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Göttinger
Leinepegel mit aktuellen Wasserständen >>
Karte
mit Meßpunkten im niedersächsischen Flüssenetz (Hier kommt
am 28.7.10 Göttingen und Südniedersachens leider (noch?) nicht vor)
Sonst könnten auch die Daten der vorgelagerten
Pegelmeßpunkt Reckershausen oder nachgelagerten in Northeim abgerufen werden. Die Leine Zum
Namen: "Bei dem fast jährlich auftretenden Hochwasser gleicht das Tal
einem großen breiten See, wie denn der Name Leine von laginaha hergeleitet und
als Seefluß gedeutet wird." meinte Pastor Hans Ehlers in seinem Buch "Greene
im Wandel der Zeiten", (Hrsg. Heimat- und Verkehrsverein Greene e. V.
1967) Das paßt zwar zum Hochwasser, aber führt möglicherweise
in die Irre.
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Hochwasser
1981: 384 cm a.P. / NN + 144,27 m Hochwasserkatastrophe der Leine beginnt bei Überschreitung von 3,85 Meter Pegelstand. |
2009 The same procedure as every year : Der Sandweg ist überflutet - das Rinnsal "Flüthegraben" macht sich vorübergehend mächtig breit.
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Hochwasser September 2007 (29.9.07)
In der Nacht vom 28. auf 29.9.07 und am ganzen 29.9. produzierte ein kräftiger Dauerregen Hochwasser in ganz Südniedersachsen Kleine Kanäle bei der Merkelstraße oder Bäche wie die Grone bekamen plötzlich so viel Wasser, dass Strassen überflutet wurden und Keller voll liefen. Berufsfeuerwehr und 13 Freiwillige Feuerwehren waren zu ca. 100 Einsätzen unterwegs. In Hildesheim haben die Behörden am 30.9. sogar den Katastrophenfall ausgerufen, nachdem Deiche der Innerste gebrochen waren.
Die Bebauung der Leineaue ignoriert die Hochwassergefahr Zuschrift einer Leserin 30.9.07 : "heute vormittag war die Feuerwehr auch bei uns im Einsatz (Keller voll gellaufen) Jetzt sind sie im Neubaugebiet auf dem ehemaligen Steritex-Geläne und pumpen dort ab; wir als AnwohnerInnen haben ja damals schon Bedenken geäußert, ob auf dem Gelände eine solche Bebauung Sinn macht)" (A.M.) Man
darf sich wirklich fragen, welche Fehleinschätzung dazu geführt hat,
dass auf dem ehemaligen Schneeweissgelände Häuser in der Leineaue sehr
dicht am Wasser gebaut wurden. Wir haben eines der Musterhäuser am Ende des
Geländes besichtigt und nach der Hochwasserproblematik gefragt. Als Schutzmaßnahme
hat man dort auf den Keller verzichtet und es gab die Auflage, um das Haus herum
eine tiefe Kies- bzw. Steinschicht zu legen, damit das Wasser absickern kann.
Einige Häuser haben Keller und mußten laut Mitteilung einer Leserin
am 29.9.07 auch prompt usgepumpt werden. Auf einer Immobilienmakler-Informationsveranstaltung
wunderte sich ein fachkundiger Aussteller, wie für diese Häuser eine
Baugenehmigung erzielt werden konnte, allenfalls wäre dort doch nur eine
Pfahlbauweise angebracht gewesen. |
| Historische Hochwasserliste der Leine in Göttingen 1909,
3.2.09 Schneeschmelze, Hochwasserkatastrophe Im folgenden ein Bericht aus dem hervorgeht, wohin sich die Leine ihren Weg sucht in Göttingen (trotz Deichbau) weiß man, dass sich die Flüsse bei Flut die alten Wege bahnen.
