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Kurden in Göttingen

KurdInnen in Göttingen
Kommentar: Unterstützung der Kurden von Widersprüchen geprägt

Kurdische Musik 2016
Städtepartnerschaft mit der kurdischen Stadt Qamishlo angestrebt 2015
Kundgebung: PKK Verbündete im Kampf gegen den IS 2015
Göttinger Studierende aus Kurdistan protestieren gegen die Bombenanschläge
Aufwändige Aktion zur Entfernung von Plakaten und Transparent 2015
Nassan Ahmad, Außenminister des selbstverwalteten Kanton Kobanê 2015
Syrien: Eine Reise zu den eingekesselten Kurden von Afrin" 2015
Kobane Solidaritätsaktionen in Göttingen 2014
Staatsschutz wegen Fahne gegen Solidaritätsaktions-Anmelderin 2014/15
YXK macht auf Verfolgung der Eziden aufmerksam 2014
Demonstration und Protestcamp auf dem Rathausplatz 2014
Protestaktion während der Ratssitzung / 2014
Kampagne Halim Dener 2014
Demonstration gegen das PKK-Verbot 2013
Veranstaltungen zu den Frauen in Kurdistan2013
Demo und Unterdrückung verbotener Fahnen, Farben, Symbole 2011
MIN DÎT - Die Kinder von Diyarbakir - Film und Diskussion 2011
Bombardements im irakisch-kurdischen Gebiet 2007
Kurdisches Newrozfest 2003
Demo fordert "Freiheit für Öcalan" 2003
Protest gegen türkisches Staudammprojekt 2001

 

Kurdinnen und Kurden in Göttingen Anzahl nur schätzungsweise bekannt

Die Kurden als ethnische Gruppe umfasst weltweit laut GfbV mehr als 30 Millionen, es gibt auch Schätzungen von anderen Stellen über 40 Millionen. Die Mehrheit dieser "ethnischen Gruppe" ohne eigenen Staat verteilt sich auf Nord-Irak, Iran, Syrien und südliche Türkei (wo die meisten leben).

2001 lebten nach Auskunft des Ausländerbeauftragten ca. 30.000 - 40.000 Kurden in Niedersachsen. In der Göttinger Statistik werde Kurden nicht gesondert aufgeführt sondern den jeweilgen Nationalitäten zugeordnet. Sie sind also in den Göttinger Zahlen von 2006 für die Türkei (=1662), Irak (= 205), Iran (=332) , Syrien (=93) enthalten.
Die KurdInnen in Göttingen sind also eine unbekannte Teilmenge von den insgesamt 2300 Personen aus Regionen mit kurdischer Bevölkerung. Wir schätzen die Zahl der KurdInnen in Göttingen mal ganz unsicher auf ca. 600 Personen.

KurdInnen wenig offiziell erwähnt - aber seit 2012 im Integrationsrat
In der Liste ausländischer Gruppierungen und Migrantenorganisationen auf der Seite des >Integrationsrates findet sich keine einzige kurdische Organisation. Es werden dort türkische, chinesische, iranische griechische Gruppen usw. aufgeführt aber eben keine kurdische. Es gibt jedoch z.B. eine Deutsch-Kurdische-Freundschaftsgesellschaft" die zeitweise im Haus der Kulturen ansässig war und eine Organisation kurdischer Studierender.
Seit der Wahl zum Integrationsrat 2012 sind jedoch auch Vertreter der kurdischen Studierendenorganisation im Integrationsrat vertreten. Auf eine entsprechende Information in goest folgten aufgeregte Meinungsäußerungen aus der Umgebung des Integrationsrates. Siehe >Artikel auf der Integrationsratsseite

Autonome kurdische Region im Nordirak

25.9.17 / Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wird den ordnungsgemäßen Ablauf des Referendums über die Unabhängigkeit Irakisch-Kurdistans mit einem Wahlbeobachter in der Regionalhauptstadt Erbil, als auch in Dohuk überwachen.
Die GfbV begrüßte in einer Erklärung am 25.9.17 die in den letzten Tagen zwischen der Regionalregierung Kurdistans und Vertretern der ethnischen und religiösen Minderheiten ausgehandelten Regelungen zur regionalen Selbstverwaltung für Yeziden, christliche Assyrer/Chaldäer/Aramäer und andere Minderheiten, auch Vertretern der politischen Opposition seien weitreichende Garantien gegeben worden.

„Die westlichen Staaten müssen Irakisch-Kurdistan nachdrücklich vor Drohungen der Zentralregierung im Irak und der Regierungen des Iran und der Türkei in Schutz nehmen.“ Diese Staaten haben damit gedroht, den Luftraum über Irakisch-Kurdistan, die Landesgrenzen und den Transport von Erdöl zu blockieren. Die GfbV begrüßt, dass die Regionalregierung Irakisch-Kurdistans sich eindeutig zum Schutz der rund zwei Millionen im Land lebenden Flüchtlinge unabhängig von ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit bekannt hat. Der amtierende Präsident Masud Barzani appellierte am Wochenende an die Behörden und die Bevölkerung Irakisch-Kurdistans, die Flüchtlinge wie „ihre Brüder und Schwestern“ zu behandeln. „Unsere Menschenrechtsorganisation erwartet in dieser schwierigen Situation von Deutschland eine Verstärkung der humanitären Hilfe sowohl für die Flüchtlinge, als auch für die gesamte Zivilbevölkerung Irakisch-Kurdistans. In Irakisch-Kurdistan, das mit den umstrittenen Gebieten etwa 79.000 Quadratkilometer umfasst, leben etwa sechs Millionen Menschen, mindestens zwei Millionen von ihnen sind Flüchtlinge.

 

Autonome Kurdenregion in Nordsyrien


v.l.n.r.: Sirwan Haji Barko, Thomas Oppermann, GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido , Salaheddin Haj Rachid.
Pressegespräch am Montag, den 13. März 2017, um 11:00 Uhr ohne die Vertreterin von Rojava

Vertreter der kurdischen Autonomieregion Nordsyrien befanden sich Anfang 2017 auf einer Rundreise durch die Bundesrepublik um für eine Unterstützung der der deutschen Regierung für ihre Region zu werben.

Angekündigt waren sowohl für ein Pressegespräch morgens als auch abends für eine Podiumsdiskussion am 13.3.17:
-- Salaheddin Haj Rachid, Führungsmitglied der kurdischen demokratischen Partei in Syrien (Yekiti-Al wahda), Derzeitiger Vorsitzender ist Abdulhakim Baschar. Die Partei steht der von Masud Barzani geführten Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) im Nordirak nahe.(Quelle)
-- Sirwan Haji Barko, Gründer des alternativen Radios arta.fm in Amuda

-- Sinam Mohamad, Repräsentantin der autonomen Selbstverwaltung Nordsyrien Repräsentantin der Selbstverwaltung der Kantone von Rojava in Europa (hat nicht teilgenommen - nach Angaben der anderen Teilnehmer sei sie aus gesundheitlichen Gründen verhindert)

Dass ein Pressegespräch unter Teilnahme einer Vertreterin von Rojava im SPD-Haus zusammen mit Oppermann angekündigt wurde, war überraschend, weil die Bundesregierung bislang nur Kurden der Barzani-Organisationen unterstützte und sich das anti-nationalistische Rojava und die eher national-patriotischen Barzani-Kurden stark widersprechen. Obwohl die nordirakischen Kurden Barzanis von der Bundesregierung mit panzerbrechenden ferngesteuerten Milan-Raketen ausgestattet werden wiederholte Oppermann im Gespräch fortgesetzt, dass eine Hilfe nur für eine gewaltfreie Lösung in Frage käme.


Salaheddin Haj Rachid, Führungsmitglied der kurdischen demokratischen Partei in Syrien (Yekiti-Al wahda) (foto: goest)

Siruan H. Hossein (auch unter Sirwan Haji Barko), Gründer des alternativen Radios arta.fm in Amuda (foto: goest)

Text GfbV:
"Die kurdischen Gäste der GfbV kamen mit großen Hoffnungen nach Deutschland. Da Vertreter ihrer Volksgruppe auf Betreiben der islamistisch geprägten Regierung der Türkei auch von der vierten internationalen Friedenskonferenz für Syrien Ende März in Genf ausgeschlossen sind, wollen sie ihre Position deutschen Politikerinnen und Politikern im Vorfeld nahebringen und um Unterstützung werben. Der türkischen Regierung gefällt es nicht, dass sich Nordsyrien unter Federführung der Kurden für autonom erklärt hat, und übt großen wirtschaftlichen und politischen Druck auf die unmittelbar benachbarte Region aus. Dort haben Hunderttausende Flüchtlinge verschiedenster Volksgruppen Schutz gesucht. Kurdische Verbände haben zusammen mit assyro-aramäischen, arabischen und turkmenischen Verbündeten die islamistischen Gruppierungen und Assads Truppen vertrieben. So herrscht weitgehend Frieden in Nordsyrien. Eine islamistische Ordnung, wie sie die Türkei anstrebt, wird dort strikt abgelehnt
."

Am 13.3.17 war für abends um 18 Uhr im Haus der GfbV Geistr. 7 eine Podiumsdiskussion angekündigt. Unter dem Titel: Was wird aus dem multikulturellen Nordsyrien?

Auch hier fehlte die Vertreterin des Rojava.

 

Film "Tigris Rebellen" und Gespräch mit Nedim Hazar

Montag, 18.09.2017, 19.30 Uhr, Lumière, Geismarlandstraße 19, , Eintritt: 7 Euro (erm. 6 Euro / Sozialcard 3 Euro)

1978 erklärten feudale Großgrundbesitzende einem kleinen Dorf in den kurdischen Gebieten der Türkei den Krieg. Sie wollten sich die Ländereien der Dorfbewohner_innen aneignen, die wenige Jahre zuvor noch in Höhlen lebten und sich zur Wehr setzten. Damit begann die unendliche Rebellion der 380 kurdischen Bewohner_innen von Schkefta am Fluss Tigris.
Repression, Krieg und Verhaftungen durch die Armee formten die letzten Jahrzehnte und dennoch entwickelte sich Schkefta zum vermutlich schönsten Dorf am Tigris. Dann kam der Bau des Ilisu-Staudamms 60 km flussabwärts. Wenn er in Betrieb geht, werden über hundert Dörfer, darunter Schekfta und die benachbarte antike Stadt Hasankeyf überflutet. In dieser Phase trafen die Bewohner_innen Schkeftas mit dem türkisch-deutschen Dokumentaristen Nedim Hazar und seinem Team zusammen. Gemeinsam begaben sie sich auf eine 18-monate-lange Filmreise, angefangen von ihrer eigenen Geschichte, über Ereignisse des armenischen Völkermordes, bis hin zum Krieg in Syrien und der aktuellen autoritären türkischen Politik. Mit Stationen u.a. in einem irakisch-kurdischen Flüchtlingslager und dem damals umkämpften Kobane erzählt dieser Film die Geschichte von einfachen Menschen, die darauf bestehen – wie der Dichter sagt – zu “Leben! Frei und einzeln wie ein Baum, brüderlich wie ein Wald.”

Im Anschluss führt Christoph Dinkelaker (alsharq e.V.) das Gespräch mit Nedim Hazar (Dokumentarfilmer, Künstler und Journalist)
Veranstalter*in: Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen. In Kooperation mit: alsharq e.V. | www.alsharq.de und der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. | www.gfbv.de

 

Kurdistan-Veranstaltungsreihe 27.1. - 10.2.17

Veranstalter*innen sind vor allem YXK Verband der Studierenden aus Kurdistan und die Rote Hilfe. Neben einer weiteren kurdischen Organisation, dem asta und dem Lamedusa-Bündnis befindet sich auf dem Veranstaltungsplakat auch das Logo der Stadt Göttingen. Letzteres dürfte politisch noch für einige Aufregung sorgen.

