser / Lesung
"Syrien ein Jahr nach Beginn des Aufstands -
Der Mordfall Hrant Dink
Weltweiter Aktionstag für Tibet 2012
Umbruch in der "arabischen Welt"
Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern
Zukunftsperspektiven für die Kurden in Syrien
Ostpreußische "Wolfskinder" aus Litauen
Minderheiten in der islamischen Welt"
Frieden für Israel und Palästina
"Die Bahà´ì im Iran - diffamiert und verfolgt"
Aleviten - zwischen Kemalismus und Islamismus"
Frieden und Freiheit für die Kurden in der Türkei
Zukunft der südkaukasischen Lasen in der Türkei?

Minderheiten im Kosovo:

Erklärung gegen die Abschiebung von Roma
Kopten - warum werden sie verfolgt?
Victor-Gollancz-Preis 2009
Afghanistan Warlords im Visier"
Vortrag des Lakota-Indianers Henry Red Cloud
40 Jahre Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Indigene Völker in Brasilien
Hilfe für Kindersoldaten in Uganda
Vergiftung des Trinkwassers der Mapuche-Indianer

Benennung des Gebäudes nach Victor Gollancz und ein merkwürdiges Informationsblatt
GfbV : Grüne sollen für ISAF und Tornados stimmen

> Protestaktion gegen China
> Antifa mit antideutschen Fraktionen gegen GfbV

 

Indigene Gemeinschaften auf der philippinischen Insel Mindanao

22.10.12 Gesellschaft für bedrohte Völker, Geiststraße 7, 19.30 Uhr, Die Menschenrechtlerin Carmen Albers war ein Jahr lang für die Organisation International Peace Observers Network (IPON) auf Mindanao. Ziel der Arbeit von IPON ist die Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen und der Schutz von lokalen MenschenrechtsverteidigerInnen. Sie wird über das Leben und den Kampf der indigenen Gemeinschaften auf Mindanao, einer im Süden der Philippinen gelegene Insel berichten. im Süden der Philippinen gelegene Insel Mindanao zählt weltweit zu den gefährlichsten Orten für Menschenrechtler. Mindestens 15 von ihnen wurden dort seit Januar 2011 aus politischen Gründen ermordet. Die Getöteten wurden nicht Opfer des Bürgerkriegs zwischen muslimischen Aufständischen und der philippinischen Armee, der seit Jahrzehnten in Teilen Mindanaos tobt. Sie wurden dafür umgebracht, dass sie gegen Landraub und Bergbauprojekte protestierten. Die Verantwortlichen der Morde werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Die meisten Ermordeten gehören den rund 13 Millionen Lumad an. So werden zusammenfassend die 18 Ureinwohnergemeinschaften auf Mindanao bezeichnet. Sie wehren sich in Selbsthilfe-organisationen friedlich gegen den Verlust ihres Landes. Seit den 1980er Jahren gibt es in den Philippinen zwar Gesetze zum Schutz und Respekt gegenüber indigenen Gemeinschaften. Die Rechte von Indigenen werden jedoch weiterhin mit Füßen getreten, wenn internationale Konzerne oder Großgrundbesitzer Interesse an ihrem Land zeigen. Der Rausch nach den ertragsreichen Bodenschätzen lässt Menschenrechte in den Hintergrund treten und führt dazu, dass indigene Gemeinschaften ihren Gegenspielern schutzlos ausgeliefert sind. Das Nichteinschreiten des Staates hat in einigen Gebieten der Philippinen zu "rechtsfreien Räumen" geführt. Wie gehen die Betroffenen damit um?

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Brasiliens Ashaninka im Kampf gegen Raubbau und Vertreibung
Strategien nachhaltiger Entwicklung"

18.9.12 , 19.30 Uhr, Gesellschaft für bedrohte Völker e.V., Victor Gollancz Haus, Geiststrasse 7" Eintritt frei! Spenden erwünscht!

23.8.12/ Text GfbV / Die indianische Gemeinschaft der Ashaninka im brasilianischen Bundesstaat Acre an der Grenze zu Peru hat eine außergewöhnliche Strategie gegen illegale Holzfäller entwickelt: Sie haben mitten im Regenwald das Ausbildungszentrum "Yorenka Ãtame" errichtet, in dem traditionelle Wirtschaftsweise und hochmoderne Technologie unter einem Dach vereint sind. In dem Projekt, das 2007 gegründet wurde, werden indigene und nicht-indigene Jugendliche in Waldwirtschaft, Schildkröten- und Fischzucht unterrichtet. Sie lernen dort aber auch, mit modernen Technologien umzugehen und Computer und Internet zu nutzen. Für Aufforstungen befindet sich in dem Zentrum auch eine Baumschule. Den Urwald schonend zu nutzen, ohne ihm zu schaden oder ihn gar zu zerstören, steht bei der Ausbildung an oberster Stelle. Hauptziel des Projektes ist es jedoch, das Bewusstsein über die Wichtigkeit des Erhalts des Regenwaldes zu stärken und den Zusammenhalt der Jugendlichen zu fördern. Die Vorfahren der rund 1000 Ashaninka in Acre wurden Ende des 19.Jahrhunderts aus Peru vertrieben, da die Regierung Gebiete des Regenwaldes an ausländische Unternehmen verkauft hatte. Auch in Acre dringen immer wieder Holzfäller in das Gebiet der Ashaninka ein. Sie haben es auf wertvolle Edelhölzer wie Mahagoni oder Zedern abgesehen, stören durch rücksichtslosen Einschlag den sensiblen Regenwald und gefährden so die Ashaninka. Bedroht werden die Indigenen in neuerer Zeit auch Erdölbohrungen, die auf ihrem Gebiet durchgeführt werden könnten. Die Gesellschaft für bedrohte Völker unterstützt das integrative und nachhaltige Projekt "Yoreka Ãtame" seit langem. Francisco "Tico" Oliveira da Silva und Francisco "Leo" Leonilson da Silva arbeiten in diesem Projekt und kommen nun als Vertreter der Ashaninka nach Deutschland, um über das Ausbildungszentrum, ihre Lehrmethoden und die Probleme der Region zu berichten. Zugleich wollen sie hier im Gedankenaustausch Erfahrungen sammeln und sich über nachhaltige Umweltprojekte bei uns informieren.

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Indianischer Bürgerrechtler Leonard Peltier seit 36 Jahren unschuldig in Haft

Mahnwache mit Unterschriftensammlung für die Begnadigung
Freitag, den 18. Mai 2012, ab 11.00 Uhr am Gänseliesel-Brunnen vor dem Alten Rathaus

Leonard Peltier gehörte zur Führung der indianischen Bürgerrechtsbewegung American Indian Movement (AIM), als er 1976 verhaftet und ein Jahr später nach einem umstrittenen Prozess zu zweimal lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Er wird für den Tod von zwei FBI- Beamten im Reservat Pine Ridge in Süd-Dakota verantwortlich gemacht. Dort herrschten damals bürgerkriegsähnliche Zustände. Eine angebliche Augenzeugin wurde massiv vom FBI unter Druck gesetzt, gegen Peltier auszusagen. Sie widerrief ihre Aussage später. Auch die tödlichen Schüsse stammten ballistischen Untersuchungen zufolge nicht aus seiner Waffe. Doch das Urteil wurde nicht aufgehoben. Freiheit kann ihm nur noch eine Begnadigung durch Präsident Obama bringen. 2012 ist in den USA geprägt durch den Präsidentschaftswahlkampf. Zahlreiche Aktionen machen daher weltweit auf das Schicksal des indianischen Bürgerrechtlers aufmerksam in der Hoffnung, den Präsidenten zu erreichen und zu einer Begnadigung zu bewegen. Am 18. Mai soll der "Leonard Peltier Walk for Human Rights" Washington D.C. nach einem fünfmonatigen Fußmarsch quer durch die USA erreichen. Begonnen hatte er am 18. Dezember 2011 in San Francisco. Prominente wie Harry Belafonte, Marlon Brando, Nelson Mandela oder Robert Redford haben sich bereits für den Peltier eingesetzt, ebenso der jüdische "Nazijäger" Simon Wiesenthal oder Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Europaparlamentes. 2011 ermöglichte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) seinem spirituellen Betreuer Len Foster, bei den UN in Genf und bei dem Sonderbeauftragten der UN für die Rechte indigener Völker, James Anaya Peltiers Fall vorzutragen. Leonard Peltier ist zurzeit im Hochsicherheitsgefängnis Coleman in Florida inhaftiert - weit weg von seiner Familie und seinen Anwälten. Erst 2024 darf er erneut einen Antrag auf Bewährung stellen - eine lange Zeit für den in der Haft schwer erkrankten Mann. Referat indigene Völker der GfbV

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Diskussionsabend "Verfolgte Autoren in China"
mit dem Schauspieler Martin Liebetruth und dem GfbV-Asienreferenten Ulrich Delius, Eintritt frei. 20.3.12 um 19.30 Uhr im Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, Lese- und