Das Hochwasser im Februar 1909 Am
3. Februar 1909: Starker anhaltender Schneefall. Auf dem Hainberge liegt
eine 30 cm starke Schneedecke bei -5 Grad. Der Boden war gefroren. Plötzlich eingetretenes
Tauwetter am 3. Februar mit +5° C führt Hochwasser herbei. Die Leine tritt
in der Nacht vom 3./4. Februar aus ihren Ufern. Mit großer Schnelligkeit steigt
das Wasser. Gegen Mittag dringt das Wasser in die Straßen der Weststadt, so dass
ein Straßenverkehr unmöglich wird. Im Rosdorfer Weg, Schiefer Weg, Leinestraße
usw. können die Einwohner nur auf Kähnen das Haus verlassen. Besonders bedrohlich
gestaltet sich die Lage der Bewohner der "Stichnothschen Waschanstalt"
und der Maschmühle. Erstere werden durch das mutige Vorgehen des Bürgervorstehers,
Tischlermeister Lambach, der mit anderen mutigen Bürgern bis zum Stichnothschen
Hause auf einem primitiven Kahn vordringt, gerettet. In Göttingen war die kleine Leine über Nacht zu einem reißenden Strom geworden und hatte das ganze Tal unter Wasser gesetzt. Immer höher und höher stieg die Flut, mit ungestümer Gewalt brach sie in die Stadt hinein und eroberte eine Straße nach der anderen. Der Bahnhof und das Postgebäude waren vom Fußgängerverkehr völlig abgeschnitten. Bald drang das Wasser in das Bahnhofsgebäude ein und überschwemmte den zu den Bahnsteigen führenden Tunnel, . Bis an den Bauch im Wasser stapfend konnten die Pferde nur mit großer Anstrengung vorwärts gelangen.
Die Bürgerstraße, die
Wiesenstraße, die Angerstraße, Geiststraße, Neustadt, Alleestraße, Untere und
Obere Masch standen meterhoch unter Wasser. Die freiwillige Feuerwehr wurde alarmiert,
da einige Häuser einzustürzen drohten. Rasch waren die Mannschaften zur Stelle
und rückten in einzelnen Zügen nach der Groner Chaussee (heute: Groner Landstr.),
dem Rosdorfer Weg und der Wiesenstraße zur Hilfeleistung aus. In der letzteren
war eines der auf der rechten Seite befindlichen Häuser von den andrängenden Wassermassen
unterspült, so dass die Räumung des Hauses geboten erschien. Bis unter die Arme
im Wasser watend, drangen die Feuerwehrleute ins Haus, trugen Frauen und Kinder
auf den Schultern zu den in der Mitte der Straße haltenden Rollwagen, mit denen
die Gefährdeten in Sicherheit gebracht wurden. In großer Gefahr befanden sich
die Bewohner der Maschmühle, die durch Notflaggen und Notschüsse dringend Hilfe
verlangten. Sie mußten über 24 Stunden in dieser gefährlichen Lage ausharren,
denn erst nach vielstündiger, angestrengter Arbeit gelang es, ihnen Hilfe und
Rettung zu bringen. |
Gefährdungsabschätzung für Göttingen Nun
denkt man, ja da wurden ja Deiche gebaut und Überflutungsgebiete geschaffen. Das
stimmt nur teilweise. Ein Hochwasserschutzgutachten für Göttingen hatte festgestellt,
dass Göttingen nicht ausreichend gegen die Hochwassergefahr gesichert ist. Insbesondere
in Höhe "Schiefer Weg" könnte im Falle eines starken Hochwassers die
Flut über die Lotzestr. in die Innenstadt laufen. Die Firma Mahr dort wäre wahrscheinlich
unmittelbar gefährdet. Leserzuschrift 24.1.08 "hallo goest, ihr schreibt auf eurer hochwasserseite: "Insbesondere in Höhe "Schiefer Weg" könnte im Falle eines starken Hochwassers die Flut über die Lotzestr. in die Innenstadt laufen. Die Firma Mahr dort wäre wahrscheinlich unmittelbar gefährdet. " Nun ist aber der Schiefe Weg weit weg von Mahr und noch weiter Weg ist die Lotzestraße. Ich kann da keinen Zusammenhang erkennen. Vielleicht könnt ihr das ja nochmal erklären." Antwort: Die Firma Mahr hatte bereits Hochwasserschäden, deshalb waren Deicherhöhungen von der Stadt verlangt worden. Der Schiefe Weg ist historisch immer wieder Einfallstor bei Überschwemmungen gewesen. Obwohl Mahr und Schiefer Weg voneinander entfernt sind, liegen beide doch in der Nähe der Leine; soweit, so einfach: Für die Erklärung zur Lotzestraße müßte man noch mal tiefer in die Materie einsteigen und die ganzen Unterlagen der Stadt dazu durchforsten. Es gibt einen Hochwasserplan, auf dessen Grundlage damals die Gefährdungsbereiche im Artikel umrissen wurden.
** Leserzuschrift
21.8.11: Ursachen abgesehen von den Niederschlägen:
Verschlimmerung des Hochwassers durch folgende Faktoren:
Vorsorgender
Hochwasserschutz In den Berichten über die Flutkatastrophe an der Elbe wurde klar: dort wo die Flüsse einmal waren, können sie auch wieder hinkommen. Sedimentuntersuchungen, so Wissenschaftler im Nachhinein hätten zeigen können, wo das Elbwasser wieder hinkommt, wenn Hochwasser ist.