27.1.17 Kurdistan-Veranstaltungsreihe: Konzert mit den kurdischen Künstler*innen: Serhado (lebt in Schweden und rappt überwiegend auf Kurdisch. Er sagt, dass jeder Mensch auf seine eigene Art Widerstand leistet und er macht das in Form von Musik), Celoviz (Celoviz lebt in Oldenburg und rappt vor allem über den Widerstand der kurdischen Bewegung und Widersprüche im Leben in Europa), Serhildan 63 (Rapperin aus Vechta) und Servet (Hannover) Einlass: 18:00 Uhr | Lumiére | Geismar Landstraße 19

1.2.17 Kurdistan-Veranstaltungsreihe Vortrag: Frauenbefreiungskampf in Rojava 19:00 Uhr | Autonomicum | Blauer Turm. Inmitten von Bürgerkrieg und Kampf gegen den IS wird In Rojava ein alternatives Gesellschaftssystem aufgebaut in dem Frauen eine  bedeutende Rolle spielen. Die eingeladene Referentin war viele Monate in Rojava und über die Frauenbefreiung und den Kämpfen von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft berichten. / Rote Hilfe und YXK Göttingen

3.2.17 Kurdistan-Veranstaltungsreihe Kinofilm „Sara – Jiyana min her ser “ mit deutschen Untertiteln Einlass 19:30 Uhr | Lumiére Geismar Landstraße 19. Die Dokumentation zeigt das Leben von Sakine Cansız (Sara), einem Gründungsmitglied der PKK und Symbol des Widerstands. 1980 wurde sie verhaftet und im berüchtigten Gefängnis von Amed (Diyarbakır) eingekerkert. Dort erlebte sie unbeschreibliche Gräueltaten. 1998 erhielt sie in Frankreich politisches Asyl. Am 9. Januar 2013 wurde Sakine Cansiz in Paris zusammen mit zwei ihrer Genossinnen, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez ermordet. / Rote Hilfe und YXK Göttingen

8.2.17 Das PKK-Verbot und die Verfolgung von politischen AktivistInnen 19 Uhr | Rote-Hilfe-Haus | Lange-Geismar-Straße 3, die Veranstalteri*innen schreiben:
Besonders seit dem Putschversuch in der Türkei im Juli 2015, wird auch in den deutschen Medien über den menschenverachtenden Umgang mit den Kurdinnen und Kurden dort berichtet. Doch Repression auf unterschiedlichen Ebenen gibt es auch in Deutschland. Sie geht zurück auf das PKK-Betätigungsverbot, das bereits seit 1993 besteht. Von Kriminalisierung betroffen sind seit dem vergangenen Jahr auch politisch Aktive der türkischen Linken. Mit der Behauptung, sie seien Mitglieder der TKP/ML, wurden europaweit 10 Personen verhaftet. Gegen sie wird seit Monaten vor dem OLG München verhandelt. Die Organisation ist in der BRD nicht verboten und auch nicht auf der EU Terrorliste indiziert.
Derzeit laufen auch etliche Prozesse vor verschiedenen OLG Staatsschutzsenaten, in denen kurdischen Aktivisten vorgeworfen wird, Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland (§§ 129a/b Strafgesetzbuch) zu sein und diese zu unterstützen. In zermürbenden Verfahren werden Personen für eigentlich normale Parteiarbeiten wie das Organisieren von Veranstaltungen oder Demonstrationen, die Vorbereitung von Wahlen oder die Kontaktpflege zu Genoss*innen, in der Regel zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der § 129b macht es möglich, dass jede exilpolitische oder kulturelle Aktivität zur „terroristischen“ Handlung umgedeutet wird. Dazu kommt, dass einzig das Bundesjustizministerium die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung von Personen erteilt und festlegt, ob eine Organisation als terroristische Vereinigung einzustufen ist. Hierbei spielen vorwiegend außenpolitische Interessen eine Rolle. Häufig werden als „Beweise“ in den Verfahren auch Geständnisse aus der Türkei herangezogen, die Personen unter Folter gemacht haben.
Monika Morres (AZADI e.V., Rechtshilfefonds für Kurdinnen und Kurden in Deutschland) und Süleyman Gürcan (ATIF) werden in der Veranstaltung die Thematik aufgreifen und anhand von aktuellen Fällen aufzeigen, wie sich die Situation der politisch aktiven Exilpolitiker*innen in Deutschland darstellt. Im Anschluss soll es eine offene Diskussion geben. Rote Hilfe und YXK Göttingen

10.2.17 Kurdistan-Veranstaltungsreihe Demonstration in Göttingen gegen das PKK-Verbot 18 Uhr | Gänseliesel | Göttingen. Die Veranstalter*innen schreiben u.a.:
Seit Juni 2015 findet in der Türkei eine zunehmende Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung und der linke Opposition statt. Es wird versucht, durch die Zerstörung kurdischer Städte und Dörfer, Absetzung von Parteien und Bürgermeister*innen, Verhaftung jeglicher Oppositionelle, Gleichschaltung der Medien und das Verbot von Vereinen, die kurdische Kultur zu zerstören. Innerhalb dieses kulturellen Genozids baut Deutschland seine Beziehung zur Türkei weiter aus. Angesichts der Entwicklungen in der Türkei gibt es keinen objektiven Grund das PKK Verbot in Deutschland aufrecht zu halten.

 

5.11.16
Demonstration Protest gegen Verhaftung demokratisch gewählter Abgeordneter der Kurdenpartei HDP

Am 4.11.16 wurde ein Flugblatt zur Situation in der Türkei in der Göttinger Innenstadt verteilt. Eine Herausgeberin war nicht benannt, aus dem Inhalt geht jedoch hervor, dass für eine Aufhebung des PKK-Verbotes geworben wird und eine Orientierung am kurdischen Aufbauprojekt in Rojava (Nordsyrien) besteht: "Hier gilt es für uns einer großen Hoffnung der Menschheit an der Seite zu stehen: Einem rätedemokratischen, geschlechtergerechten und egalitären Projekt , einer Alternative zum Kapitalismus."

Aktueller Anlass des Flugblattes ist die Verhaftung 11 demokratisch gewählter Abgeordneter der kurdischen HDP, die immerhin  5.154.688 Wähler*innen. (Wahlen November 2015) repräsentieren; ihr Wahlerfolg hat dazu geführt, dass Erdogans AKP-Partei die absolute Mehrheit verloren hatte – nun holt er sich die Macht mit der Verhaftung der gewählten Abgeordneten zurück.

Das Flugblatt listet einige Ereignisse auf:
„-- durch Ausgangssperren in den Städten Cizre, Silopi, Amed (Sûr),... sind 1,5 Millionen Menschen vertrieben und enteignet, über 500 ZivilistInnen getötet und ganze Stadtteile zerstört worden
-- 290 Menschen sind bei dem Putschversuch in der Türkei am 15., 16. Juli umgekommen, dies war der Startpunkt für einen bis heute anhaltenden Ausnahmezustand
-- Schließung von oppositionellen Medien: betroffen sind insgesamt über 50 Zeitungen, Radio- und Fernsehsender, beispielsweise Med Nuce  TV , Zarok TV (kurdischer Kindersender) und kürzlich die stärkste oppositionelle Tageszeitung Cumhuriyet
-- über 20.000 Soldaten, Polizisten,  Richter und 35.000  Lehrer wurden festgenommen oder entlassen (seit über 100 Tagen gibt es in manchen Gebieten kein Schulunterricht)  

Am Ende des Flugblatttextes werden verstärkte Aktivitäten in Deutschland angekündigt: „Wir als Jugend werden uns von keinem Angriff einschüchtern lassen, von ihrer Repression nicht kleinkriegen. Wir tragen die Fahne der kurdischen Befreiungsbewegung auch in Europa. Das PKK-Verbot muss fallen. (…)  Nun ist der Punkt auch hier erreicht in der wir die Straße nutzen werden, um auf die Mitschuld Deutschlands und die Situation in der Türkei aufmerksam zu machen. Alle sind aufgerufen sich solidarisch zu beteiligen!


Im Anschluß an die Demo am 5.11.16 gab der Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. YXK Göttingen eine Erklärung heraus in der es hieß
"Nieder mit dem AKP Faschismus" und "Unser Protest soll auf die Zusammenarbeit Deutschland mit der Türkei aufmerksam machen. Mit einem autoritären Staat findet politische, wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit statt. So werden Waffen geliefert und die Munitionsverkäufe haben sich verzehnfacht. 400 Menschen haben ihre Solidarität gezeigt. Das Zeigen von PKK-Flaggen hat deutlich gezeigt, dass viele Menschen nicht gewillt sind das Verbot der PKK zu akzeptieren."

In einer Erklärung am 9.11.16 verschärft der YXK seine Rhetorik und es heisst dort u.a.:
"Die einzige Option die den demokratischen und revolutionären Kräften bleibt, sollte es nicht bald eine grundlegende Veränderung geben, ist die konsequente Selbstverteidigung und der bewaffnete Widerstand. Von den „demokratischen" westlichen Staaten ist keine Hilfe zu erwarten. Die Bundesregierung hat ihre Haltung oft genug unter Beweis gestellt. Wir haben heute die historische Verantwortung, auch hier in Deutschland Widerstand zu leisten und den Aufstieg des Faschismus in der Türkei aufzuhalten. Wir werden nicht zusehen, wie sich in der Türkei eine faschistische Diktatur etabliert und ihr von Seiten der westlichen Staaten mit einer Appeasement-Politik begegnet wird. Wir müssen durch entschlossenen massenhaften Widerstand den Druck auf die Bundesregierung weiter erhöhen und ihr die Grenzen aufzeigen. Wir stehen fest an der Seite der demokratischen widerständigen Kräfte der Türkei und der kurdischen Freiheitsbewegung und rufen alle Demokrat*innen, Sozialist*innen, Antifaschist*innen und Internationalist*innen dazu auf sich dem Widerstand anzuschließen und am 12.11. in Köln massenhaft, entschlossen und kämpferisch auf die Straßen zu gehen. Um es mit den Worten der KCK, der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans zu sagen: Es gibt nichts mehr zu reden. Nun ist die Zeit des Widerstands!!! 09.11.2016 --- Verband der Studierenden aus Kurdistan - YXK e.V."

 

Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV):
Türkische Armee greift Kurdengebiete an

20.10.16 / türkischenTruppen haben zusammen mit islamistischen Kämpfern seit Montag in Nordsyrien rund 900 Kurden vertrieben, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Göttingen. Die kurdischen Zivilisten flüchteten vor den Angreifern aus den Dörfern Tal Batal und Kuaibe in der sogenannten Shahba-Region nördlich der umkämpften Stadt Aleppo. Kamal Sido ist gerade von einer Erkundungsreise aus Nordsyrien und dem Nordirak zurückgekehrt. „Nach jahrzehntelangem Bürger­krieg und Vertreibungspolitik im eigenen Land, in deren Verlauf 3.876 kurdische, aber auch christliche und yezidische Dörfer in der Türkei entvölkert und etwa vier Millionen Menschen vertrieben wurden, wird diese menschenverachtende Politik auch im Nachbarland fortgeführt. Die von Islamisten und türkischen Truppen Vertriebenen finden Zuflucht in der von Kurden kontrollierten autonomen Region Afrin im äußersten Nordwesten Syriens. Dort ist das Flüchtlingslager „Robar“ entstanden. Es liegt nur 18 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Hilfswerken ist der Zugang nahezu versperrt, weil die türkische Regierung ihre Grenze in Richtung Syrien geschlossen hat. Im Flüchtlingslager „Robar“ sowie im benachbarten Camp „Shahba“ sind bereits tausende Flüchtlingsfamilien untergebracht und täglich kommen hunderte dazu. Insgesamt soll Afrin nahezu 400.000 Flüchtlinge aufgenommen haben. Die meisten davon sind arabisch-sunnitische Flüchtlinge aus Aleppo und umliegenden Orten. Dort ist die humanitäre Situation katastrophal.

 

(YXK) - Verband der Studierenden aus Kurdistan

8.10.16 / Text: YXK
" Kunst, Kultur und Widerstand sind in der kurdischen Freiheitsbewegung eine besondere Quelle des Kraftschöpfens. Das alljährliche Newrozfest, die vielfältigen traditionellen Tänze, die Musik, die Poesie, geschrieben von revolutionären politischen Gefangenen im Gefängnis, das alles verdeutlicht den besonderen Geist, den der kurdische Kampf inne trägt. Das ausleben und entfalten der kurdischen Kultur, trotz Repression und Krieg, ist die stärkste Form des Widerstandes. Denn es zeigt, dass Widerstand auf vielen verschiedenen Eben geführt werden kann. Sei es in Liedern. Tänzen oder Gedichten, die Widerstandskultur ist überall vertreten. Die eigene Kultur wird zum Instrument, Gedanken und Emotionen zu teilen und die Freihaitsliebe und den ungebrochenen Widerstandsgeist zum Ausdruck zu bringen. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe laden wir zum Druck und Spray Workshop, zur 24. Hüseyin Çelebi Literatur- und Gedichtsveranstaltung, Kurdischen Tanzworkshop, zur Veranstaltung zur aktuellen Lage in Kurdistan und zum Kennenlernabend der YXK ein.

Da eine gesellschaftliche Frage, ein politischer Konflikt zur Gründung der YXK geführt hat, versteht sich die YXK ausdrücklich als politische Organisation. YXKlerInnen sind Jugendliche und Studierende, die sich organisieren, um Verantwortung gegenüber ihrer Gesellschaft zu tragen. Dabei orientieren sie sich an den Idealen einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft. Freie Selbstentfaltung und demokratische Selbstbestimmung aller Mitglieder und Teile des Verbands sind die Grundlage des linkspolitischen Engagements, das sich neben der Kurdischen Frage auch weiteren gesellschaftlichen Problemen widmet. Wir haben neben unseren Fokus auf Kurdistan eine Vielzahl von Themenschwerpunkte, wie Frauenbefreiung, Internationalismus, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit, Ökologie, alternative Ökonomie,.".