PM gfbv 16.3.12 / Das "internationale literaturfestival berlin" ruft zu einer weltweiten Lesung von Texten des chinesischen Autors und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo am kommenden Dienstag auf. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat deshalb den Schauspieler Martin Liebetruth eingeladen, der am kommenden Dienstag Gedichte und Essays von Liu Xiaobo vorträgt. Der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger wurde 2009 zu elf Jahren Gefängnis wegen angeblicher "Unterhöhlung der Staatsautorität" verurteilt. Liu ist einer der führenden Vertreter der Demokratiebewegung in China. Sein Schicksal steht stellvertretend für das vieler Autorinnen und Autoren, die entweder inhaftiert sind oder von der chinesischen Staatssicherheit so massiv eingeschüchtert werden, dass sie Selbstzensur betreiben. Im Anschluss an die Lesung beschreibt GfbV-Asienreferent Ulrich Delius, mit welchen Methoden die diktatorische Regierung ihren Feldzug gegen die Freiheit des Wortes führt. In dem neuen 120-seitigen Menschenrechtsreport der GfbV Staatsfeind Schriftsteller -- Verfolgte Autoren in China werden zahlreiche Schicksale von inhaftierten Schriftstellern vorgestellt. Der hohe Anteil von Tibetern, Uiguren und Mongolen unter den inhaftierten Autoren verdeutlicht, wie sehr die politische Verfolgung vor allem in Tibet, Ostturkestan/Xinjiang und der Inneren Mongolei zugenommen hat. siehe auch > goest/China-Seite

Weltweiter Aktionstag für Tibet 8. Februar 2012
Text GfbV 7.2.12 / "Nach neuen Selbstverbrennungen in Tibet - Menschenrechte für Tibeter durchsetzen! Menschenrechtler auf vier Kontinenten werden im Rahmen eines weltweiten Aktionstages am kommenden Mittwoch ein Ende der Verfolgung von Tibetern durch Chinas Behörden und Sicherheitskräfte fordern. Erst letzten Freitag haben erneut drei Tibeter aus Verzweiflung über die anhaltende Repression den Freitod gesucht. Zwei Personen überlebten den Selbstmordversuch schwer verletzt, ein Tibeter kam zu Tode. Mit einem Sarg, Fackeln und Grabkerzen für jeden der 17 Tibeter, die sich in den letzten Monaten selbst verbrannt haben, wird die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus in Göttingen an die Verfolgung in Tibet erinnern und den Respekt grundlegender Menschenrechte der Tibeter fordern. Chinas Behörden haben die Verfolgung der Tibeter in den letzten Monaten nochmals deutlich verschärft. Ende Januar 2012 wurden mehrere Demonstranten getötet und mehr als einhundert Menschen verhaftet, als Tibeter gegen Chinas Herrschaft protestierten. Tausende Polizisten wurden daraufhin nach Tibet verlegt. Auch wurde die Region für Ausländer bis auf weiteres gesperrt. Besonders in der Nähe von buddhistischen Klöstern wurde die Polizeipräsenz nochmals deutlich verstärkt. Der Druck der Kommunistischen Partei auf buddhistische Nonnen und Mönche nimmt immer mehr zu. Mit willkürlichen Razzien werden die Nonnen und Mönche eingeschüchtert. Bestraft werden Klöster, die nicht Porträts von kommunistischen Politikern Chinas ausstellen. Regelmäßig werden die Nonnen und Mönche der Gehirnwäsche unterzogen. Schriftlich müssen sie sich distanzieren von ihrem religiösen Oberhaupt, dem Dalai Lama."

Menschenrechtsaktion am Mittwoch, den 8. Februar 2012, ab 16 Uhr am Gänseliesel-Brunnen vor dem Alten Rathaus in Göttingen. Proteste finden im Rahmen des Aktionstages unter anderem auch statt in Berlin, Hamburg, München, Paris, Brüssel, Stockholm, London, Dublin, Los Angeles, Chicago, Vancouver (Kanada), San José (Costa Rica), Belo Horizonte (Brasilien), Recife (Brasilien), Tokio, New Delhi, Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) und Auckland (Neuseeland).

Tibetinitiative Deutschland e.V. und GfbV
Lesung mit musikalischer Kostprobe
Donnerstag, den 27.Mai 2010, um 19:30 Uhr im Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro (Schüler, Studenten, Rentner)

Tibeterin singt Lieder über ihre Heimat und stellt ihre Biographie vor. Die Tibeterin Soname Yangchen wird am Donnerstag bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) besonders bewegende Kapitel aus ihrem Autobiographie "Wolkenkind" lesen und Lieder über ihre Heimat vortragen. ein. In ihrem Buch "Wolkenkind" schildert die 1973 in der tibetischen Provinz Yarlung geborene Soname Yangchen ihr abenteuerreiches Leben und den langen Weg, den sie zur Freiheit gehen musste. Die Kindheit und Jugend von Soname Yangchen war von Gewalt, Einsamkeit und Sklaverei geprägt. Ihre Eltern, die aus altem tibetischen Adel stammten, waren während der Kulturrevolution in China 1966-1976 besonderer Repression und Verfolgung ausgesetzt. Als Sechsjährige wurde Soname Yangchen nach Lhasa geschickt, um ihr eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Doch dort verhinderten Behörden, dass sie die Schule besucht. Stattdessen musste sie wie eine Gefangene als Haushaltshilfe arbeiten. Mehrmals floh sie zurück zu ihren Eltern. Ihr faszinierender Mut und ihre Unerschrockenheit halfen ihr schließlich bei der Flucht über den Himalaya. Schon in frühen Jahren war die Musik ihr innerer Fluchtweg aus ihrem traurigen Dasein. Heute lebt sie in Großbritannien und wirbt mit ihrer Stimme für ein freies Tibet. Wir freuen uns auf die musikalische Kostprobe ihrer selbst komponierten und getexteten Lieder, die sie uns im Anschluss an ihre Lesung geben wird. Den Vortrag und die Lesung hält der Tibetexperte und Übersetzer Alfred Röwer.

Tibetabend
Tsering Woeser: „Ihr habt die Gewehre, ich einen Stift“

Lesung der tibetischen Schriftstellerin Tsering Woeser, "Ihr habt die Gewehre, ich einen Stift".

Auszüge aus Woesers Buch werden von Anja Kuetemeyer (Schauspielerin, Theater im OP Göttingen) gelesen, anschließend folgt eine Diskussion mit Ulrich Delius, Asien-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker und der Regionalgruppe Göttingen der Tibet Initiative Deutschland (TID). Als Besonderheit werden tibetische Speisen angeboten www.gfbv.de

22.09.2009 / Pressetext und Fotos des Verlags / Lungta Verlag – Verlag der Tibet Initiative Deutschland e.V. Greifswalder Str. 4 , 10405 Berlin www.lungta-verlag.de

Eine Chronologie der Ereignisse 2008 in Tibet Als am 10. März 2008 in Lhasa Unruhen ausbrechen, beginnt die tibetische Schriftstellerin Tsering Woeser – zunächst als Blog – die täglichen Proteste, ihre Ausdehnung über ganz Tibet und die Reaktionen der chinesischen Sicherheitskräfte zu dokumentieren. Zu einer Zeit, als ausländische Beobachter des Landes verwiesen werden und China nur die eigene Propaganda über die Zustände in Tibet an die Öffentlichkeit lässt, wird Woesers Blog für ihre Landsleute in Tibet, China und im Exil zu einer Nachrichtenquelle von unermesslichem Wert. Heute sind ihre Berichte ein aufrüttelndes Zeugnis der anhaltenden Unterdrückung in Tibet. Taschenbuch, ca. 300 Seiten, € 16,95, ISBN 978-3-00-028220-1 Erscheinungstermin: Oktober 2009 Tsering Woeser wurde 1966 in Lhasa geboren. Im Anschluss an ihr Studium der chinesischen Literatur hat sie als Journalistin in Tibet gearbeitet, bis sie 2003 aus politischen Gründen nach Peking ziehen musste. Ihr 2003 erschienenes Buch "Notes on Tibet" wurde wegen "ernsthafter politischer Fehler" von der chinesischen Regierung verboten. Seither publiziert sie in Taiwan und den USA und hat mit ihren Gedichten, Essays und Prosa internationale Berühmtheit erlangt. 2007 wurde ihr der "Freedom of Expression Award" der Norwegian Authors' Union verliehen. Tsering Woeser gilt gegenwärtig als die bedeutendste tibetische Schriftstellerin in Tibet und China. In Peking lebt sie mit ihrem Mann, dem chinesischen Schriftsteller und Tibetologen Wang Lioxing. Die chinesischen Behörden haben sie wiederholt unter Hausarrest gestellt und verweigern ihr die Ausreise.

siehe auch goest-Seite >China-Tibet

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Diskussionsabend "Syrien ein Jahr nach Beginn des Aufstands