Landtagsanfrage zum Hochwasserschutz in Göttingen Kleine
schriftliche Anfrage Abg. Stefan Wenzel (Grüne) Hannover, den 03.09.02 Betr: Hochwasserschutz
am Oberlauf der Leine. Antwort: Landesregierung rechnet sich frei:
(12.9.02) Auf eine
Anfrage der Grünen im Bauausschuss am 22.8.02 antwortete die Verwaltung ua.: "Sollte
sich im Einzugsgebiet der Leine eine Abflusswelle ergeben, die einem 200- bis
500-jährigen Ereignis zugeordnet werden kann, so ist der Hochwasserschutz für
das Stadtgebiet nicht mehr gewährleistet". Nicht nur die an die Flussufer
angrenzende Stadtbereiche, sondern zusätzlich "die Bereiche
der Lotzestraße/Stegemühlenweg, große Teile der historischen Altstadt sowie die
Flächen zwischen Königsallee und Maschmühlenweg" wären in einem solchen Fall
überflutet. (Wer die Hochwasserdiskussion und Richtwerte-Fixiertheit noch mal nachlesen möchte, sei auf das Protokoll (pdf) über die 55. öffentliche Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag, den 8.9.2005 verwiesen). Straßen und Ackerland im Hochwassergebiet problematisch
In
der Vergangenheit sind sinnvolle Ansätze zur Renaturierung der Leineaue (so z.B.
im Grünkonzept 1987) nicht oder nur sehr unzureichend umgesetzt worden. Selbst
das Projekt "Rückhaltebecken Reinshof" wurde vom Land zwar für notwendig
erachtet, man scheute sich aber aus finanziellen Gründen es umzusetzen. Gleichzeitig
wird sich die Hochwassergefahr für Göttingen dadurch noch verschärfen, dass derzeit
mehrere (geplante) Straßenbauprojekte (neue B 80 bei Arenshausen/Kirchgandern,
A 38, Süd-Ost-Umgehung Rosdorf, Südumgehung Göttingen) in Überschwemmungsgebieten
der Leine oberhalb von Göttingen geplant sind. 15.03.2004
(PM Gruene) Mit
Unverständnis reagierte der Bundesumweltminister Jürgen Trittin auf die Entscheidung
des Ortsrats Geismar für den Bau einer Südostumfahrung Rosdorf zu stimmen: "Ich
kann nur an die Gemeinde Rosdorf appellieren die Bedeutung des Hochwasserschutzes
nicht auf die leichte Schulter zu nehmen." Indem die Gemeinde an den Plänen
einer Südostumgehung festhielte, die mitten durch das Überschwemmungsgebiet der
Leine führen solle, werde deutlich, dass man in Rosdorf die Augen vor den Gefahren
eines Hochwassers verschließe. "Angesichts der Flutkatastrophen der vergangenen
Jahre und den daraus entstandenen Schäden, kann man es nur als grob fahrlässig
bezeichnen, jetzt noch Straßen durch Überschwemmungsgebiete bauen zu wollen"
erklärt Trittin. "Es ist höchste Zeit, dass Rosdorf seine Pläne überdenkt
und an die Erkenntnisse der vergangenen Jahre anpasst, anstatt starrköpfig an
alten Konzepten festzuhalten." .
Schöpfwerk
/ Pumpstation
Der
negative Aspekt für die Weststadt im Bereich Blümchenviertel:
Hochwasserschutz-Maßnahmen 2.9.10 / Im Beisein Ministerialrat Peter Horn und Jana Freimann vom Referat Küsten- und Hochwasserschutz des Umweltministeriums sowie Angelika Oehmen vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz begannen die Arbeiten für die Fortsetzung des dezentralen Hochwasserschutzprogramms der Stadt Göttingen. Vorgesehen ist eine Erhöhung der Deiche auf der Ostseite der Leine um rund 50 Zentimeter. Verbunden wird die 470.000 Euro teure Maßnahme mit einer Umgestaltung der Uferräume. Dort sollen Bäume gepflanzt werden, Röhrichtflächen und Kiesbänke entstehen. In der Zeit von 2001 bis 2009 hat die Stadt Göttingen rund 3,9 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Das Land gewährte dafür bislang Zuschüsse von 2,8 Millionen Euro. Die in den vergangenen neun Jahren realisierten Schutzprojekte betrafen die Ost- und Westseite der Flüthe, ein Entlastungsbauwerk am Kiessee, ein Siel- und Schöpfbauwerk am Leinekanal, den Umbau der Wehranlage Walkemühle sowie neue Hochwasserschutzmauern. |