11.10.16 ab 14:00 Uhr: **Druck- und Spray-Workshop Treffpunkt ist der Zentralcampus zwischen Cafe Zentral und SUB.

20.10.16 Kurdischer Tanz-Workshop ab 18:00 Uhr, Treffpunkt ist das Autonomicum (Blauer Turm).

25.10.16 ab 18:00 Uhr: Kurdistan im Aufbruch – Zwischen Erdogans Diktatur und der Tyrannei des IS* Treffpunkt ist der AStA Göttingen (Goßlerstr. 16a)

8.11. ab 18:00 Uhr Kennlernabend der YXK* Treffpunkt ist der AStA Göttingen (Goßlerstr. 16a) *Wer sind wir? Wir sind die Yekîtiya Xwendekarên Kurdistan (YXK) - Verband der Studierenden aus Kurdistan

 

Kurdische Musik
Kurdischer Protest-Sänger in Deutschland - tritt im DT auf

26.1.16 / Unter dem Titel "Fremde Kulturen" präsentiert das Deutsche Theater am 1.2.16 um 20 Uhr ein Gastspiel mit Cetin Oraner.

Ankündigung DT:
geb. am 5. September 1966 in Nevsehir in der Türkei, kommt als Kind politischer Flüchtlinge 1973 nach München. Lernt verschiedene Instrumente und hat bereits in seiner Kindheit erste Auftritte. Er ist aktiv in der deutschen Friedensbewegung mit Protestliedern und pflegt gemeinsame Auftritte mit Konstantin Wecker. 1989 bis 2011 engagiert er sich künstlerisch und politisch in der kurdisch-türkischen Friedensbewegung. Inzwischen hat er Einreiseverbot in die Türkei. Seit 2008 Moderator einer kulturpolitischen TV-Sendung. Zurzeit sitzt er für Die Linke im Stadtrat München.

Ankündigung Vereinigung kurdischer Studierender YXK:
Wer ist Cetin Oraner? Cetin Oraner ist Protestsänger, Liedermacher und Musiker! Schon seit 1982 bringt Cetin sich in die politischen Kämpfe ein und schafft so eine Verbindung von Kunst und Widerstand. Seine Lieder drücken viele Facetten des Widerstandes aus. Vom Widerstand der kurdischen Bevölkerung bis hin zum Widerstand der kurdischen Freiheitsbewegung. Die Musik von Cetin Oraner ist Avantgarde. Widerstand ist vor allem jetzt in Nordkurdistan ein Bestandteil bzw. eine Voraussetzung zum Leben. Schon seit Monaten führt die türkische AKP -Regierung einen systematischen Vernichtungskrieg gegen die KurdInnen und Kurden in Nordkurdistan. In den kurdischen Provinzen herrscht seit der Ausrufung der demokratischen Selbstverwaltung der Ausnahmezustand. Ausgangssperren, Belagerungen, eingestürzte und brennende Häuser liegen an der Tagesordnung. Hunderte von Zivilisten vor allem Jugendliche und Kinder wurden bis jetzt ermordet. Auch der emanzipatorische Kampf der Frauen ist Zielscheibe dieser Angriffe. Die Folgen dessen sind Bürgerkrieg, Bombardierung der Städte und die Flucht von Tausenden Menschen. Die AKP- Regierung versucht so, den Willen der fortschrittlichen Bevölkerung Kurdistans nach Selbstbestimmung zu brechen. Musik wie die von Cetin Oraner ist Antwort auf diese Politik. Das Leitmotiv "Widerstand ohne Kunst ist undenkbar" verwirklicht Cetin in seiner Musik, die als Unterstützung für den Kampf gegen die Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Ausbeutung, dient. Vor allem die Inhalte seiner Musik sind ein klarer Ausdruck des Widerstandes gegen die Macht, die Herrschenden und dem Mainstream. Seine Lieder sind als Impulse zum Nachdenken und zum Kraft geben zu verstehen.

 

Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und der kurdischen Stadt Qamishlo angestrebt

WählerInnengemeinschaft göLinke /

Nov 2015 /
Offene gemeinsame Fraktionssitzung von Piraten- und WählerInnengemeinschaft GöLinke ab 18 Uhr im Ratssaal der Stadt zur Anbahnung einer Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und der kurdischen Stadt Qamishlo. am 18. November ab 18.30 Uhr im Ratssaal der Stadt Göttingen. Bereits ab 18 Uhr könne eine Bilderausstellung mit Eindrücken aus dem Leben von Frauen in Rojava und der Stadt Qamishlo im Ratssaal der Stadt Göttingen besucht werden.
Die Ratsfraktionen der Piraten und der GöLINKE. haben Anfang des Jahres einen gemeinsamen Antrag in den Rat der Stadt Göttingen eine Städtepartnerschaft/Städtekooperation mit der kurdischem Stadt Qamishlo in Syrien anzubahnen. Dieser Antrag befindet sich weiterhin in der Diskussion.Um der Göttinger Öffentlichkeit, der Verwaltung und den anderen Mitgliedern des Rates der Stadt weitere Informationen zu vermitteln, organisieren die Ratsfraktionen der Piraten und der WählerInnengemeinschaft GöLinke eine Informationsveranstaltung zur Anbahnung einer Städtepartnerschaft/-Kooperation zwischen Göttingen und Qamishlo.
Als kompetente Referenten der Veranstaltung konnten Redar Han (YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan), Cam Cicek (Civaka Azad-Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. Frankfurt) und Gernot Wolfer (Teilnehmer der 1. ICOR-Solidaritätsbrigade zum Wiederaufbau von Kobanê, Juni/Juli 2015) gewonnen werden. Zum inhaltlichen Hintergrund: Vor allem seien es die Kriegshandlungen in Syrien gewesen und die damit verbundene Entwicklung der Stadt Qamislo. Sie sei eine der drei Kantonshauptorte in Rojava, dem selbstverwalteten Autonomiegebiet im Norden des derzeitigen Syrien. Inmitten des syrischen Bürgerkrieges ist es in Rojava gelungen, im nördlichen Teil Syriens an der Grenze zur Türkei, basisdemokratische Strukturen aufzubauen, die sich auf das gesamte politische und wirtschaftliche Leben der Region erstreckten. Unabhängig von Geschlecht, Ethnie oder Religion sei es jeder Bewohnerin von Rojava möglich, sich in die lokalen Belange einzubringen. Basierend auf diesem Prinzip der Gleichberechtigung bliebe die Lage in Rojava relativ friedlich und böte seinen Einwohnerinnen eine lebenswerte Perspektive, während die anderen Teile Syriens in Gewalt versänken. Nicht zuletzt bot Qamshlo daher auch tausenden von Binnenflüchtlingen ein neues Zuhause.

piraten fraktion im Rat/ 19.11.15 /
Partnerstadt Qamishlo: Piraten und Linke stellen aktuellen Stand der Beziehungen vor Auf einer Informationsveranstaltung im Ratssaal, die die Fraktionen der Linken und der Piraten gemeinsam organisierten, wurde über die aktuelle Lage und den Stand in der Vorbereitung einer Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und der im kurdischen Gebiet Syriens gelegenen Stadt Qamishlo (gesprochen: Kamischlo) berichtet. Gernot Wolfer aus Berlin schilderte in einem spannenden Vortrag Erfahrungen beim Wiederaufbau von Kobanê. Die Stadt im Nordwesten Syriens war 2014 zur Hälfte vom IS erobert und danach wieder befreit worden. Es handelt sich um die einzige Gegend in Syrien, in die Flüchtlinge momentan wieder zurückkehren, auch in großer Anzahl. Referent Cam Çiçek vom Kurdischen Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit in Frankfurt informierte über die gesellschaftliche Situation in Qamishlo. Die Stadt zählt mehrere 100.000 Einwohner und ist Hauptstadt einer der drei Kantone des Rojava genannten und kurdisch kontrollierten Teil Syriens. Besonders in Bezug auf die Freiheiten für Frauen und das friedliche Miteinander der Religionen unterscheidet Rojava sich von den Nachbargebieten Syriens, die immer mehr im Chaos versinken. Dieses friedliche Miteinander schließe in Qamishlo sogar Assads Truppen ein, die auch heute immer noch einige Gebiete der Stadt kontrollieren, darunter den Flughafen. Es gelte die Regel, dass niemand angegriffen werde, der nicht selbst angreife, erläuterte Çiçek. »Die Stadt passt gut zu Göttingen, eine Universität im Aufbau, künstlerische Ausbildungen und es ist eine Stadt der Philosophie«, so Ratsmitglied Meinhart Ramaswamy von den Piraten. Im August 2014 wurde in Qamishlo die erste Universität im kurdischen Teil Syriens gegründet. Unter dem alten syrischen Regime war dies im kurdischen Gebiet nicht erlaubt. Inzwischen werden Rechtswissenschaften, Sozial- und Kulturwissenschaften auf Arabisch, Kurdisch und teilweise auch auf Englisch gelehrt. Mit Syriens offizieller Amtssprache Aramäisch soll demnächst eine vierte Sprache hinzukommen, dazu weitere Fakultäten. Was wenige wissen: Die Universität in Göttingen unterrichtet unter anderem Kurdologie. Qamishlo hat derzeit nur eine Partnerstadt, die Millionenstadt Sulaimaniyya in der kurdischen Region im Irak. Göttingen wäre die zweite.

Aktuelle Situation inROJAVAS Schwerpunkt der Rolle der Frauen Nov 2015 /
Meike Nack von der Stiftung der freien Frauen in Rojava (kurdisch: Weqfa Jinen Azadi li Kurdistan) hielt einen Vortrag im Holbornschen Haus über den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft und die Organisierung und Bildung von Frauen in Rojava. Veranstalter waren die YXK Göttingen (Kurdischer Studierendenverband Göttingen) und die Ratsfraktionen der PIRATEN und der GöLINKE. Im syrischen Bürgerkrieg habe sich in den überwiegend kurdisch besiedelten Gebieten Nordsyriens ein Machtvakuum gebildet, wodurch es der Bevölkerung möglich wurde, sich selbst in demokratischer Weise zu verwalten. Durch die Angriffe des IS, die im letzten Jahr an Intensität zunahmen, gelangte das Thema Rojava verstärkt auch in die deutsche Öffentlichkeit. Die Referentin ging auf die Entwicklung Rojavas nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs und die Verhältnisse zu den angrenzenden Staaten und den anderen Konfliktparteien in Syrien ein. Die Stadt Qamishlo, in der die Stiftung ihren Sitz habe, wurde porträtiert und die Arbeit der Stiftung vorgestellt. Die Rolle der Frau in Rojava habe sich in den letzten Jahren und insbesondere seit der Revolution 2012 massiv geändert: Bestand das Leben der Frauen in der islamisch-konservativen und patriarchalen Gesellschaft im Führen des Haushalts während das öffentliche Leben den Männern vorbehalten gewesen sei, werde nun eine Teilhabe von Frauen in allen Lebensbereichen angestrebt. Die WJAR Stiftung analysiert die Lage der Frauen in Rojava, um die Bedürfnisse der Frauen festzustellen. So sei festgestellt worden, dass die Frauen als größte Probleme Analphabetismus und die hohe Zahl von Zwangsverheiratungen sähen. Die Stiftung betreibe Vorschulen, in denen demokratische vermittelt würden, und Frauenzentren, um den Frauen einen Platz im gesellschaftlichen Leben geben zu können. Es würden Alphabetisierungskurse und andere Bildungsveranstaltungen für Frauen ermöglicht und die Bildung von Frauenkooperativen unterstützt, um Frauen wirtschaftliche Selbstständigkeit zu geben. Parallel zum Vortrag gab es im Nebenraum eine Ausstellung mit Eindrücken aus dem Leben von Frauen in Rojava und der Stadt Qamishlo.

 

Kundgebung: PKK Verbündete im Kampf gegen den IS

August 2015 / Der Studierendenverband aus Kurdistan (YXK) und die Gruppe "Grüne Jugend Göttingen" haben einen gemeinsamen Offenen Brief zu den aktuellen Entwicklungen in der Türkei verfasst. Darin werden Forderungen an die Göttinger Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD), Fritz Güntzler (CDU) und Jürgen Trittin (Grüne) formuliert. U.a. heisst es darin nach der Kritik an der Bombardierung der eigenen Bevölkerung durch Erdogan (Anmerkung goest: anderswo wird dies als Überschreiten einer roten Linie gesehen!)