PM gfbv 16.3.12 / Eine Analyse der aktuellen Lage " 21.3.12 mit Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker am Mittwoch, den, um 19.30 Uhr im Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, 37073 . Eintritt frei. Bei dem Diskussionsabend "Syrien ein Jahr nach Beginn des Aufstands" wird der Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Dr. Kamal Sido, die aktuelle Lage in Syrien darstellen und Fragen beantworten. Trotz unverminderter Brutalität des syrischen Regimes, das seit März 2011 Panzer, Artillerie, Raketenwerfer und Hubschrauber gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, gelingt es dem Diktator nicht, die Proteste niederzuschlagen. Auch die Aufständischen sind nicht im Stande, die Diktatur zu Fall zu bringen. Laut UN sollen bisher mindestens 8000 Menschen getötet worden sein. Die GfbV geht wie andere Menschenrechtsorganisationen auch von mindestens 10.000 Toten aus. Rund 30.000 Flüchtlingen haben im Libanon, in Jordanien und in der Türkei Zuflucht gesucht. Teile der Armee sind zu den Demonstranten übergelaufen und bilden die so genannte "Freie Armee Syriens". Das Regime Assads spricht von islamistischen Terroristen, die hinter den Protesten stehen. Das Land fällt immer mehr in einen blutigen Bürgerkrieg. "Eine internationale Syrien- Konferenz, an der alle Beteiligten gleichberechtigt mitentscheiden, wie die Zukunft des Vielvölkerstaates aussehen wird, rückt da in weite Ferne", sagt Sido. Kurden aus Syrien im Exil warnen davor, dass ihr Land künftig wieder von Vertretern einer einzigen Volksgruppe oder Religionsgemeinschaft regiert wird. Sie fordern eine neue Verfassung, in der die nationalen Rechte der Kurden sowie die kulturellen Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten wie die der Assyrer-Aramäer, Armenier, Drusen, Ismaeliten, Bahá´í und anderer Minderheiten garantieren werden. Außerdem müssten die kurdischen Yeziden als eigenständige Glaubensgemeinschaft anerkannt und die Gleichberechtigung der Frau festgeschrieben werden.

Umbruch in der "arabischen Welt" und in Nordafrika

26.11.2011, Alte Fechthall/ Ballettschule "art la danse", Geiststraße 6, 20 Uhr, Eintritt frei, Spenden erwünscht Podiumsdiskussion: Umbruch in der "arabischen Welt" und in Nordafrika (siehe hierzu auch die >Themenseite in goest): Ob die Revolutionen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen,Syrien und in anderen arabischen Ländern auch mehr Menschen- und Minderheitenrechte mit sich bringen werden, bleibt abzuwarten. Welche Auswirkungen hat der Umbruch in Nordafrika und im Nahen Osten auf die Lage der religiösen und ethnischen Minderheiten?

GfbV-Konferenz Zukunftsperspektiven für die Kurden in Syrien

Konferenz der Gesellschaft für bedrohte Völker (17.09.2011, 9:30 -18:00 Uhr ) Zukunftsperspektiven für die Kurden und andere Minderheiten in Syrien nach dem Volksaufstand Repräsentanten der Kurden und anderer Minderheiten aus Syrien diskutieren auf Einladung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am kommenden Samstag in Göttingen über Zukunftsperspektiven ihrer Volksgruppen nach dem Volksaufstand in ihrem Land.

Zwar ist Diktator Baschar al-Assad noch an der Macht und die Proteste gegen seine Gewaltherrschaft dauern an. Doch schon jetzt sollen verschiedene Szenarien besprochen werden, wie Rechte der Kurden, Assyro-Aramäer, Christen und Yeziden in Syrien gesichert werden können. Seit Jahrzehnten werden in Syrien nicht nur Oppositionelle, sondern auch Angehörige der nichtarabischen Völker sowie religiöser Minderheiten Opfer staatlicher Unterdrückung und Verfolgung. Sie haben keine legale politische Vertretung und ihre Parteien sind de facto verboten, da die syrische Verfassung keine ethnischen und religiösen Parteien zulässt. Das Regime hat bisher mit äußerster Härte auf die überwiegend friedlichen Proteste in Syrien reagiert: Mindestens 2.600 Demonstranten wurden seit März 2011 getötet und fast 20.000 verletzt. Mehr als 20.000 Oppositionelle wurden festgenommen, etwa 11.000 syrische Staatsbürger sind - teilweise unter Beschuss - über die Grenze in die Türkei und in den Libanon geflohen. Syrien hat etwa 20,4 Millionen Einwohner. Die große Mehrheit sind Araber. Als zweitgrößte Volksgruppe stellen die Kurden mit zwei bis drei Millionen Menschen mindestens zehn bis fünfzehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Kleinere Gemeinschaften bilden Armenier, Assyro-Aramäer, Turkmenen und Tscherkessen. Als Religionsgemeinschaften sind in Syrien sunnitische Muslime, Christen, Alawiten, Ismaeliten, Yeziden, Imamiten, Bahai und Juden vertreten.

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Der Mordfall Hrant Dink

Anlässlich des 5. Jahrestages des Mordes an dem armenischem Journalisten Hrant Dink organisieren die armenische Gemeinde Göttingen und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine Gedenkfeier 25. Februar 2012, Geismar - Sandersbeek 1 (Kirche "Maria Königin des Friedens") ab 15 Uhr Nach der Gedenkfeier wird Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV, einen Vortrag mit dem Titel : "Der Mordfall Hrant Dink" halten

Text GfbV 22.2.12 / Der Armenier Hrant Dink war Herausgeber der zweisprachigen (türkisch und armenisch) Wochenzeitung "Agos". In türkisch-nationalistischen Kreisen war er verhasst, unter anderem weil er sich für die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzte. Im Jahr 2007 wurde er in Istanbul auf offener Straße vor dem Redaktionsgebäude seiner Zeitung erschossen. Nachdem im letzten Jahr der zur Tatzeit noch minderjährige Schütze zu einer 23-jährigen Haft verurteilt wurde, wurde heute ein weiterer türkischer Rechtsnationalist wegen Anstiftung zum Mord zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Vom Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein wurde er aber freigesprochen, obwohl selbst die Staatsanwaltschaft dies (zumindest bis zu einem gewissen Grad) als erwiesen ansah. Der Hauptangeklagte Erhan Tuncel und 17 weitere Angeklagte wurden jedoch freigesprochen. Tuncel war V-Mann der türkischen Polizei. In seinem Urteil erklärte das Gericht, dass es keine Beweise für einen größeren Mordkomplott gegen Hrant Dink gebe. Die Anwältin kritisiert weiter, dass die Hintergründe der Tat nicht endgültig geklärt worden seien. Auch wird beanstandet, dass nicht alle Verantwortlichen des Mordes angeklagt worden seien. Es gibt Vermutungen, dass staatliche Stellen in das Attentat verwickelt und Beweismaterialien verschwunden seien. So zum Beispiel ein Video von einer Überwachungskamera, auf dem der Täter zu sehen sei. Der Polizeichef Istanbuls und die zuständigen Männer des Geheimdienstes und des Militärs wurden nie vorgeladen. Dinks Familie hatte Hinweise ins Feld geführt, dass Vertreter der Sicherheitskräfte beteiligt gewesen seien. Vor der Ermordung gab es eine Kampagne radikalsäkularer Journalisten und Juristen gegen Dink, die ihm »Beleidigung des Türkentums« (ein Straftatbestand in der Türkei) vorwarfen und ihn zum Abschuss frei gaben. Die Anwälte von Dinks Familie fordern, die Strippenzieher des Anschlags zu verfolgen und dabei nicht vor Juristen, Polizisten und Politikern Halt zu machen.

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Das Mädchen vom Amazonas - Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern

8.12.11 Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV 20 Uhr, Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, Eintritt frei, Spenden erwünscht, Lesung und Dia-Vortrag: Catherina Rust: Das Mädchen vom Amazonas - Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern Als Kind lebt Catherina Rust in Mashipurimo, einem Urwalddorf am Amazonas. Während ihre Eltern, beide Deutsche, die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer erforschen, wächst sie wie ein Indianerkind auf.

 

Ostpreußische "Wolfskinder" aus Litauen in Göttingen und Hann.Münden

Als letzte Zeitzeugen werden 35 ostpreußische "Wolfskinder" aus Litauen am Mittwoch, den 11. Mai 2011, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus von Göttingen über ihr Schicksal nach 1945 berichten.

Die GfbV hat die "Wolfskinder" eingeladen, auf ihrem Weg zu den Feierlichkeiten "20 Jahre Deutsch-Baltische Begegnungen" auf Schloss Stetten (Künzelsau) vom 10. bis 12. Mai in Südniedersachsen Station zu machen. Sie wird auch von einem "Wolfskind" erwartet, das im Landkreis Göttingen lebt. Die sogenannten Wolfskinder sind Deutsche aus Königsberg und Umgebung. Sie waren Säuglinge, Kinder oder Jugendliche, als die Rote Armee 1945 die Stadt eroberte. Sie überlebten zwar den Schrecken der Besatzung, verloren jedoch ihre Eltern durch Mord, Vergewaltigungen, Verschleppungen, Hunger und Krankheiten. Unter den verwaisten Kindern hatte sich herumgesprochen, dass sie im benachbarten Litauen überleben könnten. Deshalb fuhren viele versteckt auf Güterzügen dorthin, irrten durch die Wälder, wurden schließlich meist von litauischen Familien aufgenommen und vergaßen ihre Herkunft. Erst nach 1989 erfuhren diese "Wolfskinder", woher sie kamen, und viele siedelten - oft mit litauischen Angehörigen - nach Deutschland über. In Litauen gibt es nach Angaben des ehemaligen Vorsitzenden der Deutsch- Baltischen Parlamentariergruppe, Professor Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten, noch 86 "Wolfskinder". Die meisten von ihnen leben in sehr ärmlichen Verhältnissen. Sie bräuchten dringend eine Altersrente. Einige hoffen, dass Deutschland sie anerkennt und ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit gewährt.

