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Ausstellungsbericht
Günter Grass
"Bronzen, Terrakotten,
Arbeiten auf Papier" Ausstellung in der Paulinerkirche/Göttingen geöffnet bis 19 September
2004
22.8.04
/ Günter Grass schreibt nicht nur, sondern zeichnet auch und Skulpturen modelliert.
Er hat auch eigentlich mit Graphik und Bildhauerei angefangen, das Handwerk zunächst
in einer Steinmetzlehre und später in einem Bildhauerstudium gelernt. Die
Ausstellung "Bronzen, Terrakotten, Arbeiten auf Papier" in der Paulinerkirche
zeigte die Dimension dieses Arbeitszweiges erst richtig in aller Breite Foto
rechts: Grass während der Ausstellungseröffnung Juli 2004 in Göttingen / Paulinerkirche | 
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Was man so am Verhalten des Mannes
mitbekommen konnte: eine beruhigend bescheiden gebliebene Art des Herrn Nobelpreisträgers.
Dagegen hat dann die lobhudelnde Rede einiger Eröffnungsredner z.B. wirklich genervt. Am
beeindruckendsten sind die Bronze-Skulpturen. Ein Diavortrag des Giessers Fritz
Albrecht (Altrandsberg/Bayern) während der Eröffnung gab einen Einblick in den
enormen Arbeitsaufwand und die handwerkliche Kunst, die nicht nur von Grass, sondern
auch von dessen Helfern bei der Erstellung der Bronzen gefordert wird.

Die Motive
lassen manchmal an Max Ernst erinnern - surrealistische Vermischung von Menschen
mit Tierkörpern - Menschenkörper aus dem ein Rattenkopf ragt, Frauenkörper gemischt
als Vogelwesen mit Schnäbeln. 

| Faszinierend
ist die Ausstellung auch, weil weil sie zeigt, wie er sich nicht um Grenzen schert
bei seinem künstlerischen Ausdruck. Keinerlei Schranken legt sich Grass auch bei
den Zeichnungen von sich liebenden Paaren auf.
Wie konnte ich den Pilz alias Phallus in der Ausstellung übersehen - Frauen erzählten
davon. Ich frage mich, ob es
eine Arbeit gibt, die sich dem Thema "Der Ekel im Werk von Günter Grass"
widmet, man denke an die Beschreibung des Aals im Pferdekopf. Dann
waren da noch Terrakotta-Objekte. Grass hat angeblich die ersten Seiten von "Die
Rättin" nicht auf Papier sondern in feuchte Tontafeln geritzt. |
Die
Sinnlichkeit wird noch einmal unterstrichen durch die Präsentation von Bronzen
mit Tanzenden und anderen sportlich-sinnlichen Betätigungen
 Ein Exemplar,
so ähnlich wie das tanzende Paar links, ca. 40 cm hoch war kurze Zeit später
in einer Göttinger Galerie für ca. 2500 Euro zum Verkauf angeboten worden.
Grass
erste Frau Anna war Tänzerin von Beruf und mit Sicherheit lässt sich vermuten,
dass auch Grass dem Tanz nicht abgeneigt ist. Die Sinnlichkeit des Günter Grass,
dies war die eigentliche Entdeckung der Ausstellung , dokumentiert in sichtbaren
zwei und dreidimensionalen Produkten. Und
dazu die eigene Ästhetik der Bronzen, dieses in verschiedenen Farben matt und
glänzend erscheinende massive Material dass die Schwere atmet.
 Bild links:
Fritz Albrecht während seines Diavortrages bei der Eröffnung der Ausstellung,
bei dem u.a. auch die Enstehung der Figuren im Bild rechts beschrieben wurde.
 Grass
während der Ausstellungseröffnung 2004
/
G. Schäfer zum
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