(...) Die HDP hingegen stellt sich gegen die Eskalation und ruft die türkische Regierung und die kurdische Freiheitsbewegung dazu auf, am Friedensprozess festzuhalten. Dies zeigt den demokratischen Charakter der HDP und deren fundamentalen Stellenwert für eine Demokratisierung der türkischen Gesellschaft. Diese Demokratisierung ist bedroht! Es werden sogar Stimmen laut, die ein Verbot der HDP fordern, was einen Rückfall in die dunkelsten Kapitel der türkischen Geschichte bedeuten würde. Wir fordern die Göttinger Bundestagsabgeordneten dazu auf, im Bundestag eine klare Position zu beziehen und eine Resolution zu initiieren, die die Repressionen gegenüber der Bevölkerung und der demokratisch legitimierten HDP klar verurteilt. Wir fordern ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an die Türkei, den Abzug der Patriot-Raketen und die Androhung von Wirtschaftssanktionen um Erdogan unter Druck zu setzen. Der Islamische Staat (IS) ist eine Bedrohung für alle Grundwerte jeder humanistischen Gesellschaft. Die PKK und die mit ihr verbündeteten YPG/YPJ kämpfen in Rojava seit längerem an vorderster Front gegen die Gräueltaten des IS – auch mit westlicher Unterstützung. Damit hat der Westen die PKK de facto als Bündnispartnerin gegen den islamistischen Terrorismus anerkannt. Der Westen kann deswegen die schizophrene Haltung Erdogans nicht hinnehmen, der auf der einen Seite vorgibt, den IS zu bekämpfen, auf der anderen Seite aber gegen die PKK und ihre Verbündeten vorgeht. Dass der Westen eine militärische Bündnispartnerin gleichzeitig als terroristische Organisation einstuft und verbietet, ist paradox. Die aktuellen Entwicklungen müssen daher auch als Chance zur Neueinordnung der PKK gesehen werden. Deswegen fordern wir die sofortige Aufhebung des PKK-Verbots, die Streichung von der Terrorliste und ein Ende der Kriminalisierung von politisch aktiven Kurdinnen und Kurden in Deutschland! (...)

 

Kundgebung zur aktuell eskalierenden Lage in der Türkei/Kurdistan – Nein zum Krieg / Gegen die Kriegspolitik des türkischen Staatspräsidenten Erdogan am Freitag 7.8.15 um 19 Uhr am Gänseliesel

 

Göttinger Studierende aus Kurdistan protestieren gegen die Bombenanschläge

6.6.15 In der Tageschau hiess es "Sollte die prokurdische HDP die Zehn-Prozent-Hürde nehmen und ins Parlament einziehen, wird die AKP nicht wie erhofft eine Zwei-Drittel-Mehrheit bekommen und wahrscheinlich sogar die absolute Mehrheit verlieren."

Nach einem Bombenattentat auf eine HDP-Kundgebung protestiert der Verband der Studierenden aus Kurdistan, YXK-Göttingen und verbreitete am 5.6.15 folgende Meldung:

"Am Sonntag finden in der Türkei Parlamentswahlen statt, aber dass dieses Land noch weit von der Demokratie entfernt ist, wurde gestern erneut deutlich! Gestern Nachmittag explodierten in der kurdischen Großstadt Amed (türkisch Diyarbakir) zwei Sprengsätze, nachdem sich zehntausende Menschen zu einer Kundgebung der Demokratischen Partei der Völker (HDP) versammelt hatten. Bisher ist noch nicht bekannt, wer die Sprengsätze legte, doch ist klar, dass dieser Anschlag der HDP galt. Die Explosionen ereigneten sich als der Ko-Vorsitzende Selahattin Demirtas die Bühne betreten wollte. Bei dem Anschlag kamen 4 Menschen ums Leben und mindestens 420 wurden verletzt, viele davon schwer. Aber anstatt sofort Hilfe zu leisten, griffen die Sicherheitskräfte zunächst die Anwesenden und Hilfeleistenden mit Wasserwerfern und Pfeffergas an und hinderten die Menschen daran die Verletzten in die Krankenhäuser zu bringen. Dieser Anschlag ist kein Einzelfall, sondern nur der bisherige Höhepunkt eines gewalttätigen Wahlkampfs, der jeglichen demokratischen Standards widerspricht. Seit Wochen werden AktivistInnen und Büros der HDP von türkischen Nationalisten angriffen und zerstört. Die Sicherheitskräfte lassen die Angreifer oft ungehindert agieren. Donnerstag wurde der Fahrer eines HDP-Wahlkampffahrzeugs in Çewlîk (Bingöl) mit 30 Schüssen ermordet. Davor kam es zu schweren Übergriffen in der kurdischen Stadt Erzurum auf EinwohnerInnen. Auch das türkische Militär führt wieder vermehrt Operationen gegen die Guerilla der ArbeiterInnepartei Kurdistans (PKK). Während die PKK immer wieder betont, an ihrem einseitigen Waffenstillstand vom April 2013 festzuhalten. Damit will sie den Friedensprozess unterstützen, den der PKK-Vorsitzende Abdullah Öcalan begonnen hat, um den jahrzehntelangen Kurdistan-Konflikt endlich friedlich zu lösen. Auch die HDP spielt für diesen Prozess eine wichtige Rolle, so wurde Selahattin Demirtas erst kürzlich für sein Friedensengagement mit einem Preis des Internationalen Friedensbüros ausgezeichnet. Die Anschläge von Amed sind Angriffe gegen den Frieden und die Demokratie! Gestern Abend versammelten sich spontan ca. 60 Menschen in Göttingen am Gänzeliesel, um gegen diese Angriffe zu protestieren. Die Demonstranten machten die AKP Regierung und Präsident Erdogan für die Angriffe verantwortlich. Wir wollen auch Heute gegen die Angriffe in Amed demonstrieren. Die Demonstration wird um 17 Uhr am Gänzeliesel statt finden."

 

Podiumsdiskussion mit Nassan Ahmad, Außenministeraus des selbstverwalteten Kanton Kobanê.
Veranstaltung der YXK Göttingen - Verband der Studierenden aus Kurdistan 14.5.15 , 18 Uhr

2012 begann in Rojava die Revolution. Unter der Initiative des Volksrates von Westkurdistan gelang es der Bevölkerung das syrische Baath-Regime zu entmachten und aus der Region hinauszudrängen, ohne Blutvergießen. Während der Rest von Syrien zunehmend im Bürgerkrieg versank, schlug Rojava einen dritten Weg jenseits des Baath-Regimes und der vom Westen, der Türkei und den Golfstaaten protegierten Opposition ein. Die kurdische Freiheitsbewegung steht nun vor der Herausforderung ein im Mittleren Osten einmaliges basisdemokratisches, geschlechterbefreites und ökologisches Projekt aufzubauen. Durch die »Demokratische Autonomie« soll der Staat überflüssig gemacht und jeglicher Form von Nationalismus eine Absage erteilt werden. Seither organisiert sich die Bevölkerung durch ein Rätesystem selbst. Kobanê war mit seinem monatelangen Widerstand gegen die Angriffe der IS in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt. Auf der ganzen Welt solidarisierten sich Menschen mit dem Widerstand in Kobanê - auch in Göttingen. Der klare Ausdruck dafür ist die Ernennung des 1. November zum Weltaktionstag für Kobanê. Hier in Göttingen gingen tagelang hunderte Menschen auf die Straße, um auf die Akute Lage in Kobanê aufmerksam zu machen. Zudem wurde ein Protest-Camp, aus Solidarität mit den Widerstand leistenden Menschen Kobanês, errichtet. Aus diesen Protesten entwickelte sich die Forderung nach einer Städtepartnerschaft mit der Stadt Qmishlo, um ein Zeichen der Solidarität und der Anerkennung mit Rojava und damit auch mit Kobanê zu setzen. Doch wie geht es nach dem erfolgreichen Widerstand von Kobanê weiter? Wie wird der Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Stadt von Kobanê angegangen? Wie sieht die humanitäre Lage vor Ort aus? Wo und in welcher Intensität gehen die Kämpfe mit dem IS weiter? Wie kommt im Schatten all dieser Herausforderungen der Aufbau der Demokratischen Autonomie voran? Und wie können wir Kobanê und Rojava von hier aus unterstützen?

 

Syrien: Eine Reise zu den eingekesselten Kurden von Afrin"

März 2015 / 15 Tage war Kamal Sido der Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker im umkämpften Kurdengebiet im äußersten Nordwesten Syriens. In Afrin leben seine Mutter und andere Verwandte. Den ersten Tag hat er dann auch bei seiner Familie verbracht. Doch dann widmete Sido sich Gesprächen mit Politikern, Kämpfern und Repräsentanten verschiedener ethnischer und religiöser Minderheiten. Er traf Angehörige der ethno-kulturellen Gruppe ‚Büd', begegnete dem letzten Armenier des Gebietes und interviewte Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens, die Schutz im Kurdengebiet gesucht haben. Seine Begegnungen hat er mit vielen Fotos dokumentiert. Afrin ist neben Kobani und Cazire einer der drei mehrheitlich von Kurden besiedelten Kantone, die gegen den Widerstand des Regimes in Damaskus und der islamistischen Opposition für autonom erklärt wurden. Diese Enklaven werden von Terroristen des Islamischen Staates (IS) und anderen Extremisten bedroht. Dort sollen etwa 600.000 Menschen leben. Wie geht es den Menschen heute in Afrin? Was erwarten sie von uns in Deutschland und in Europa?

Vortrag: Darüber informiert Kamal Sido in seinem Bildervortrag mit anschließender Diskussion. 26.3.15 Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, um 19:30 Uhr "Syrien: Eine Reise zu den eingekesselten Kurden von Afrin" von Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker(GfbV

 

Kobane

Solidaritätsaktionen in Göttingen

Freitag 31.10.14 Kobane-Demonstration **
Mehrere kurdische Gruppen haben eine Solidaritätsdemonstration für Stadt und gegen das PKK-Verbot ab 18 Uhr am Marktplatz angekündigt. (siehe Artikel) Zu der Demo heisst es in einer Erklärung Göttinger Antifa-Gruppe A.L.I. "Da einer potentiellen Anmelderin der Demonstration ein Ermittlungsverfahren drohen würde, findet sie unangemeldet statt." Die Polizei solle ihre Kriminalisierungsversuche unterlassen und sich statt dessen auf die Verkehrsregelung beschränken.(Info vom 25.10.14)

Der für den Samstag, 1. 11.14 angekündigte "Internationaler Aktionstag für die Solidarität mit Kobanê" in Göttingen 11-13 Uhr, vor dem alten Rathaus (Gänseliesel) fand offensichtlich nicht statt,

YXK Göttingen - Yekîtiya Xwendekarên Kurdistan / 28.10.14
YXKm der Dachverband der Studierenden aus Kurdistan in Europa verbreitete den Aufruf zu einem "Internationaler Aktionstag für die Solidarität mit Kobanê" am 1. November 2014 . Dabei "werden alle Menschen, die sich mit dem Widerstand von Kobanê solidarisieren dazu aufgerufen, in ihren Städten Aktionen, Demonstrationen, Kundgebungen und andere Formen des Protests zu organisieren. Am 1. November soll überall auf der Welt gezeigt werden, dass der Widerstand von Kobanê gegen den IS-Faschismus nicht allein ist. Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützen den Aufruf zur „Global Rally for Kobanê“." >>Aufruf deutsche Übersetzung und den englischsprachigen Originalaufruf sowie die Namen der bisherigen UnterzeichnerInnen des Aufrufs

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) .. / 28.10.14
... verbreitet durch ihren Nahost-Referenten Dr. Kamal Sido die Mitteilung, dass sie "den Aufruf der Exil-Kurden und ihrer Freunde in Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien zu einem internationalen Aktionstag für Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern der nordsyrischen kurdischen Stadt Kobani" unterstützt. Am 1. November 2014 sollen in Berlin, Paris, London, Rom, Stockholm, Washington, Toronto, Mexico City, Moskau, Erbil, Istanbul, Johannesburg, Kairo und vielen anderen Städten weltweit große und kleinere Mahnwachen und Demonstrationen stattfinden. Alle diese Städte wollen ihre Solidarität und Beistand mit den Menschen in Kobani bekunden.
Nach Auffassung der GfbV ist es Ankaras Ziel, die drei nordsyrischen kurdischen Kantone Kobani, Afrin und Jazeera zu zerschlagen. Diese Politik dürfen weder Deutschland noch Europa länger hinnehmen. Während die türkische Regierung IS-Islamisten logistisch unterstützt, lässt sie verletzte Kurden nur sehr sporadisch in der Türkei behandeln. Nicht selten werden verletzte Kurden an der Grenze sich selbst überlassen und verbluten. Insgesamt 200.000 Kurden sind aus Kobani vertrieben worden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert: - Mehr humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus Kobani! - Einen Versorgungskorridor für die eingekesselten mutigen Menschen in Kobani! Dr.