Gastfamilien gesucht Die GfbV sucht noch private Quartiere für die "Wolfskinder" in Göttingen. Wer gastfreundlich ein oder mehrere dieser Menschen im Alter von 66 bis 81 Jahren für zwei Nächte (10.-12.Mai) beherbergen möchte, melde sich bitte unter Tel. 0551 499 06-16 bei der GfbV-Referentin Jasna Causevic).

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"Ethnische und religiöse Minderheiten in der islamischen Welt"
Do, 10.2.11,um 20 Uhr im Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte Geiststraße 7

Diskussionsabend mit dem Islamgelehrten Scheich Murshid al Khaznawi. Welche Nischen bietet der Islam andersgläubigen Religionsgemeinschaften wie Christen, Yeziden, Bahai und Juden? Warum werden in Staaten, in denen der Islam dominiert, auch die Angehörigen mehrheitlich muslimischer Volksgruppen Opfer von Verfolgung wie Kurden, Darfuri und Berber? Oft wird behauptet, der Islam toleriere keine religiöse und ethnische Vielfalt. Sind der politische Islam und das islamische Rechtssystem - die Scharia - mit Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten vereinbar? Der Islamgelehrte Scheich Murshid al Khaznawi setzt sich für interreligiösen Dialog ein und ist Sprecher der "Gesellschaft für religiöse Toleranz". 1970 in Syrien als Sohn des 2005 verschleppten und ermordeten kurdischen Islamgelehrten Scheich Muhammad Maashuq al Khaznawi geboren, studierte Scheich Murshid al Khaznawi islamische Theologie an der Universität Umm Darman im Sudan. Er ist Imam und Freitagsprediger an der kurdischen Moschee im norwegischen Sapsborg. Scheich Murshid al Khaznawi moderiert zahlreiche Sendungen zu gesellschaftlichen und religiösen Themen auf verschiedenen TV-Sendern, darunter "Payam" auf "kurd1 tv" und "Religion und Gesellschaft" auf dem Kanal "Newroz tv".

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Frieden für Israel und Palästina

Podiumsdiskussion "Frieden für Israel und Palästina" jiddischer Liederabend mit dem Trio Felicitas Niegisch im Rahmen der GfbV-Jahreshauptversammlung am 9. Oktober um 20 Uhr in der Ballettschule "art la danse", Geiststraße 6. Der Eintritt ist frei.

2010 in Göttingen erwartet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen ganz besonderen Gast: Für die am Samstagabend 9.10.10 geplante Podiumsdiskussion "Frieden für Israel und Palästina" reist Dr. Ahmad Tibi, arabisches Mitglied der Knesset, eigens aus Jerusalem an. Sein Gesprächspartner soll Sacha Stawski von der Organisation Honestly-Concerned e. V. aus Frankfurt sein. Dr. Tibi war jahrelang politischer Berater des früheren palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat und unterstützte ihn 1998 bei den Verhandlungen über das Wye-Abkommen, das den Friedensprozess wieder aufleben lassen sollte. 1999 zog Tibi in das israelische Parlament ein. Der Versuch, ihn aus der Knesset auszuschließen, wurde durch das Urteil des Obersten Gerichts Israels verhindert. Sacha Stawski ist Gründungsmitglied von Honestly-Concerned e.V. Seine Organisation engagiert sich für eine "wahrhaftige Berichterstattung über Israel und den Nahostkonflikt" und wendet sich gegen israel-feindliche Vorurteile. Honestly-Concerned will sich immer dann zu Wort melden, wenn antijüdische Ressentiments und antisemitische Klischees die Feder führen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, tritt das Trio Felicitas Niegisch um 21 Uhr mit jiddischen Liedern auf. Nach dem Motto "Lasst die jüdische Sprache nicht verstummen/Farstumt nit doss jiddische loschn" lässt die Sängerin gefühlvoll und mit viel Temperament facettenreiche Melodien erklingen, die "Zeugnis ablegen von Lebenskraft und Tragödie des jüdischen Volkes". Felicitas Niegisch wird von Hanno Botsch (Klavier/Violine) und Andres Buchholz (Kontrabass) begleitet.

Zu ihrer Jahreshauptversammlung erwartet die GfbV Repräsentanten ethnischer und religiöser Minderheiten aus aller Welt, Vertreter ihrer Sektionen aus europäischen Nachbarstaaten und den USA sowie Mitglieder und Förderer.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2010 der GfbV

Sonntag, den 10.10.2010, 10 Uhr Menschenrechts-Workshops: 1. Sahara: Das Leid der Tuareg, 2. Chile: Die Unterdrückung der Mapuche, 3. Pulverfass Nahost -- Haben Mandäer, Assyrer-Chaldäer-Aramäer, Yeziden und Kurden eine friedliche Zukunft? 4. Bosnien-Herzegowina und Südsudan/Darfur: Strategien gegen Völkermord, 5. Afghanistan: "Warlords im Visier" Eintritt frei

Sonntag, den 10.10.2010, 12.30 Uhr Jürgen Trittin, Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Bundesminister a.D.: "Außenpolitik und Menschenrechtsarbeit für Minderheiten" Eintritt frei

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"Die Bahà´ì im Iran - diffamiert und verfolgt"

Vortrag, Diskussion und Filmabend 20:00 Uhr im Victor-Gollancz-Haus, Geiststr. 7, mit Herrn Foad Kazemzadeh, Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá`i in Deutschland (a.D.) Eintritt frei. Spenden erwünscht!

Die Lage der rund 300.000 Bahá'í im Iran ist bedrohlich: Sie werden von Behörden verfolgt und in Hasspredigten oder Medienberichten angefeindet. Ihre heiligen Stätten werden zerstört. Weltweit gibt es etwa 7,7 Millionen Bahá´i. Rund 5.000 von ihnen leben in Deutschland Der Iran ist das Ursprungsland der Bahá´í-Religion, die im 19. Jahrhundert von ihrem Gründer Baha'ullah aus dem schiitischen Islam heraus entwickelt wurde. Doch anders als die Christen, Juden oder Zoroastrier werden die Bahá'í dort nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt. Vielmehr betrachten die schiitischen Führer des Landes sie als Abtrünnige des Schiitentums. Mit dem Amtsantritt des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat sich die Lage der Bahà'ì weiter verschlechtert. Die Zahl der Übergriffe, Verhaftungen und Zerstörungen heiliger Stätten hat sich dramatisch erhöht. Besonders besorgniserregend ist allerdings das (noch nicht ratifizierte) "Apostasiegesetz", das vorsieht, die Konversion vom Islam mit dem Tod zu bestrafen. Dieses Gesetz soll auch außerhalb der iranischen Grenzen gelten. Damit wären die Bahà'ì auch in anderen Ländern gefährdet.

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"Frieden und Freiheit für die Kurden in der Türkei"
Mit Özdal Ücer, Abgeordneter der BDP, Nachfolgepartei der inzwischen verbotenen prokurdischen Partei DTP, im Parlament der Türkei

Donnerstag, 14. Januar 2010 Uhrzeit: 20:00 Uhr Ort: Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, 37073 Göttingen Eintritt frei. Spenden erwünscht!
"Die BDP (Partei für Frieden und Freiheit) muss die prokurdische DTP (Partei für eine demokratische Gesellschaft) ersetzen. Denn anstatt die DTP als Chance für eine Lösung der Kurdenfrage zu sehen, hat das türkische Verfassungsgericht hatte diese Partei am 11.12.2009 verboten. Nach Auffassung der GfbV war diese Entscheidung ein schwerer Rückschlag für den Friedensprozess zwischen dem türkischem Staat und der kurdischen Nationalbewegung. Die DTP vertrat große Teile der kurdischen Bevölkerung und hätte auch eine Brücke zu Anhängern der verbotenen Kurdenpartei PKK bauen können. Denn soll ein Frieden tragfähig sein, müssen alle Parteien an Gesprächen beteiligt werden. Das Verfassungsgerichtsurteil hat einen bedeutenden Teil der Wähler in der Türkei von der politischen Repräsentation ausgeschlossen. Dadurch haben die meisten Kurden ihr Vertrauen in den Staat vollends verloren. Sie haben die Hoffnung, dass sich ihre Lage durch die Bemühungen der Regierung Erdogan bessert, erst einmal begraben. Türkische Sicherheitskräfte gingen in den vergangenen Wochen rigoros gegen Angehörige der kurdischen Volksgruppe vor. Gewählte Volksvertreter wie kurdische Parlamentarier und Bürgermeister wurden in Handschellen abgeführt und inhaftiert. Auf protestierende Kurden wurde geschossen. Es gab mindestens zwei Tote, Hunderte wurden verletzt und mindestens 1000 Kurden verhaftet. Dabei hätte die kurdische Zivilbevölkerung dringend Schutz nötig. Denn es kommt in verschiedenen Städten des Landes immer wieder zu Übergriffen nationalistischer Gruppierungen auf Kurden. Die mutmaßlich rechtsextremen Täter befinden sich auf freiem Fuß. Wie soll es nun in der Türkei weitergehen? Kann die Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die Kurdenfrage lösen, ohne Vertreter der Volksgruppe einzubeziehen? Wurde das in den vergangenen 25 Jahren nicht immer wieder erfolglos versucht? Muss der blutige Konflikt noch mehr Opfer fordern? Über diese und andere Fragen möchten wir mit unserem Gast aus der Türkei, Herrn Özdal Ücer, diskutieren."

