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© Impressum Hausbesetzung Am
Freitag den 7.1.05 gegen Mittag wurde versucht, eines der lange leerstehenden
Häuser im Fabrikviertel des Gallusparks zu besetzen. Das Haus steht mit einer
Reihe anderer Häuser auf dem Areal zwischen Galluspark/Boieweg und Fabrikweg.
Es handelt sich um Häuser im Wohnhausstil, die vor zig Jahren mal für Verwaltungsabteilungen
von Firmen benutzt wurden, inzwischen aber schon sehr lange
(!) bestimmt 15 Jahre, leerstehen.
Grundgesetz Artikel
14 [Eigentum; Erbrecht; Enteignung] Abs. (2) Eigentum verpflichtet.
Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. |
Zwar wird das Recht auf Eigentum sehr entschieden
geschützt aber um die Verpflichtung zu dessen sozialen Gebrauch wird sich im Falle
dauerhaft leerstehender Häuser nicht gekümmert.  BesetzerInnen
vor dem kurzzeitig besetzten Haus
Eines
dieser Häuser, das zu der unmittelbar daneben befindlichen Firma gehört, versuchte
nun eine Gruppe von ca. 25 Personen zu besetzen. transportierte Mobilar in das
Haus. Der Besitzer rief sofort die Polizei und stellte Strafantrag. Die Polizei
rückte zur Verteidigung der Eigentümerinteressen in erheblicher Stärke von mindestens
5 Mannschaftswagen an. Nachdem den BesetzerInnen zugesichert wurde, dass die
Strafanträge zurückgenommen werden begannen sie das Mobiliar wieder aus dem Haus
hinauszutransportieren. Allerdings entschied sich der Besitzer anschließend jedoch
wieder anders und hielt die Strafanträge aufrecht. Von drei (oder vier?) Personen
waren die Personalien erfasst worden. Hausbesetzungen
damals Hausbesetzungen in der Vergangenheit - d.h. vor
ca. 20 Jahren - war stets eine breite öffentliche Diskussion über den damals knappen
Wohnraum vorangegangen, die einen entsprechenden Legitimationsdruck erzeugte und
die Spekulation mit Wohnraum anprangerte.  | Das
Foto zeigt z.B. eine aufwändige Informationskampagne im Zusammenhang mit
Hausbesetzungen. Foto aus der ehemaligen
Göttinger Stadtzeitung , dort findet sich auch noch eine
Aufnahme von der Besetzung der Prager Schule damals |
Hausbesetzungen
heute? Auch heute könnte
dieser Legitimationsdruck entstehen, wenn Wohnraumbesetzungen oder Mietstreiks
in einem größeren Protestrahmen gegen die katastrophal niedrigen
Beihilfen zur Miete der Arbeitslosengeld2-Regelungen stattfinden würden. Denn
niemand kann eine Wohnung für 245 Euro incl. Betriebskosten in Göttingen für mehrere
Hundert Betroffene nachweisen. Der nun mehr stattgefundene Besetzungsversuch
war jedoch in der Aussenwahrnehmung losgekoppelt von Öffentlichkeitsarbeit und
sozialer Bewegung, isoliert auf die Bedürfnisse der besetzenden Gruppe ausgerichtet.
Die Besetzung war dem Vernehmen nach als ein politisches Zentrum und Wohnraum
für eine WG geplant gleichzeitig aber auch als Protest gegen Hartz4 gedacht. Das
konnte leider nicht verhindern, dass die ganze Aktion relativ isoliert ablief.  7.1.05
Die BesetzerInnen räumen das Haus wieder
Polizeibericht:
"Göttingen, Fabrikweg Freitag, 7. Januar 2005, gegen 12.15 Uhr Göttingen
(jk) Vier Personen der sog. linken Szene haben heute Mittag gegen 12.15
Uhr im Fabrikweg kurzfristig ein leer stehendes Haus besetzt. Eigenen Angaben
zufolge wollten die jungen Leute mit der Aktion ihren Unmut gegen die Hartz
IV-Regelungen und die damit verbundene Armut kundtun. Der Hauseigentümer
hatte kurz zuvor beobachtet, wie die Demonstranten in das unbewohnte Haus einbrachen
und anschließend diverse Möbel hineintrugen. Daraufhin verständigte er die Polizei.
Während der anschließenden Personalienfeststellung fanden sich ca. 35 weitere
Demonstranten auf dem Grundstück ein. Nach intensiven Gesprächen zwischen Eigentümer,
Hausbesetzern und Polizei räumten die jungen Leute gegen 16.45 Uhr freiwillig
Haus und Grundstück. Ihre Möbel nahmen sie wieder mit. Zu Zwischenfällen kam es
nicht." Tja aber der Eigentümer
hielt dann doch den Strafantrag aufrecht. Kommentar
eines Goest-Lesers (möchte anonym bleiben) 8.1.05 Aktuelles Thema
Hausbesetzung. Na endlich, war ja auch mal wieder fällig! Der letzte Besetzungsversuch
ist ja nun auch schon 'ne ganze Weile her. Und damit ist, göttingentypisch, offenbar
mal wieder einiges Wissen in Vergessenheit geraten. Ich hörte, die Vordiskussionen
zu diesem Projekt haben wochenlang gedauert .. warum dann ausgerechnet Hausbesitzer
Kohlmeyer, mit dem in den letzten 14 Jahren schon mehrfach schlechte Erfahrungen
gemacht wurden? Das muß daran liegen, dass das Haus so romantisch wirkt und auch
noch stadtnah ist ... Hat die Stadt nicht das eine oder andere leerstehende Haus,
das man bei entsprechender Konzeption auch 'ne ganze Weile hätte halten können?
(...) Mit dem Sofa auf den
Marktplatz Eine Woche später parallel
zur stattfindenden Montagsdemo am Marktplatz protestierten die HausbesetzerInnen
dann noch mit einer öffentlichen Aktion, transportierten Sofa, Teppich und
Essen zum Marktplatz und machten es sich in der öffentlichen, klimatischen
und sozialen Kälte gemütliche 
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