Ermittlungsverfahren als Nervinstrument
Staatsschutz-Abteilung gegen Solidaritätsaktions-Anmelderin
Die absehbare jetzt erfolgte Einstellung der Ermittlung wurde 3 Monate hinausgezögert

25.10.14 bis 20.1.15 / Überraschende Post erhielt die anmeldende Person des Kobanê-Camps in Göttingen. Es werde, so ein Schreiben der Göttinger Polizei (Fachkommissariat 4 Staatsschutz und Politisches), vom 20.10.2014 ermittelt wegen des Zeigens von Symbolen der PKK. Geschehen soll das sein morgens um 7:30 an einem der ersten Camptage. Die Fahne, deren Strafbarkeit bislang nicht geklärt ist war nach einem Hinweis der Polizei morgens von der Versammlungsanmelderin entfernt worden. Die anwesenden Polizisten gaben sich damit zufrieden. Nachdem das Staatsschutz-Kommissariat der Göttinger Polizei wegen dieser Lapalie ein Ermittlungsverfahren einleitete wurde ein Göttinger Anwalt damit beauftragt, Akteneinsicht zu nehmen.
Das Ermittlungsverfahren gegen die AnmelderIn des in der Zeit vom am Marktplatz stattfindenden Camps zur Unterstützung der umkämpften kurdischen Stadt Kobanê ist von der Staatsanwaltschaft Göttingen erwartungsgemäß wieder eingestellt worden. Seitens der Betroffenen AktivistInnen wurde dies folgendermaßen bewertet: "Die Einleitung dieses Ermittlungsverfahrens kann nur als Versuch gewertet werden, Druck auf Personen auszuüben, die demokratische Rechte nutzen und bereit sind, Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen anzumelden."

Die kurdischen Volksverteidigungskräfte der YPG (Yekîneyên Parastina Gel) und die Fraueneinheiten der YPJ (Yekîneyên Parastina Jin) verteidigen seit Wochen in Notwehr ihre Stadt Kobanê gegen die Mörderbanden des IS um ein Massaker an ihrer Bevölkerung zu verhindern. PKK, YPG und YPJ waren auch die einzigen, die einen Fluchtkorridor für die von einem Massaker bedrohten ZivilistInnen im Nordirak freigekämpft hatten. Die Türkei schaut wenige Kilometer entfernt nur zu und unterstützt die IS. In dieser Situation beschäftigt sich die Polizei in Göttingen damit, das Verbot der PKK und ihrer Symbole in Göttingen umzusetzen. Im >>Internet und in >>Zeitungen sind vielfach Bilder mit der Flagge der PKK zu finden. Wegen Anwesenheit einer PKK-Fahne am Protestzelt auf dem Marktplatz meinte die Polizei aber, gegen das Kobane-Protestzelt vorgehen zu können. während gleichzeitig sogar in der CDU diskutiert wird, das PKK-Verbot abzuschaffen weil diese sich jetzt lediglich in Notwehr gegen den IS verteidigt.

Jemandem muß die Absurdität des Ermittlungsverfahrens aufgefallen sein
Zu Zeiten, da selbst der CDU-Fraktionsvorsitzende Kauder öffentlich eine Unterstützung der PKK ins Gespräch bringt, die Bundesregierung schließlich MILAN-Panzerabwehr-Raketensysteme an die (Barsani-)Kurden liefert, in der Ratssitzung am 17.10.14 offen über die Unterstützung von Kobanê und Rojava diskutiert wird und vom OB Meyer die Prüfung einer finanziellen Hilfe und einer Städtepartnerschaft mit Kobanê zugesagt wird, waren die Schikanen gegen die Kobane-Solidarität mehr als absurd. Irgendjemandem muß das nach 3 Monaten klar geworden sein.


Demonstration und Protestcamp

Am 6.10.14 um ca. 23 Uhr fand eine Demonstration statt bei der eine Hilfe für die eingeschlossenen Kurden von Kobane gefordert wurde. Im Anschluß daran wurden Zelte als Protestcamp am Gänseliesel aufgeschlagen

Protestcamp am Gänseliesel
6.10.2014 - 11.10.2014

 

Mehrere Organisationen riefen zur Unterstützung der Protestaktion auf

Die Forderungen der Protestierenden am Gänseliesel sind
-- Stop der deutschen Waffenlieferungen an Staaten, welche den IS militärisch und logistisch unterstützen.

-- Aufhebung des Verbots der PKK und aller ihr nahestehenden Organisationen. "Die PKK und ihre Schwesterorganisationen haben sich bisher als Hauptkraft im Widerstand gegen den IS gezeigt. (Basisdemokratische Linke Göttingen www.inventati.org/blgoe 7.10.14)
--- Nach übereinstimmenden Berichten behindert die türkische Regierung Kurd*innen, die nach Kobanê einreisen wollen, um im Kampf gegen den IS zu helfen. Damit muss Schluss sein!
--- Auch das PKK-Verbot muss auf der Stelle aufgehoben werden."
--- "Eine wichtige Forderung der Aktivist*innen des Protestcamps sind Gespräche mit lokalen Politiker*innen und den Göttinger Bundes- und Landtagstagsabgeordneten. Die Politik muss die Anliegen der Aktivist*innen ernstnehmen und das Gespräch suchen!" "(Grüne Jugend GJ , 7.10.14)

Kobane steht für eine demokratische kurdische Gesellschaft in Nordsyrien
Rojava, das ist die Bezeichnung für die kurdische Region in Nordsyrien ist mit der PKK verbunden und hat in der Region eine demokratische Gesellschaft aufgebaut.
"(...) In Kobaní und anderen hauptsächlich kurdischen Gebieten in Syrien hat sich während des dortigen Bürgerkriegs eine demokratische Autonomie und Selbstverwaltung herausgebildet, die sowohl den islamistischen Milizen des IS als auch dem türkischen Staat ein Dorn im Auge ist. Deren Selbstverteidigungskräfte, die YPG, sowie die PKK waren es auch bereits in Sindschar, die den Flüchtlingen vor dem IS einen Fluchtkorridor frei kämpften" (ALI, 7.10.14)
"Der Aufbau einer emanzipatorischen gesellschaftlichen Alternative, deren Grundlagen Selbstorganisation, Basisdemokratie, Frauenbefreiung und die Überwindung ethnischer und konfessioneller Spaltungen sind zeigt das eine "andere Welt möglich ist" (Überregional verbreiteter
Aufruf der neuen antikapitalistischen Organisation nao)

Der Protest muß sich gegen die Türkei richten.
Die türkische Regierung will "die Zerstörung der demokratisch-konföderalistischen kurdischen Bewegung in Nordsyrien (.). Für die Türkei sei der IS ein Erfüllungsgehilfe eigener Interessen in der Region." (Basisdemokratische Linke Göttingen
www.inventati.org/blgoe 7.10.14)
"Kurdische Quellen vor Ort berichten einhellig, dass der türkische Staat die Versorgungslinien für die YPG / YPJ in der eingeschlossenen Stadt abriegelt, während der IS Unterstützung wie Waffenlieferungen und medizinische Versorgung über das türkische Staatsgebiet erhält. An der Grenze griffen türkische PolizistInnen stattdessen kurdische DemonstrantInnen an, die die VerteidigerInnen von Kobaní unterstützen wollen. "(ALI, 7.10.14)
Die kurdische Selbstverwaltung in Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien) wird auch durch einen am Donnerstag vom Parlament in Ankara genehmigten Einmarsch der türkischen Streitkräfte bedroht.
Sollte die Türkei militärisch einmarschieren mit der Begründung, eine "Pufferzone" einzurichten, käme das einer Besetzung der kurdischen Gebiete und einer Entmachtung der PKK gleich. Deshalb ist der Vorwurf auch plausibel, die Türkei lasse die Kurden in Kobane von der IS abschlachten, sich diese Arbeit von der IS abnehmen um anschließend das Gebiet zu besetzen.
"Mit erbeuteten Panzern aus dem Irak, deutschen Waffen aus Saudi Arabien, Qatar und der Türkei." und die Türkei unterstütze den IS "sowohl finanziell als auch mit militärischen Gütern."(YXK, 6.10.14)

Waffen für die Kurden?
Wenn es heisst, die Bundesregierung liefere Waffen an die Kurden, dann sind damit nur jene im Irak gemeint, die der demokratischen Entwicklung in Rojava kritisch gegenüberstehen. (YXK, 6.10.14),
den Peschmerga der konservativen, irakisch-kurdischen KDP die sich gegenüber dem IS zurückzogen. Einzig an diese KDP liefert die Bundesregierung jetzt allerdings Waffen. (ALI, 7.10.14)
Die Peschmerga haben aber "die Menschen in Sengal, Tel Afar und Maxmur, schutzlos den Djihadisten überlassen" ,
"
Während die deutsche Regierung die korrupte und feudal-konservative KDP des nordirakischen Kurdenpräsidenten Barzani mit Waffen ausrüstet, dessen Peshmerga-Milizen sich bei der Verteidigung der Jeziden im Nordirak gegen den IS-Terror bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, wollen wir die Kräfte der linken kurdischen Befreiungsbewegung YPG und YPJ unterstützen die im August 10 000 vom IS eingekesselten Jeziden das Leben retteten, als sie einen Fluchtkorridor vom Shengal-Gebirge nach Rojava freikämpften." (Überregional verbreiteter Aufruf in dem auch Waffen für die Kurden in Kobane gefordert werden )

YPG Yekîneyên Parastina Gel, und YPJ (Frauen) Volksverteidigungskräfte der Kurden
''YXK-Göttingen'' Verband der Studierenden aus Kurdistan

 

Protestaktion während der Ratssitzung / 17 Oktober 14
Scharfe Kritik an der Türkei und Aufforderung zur praktischen Hilfe

Während der Ratssitzung am 17.10.14 haben ca 30 Aktivist_innen einen 3 stündigen Infostand mit Pavillon vor dem neuem Rathaus aufgestellt um auf notwendige Hilfe für die Menschen in Kobane aufmerksam zu machen. Um 18 Uhr wurden während der Unterbrechung der Ratssitzung für eine "Bürgerfragestunde" ein Redebeitrag zum Thema Kobanê gehalten , ein Transparent „Solidarität mit Kobanê“ im Saal hochgehalten und ein Infoblatt verteilt mit dem Titel "Wir sind heute hier , um Solidarität mit der kämpfenden Bevölkerung in Kobanê auszudrücken." In einer späteren zusätzlichen Pressemitteilung heißt es: "Mit dieser Aktion wollten Aktivist_innen ein Zeichen der Solidarität setzen und zeigen, dass es nicht nur KurdInnen sind, die in Deutschland ihre Wut und ihr Entsetzen über die Angriffe des IS und die westliche Politik auf die Straße tragen. Sie riefen die deutsche Bevölkerung, jede und jeden Einzelnen auf, eine praktische Solidarität mit Kobanê zu zeigen."

Im verteilten Infoblatt wurde die Unterstützung für die Mörderbanden des IS und die gleichzeitige Behinderung von Hilfeleistungen für die Kurden durch die türkischen Regierung und deren Militär scharf kritisiert. "Die Bundesregierung fordern wir auf Druck auszuüben, damit die Türkei den von den Volksverteidigungskräften (YPG/YPJ) geforderten Hilfskorridor ermöglicht, damit endlich das Nachrücken kurdischer KämpferInnen ermöglicht wird. Ebenso verhindert die Abschottung der Grenzen menschenwürdige Lebensbedingungen für die Zivilbevölkerung,denn sie kann vor Tod und Zerstörung nirgendwohin fliehen."

Angesichts der Tatsache, dass von türkischer Seite auch noch kurdische PKK-Stellungn militärisch angegriffen werden heisst es: "Die Türkische Regierung fällt nicht vom Himmel. Sie bekommt Halt und Stabilität durch ihre Partner, die NATO Staaten, welche weiterhin Waffen an Ankara liefern. Hierbei macht sich auch die deutsche Bundesregierung durch untätiges Zuschauen schuldig. Während die Volksverteidigungseinheiten von Rojava der YPG/ YPJ trotz unzureichender Waffentechnik die Menschen in Kobane und Umgebung mit ihrem Leben vor den Kriegsverbrechen des klerikalfaschistischen IS schützen, hat die Bundesregierung nichts Besseres zu tun als ebenfalls Waffen an die Türkei zu liefern. Darüber hinaus aber auch an Saudi Arabien, Katar und Jordanien, welche trotz anderer öffentlicher Bekenntnisse weiterhin den IS ausrüsten. Die Verfolgung und Kriminalisierung des legitimen Widerstands gegen den IS findet aber auch in Deutschland statt. Diejenigen, die zur Zeit den Widerstand gegen die Banden des IS – Staat leisten, werden in Deutschland immer noch verboten und verfolgt und nach dem Paragraf § 129b, nach welchem die PKK immer noch als Terrororganisation eingestuft wird, angeklagt und inhaftiert."

goest-Kommentar:
Wäre eine Stellungnahme des Rates zu Kobane, eine sinnvolle Resolution mit Kritik an der Türkei vom Rat der Stadt Göttingen möglich gewesen? Einem solchen Versuch wäre damit begegnet worden, dass der Rat nicht zuständig sei für Forderungen an die Bundesregierung bzw. die Türkei. Dem hätte die Verknüpfung von kommunal zu bewältigender Flüchtlingshilfe und zwischenstaatlich erzeugter Fluchtursachen eine Resolution sehr wohl gerechtfertigt. Vergleichbar einer Forderung der strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen auf Bundesebene entgegenzuwirken.
Eine gewissen Bereitschaft des Rates dieses Thema anzunehmen zeigt die Tatsache, dass die Aktion im Rat ca. eine halbe Stunde hingenommen wurde. Denn Teilnehmer_innen von Protestaktionen bei Ratssitzungen werden meist von der Sitzungsleitung dahingehend belehrt, dass ver Versuch einer Beeinflußung des Stadtparlaments durch Transparente und Flugblattverteilen zu unterbleiben habe. Ja sogar Beifalls- oder Unmutsbekundungen des Publikums wurden schon gelegentlich durch die Ratsvorsitzende gerügt.