"Aleviten in der Türkei - zwischen Kemalismus und Islamismus"

Diskussionsabend mit Ali Ertan Toprak, 2. Bundesvorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V., Vertreter der Aleviten bei der Islamkonferenz und Generalsekretär der Alevitischen Union Europa e.V. am Donnerstag, den 17. Juni, um 20 Uhr im Victor-Gollancz-Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststraße 7 Eintritt frei.

Obwohl mehr als 20 Millionen Menschen in der Türkei der liberalen Glaubensgemeinschaft der Aleviten angehören, erkennt die Türkei das Alevitentum bis heute nicht als eigenständige Religion an. Deshalb werden die Aleviten, die den Volksgruppen der Türken, Kurden und Araber angehören, bei der Ausübung ihres Glaubens stark diskriminiert und eingeschränkt. Traditionell in Zentralanatolien beheimatet, sind viele Aleviten im Zuge der Urbanisierung in die städtischen Zentren der Türkei gezogen. Doch auch viele haben die Türkei verlassen - allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge 600.000 Aleviten. Die Aleviten legen den Koran nicht wortwörtlich aus, sondern streben eine tiefere Interpretation an. Liebe, Respekt und Frieden stehen im Mittelpunkt ihrer Lehre. Feste Rituale gibt es nicht, ihre Gottesdienste finden nicht in Moscheen statt. Dies alles führt zu tiefen Spannungen mit der Mehrheit der Muslime in der Türkei, die dem sunnitischen Islam angehören. Bis vor kurzem stritten die offiziellen Institutionen der Türkei die Existenz der Aleviten ab. Die Aleviten sind weder im Amt für religiöse Angelegenheiten der Türkei vertreten noch erhalten sie finanzielle Unterstützung. Die türkische Regierung verfolgt unter dem Motto "Wir sind alle Muslime - Hepimiz müsülmaniz" die Assimilation und Sunnitisierung der Aleviten. In den Schulen ist auch für alevitische Kinder der sunnitische Religionsunterricht zwingend vorgeschrieben, in alevitischen Dörfern werden Moscheen errichtet und sunnitische Imame werden dorthin geschickt.

Hat das südkaukasische Volk der Lasen eine Zukunft in der Türkei?

Donnerstag, den 16. September 2010, um 20 Uhr im Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte der Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststr. 7, Eintritt frei! Spenden erwünscht!

Diskussions- und Filmabend mit Selma Cakir Kociva (Schriftstellerin) und Mahir Yildiz (Buchautor) Gezeigt wird der Film "Wo werden wir sterben?" von Cengiz Kibaroglu. Die Zukunft der etwa 500.000 Lasen in der Türkei ist ungewiss. Zwar wurden sie von blutigen Konflikten, wie sie in der Vergangenheit den kurdischen, armenischen oder griechischen Bevölkerungsgruppen widerfuhren, verschont. Doch sie sind zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt, da die türkische Regierung sie nicht offiziell als ethnische Minderheit anerkennt. Die Sprache der Lasen, Lazuri, darf nicht in Schulen unterrichtet werden, ihre Kultur darf nicht öffentlich praktiziert werden. Ohne politische Repräsentanten und internationale Unterstützung droht den Angehörigen dieses kleinen südkaukasischen Volkes der Verlust ihrer Identität. Die Lasen führen ihre Geschichte auf das antike Königreich Kolchis zurück, das sich etwa ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entlang der Schwarzmeerküste über Teile des heutigen Georgiens und im Nordosten der Türkei erstreckte. Der Großteil der Lasen lebt heute im Nordosten der Türkei in den Provinzen Trabzon, Artvin und Rize. Weitere kleine Gruppen gibt es in Georgien oder in Europa. In Europa bezeichnen sie sich meist als türkische Einwanderer aus Angst vor Diskriminierung. Ihre Sprache Lazuri gehört neben Georgisch, Swanisch und Mingrelisch zu der südkaukasischen Sprachfamilie. Die meisten Lasen sind sunnitische Muslime. Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert für die Lasen in der Türkei sprachliche und kulturelle Rechte. Diese sollen in der Verfassung verankert werden. Zudem soll der türkische Staat als Wiedergutmachung für die Jahrzehnte andauernde Diskriminierung der Volksgruppe die Förderung der lasischen Sprache und Kultur finanziell unterstützen.

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Minderheiten im Kosovo: verfolgt, vertrieben, vergessen

11.1.08 / Die GfbV plant für die kommenden Monate Informationsveranstaltungen in loser Folge zur Situation ethnischer und religiöser Minderheiten in aller Welt.

Am 17. Januar 08 um 19 Uhr findet die erste Veranstaltung in dieser Reihe statt: Vortrag und Filmvorführung Minderheiten im Kosovo: verfolgt, vertrieben, vergessen

Was wird aus dem Kosovo? Ein unabhängiger Staat, so wie es sich 90 Prozent der Bevölkerung -- die Kosovo-Albaner -- wünschen, oder eine autonome Provinz, die zum serbischen Staat gehört? Monatelang wurde über diese Frage debattiert. Auch die Repräsentanten der serbischen Bevölkerungsgruppe des Kosovo haben an den Verhandlungen teilgenommen. Doch was aus den Angehörigen der anderen Minderheiten wird, wer ihre Rechte verteidigt und schützt, wurde nicht verhandelt. Nachdem mindestens schon drei Viertel der vor der Nato-Intervention 1999 noch rund 150.000 Roma, Aschkali und "Kosovo-Ägypter" von nationalistischen Albanern vertrieben wurden, fürchten jetzt die letzten Angehörige dieser Volksgruppe, das gleiche Schicksal zu erleiden. Viele von ihnen sitzen schon "auf gepackten Koffern". Wie verzweifelt die Lage der meisten Minderheitenangehörigen tatsächlich ist, wird der Leiter des Kosovo-Teams der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Paul Polansky, am 17. Januar berichten. Gezeigt wird auch sein preisgekrönter Dokumentar-Film "Gypsy Blood". Haus für Haus, Ort für Ort dokumentiert Polansky seit acht Jahren für die GfbV was den Roma, Aschkali und "Ägyptern" im Kosovo widerfährt. Schutzlos in wenigen Enklaven oder Flüchtlingslagern zusammengedrängt, erhalten sie kaum noch humanitäre Hilfe. Der Zugang zum Arbeitsmark, zum Gesundheits- und Sozialwesen sowie zum Bildungssystem bleibt ihnen verwehrt.

Gegen die Abschiebung von Roma

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Innenministerkonferenz in Hamburg am 27.5.10 eine Erklärung gegen die Abschiebung von Roma aus dem Kosovo überreicht. Bei der Preisverleihung des Göttinger Friedenspreises 2010 an PRO ASYL e.V. wurde eine gemeinsame Stellungnahme ehemaliger Preisträger zur aktuellen Lage der Roma in Deutschland angeregt. Die GfbV (mit dem Friedenspreis 2003 ausgezeichnet) hat daraufhin die entsprechende Göttinger Erklärung vorbereitet. Die Erklärung soll auf die gnadenlose Praxis der deutschen Ausländerbehörden gegenüber Roma aus dem Kosovo, aber auch auf die katastrophale Lage dieser Minderheit im Kosovo aufmerksam machen.