 

Freitag 31.10.14 Kobane-Demonstration Mehrere kurdische Gruppen haben eine Solidaritätsdemonstration für Stadt und gegen das PKK-Verbot ab 18 Uhr am Marktplatz angekündigt.

 

Merkwürdig aufwändige Aktion zur Entfernung von Plakaten und Transparent 2015

Rote Strasse: Polizei entfernt Transparente und Plakate die eine Aufhebung des PKK-Verbotes verlangen.

Am 8.9.15 fuhr behelmte Polizei auf entfernte ein Transparent und versuchte Plakate mit Symbolen der PKK zu übermalen.


Unterdrückung verbotener Fahnen, Farben, Symbole
2011

Demonstration 29.11.11 / In der Türkei werden die kurdischen Feste, die kurdischen Farben und die kurdische Sprache unterdrückt. Die Entstehung einer kurdischen autonomen Region im Nordirak, wo Ölquellen eine finanzielle Basis für einen eigenenStaat darstellen könnten, bekämpft die Türkei indem sie dort mit Truppen einmarschiert und Bomben wirft. Aber auch Iran und Syrien arbeiten Hand in Hand bei der Bekämpfung der Kurden.

Worum es für die Kurden und Kurdinnen geht, wurde auch am Marktplatz in Göttingen deutlich: "wir existieren als Kurden und verlangen eine Anerkennung unseres Existenzrechtes."
Deshalb werden Symbole eines eigenen Volkes, einer Nation ohne Staat präsentiert: die Flagge des Kurdischen Parlaments im Exil Grün-Gelb-Rot (die in der Türkei verboten ist), die religiöse Flagge der Jesiden Grün-Rot-Gelb, die Flagge der autonomen Region Kurdistan im Nordirak Rot-Weiß-Grün mit 21 zackiger Sonne, usw. ... siehe auch >>Flaggenübersicht

Frauen entfalteten eine riesige Flagge der Jesiden

"Aus jesidischer Sicht hat Gott dem Menschen die Möglichkeit gegeben, zu sehen, zu hören und zu denken. Er hat ihm den Verstand gegeben und damit die Möglichkeit, für sich den richtigen Weg zu finden." (Wikipedia)

im Hintergrund eine Fahne mit dem Abbild von Öcalan

Auf der Demo wurde ein Zettel verteilt, auf dem Vorschläge für zu rufende Parolen aufgelistet waren. An erster Stelle stand: "Biji Serok Apo" und als Übersetzung wurde angefügt, das heisse "Lang lebe Apo [Abdullah Öcalan]". Für diesen Ausruf, der auch mit „Es lebe der Vorsitzende Öcalan“ übersetzt wird, wurden im Jahr 2010 in der Türkei 11 Menschen zu Haftstrafen zwischen zehn Monaten und 5 Jahren verurteilt. (>>Quelle)
...Die Übersetzung des Ausrufes scheint jedoch etwas ungenau, weil "Serok" zwar auch mit Präsident aber vor allem mit "Führer" übersetzt wird - die Parole hiesse im schlimmsten Falle also "Es lebe der Führer apo" , wobei "apo" für "Onkel" steht und Öcalan gemeint ist.
Auch wenn man sich jetzt nicht krampfhaft an einer Übersetzung mit der möglichen Bedeutung "Führer" festkrallen will, ist die Parole doch Ausdruck einer sehr fragwürdigen Zuspitzung politischer Ziele auf eine einzige Person.

Die Flagge der autonomen Region Nordirak und ein Schild auf dem gegen die Ermordung der Kurden in Syrien protestiert wird.
(Demo 2011)

Das Plakat zum Aufruf der Demonstration bestand aus den Teilen der Flagge der Koma Civakên Kurdistan (Grün mit gelber Sonne und rotem Stern in der Sonne) eine Organisation, die unter der "Führung" von Öcalan die Kurden in den verschiedenen Ländern zu einer Gemeinschaft verbinden soll. Allerdings war der rote Stern auf dem Plakat nicht in der Flagge sondern an einer anderen Stelle auf dem Plakat abgedruckt.

Diese Flagge war mit anderen auf einem Zettel abgedruckt, den der leitende Polizeibeamte bei der Demo in Göttingen mit sich führte um verboten Symbole zu identifizieren. Er wußte auf Befragen nicht, um welche Symbole es sich handelt. Auch die Flagge es Volkskongress Kurdistan (Kongra-Gel) der sich als Parlament der Kurden versteht, ist verboten.


29.11.11 am Marktplatz Göttingen: Links hält der leitende Polizeibeamte ein Blatt mit den Symbolen, die alle aus der Demo entfernt werden sollen, rechts wird einer Frau ein Tuch entrissen, das die Flagge der Union der Gemeinschaften Kurdistans zeigte. Deutsche Polizei wird so zum Handlanger der Türkei bei der Unterdrückung kurdischer Symbole.

(im Foto oben links wurden die verbotenen Symbole von der Redaktion vorsichtshalber geschwärzt, denn auch die Abbildung dessen was verboten ist, - das trauen wir der politischen Polizei zu - könnte als ein Verstoß gegen das Verbot gewertet und mit Strafe belegt werden. Man denke nur daran, dass in einem anderen absurden Fall die Abbildung eines Hakenkreuzes, das in den Abfallkorb geworfen wird als Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole strafrechtlich verfolgt wurde)


Nach einer ersten Schätzung schienen es ca. 300 Menschen zu sein, die sich an der Demonstration beteiligten.

Ein Bündnis von Organisationen rief auf zu einer "Demonstration gegen Krieg, Lüge und Unrecht." unter dem Motto "Stell dir vor es ist Krieg und alle sehen hin! - Solidarität mit der Kurdischen Freiheitsbewegung!" auf.

Zu den aufrufenden Organisationen gehöten:
YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan
ALI – Antifaschistische Linke International
JAG- Jugendantifa Göttingen
AJO- Antifaschistische Jugendoffensive
Grüne Jugend Göttingen
Rote Hilfe Ortsgruppe Göttingen
SOLID Northeim-Göttingen
GöLINKE. Ratsfraktion
Patrick Humke (Partei Die Linke, Mitglied des Landtages)
Civar Akad (Stadtradt GöLINKE)
AZADÎ RECHTSHILFEFONDS für Kurdinnen und Kurden in Deutschland e.V.
Kampagne TATORT Kurdistan Kurdistan-Volkshaus Hannover e.V
Fraktion der Partei die Linke im Kreistag Göttingen
Kurd-Akad - Netzwerk kurdischer Akademikerinnen e.V.
Grüne Hochschulgruppe Göttingen
Linke.SDS Göttingen
SDAJ Göttingen

In dem gemeinsamen Aufruf des Bündnisses heisst es u.a.:
"Im letzten halben Jahr eskaliert wieder der Kurdistan-Konflikt. Wenn es um die Kurd_innen geht, zeigen die Besatzungsstaaten keine Berührungsängste. So arbeitet die Türkei eng mit dem iranischen Regime zusammen, indem sie es mit Waffen und strategischen Informationen israelischer Aufklärungsdrohnen versorgt, aber auch an dessen militärischen Operationen direkt teilnimmt. Das iranische Militär marschierte in den Nordirak ein und verstieß damit gegen das Völkerrecht. Der türkische Staat lässt die Bergregion zum Nachbarland bombardieren, wobei bereits zahlreiche ZivilistInnen getötet wurden. Auch in den kurdischen Städten schießt der Staat auf wehrlose ZivilistInnen und schlachtet diese förmlich auf offener Straße ab. Die Weltöffentlichkeit schweigt dazu, Deutschland liefert sogar die Waffen für diesen Krieg. Wir fordern ein Ende des Krieges in Kurdistan!" (...) "Der deutsche Staat bezeichnet 11.500 KurdInnen in Deutschland als PKK-AnhängerInnen und lässt diese per Gesetz kriminalisieren und überwachen. All diese Menschen könnten nach der momentanen rechtlichen Lage und der Politik der Bundesregierung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Seit 1993 existiert in Deutschland ein Betätigungsverbot für die PKK und andere pro-kurdische Gruppen, obwohl selbst Verfassungsschützer_innen dies kritisieren und für falsch halten. Selbst nachdem sich die PKK vor vielen Jahren zu einer friedlichen Lösung der Kurden-Frage bekannt hat, ist eine Ende des Betätigungsverbots nicht in Sicht. Für die Lösung der kurdischen Frage ist es aber unerlässlich, den Konflikt in einem öffentlichen Raum auszutragen. Doch durch das Verbot wird jegliches politische Engagement erstickt, kriminalisiert und drängt die KurdInnen somit in die Illegalität. Wir fordern ein Ende dieser anhaltenden Kriminalisierung, deren Kern das PKK-Verbot ist!"
In diesem Zusammenhang wird im Aufruf auch die Freilassung des PKK-Gründers Abdullah Öcalan gefordert, der seit 1999 in einem türkischen Gefängnis in Isolationshaft festgehalten wird.

Partei DieLinke fordert die Aufhebung des PKK-Verbotes

Seitens der Partei DieLinke, Fraktionsmitglieder im Rat und Kreistagwurde wurde gesondert am 27.10.11 eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der noch einmal zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen wurde. Darin heisst es u.a. "Die derzeitige Offensive der türkischen Armee gegen Kurden richte sich in erster Linie gegen die Zivilbevölkerung. Deutschland liefere seit Jahrzehnten Waffen und Militärfahrzeuge an den türkischen Staat und verdiene daran blutiges Geld auf dem Rücken tausender von Toten." Konkret wird ein Ende der Kriminalisierung von KurdInnen durch die deutschen Staatsorgane gefordert. Dazu gehöre die Aufhebung des Verbots von PKK und ERNK und ein Schutz der kurdischen Kulturvereine, "damit die Kurdinnen und Kurden hier in Deutschland ihre legitimen Forderungen auch vertreten können". (Patrick Humke)

Grüne Jugend ruft zur Teilnahme auf - die alten Grünen lassen dazu nichts verlauten

Die Jugendorganisation der Grünen, die Grüne Jugend, seltsamerweise aber nicht der Kreisverband der Grünen veröffentlichte ebenfalls am 27.10.11 einen Aufruf und forderte "Solidarität mit der zivilgesellschaftlichen, kurdischen Freiheitsbewegung zeigen!" und fordert "Die Kämpfer_Innen müssen ihre Waffen niederlegen. Militärisch oder mit Anschlägen wird der Konflikt nicht zu lösen sein." Auch die Grüne Jugend stellt fest "Wenn man sich zum Kurdistan-Konflikt äußert, kommt man um eine Beschäftigung mit dem PKK-Gründer Abdullah Öcalan nicht herum. Dieser gilt in weiten Teilen der kurdischen Bewegung als der Dreh- und Angelpunkt, wenn es um die Gesamtkonfliktlösung geht." und weiter heisst es dazu "Wir erkennen an, dass eine Lösung desselben aus kurdischer Sicht nur mit ihm erfolgen kann". Leider werden auch in Deutschland Menschen kriminalisiert, die sich pro-kurdisch äußern. Seit dem PKK-Verbot im Jahre 1993 ist eine offene politische Betätigung von kurdischen Menschen in Deutschland nicht uneingeschränkt möglich. Engagement wird kriminalisiert und pauschal unter Terrorismusverdacht gestellt, obwohl seit einem Urteil des Bundesgerichtshofes die Gesamtorganisation nicht mehr als kriminelle Vereinigung eingestuft wird. "Angesichts der Tatsache, dass das PKK Verbot lediglich ein Unterdrückungswerkzeug gegen kurdisches Engagement darstellt, stellen wir die Frage, ob das PKK-Verbot überhaupt noch sinnvoll ist"

 

Diskussion um Unterstützung der Kurden von Widersprüchen geprägt

21.8.14 / Zu Recht macht die Grüne Jugend Göttingen in einer Mitteilung am 21.8.14 darauf aufmerksam, dass die Entscheidung für eine Hilfe an die Kurden im Irak im Widerspruch stehen zur Behandlung der Kurdinnen und Kurden in Deutschland: "Vor dem Hintergrund des Vormarsches der Gruppierung "Islamischer Staat" im Nord-Irak und der "Die humanitäre Lage der Yezid*innen im Nord-Irak ist beängstigend, grundsätzlich begrüßen wir deswegen die aktuelle Debatte über gebotene und notwendige Hilfeleistungen. (...) Einerseits werden Kurd*innen im Irak als Bündnispartner*innen angesehen, andererseits wird kurdisches Engagement in Deutschland immer noch kriminalisiert, insbesondere durch das Verbot der PKK. Dass auch Kämpfer*innen des militärischen Arms der PKK die kurdischen Peschmerga-Milizen bei ihrem Kampf gegen die Truppen der IS unterstützen, zeigt die Absurdität dieser Situation. (...) Die GJ Göttingen fordert deshalb die Aufhebung des PKK-Verbots!"

Ebenso einsichtig ist der Hinweis der GJ auf die Widersprüchlichkeiten von Waffenexporten:
" Das Liefern von immer mehr Waffen in Krisengebiete kann allerdings keine Lösung sein. Letztendlich ist nicht kontrollierbar, in wessen Hände die Waffen irgendwann gelangen werden. Auf zynische Weise wird dies gerade im aktuellen Konflikt deutlich: Die IS kämpft mit amerikanischen Waffen, welche bei Angriffen auf die irakische Armee erbeutet wurden. (...) Wir fordern darüber hinaus, dass Waffenlieferungen insbesondere in Krisengebiete durch die Bundesregierung kategorisch ausgeschlossen werden."

>>Gesamter Text der Erklärung der Grünen Jugend

 

Kurdische Organisation YXK macht auf Verfolgung der Eziden aufmerksam

7.8.14 / Pressemitteilung yxk / Am Donnerstag den 07.08.2014 werden wir als YXK-Göttingen am Gänseliesel eine Kundgebung abhalten. Wir laden euch/Sie alle dazu ein, uns auf der Kundgebung zu unterstützen und bei unserem Anliege, die Geschehnisse an die Öffentlichkeit zu tragen, zu umitzuwirken.

In den vergangenen Tagen überhäufen sich erneut die Schreckensmeldungen aus dem Irak und aus Syrien. Die islamistische Organisation ISIS (Islamischer Staat Irak und Syrien, seit neuestem auch nur Islamischer Staat genannt) vergrößert ihr Machtgebiet, massakriert andersgläubige Menschen auf diesen Gebieten und treibt tausende Menschen auf die Flucht. Die UN spricht derzeit von rund 200.000 Menschen, die vor der ISIS auf der Flucht sind. Derzeit konzentrieren sich die Angriffe der ISIS auf die Stadt Sengal im Norden des Iraks. Die Bevölkerung von Sengal gehört der kurdischen Religionsgemeinschaft der Êziden an. Aufgrund der Furcht vor Massakern durch die Islamisten befinden sich zehntausende Menschen aus der Region auf der Flucht. Viele êzidische Familien aber auch tausende Schiiten, die aus Tel Afar nach Sengal geflohen waren, sind aus Angst vor den Islamisten auf die Sindscharberge in der Nähe von Sengal geflohen. Dort droht allerdings aufgrund von fehlenden Lebensmitteln und Wasser eine humanitäre Katastrophe. Erste Meldungen von verdursteten Kindern erreichen uns bereits. Bevor die ISIS ihre Angriffe auf Sengal begann, hatte sie zu einem Großangriff auf die Demokratisch Autonome Verwaltung von Kobanê (Rojava/Nordsyrien) angesetzt. Mit schweren Waffen, die die Islamisten nach ihrer Machtübernahme in Mosul erbeutet haben, greifen sie mit seit mehreren Wochen die Region von Kobanê an und machen auch keinen Halt vor Massakern an der Zivilbevölkerung. Dutzende Dörfer sind wahllos dem Raketenbeschuss der Islamisten ausgesetzt. Unterstützt wird die ISIS bei diesen Angriffen auch von der Türkei, die ihre Grenzen für die Islamisten immer wieder aufmacht.
Weitere Informationen unter: http://civaka-azad.org/ und http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/

 

Demonstration gegen das PKK-Verbot 2013

Auffällig unterschiedlich zu einer kurdischen Demo im Jahre 2011 wurde die Demonstration im oktober 2013 weitgehend von polizeilicher Gängelung verschont. Damals waren kleinlichst die Verbote bestimmter Symbole der PKK durchgesetzt worden.

Zur Demo 2013 hatten neben den kurdischen PKK-nahen Organisationen auch die Grüne Jugend und die A.L.I Antifaschistische Linke International aufgerufen.

Die Demo stand einerseits im Zeichen des aktuellen >Krieges in Syrien und mobilisierte andererseits für eine zentrale Demonstration am 16. November in Berlin gegen das PKK-Verbot

Anmerkung goest: Es gab Zeiten, in denen der Kult um einzelne Personen auch schon einmal kritischer betrachtet wurde. (Auf die vielfach berichtete Unterdrückung jeglicher Kritik innerhalb der PKK bis hin zu "Hinrichtungen von Abweichlern" wollen wir nicht eingehen - wir beschränken uns auf das deutlich sichtbare Erscheinungsbild des "Führerkultes" vor Ort hier in Göttingen)

Da die Türkei Assad stürzen möchte hat sie den bisherigen Kampf gegen die Kurden heruntergefahren, weil diese im Norden Syriens ebenfalls gegen Assad kämpfen und große Gebiete dort besetzt halten. Andererseits unterstützt die Türkei auch Al-Kaida Gruppen in Syrien weil diese ebenfalls gegen Assad kämpfen. Diese Al Kaida Gruppem gehen allerdings auch brutalst gegen die Kurden vor. Deshalb ist die Hoffnung auf einen Frieden zwischen Türken und Kurden äußerst fragwürdig. (Nachtrag Juni 2014: durch die Entwicklung im Irak zeigt sich, dass die türkische Unterstützung für AlKaida bzw. Isis sich nun gegen die Türkei selbst wendet - was die Kurden schon vorausgesagt hatten.)

Dennoch wird seitens der PKK die Hoffnung auf einen Frieden genährt. Im Demonstrationsaufruf für den 16.11.13 heisst es u.a.:
"Im Frühling 2013 begann in der Türkei eine Zeit der Hoffnung auf Frieden und demokratischen Wandel. Nach jahrzehntelangem Kampf ist die Anerkennung und Gleichberechtigung der Kurdinnen und Kurden in der Türkei in greifbare Nähe gerückt. Der von der PKK eingeleitete Waffenstillstand und der am 8. Mai begonnene Rückzug ihrer Kämpferinnen und Kämpfer aus der Türkei sind deutliche Schritte. Die türkische Regierung verhandelt seit Ende 2012 direkt mit dem Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalan. Damit ist er als politischer Vertreter der Kurdinnen und Kurden in der Türkei anerkannt worden. Beim Newroz-Fest in der kurdischen Metropole Diyarbakir haben am 21. März ein bis zwei Millionen Menschen friedlich und von der Polizei unbehelligt mit zehntausenden von PKK-Fahnen und Öcalan-Bildern gefeiert und demonstriert. Dialog und Veränderung stehen auf der Tagesordnung. Der Friedensprozess in der Türkei kann sich positiv auf den ganzen Mittleren Osten auswirken. Dieser Aufbruch sollte von Deutschland und Europa aus entschlossen unterstützt werden. Dazu gehört, dass die Einschränkung der öffentlichen Meinungsäußerung und der Versammlungsfreiheit von Kurdinnen und Kurden durch Verbote und Strafverfahren aufhört. Vor 20 Jahren, am 26. November 1993, hat der damalige Innenminister Manfred Kanther das Betätigungsverbot für die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Deutschland verfügt. Tausende wurden seitdem zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt, hunderte nach Behördenmeinung der PKK nahestehende Institutionen, Vereine und Veranstaltungen verboten. Seit 2012 sind kurdische Politiker auch noch auf der Grundlage des § 129b für die mutmaßliche Mitgliedschaft in bzw. Unterstützung einer „ausländischen terroristischen Vereinigung” angeklagt. Das politische Engagement zehntausender Kurdinnen und Kurden in Deutschland ist durch diese Maßnahmen stark eingeschränkt. Alle, die sich für die Rechte der Kurdinnen und Kurden einsetzen, sind von Kriminalisierung und staatlicher Repression bedroht, wenn sie sich nicht ausdrücklich von der PKK distanzieren. Die Aufhebung des PKK-Verbots sowie die Streichung der PKK von der Terrorliste der EU wären wichtige Schritte auf dem Weg von Dialog und Konfliktlösung. Für diese Forderungen und für eine demokratische Entwicklung in der Türkei und im Mittleren Osten wollen wir am 16. November 2013 in Berlin demonstrieren. Köln/Berlin, 11. Mai 2013" (>>gesamter Aufruftext)

 

Veranstaltungen zu den Frauen in Kurdistan

8.3.13 Rotes Zentrum (Lange-Geismar-Straße 2/3, ALI (Antifaschistische Linke International) und YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan) Veranstaltungen zur Frauenbewegung und dem Aufbau von Selbstverwaltungsstrukturen in Kurdistan"Selbstverwaltung und Demokratischer Konförderalismus", 19 Uhr TeilnehmerInnen verschiedener Delegationen im türkischen Teil Kurdistans berichten von ihren Erfahrungen, beleuchten die Hintergründe des Aufbaus der Demokratischen Autonomie und der Kurdischen Frauenbewegung in verschiedenen Teilen Kurdistans. Außerdem stellen sie die Kampagne "TATORT Kurdistan" und ihre Arbeit vor.

15.3.13 Buchladen "Rote Straße" 19:30 Uhr (Nikolaikirchhof 7) Buchvorstellung: Widerstand und gelebte Utopien Widerstand und gelebte Utopien" basiert auf zahlreichen Interviews, die im Jahre 2010 mit Guerillakämpferinnen und anderweitig aktiven Frauen der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung geführt wurden. Sie spiegeln die Utopien, Hoffnungen und Bedenken in einer Zeit wider, in der die kurdische Bewegung zwischen dem Aufbau einer alternativen Gesellschaft und dem Widerstand gegen die Vernichtungsversuche des türkischen Staates und seiner Verbündeten stand. Auf verschiedenen Reisen führten Frauen aus Westeuropa diese Interviews im Flüchtlingscamp Mexmûr, in Städten Südkurdistans, in den Bergen im Gebiet Kandil und der Medya-Verteidigungsgebiete. Einführend beschreibt das Buch die Geschichte und Frauenbefreiungsideologie der kurdischen Frauenbewegung sowie das neue Paradigma des Demokratischen Konföderalismus für den Aufbau einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft. In diesem Kontext werden die verschiedenen Organisierungsformen und Kämpfe der Frauenbefreiungsbewegung und die praktische Umsetzung des Demokratischen Konföderalismus vorgestellt. In den Interviews wird deutlich, dass die Stärkung des internationalistischen Frauenbefreiungskampfes und eine autonome Frauenorganisierung nach wie vor notwendig und eine Voraussetzung für den Aufbau einer freien Gesellschaft sind. In diesem Sinne gibt das Buch all denjenigen Frauen und Frauenorganisationen neue Anregungen, die auf der Suche nach einem Leben in Freiheit sind.

 

Kampagne Halim Dener

13.6.14 / Rotes Zentrum - Lange Geismarstr. 3 18:30 Uhr am 15.06. Mobilisierungsveranstaltung "gefoltert. geflüchtet. verboten. erschossen." zur bundesweiten Demonstration am 21.6.2014, 14 Uhr Hannover - Steintor Die Forderungen eines Aufrufes dazu lauten: Schluss der militärischen Zusammenarbeit der BRD mit der Türkei! Ende des Exports deutscher Waffen! Bleiberecht für Alle! Weg mit dem PKK-Verbot! Lückenlose Aufklärung rassistischer Polizeigewalt!

Halim klebte 1994 in Hannover Plakate mit dem Emblem der ERNK, des (damaligen) politischen Arms der PKK. Dabei wurde er von SEK-Polizisten in Zivil überrascht und ein Polizist schoss ihm aus kürzester Entfernung in den Rücken woran er wenig später starb. In einem drei Jahre dauernden Prozess wurde der Polizist freigesprochen.
Der 16-jährige Kurde Halim Dener war einige Monate vorher aus seiner Heimat geflohen. Damals zerstörte das türkische Militär 4.000 Dörfer – so auch Halims Dorf in der Nähe von Çewlik (türk.: Bingöl). 17.000 „Morde unbekannter Täter“, Verschwundene und Folter waren die gängige Praxis von Polizei, Geheimdienst und Paramilitärs. Halim selbst wurde nach einer Festnahme von der türkischen Polizei eine Woche lang verhört und gefoltert. Halim flüchtete vor Krieg und Verfolgung unter falschem Namen, um seine Familie in der Heimat nicht zu gefährden. Als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling kam er in die BRD.
Damals war eine öffentliche Hetze gegen Kurd*innen an der Tagesordnung, es wurde ein Klima von Hass und Angst geschaffen, das von einer simplen Gleichung bestimmt war: „Kurd*innen = PKK = Terrorist*innen“. Die PKK wurde verboten, auch das Zeigen der Fahnen und sogar allein die kurdischen Farben sind ebenfalls verboten. (Siehe dazu das Beispiel von 2011 in Göttingen) Das Verbot findet rege Anwendung gegen kurdische Kulturvereine insbesondere kurdische Jugendliche und Aktivist*innen, die sie sich mit der Bewegung identifizieren und politisch engagieren.