GÖTTINGER ERKLÄRUNG (27.5.10)

In der Tradition der Göttinger Sieben und der Göttinger Achtzehn appellieren die Träger des Göttinger Friedenspreises und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland an den Deutschen Bundestag und die deutsche Bundesregierung, die rund 10.500 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo nicht abzuschieben und ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland zu gewähren.
Im Kosovo waren deutsche Truppen im Frühjahr 1999 zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland an einer kriegerischen Auseinandersetzung beteiligt: an den Nato-Luftangriffen auf militärische Ziele in Restjugoslawien. Im Juni des gleichen Jahres wurde der Kosovo von NATO-Truppen besetzt und eine Million albanische Vertriebene und Flüchtlinge konnten in ihre Heimat zurückkehren. Die Mitglieder einer Fact-Finding-Mission der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wurden dort dann Zeuge, wie viele der bis dahin verfolgten Albaner selber zu Tätern wurden und sich gegen die farbigen Minderheiten der Roma und Aschkali wandten. Über 70 ihrer 75 Stadtteile und Dörfer wurden von albanischen Extremisten zerstört oder niedergebrannt. Roma und Aschkali wurden misshandelt, gefoltert, entführt, vergewaltigt oder gar ermordet. Ungezählte Flüchtlinge ertranken in der Adria. Seit 1999 sind aus dem Kosovo vier Fünftel der ehemals rund 150.000 Roma und Aschkali geflüchtet oder wurden vertrieben. Tausende Angehörige dieser beiden ethnischen Gemeinschaften hatten schon Anfang der 1990-er Jahre vor der Repression der Milosevic-Truppen die Flucht ergriffen.
Seither leben etwa 30.000 Roma aus dem Kosovo in Deutschland als Flüchtlinge. Rund 10.500 von ihnen droht die Zwangsabschiebung, obwohl ihre Kinder hier geboren oder bei uns aufgewachsen sind. Diese Flüchtlingskinder sprechen Deutsch als Muttersprache, oft mit regionalem Akzent. Für ihre Integration haben sich Lehrer, Sozialarbeiter, Geistliche, christliche Gemeinden, Flüchtlingsräte, Menschenrechtler sowie viele andere Bürger engagiert und für ihre Eingliederung materiell und ideell unendlich viel geleistet.
Deutschland steht gegenüber der Roma-Minderheit aus dem Kosovo in doppelter Pflicht. Zum einen wurden hunderttausende Sinti und Roma Opfer des Holocausts. Zum anderen haben auch deutsche NATO-Truppen nach dem Sieg über Serbien im Sommer 1999 die Vertreibung der Roma durch albanische Extremisten hingenommen. Diese Flüchtlinge sind uns jetzt anvertraut. Wir dürfen sie nicht aus dem Lande jagen. Deutsche Gesetze haben den Betroffenen nicht einmal eine mittelfristige Lebensplanung zugestanden. Sie erhielten weder Arbeit noch durften ihre Kinder einen Ausbildungsplatz antreten. Es war ihnen untersagt, ihren jeweiligen Landkreis zu verlassen. Die erzwungene Untätigkeit - oft über viele Jahre - trieb viele in Depression und Hoffnungslosigkeit. So ist ein Teufelskreis entstanden. Von den neuen Bleiberechtsregelungen können nur wenige profitieren.
Entgegen den Lageberichten des Auswärtigen Amtes ist die Situation der Roma-Minderheit im Kosovo laut Menschenrechtsorganisationen, aber auch nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, des Europarats und der OSZE erschreckend: Menschenrechtsverletzungen an Roma sind häufig, werden aber nicht angezeigt. Fast alle Roma sind arbeitslos. Gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquoten für Minderheitenangehörige werden missachtet. Die Ernährung der meisten Roma-Kinder ist völlig unzureichend. Für schulische Bildung wird nicht ausreichend gesorgt. Eine angemessene medizinische Versorgung ist auch für Rückkehrer unerschwinglich. Alte und Schwerkranke befinden sich in einer hoffnungslosen Situation.
Angesichts dieser unerträglichen Situation und eingedenk der Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma durch das NS-Regime fordern wir die Bundesregierung und die Bundesländer auf, eine Kontingentlösung für die rund 10.500 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo durchzusetzen und so ein Zeichen des guten Willens für diese existenziell bedrohte Minderheit zu setzen. In diesem Zusammenhang erinnern wir an vorbildliche Lösungen für andere Gemeinschaften wie die 200.000 Juden und die zwei Millionen Russlanddeutschen aus den GUS-Staaten.
Wir wenden uns entschieden gegen eine Zwangsabschiebung der Roma aus dem Kosovo in der Hoffnung, dass die Solidarität der Bürger Göttingens, einer der Tradition des Humanismus verpflichteten Stadt, auf andere Städte und Kommunen überspringt, in denen Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo leben. So wollen wir dazu beitragen, dass diese Menschen in Deutschland bleiben dürfen.

Göttingen, den 27. Mai 2010
Für die Gesellschaft für bedrohte Völker: Tilman Zülch
Für das Komitee zur Verleihung des Göttinger Friedenspreises der Dr. Roland Röhl Stiftung: Prof. Dr. Jürgen Schneider
Unterzeichnende Preisträger des Göttinger Friedenspreises: 1999 Prof. Dr. Dieter Senghaas 2000 Prof. Dr. Franz Fujara, Prof. Dr. Dirk Ipsen, Dr. Giorgio Franceschini, Prof. Dr. Wolfgang Bender von der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit der Technischen Universität Darmstadt (IANUS) 2001 Dr. Elisabeth Niemann 2003 Tilman Zülch für die Gesellschaft für bedrohte Völker 2004 Abt Benedikt Lindemann 2005 Forum Ziviler Friedensdienst 2006 Internationale Gärten Göttingen e.V. + Stiftung Interkultur 2007 Bürgerinitiative FREIe HEIDe 2009 Andreas Zumach 2010 PRO ASYL

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Wer sind die Kopten und warum werden sie verfolgt?

Vortrag des Erzbischofs der Koptischen Kirche in Deutschland, Anba Damian am 15. April 2010, um 20 Uhr Gesellschaft für bedrohte Völker, Geiststraße 7 Eintritt frei.

9.4.10 / Terror und Gewalt prägen den Alltag der Kopten in Ägypten. Anfang März wurden Angehörige dieser christlichen Religionsgemeinschaft Opfer von pogromartigen Übergriffen: 2000 bis 3000 Islamisten skandierten nach der Freitagspredigt im nordägyptischen Küstenort Mersa Matrouh radikale Parolen, warfen Steine nach den Gläubigen, verwüsteten einige Häuser und Geschäfte oder brannten sie nieder. Gewalttätige Angriffe auf Kopten in Ägypten bis hin zu Morden und Vergewaltigungen hätten stark zugenommen, beklagte ein Vertreter der Koptischen Kirche in Deutschland gegenüber der GfbV. "Auch unsere Kirche leidet sehr. Gotteshäuser werden immer wieder von Extremisten niedergebrannt." Christen stellen mit acht bis zehn Millionen Menschen mindestens zehn Prozent der etwa 79 Millionen ägyptischen Staatsbürger. Die meisten Christen sind Kopten. Sie gehören vor allem der orientalisch-orthodoxen Kirche an. Es gibt aber auch einige koptische Katholiken. Die griechisch-orthodoxen, griechisch-katholischen und protestantisch-arabischen Christen bilden jeweils nur kleine Gemeinschaften. Im ägyptischen Parlament sind die Kopten unterrepräsentiert: von insgesamt 440 Abgeordneten stellen sie nur vier.

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Victor-Gollancz-Preis 2009

Die GfbV vergibt den Victor-Gollancz-Preis seit dem Jahr 2000. Er ist 2009 mit einem symbolischen Preisgeld von je 2.500 Euro verbunden. Unter den bisherigen Preisträgern sind die Mütter von Srebrenica (Bosnien), der frühere russische Menschenrechtsbeauftragte Sergej Kowaljow und Dr. Halima Bashir (Darfur/Westsudan). Der Preis ist nach dem britisch-jüdischen Humanisten, Verleger und Schriftsteller Victor Gollancz (1893-1967) benannt, der Zeit seines Lebens Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt machte und Hilfe für Überlebende mobilisierte. Der Preis wird im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der GfbV verliehen, zu der am 14. und 15.11.2009 rund 150 Delegierte in Göttingen erwartet werden. Sie werden in Arbeitsgruppen über Strategien künftiger GfbV-Menschenrechtskampagnen diskutieren.
In einem öffentliche Festakt am Samstag, den 14.11.2009, um 10.15 Uhr in der früheren Turnhalle der -Universität, Geiststraße 6. wird der Katholische Indianermissionsrat CIMI aus Brasilien und die russische Menschenrechtsorganisation MEMORIAL den Victor-Gollancz-Preis 2009 erhalten,

Für den katholischen Indianermissionsrat CIMI aus Brasilien wird dessen Generalsekretär José Eden Pereira Magalhães (Brasilia), den Preis entgegennehmen. 1972 von der Brasilianischen Bischofskonferenz gegründet und von Befreiungstheologen getragen, arbeiten heute mehr als 300 Laien, Ordensleute und Priester für CIMI. Sie scheuen keine Strapazen, sich persönlich ein Bild von den Problemen indigener Gemeinschaften auch mitten im unzugänglichen Amazonasgebiet zu machen. Sie notieren Klagen und Vorwürfe der Indianer gegen Eindringlinge, dokumentieren Landrechtsverletzungen, entwerfen zusammen mit Betroffenen Strategien des Widerstandes, treten bei Behörden oder in politischen Gremien als ihr Anwalt auf und suchen weltweit Verbündete für die Ureinwohner.

MEMORIAL bekommt die Auszeichnung als "Verneigung vor dem beispiellosen Mut ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für ihr aufopferungsvolles Menschenrechtsengagement in einer feindlich gesinnten Umgebung täglich ihr Leben riskieren". Die russische Menschenrechtsorganisation wurde während der Perestroika 1988 gegründet und besteht heute aus 80 unabhängigen Organisationen vor allem in den GUS-Staaten. Memorial widmet sich sowohl der Bewältigung der stalinistischen Vergangenheit als auch der Recherche, Dokumentation und Veröffentlichung gegenwärtiger Menschenrechtsverletzungen u.a. in Tschetschenien und Inguschetien. Mitarbeiter werden deshalb immer wieder mit dem Tod bedroht. Auch die beiden Mordopfer Anna Politkowskaja und Natalja Estemirowa arbeiteten für MEMORIAL

11.11.09/ Aktuelle nachträgliche Meldung: Memorial-Preisträger vor Gericht
Wenige Tag bevor der Vorsitzende der renommierten russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL, Oleg Orlow, den Victor-Gollancz- Preis der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen entgegen nimmt, steht er in Moskau vor Gericht. "Er muss sich in einem strafrechtlichen Verfahren wegen Verleumdung verantworten, weil er den gefürchteten tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow in Verbindung mit dem Mord an seiner Mitarbeiterin Natalja Estemirowa gebracht hat. Kadyrow, der in Tschetschenien ein Terrorregime führt, klagte gegen den Menschenrechtler. In einem ersten zivilrechtlichen Prozess wurden Orlow und seine Organisation bereits zu Geldstrafen verurteilt. Am 12. oder 13. November findet das strafrechtliche Verfahren statt. Angesichts der international umstrittenen russischen Gerichtsbarkeit wäre eine Haftstrafe für den international angesehenen Menschenrechtler nicht unwahrscheinlich."

7. 12.08, Aula am Wilhelmsplatz 10-14 Uhr
Festakt zum 40- jährigen Bestehen der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

pm 3.11.08 / "Die Gesellschaft für bedrohte Völker feiert dieses Jahr ihr 40 jähriges Bestehen. Wir möchten auf vier Jahrzehnte Menschenrechtsarbeit zurückschauen. "Von Biafra bis Darfur" lautet unser Rückblick, hier erzählen Vertreter von Bürgerrechts-, Menschenrechts- und Widerstandbewegungen sowie Zeitzeugen aus Ihrer Sicht über Ihre Vergangenheit und die Arbeit der GfbV in Biafra, Südsudan, Darfur, Irakisch-Kurdistan, Afghanistan, Guatmela, USA, Tibet, Tschetschenien, Ruanda, Bosnien u.a.. Begleitet werden diese Berichte von einer Projektion historischer Fotos und von Filmausschnitten von Aktionen, Demonstrationen und Begegnungen, Dokumenten und Statements. Eingerahmt werden diese Berichte durch internationale Musik (u.a. African Culture Group), Festreden von Marieluise Beck (Mitglied des Deutsches Bundestags) und Dr. Christian Schwarz- Schilling(Bundesminister a.D.). Abgerundet wird der Festakt mit kulinarischen Spezialitäten aus verschiedenen Weltregionen."

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Afghanistan
Warlords im Visier"

24. März 2010 Victor-Gollanz-Haus: Geiststraße 7, um 19:30 Uhr "Afghanistan - Warlords im Visier" Vortragsabend mit dem ARD-Radio-Journalisten Marc Thörner und dem GfbV-Referenten Tillmann Schmalzried über die verdrängte zweite Front des Afghanistankonfliktes, den Kampf gegen die Warlords. Dabei gefährdet besonders diese mächtige Gruppe den Aufbau eines Rechtsstaates - sie lassen Kritiker und ethnische Minderheiten verfolgen. Durch Drogen-,Waffenhandel und bewaffnete Milizen gefährden sie gleichzeitig die Sicherheitslage in Afghanistan. Als Gouverneure sind sie sowohl zu Partnern der vor Ort tätigen NGOs als auch der ausländischen ISAF Truppen sowie Teil der afghanischen Regierung geworden. Deutschland kooperiert eng mit den Kriegsfürsten und schaut bei Menschenrechtsverletzungen im eigenen Zuständigkeitsbereich weg. Die jetzige Afghanistanstrategie der Bundesregierung bietet keine Lösungsansätze für eine Eindämmung der durch den Machtmissbrauch der Warlords geschaffenen Probleme. Der Einfluss der Warlords wird in der deutschen Presse und Politik nur selten thematisiert und ist der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt. Marc Thörner füllt diese Lücke. Er wird unter anderem aus seinem neu erschienenen Buch "Afghanistan Code" (Edition Nautilus) lesen und von seinen Recherchen in Afghanistan für das Radiofeature "Morde im Norden" berichten. (Sein Feature "Wir respektieren die Kultur", das der Arbeit an dem Buch voranging, wurde mit dem Otto-Brenner Preis für kritischen Journalismus 2009 ausgezeichnet.). Tillmann Schmalzried wird über seine Arbeit für afghanische Menschenrechtler informieren und auf Hintergründe der Warlordherrschaft eingehen. Gemeinsam werden beide mögliche Lösungsansätze diskutieren und Fragen des Publikums beantworten. Der Eintritt ist frei. > Afghanistan-Seite in GOEST

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Indianer
Der Bison kehrt zurück" Vortrag des Lakota-Indianers Henry Red Cloud (10.3.10)

Mittwoch, 4. März 2009 um 20 Uhr, Auf seiner Vortragsreise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz macht Henry Red Cloud, in 5. Generation Nachfahre des berühmten historischen Chief Red Cloud, am kommenden Mittwoch (10. März) in Göttingen Station. Er wird uns von dem Leben auf der Reservation, der Lakota Kultur und seinen Erfahrungen mit der Bisonzucht sowie den Projekten zur Landnutzung des traditionellen Landes seines Volkes berichten. Vor Schülern des Göttinger Felix-Klein-Gymnasium wird er am folgenden Tag einen Vortrag halten und dann am Nachmittag das Bioenergiedorf Jühnde besuchen.
Begleitet wird er von David Bartecchi, dem Direktor der US-amerikanischen NGO Village Earth, der die Lakota in der Durchführung ihrer Projekte berät, und dem Filmemacher Ralf Kracke-Berndorff, der seinen neuesten Dokumentarfilm zu diesem Thema präsentieren und übersetzen wird. Im Anschluss daran bietet sich Gelegenheit zur Diskussion, sowie zum Kauf von indianischem Kunsthandwerk, DVD's etc. Über 60 Prozent des in Lakota-Besitz befindlichen Landes wird über das BIA (Büro für Indianerangelegenheiten) zu Spottpreisen an weiße Rancher verpachtet, während über 70 Prozent der Lakota unterhalb der Armutsgrenze leben. Einige von ihnen packen das Elend nun aktiv an und wollen sich mit Hilfe des Bisons eine neue wirtschaftliche Zukunft erschließen.

Village Earth setzt sich dafür ein, der Ausbeutung ökonomischer wie natürlicher Ressourcen auf der Lakota-Reservation ein Ende zu setzen, indem es den Lakota Ranchern. Bei der Rückgewinnung ihrer Landtitel juristisch berät und unterstützt. Dieses sehr bürokratische Verfahren dauert zwischen einem und eineinhalb Jahren. Insgesamt hat Village Earth bis heute über 75 Bisons auf der Pine Ridge Reservation angesiedelt und den Familien übergeben. Fünf Lakota Bison Rancher haben sich offiziell zur "Lakota Bison Caretaker Association" zusammen geschlossen. Gemeinsam arbeiten sie mit Village Earth daran einen Businessplan zur Vermarktung des Bisonfleisches zu erarbeiten. Sie wollen sich auf eigenem Land eine Existenz aufbauen. Ihre Pläne reichen von weiteren Bisonzuchten über Gartenbau bis hin zu Pensionen für Ökotourismus.
>>
http://www.redcloud.net.tc / http://www.villageearth.org

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Victor-Gollancz-Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker Geiststraße 7 , 3.3.08 , 20 Uhr
Kahlschlag im Amazonas-Regenwald Indigene Völker in Brasilien kämpfen ums Überleben

Veranstaltertext : "Es berichten Almir Suruí, Sprecher der nur höchstens noch 350 Suruí-Indianer im brasilianischen Bundesstaat Rondônia und Vorsitzender ihrer Organisation "Metareilá" sowie Direktor der Umweltabteilung beim "Dachverband der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets" (COIAB) und Dr. Márcio Meira, Präsident der staatlichen Behörde Brasiliens für indigene Angelegenheiten (FUNAI). Das Überleben der Surui-Indianer, die sich selbst Paiter nennen, ist extrem gefährdet. Beinahe wäre ihnen in Rondonia der erste Kontakt mit Weißen 1968 zum Verhängnis geworden. Durch eingeschleppte Krankheiten starben damals in kürzester Zeit 95 Prozent der rund 5.000 Surui. Nur 250 überlebten. Seit dieser Katastrophe hat sich die Zahl der Surui kaum erhöht. Jetzt ist ihre kleine Gemeinschaft erneut bedroht. Illegale Holzfäller und Viehzüchter drängen in ihr Gebiet, das auch für den Bergbau interessant ist. Die Errichtung eines Wasserkraftwerks am Rio Madeira und einer Gaspipeline von Urucu gefährdet sie zusätzlich. Doch gegen diese neuen Gefahren haben die Surui Gegenstrategien entwickelt und sich starke Partner gesucht: In Zusammenarbeit mit Google Earth ermitteln sie, wo auf ihrem Gebiet illegal Holz eingeschlagen wurde, und gemeinsam mit dem brasilianischen Umweltministerium und der FUNAI führen sie Wiederaufforstungsprogramme durch. Denn immer schneller fällt der Amazonas-Regenwald den Kettensägen legaler und illegaler Holzfäller zum Opfer. Je höher der Weltmarktpreis für Soja oder Zuckerrohr steigt, umso mehr dehnen sich die Plantagen auch auf indianisches Land aus. Denn beide sind wichtige Rohstoffe für den weltweit boomenden Markt für Biodiesel und Ethanol. Riesige Waldflächen verschwinden auch in Stauseen oder werden für Viehweiden abgeholzt. Eintritt ist frei."