Die bundesweite Kampagne wird in Göttingen unterstützt von
Antifaschistische Linke International (A.L.I.), Göttingen; Basisdemokratische Linke Göttingen; DKP; Grüne Jugend; Netzwerk Antikapitalistische Linke (AKL), Basisgruppe Göttingen; Redical M, Göttingen; Rote Hilfe e.V., Göttingen; Sozialistische Alternative (SAV) Göttingen: Sozialistische Deutsche ArbeiterJugend (SDAJ) Göttingen: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) Kreisvereinigung Göttingen; WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke; YDG-Neue Demokratische Jugend; Yek-Kom – Föderation kurdischer Vereine in Deutschland; YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan

 

MIN DÎT - Die Kinder von Diyarbakir - Film und Diskussion
Donnerstag 17. 2.11 Kino Lumiere, 18h Film, 20 h Vortrag und Diskussion

14.2.11 / VeranstalterInnentext:
- Verband der Studenten aus Kurdistan YXK Göttingen http://www.yxk-online.de/
- Rote Hilfe e.V. - Ortsgruppe Göttingen http://rotehilfegoettingen.wordpress.com/
- Die Linke - Kreisverband Göttingen http://www.dielinke-goettingen.de/
"In dem Film geht es vornehmlich um das Leben von Straßenkindern in der Stadt Diyarbakir, die "Hauptstadt" des kurdischen Teils der Türkei. Auf bewegende und packende Art und Weise zeigt der Film, anhand des Schicksals der Geschwister Gulistan und Firat, die Verbrechen des türkischen Staates an der kurdischen Bevölkerung auf. 18 Uhr Film: "MIN DÎT - Die Kinder von Diyarbakir" Die Eltern zweier kurdischer Kinder werden bei einer nächtlichen Ausweiskontrolle durch die türkische Geheimpolizei ermordet. Ab sofort sind die Kinder, Gulistan und Firat, auf sich allein gestellt und müssen im rauen Alltag von Diyarbakir klarkommen. Hierbei lernen sie weitere Kinder kennen die ihr Schicksal teilen und decken mehr und mehr weitere Verbrechen auf. Als die kleine Gulistan den Mörder ihrer Eltern in der Stadt Diyarbakir wiedererkennt, weiß sie, dass sie nicht länger über den Mord an ihren Eltern schweigen kann. http://www.min-dit.com/ anschliessend ca. 20 Uhr: Vortrag und Diskussion: "Zwischen Krieg und Frieden -,Lösungsperspektiven der kurdischen Frage" Während in der Türkei Generäle aufgrund von Putschplänen angeklagt werden, gegen die Militäroperationen in der kurdischen Landesteilen unvermindert weiter. Ministerpräsident Erdogan redet von Demokratisierung des Landes, doch in Diyarbakir stehen 151 kurdische PolitikerInnen, BürgermeisterInnen und MenschenrechsaktivistInnen unter Terrorismusanklage vor Gericht. Welche Perspektiven gibt es für die Lösung der kurdischen Frage? Welche Rolle können die Arbeiterpartei Kurdistans PKK und ihr Vorsitzender Abdulla Öcalan dabei spielen?Warum unterstützt die Bundesregierung die Verfolgung der kurdischen Freiheitsbewegung mit Waffenlieferungen an das türkische Militär und dem PKK-Verbot in Deutschland? Und welchen Weg muss die türkische Regierung gehen? Vortrag und Diskussion mit Dr. Nick Brauns, Journalist und zusammenmit Brigitte Kiechle Autor des Buches „PKK-Perspektiven des kurdischen Freiheitskampfes : Zwischen Selbstbestimmung, EU und Islam“

 

Bombardements im irakisch-kurdischen Gebiet 2007
Pressemitteilung der GfbV Göttingen
17.12.2007 "Die türkische Luftwaffe hat nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit ihren Bombardements im benachbarten Irakisch-Kurdistan am vergangenen Wochenende in erster Linie die dort ansässige Zivilbevölkerung getroffen. Verängstigt hätten Hunderte von Kurden nach der Bombardierung ihrer Dörfer oder benachbarter Ortschaften die Flucht ergriffen, berichtete ein Mitarbeiter des GfbV-Büros in Arbil, der Hauptstadt des autonomen Bundeslandes im Norden des Irak, dem GfbV-Nahostreferenten Kamal Sido in Göttingen telefonisch. Im Dorf Lewje habe es eine Tote gegeben, und mindestens zwei Frauen seien schwer verletzt worden. Große Zerstörungen seien auch aus den Dörfern und Weilern Berkme, Bin Qelat, Shiwegermik, Lolan, Khinere, Geliye Resh, Almush, Muslok, Sipyaran, Shekan, Jorjan, Malemela, Navde?tan, Binare, Qalatukan, Zerge und Maredu im Dreieck Türkei, Irak und Iran gemeldet worden. Auch bei Avashin und Zab seien zivile Ziele angegriffen worden. In Qelatukan sei die Schule, die erst vor drei Jahren gebaut worden war, dem Erdboden gleichgemacht worden. Schüler seien nicht zu Schaden gekommen, dassdie Angriffe in der Nacht zum Sonntag erfolgten. Ihnen seien jedoch rund 100 Schafe und Ziegen zum Opfer gefallen. Für eine friedliche Beilegung der Kurdenfrage in der Türkei hat die GfbV wiederholt ein internationales Tribunal gefordert, das Verbrechen der türkischen Armee und der radikalen Kurdischen Arbeiterpartei PKK untersuchen und bestrafen soll."
Kundgebung August 2007
Am Mittwoch, den 22. August 2007 rief eine "Kurdische Gemeinschaft Göttingen" zu einer Demonstration um 16 Uhr am Gänselieselauf. Die Kundgebung dieser Gemeinschaft, der muslimische und yezidische Kurden angehören wird von der (GfbV) unterstützt.

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Kurdisches Newrozfest

2003 / Das Fest wird z.B. in den türkischen Kurdengebieten von der Regierung unterdrückt. Obwohl das Noruz oder Newroz-Fest in Zentral- und Vorderasien eine Feier der erwachenden Natur ist, symbolisiert das Newroz-Fest der Kurden darüber hinaus seit 2613 Jahren den ewigen Wunsch nach kultureller Eigenständigkeit. Kurden demonstrieren mit "Newroz" ihren jahrhundertelangen politischen Willen zur Unabhängigkeit und kultureller Zusammengehörigkeit.
NEWROZ, das älteste und höchste Fest der Kurdinnen und Kurden, das seit langer Zeit am 21.März mit Tanz und Freudenfeuern auf den Dorfplätzen ebenso wie auf den Straßen und Plätzen in den Städten gefeiert wird, hat vielschichtige Bedeutung. 'NEWROZ' heißt 'Neuer Tag', und damit ist nicht nur der erste Tag des neuen Jahres gemeint. Vielmehr geht die besondere Bedeutung dieses Tages auf die Befreiung von Tyrannei und Fremdherrschaft im Jahr 612 vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.) zurück. An diesem Tag soll der Schmied Kawa den Tyrannen Dehak getötet und sein Volk befreit haben.
Das Feuer, über das die Menschen springen, soll alles Böse des abgelaufenen Jahres verbrennen. Das neue Jahr soll nicht mit schlechten Erinnerungen belastet werden. Ein traditioneller Brauch bei diesem Fest ist der Norouz-Tisch auf den Fische und Haft Sin, 7 Symbole des Lebens für Glück und Wohlstand gestellt werden.


Kurdischer Musiker beim Neujahrsempfang des Integrationsrates Göttingen 2003

unter Engeln und den hl. 3 Königen

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Protest gegen türkisches Staudammprojekt

Mit dem Bau des llisu-Staudamm wird es zur Zwangsumsiedlung tausender Kurdinnen und Kurden, den Untergang der historisch bedeutenden Stadt Hasankeyf und die mögliche Zunahme von Konflikten in der Region kommen.

Am 13.5.2001 wurde an einem Informationsstand auf dem Marktplatz über die Auswirkungen eines Staudammprojektes in der Türkeit informiert. Zunächst denkt man "was soll das schon wieder - und was ist Hanakeyf?" aber bei näherer Beschäftigung geht es um ein riesiges Projekt, das auch die Machtverhältnisse zwischen Türkei und seinen Nachbarstaaten verändert!
Im jahr 2002 wurde der Bau vorübergehend eingestellt, doch seit 2005 war er wieder in Planung und seit 5. August wird wieder daran gebaut.

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Protest 2001 auf dem Göttinger Marktplatz -

2002 Bau eingestellt -

2006 es wird weitergebaut.

In Göttingen wurde der Protest u.a. durch die Basisgruppe Orientalistik der Uni Göttingen unterstützt.

2009 Exportgarantien gestoppt!

>> Allgemeine Infos zum Ilisu Staudamm in Wikipedia

2009 Endlich: Kritik führt zum Stop der Bankbürgschaften

Am 6.7.2009 wurde in den Medien gemeldet, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz keine Bankbürgschaften / Exportgarantien mehr für das Projekt geben. Der Türkei wird vorgeworfen, bei dem Staudammprojekt die Auflagen im Bereich Umwelt, Kulturgüter und Umsiedlung nicht erfüllt zu haben.

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Demo fordert "Freiheit für Öcalan"

4.10.03 / Überraschend ist es schon, wenn eine kleine Demonstration für Abdullah Öcalan (PKK/Kadek) über die Berliner Straße zieht, begleitet von verkehrsregelnden Polizisten, denn die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) ist seit 1993 mit einem "vereinsrechtlichen Betätigungsverbot" belegt. Aber die Demo-TeilnehmerInnen handelten offensichtlich ganz im Sinne der neuen friedlichen Politik und wollten sogar in aller Offenheit  ein Foto von sich für die Presse gemacht haben. Die Demo forderte die "Entsendung einer internationalen unabhängigen Ärztlnnenkommission zur Untersuchung A. Öcalans, für die Aufhebung der lsolationshaft sowie die Schließung des Gefängnisses auf Imrall" (Flugblatt-Text), da es sich bei der Inhaftierung um eine Art Todesstrafe auf Raten zu handeln scheint, die von Menschenrechtsorganisationen angeprangert wird.

oecalan609.JPG (22344 Byte)Demogruppe am Samstag 4.10.03, ca. 15.30 Uhr auf der Berliner Straße
mit dem schwarzen Transparent "Freiheit für Öcalan"

Die Nachfolgeorganisation der PKK namens Kadek (Freiheits- und Demokratiekongreß Kurdistans) soll von der EU sogar auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt werden, wogegen es erhebliche Proteste gab, weil Kadek sich für den "friedlichen und demokratischen Weg der Selbstbestimmung des kurdischen Volkes" entschieden hat.

oecalan610.JPG (20855 Byte)Die Demonstrationsteilnehmer stellen sich extra für ein Pressefoto auf und streichen das Transparent glatt.

Abdullah Öcalan, der Generalvorsitzende der Kadek  ist unter den Bedingungen der türkischen Einzelhaft erkrankt. Am 1.9.03 wurde von dpa in türkischen und kurdischen Medien die Nachricht verbreitet, dass Abdullah Öcalan das Ende der vierjährigen Waffenruhe mit der türkischen Regierung erklärt habe. Öcalan war nach 15-jährigem Krieg zwischen der PKK und der Türkei im Februar 1999 festgenommen worden, hatte dann aus dem Gefängnis heraus zum Waffenstillstand aufgerufen und  die Umwandlung der PKK in eine rein auf friedliche politische Mittel hin orientierte Organisation verkündet. Die rund 5000 Mann starke Armee der Kadek hielt sich fortan zurückgezogen in den Bergen des Nordirak auf und forderte Friedensverhandlungen mit Ankara und eine Generalamnestie.
Im August 2003 erließ die Türkische Regierung eine Teilamnestie. Das reicht der Kadek nicht und nun hat Öcalan die Waffenruhe für beendet erklärt und zwar auch als Reaktion auf die verstärkte Repression der Türkei gegen die Kurden. Es steht also zu befürchten, dass sich die Konflikte wieder verschärfen und in diesem Zusammenhang muß auch die Kampagne für Öcalan gesehen werdent.

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