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Benennung des Gebäudes nach Victor Gollancz
und ein merkwürdiges Informationsblatt

Der Eröffnungstag lag auf dem Feiertag Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag der diesmal auf den 22 September fiel - ein eher unbeabsichtigeter Zufall, der verhinderte, dass ein eingeladener jüdischer Repräsentant teilnehmen konnte. Das Haus wurde mit der Eröffnung zum "Victor Gollancz-Haus" benannt. Victor Gollancz, geb. 1893 war ein jüdischer Verleger in England, im GfbV-Infoblatt als "radikaler Humanist" benannt, der schon 1933 minutiös die Verbrechen von Hitler dokumentierte als noch viele Regierungen mit Hitler diplomatischen Umgang pflegten. In dem Info-Blatt der GfbV wird darüberhinaus aber ausführlich berichtet, dass Victor Gollancz sich auch für die humane Behandlung der deutschen Zivilbevölkerung nach 1945 einsetzte: "nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wandte er sich leidenschaftlich gegen die Kollektivschuld der Deutschen, führte Kampagnen gegen den Hunger und veruteilte die Massenvertreibungen". Ebenso wird im Infoblatt darauf hingewiesen und ausführlich zitiert, wie er die Brutaltiät in der Vertreibung der Deutschen und die "Situation sudetendeutscher Häftlinge in einem tschechischen KZ geschildert" hat.

Diese Darstellungen legen einen Bezug zur Diskussion um ein "Zentrum für Vertreibung" nahe. das Der Bund der Vertriebenen hatte sich für die Errichtung eines solchen Zentrum in Berlin ausgesprochen und dies wurde dann vom Generalsekretär der GfbV Tilman Zülch unterstützt. Dies hatte zu vehementer Kritik geführt.
Wenn mit der Inanspruchnahme der Erinnerung an Victor Gollancz als Jude, Gegner von Faschismus und Nationalismus, Humanist und Verfechter der Menschenrechte dessen Thematisierung von Vertreibungen der Deutschen nach 1945 derart hervorgehoben wird, drängt sich die Überlegung auf, dass damit unausgesprochen eine flankierende Legitimation der Position Zülchs in Bezug auf das "Zentrum für Vertreibung" erfolgen soll.

Siehe hierzu auch den Konflikt Antifa - GfbV im Jahre 2003. Im selben Jahr entstand auch der Text zu dem Infoblatt als die GfbV damals einen Victor-Gollancz-Menschenrechtspreis erstmalig ausrief.

Offener Brief der GfbV zum Afghanistan-Sonderparteitag der Grünen
GfbV für appelliert an die Grünen, für ISAF,OEF und Tornados zu stimmen

Beim Sonderparteitag der Grünen in Göttingen veröffentlichte die GfbV einen Offenen Brief an die Delegierten und forderten "Die Menschenrechtler appellierten (..) an die anreisenden Delegierten, für eine Fortsetzung des ISAF-Einsatz zu stimmen". Wörtlich heisst es darin u.a. "Ohne Sicherheit gibt es keinen Wiederaufbau. Ohne Wiederaufbau werden Krieg und Gewalt eskalieren. Daher muss der ISAF-Einsatz fortgeführt werden. Auch der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Joschka Fischers Weggefährte Tom Koenigs, warnt vor den unabsehbaren Folgen eines ISAF-Abzugs. Doch eine Kurskorrektur ist notwendig, um dieses Engagement glaubwürdiger zu machen. (...) Beim Einsatz ausländischer Soldaten wird schon lange nicht mehr zwischen ISAF und dem Antiterror-Einsatz Operation Enduring Freedom (OEF) unterschieden. Daher macht es wenig Sinn, nur das ISAF-Mandat zu verlängern und dem OEF die Zustimmung zu verweigern. " (unterschrieben von Generalsekretär Tilman Zülch)
Zwar werden diese Apelle eingekleidet in die Forderung dass gleichzeitig alles anders werden müsse, aber Fakt bleibt der Aufruf, dass die Grünen dafür stimmen sollen.

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Info-Aktion vor Jacobikirche : Hilfe für Kindersoldaten in Uganda

Am Mittwochnachmittag (30.11.05) fand bundesweit in verschiedenen Städten die Weihnachtsaktion der Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker statt, so auch in Göttingen. Das diesjährige Thema war die Flucht ugandischer Kinder vor der Zwangsrekrutierung durch Rebellentrupps. In Uganda werden Kinder entführt, misshandelt und gezwungen, als Soldaten zu kämpfen. Um diesem Schicksal zu entgehen, machen sich Abend für Abend Kinder in Scharen auf den Weg in größere Städte, um die Nacht dort zu verbringen, weil die Rebellentrupps nachts ihre Dörfer überfallen.


Infoaktion zur Situation der Kindersoldaten in Uganda

Auf diese "Märsche" möchte die Gesellschaft für bedrohte Völker aufmerksam machen und appelliert mit einer Postkartenaktion an die EU, sich für die Kinder in Uganda einzusetzen. In der Göttinger Innenstadt vor der Jakobi-Kirche wurde ein symbolisches Nachtlager errichtet, mit afrikanischer Musik und einer Videopräsentation wurden Passanten neugierig gemacht. Trotz Eiseskälte und Konkurrenz durch die Attraktionen des Weihnachtsmarkts fand die Aktion Aufmerksamkeit, es wurde großzügig gespendet und vor allem konnten viele Unterschriften für die Postkartenaktion gesammet werden. Filmempfehlung zu dieser Thematik: "Lost Children"


Protest gegen die Vergiftung des Trinkwassers der Mapuche-Indianer in Chile

13.4.05 informierte die GfbV im Rahmen der Aktionswoche "Für globale Gerechtigkeit" mit Flugblättern und szenischen Darstellungen über das Schicksal der Mapuche Indianer in Chile . Die Aktion konnte nicht wie vorgesehen auf dem Marktplatz durchgeführt werden sondern wurde von den Ordnungsbehörden an die Jacobikirche verschoben.
Infotext der GfbV zu der Aktion: "Das indigene Volk der Mapuche (Mapu=Erde; Che=Leute) in Chile hat im Zuge der massiven Subventionierung der Holzwirtschaft bis jetzt mehr als 70 Prozent ihres historischen Territoriums, was rund 1,4 Mio. Hektar entspricht, verloren. Vor allem transnationale Konzerne wie Mininco und Bosques Arauco S.A. holzen die Urwälder ab und ersetzen sie durch Monokulturen aus Kiefern und Eukalyptus. Die Folgen sind Bodenerosion und Verseuchung des Grundwassers durch den Einsatz von Pestiziden.


Die Vergiftung des Trinwassers der Mapuche-Indianer durch Profiteure der Holzindustrie wird von den vier Personen links in Szene gesetzt. Der vergiftete Fluß wird durch eine blaue Plastikplane symbolisiert aus dem die Mapuche trinken müssen..

Für die 350 000 der 1 Million chilenischen Mapuche bedeutet die Zerstörung ihres Lebensraumes die Entstehung sozialer und ökonomischer Probleme. Neue Arbeitsplätze werden dadurch kaum geschaffen, ganz im Gegensatz dazu werden die Wirtschaftsmöglichkeiten der Mapuche- Bauern drastisch eingeschränkt. Dieses Vorgehen der Forstunternehmen zwingt die Mapuche dazu durch Landbesetzungen ihre historischen Ansprüche auf das Land geltend zu machen. Der chilenische Staat unterdrückt in der Folge jede Bewegung mit Hilfe der Justiz, der Polizei und zunehmend auch paramilitärische Kräfte. Während die USA und die EU mit neuen Handelsabkommen politisch und finanziell in die Expansion der Forstproduktion in Chile investieren, fordern die Mapuche Schutz von Primärwäldern und die Einführung von Restriktionen für die Anlage von Monokulturen für die Holzproduktion."

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