>>   goest Startseite   Texte und Bilder ©  by goest  

Kurden

Anzahl der KurdInnen nur schätzungsweise bekannt
MIN DÎT - Die Kinder von Diyarbakir - Film und Diskussion

Bombardements im irakisch-kurdischen Gebiet 2007
Kurdisches Newrozfest
Demo fordert "Freiheit für Öcalan"

 

Statistik: Anzahl der Kurdinnen und Kurden in Göttingen nur schätzungsweise bekannt

Die Kurden als ethnische Gruppe umfasst weltweit lt. GfbV mehr als 30 Millionen, es gibt auch Schätzungen von anderen Stellen über 40 Millionen. Die Mehrheit dieser "ethnischen Gruppe" ohne eigenen Staat verteilt sich auf Nord-Irak, Iran, Syrien und südliche Türkei (wo die meisten leben).

2001 lebten nach Auskunft des Ausländerbeauftragten ca. 30.000 - 40.000 Kurden in Niedersachsen. In der Göttinger Statistik sind Kurden den Nationalitäten nach zur Türkei (2006:1662), Irak (2006: 205, Iran (2006 :332) , Syrien (2006:93) zugeordnet, sie werden aber nicht gesondert aufgeführt. Die Kurden in Göttingen sind also eine unbekannte Teilmenge von den insgesamt 2300 Personen aus Regionen mit kurdischer Bevölkerung. Wir schätzen mal ganz unsicher ca. 600 Personen.

KurdInnen wenig offiziell präsent
In der Liste ausländischer Gruppierungen des Integrationsrates findet sich keine einzige kurdische Organisation. Die ehemals im Haus der Kulturen ansässige "Deutsch-Kurdische-Freundschaftsgesellschaft" ist dort auch nicht mehr zu finden.>Integrationsrat

Kurdistan-Rundbrief
Als regionale Kontaktadresse für den Kurdistan Rundbrief (2011 domain nicht erreichbar) wird genannt: Kurdistan Solidarität, c/o Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen, Fax:: (0551) 43898, E-Mail: kurd-sol-goe@link-goe.de

 

Veranstaltungen zu den Frauen in Kurdistan

8.3.13 Rotes Zentrum (Lange-Geismar-Straße 2/3, ALI (Antifaschistische Linke International) und YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan) Veranstaltungen zur Frauenbewegung und dem Aufbau von Selbstverwaltungsstrukturen in Kurdistan"Selbstverwaltung und Demokratischer Konförderalismus", 19 Uhr TeilnehmerInnen verschiedener Delegationen im türkischen Teil Kurdistans berichten von ihren Erfahrungen, beleuchten die Hintergründe des Aufbaus der Demokratischen Autonomie und der Kurdischen Frauenbewegung in verschiedenen Teilen Kurdistans. Außerdem stellen sie die Kampagne "TATORT Kurdistan" und ihre Arbeit vor.

15.3.13 Buchladen "Rote Straße" 19:30 Uhr (Nikolaikirchhof 7) Buchvorstellung: Widerstand und gelebte Utopien Widerstand und gelebte Utopien" basiert auf zahlreichen Interviews, die im Jahre 2010 mit Guerillakämpferinnen und anderweitig aktiven Frauen der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung geführt wurden. Sie spiegeln die Utopien, Hoffnungen und Bedenken in einer Zeit wider, in der die kurdische Bewegung zwischen dem Aufbau einer alternativen Gesellschaft und dem Widerstand gegen die Vernichtungsversuche des türkischen Staates und seiner Verbündeten stand. Auf verschiedenen Reisen führten Frauen aus Westeuropa diese Interviews im Flüchtlingscamp Mexmûr, in Städten Südkurdistans, in den Bergen im Gebiet Kandil und der Medya-Verteidigungsgebiete. Einführend beschreibt das Buch die Geschichte und Frauenbefreiungsideologie der kurdischen Frauenbewegung sowie das neue Paradigma des Demokratischen Konföderalismus für den Aufbau einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft. In diesem Kontext werden die verschiedenen Organisierungsformen und Kämpfe der Frauenbefreiungsbewegung und die praktische Umsetzung des Demokratischen Konföderalismus vorgestellt. In den Interviews wird deutlich, dass die Stärkung des internationalistischen Frauenbefreiungskampfes und eine autonome Frauenorganisierung nach wie vor notwendig und eine Voraussetzung für den Aufbau einer freien Gesellschaft sind. In diesem Sinne gibt das Buch all denjenigen Frauen und Frauenorganisationen neue Anregungen, die auf der Suche nach einem Leben in Freiheit sind.

 

Demo am 29.10.11 um 14 Uhr am Markt/Gänseliesel

29.11.11 / In der Türkei werden die kurdischen Feste, die kurdischen Farben und die kurdische Sprache unterdrückt. Die Entstehung einer kurdischen autonomen Region im Nordirak, wo Ölquellen eine finanzielle Basis für einen eigenenStaat darstellen könnten, bekämpft die Türkei indem sie dort mit Truppen einmarschiert und Bomben wirft. Aber auch Iran und Syrien arbeiten Hand in Hand bei der Bekämpfung der Kurden.

Worum es für die Kurden und Kurdinnen geht, wurde auch am Marktplatz in Göttingen deutlich: "wir existieren als Kurden und verlangen eine Anerkennung unseres Existenzrechtes."
Deshalb werden Symbole eines eigenen Volkes, einer Nation ohne Staat präsentiert: die Flagge des Kurdischen Parlaments im Exil Grün-Gelb-Rot (die in der Türkei verboten ist), die religiöse Flagge der Jesiden Grün-Rot-Gelb, die Flagge der autonomen Region Kurdistan im Nordirak Rot-Weiß-Grün mit 21 zackiger Sonne, usw. ... siehe auch >>Flaggenübersicht

Frauen entfalteten eine riesige Flagge der Jesiden

"Aus jesidischer Sicht hat Gott dem Menschen die Möglichkeit gegeben, zu sehen, zu hören und zu denken. Er hat ihm den Verstand gegeben und damit die Möglichkeit, für sich den richtigen Weg zu finden." (Wikipedia)

im Hintergrund eine Fahne mit dem Abbild von Öcalan

Auf der Demo wurde ein Zettel verteilt, auf dem Vorschläge für zu rufende Parolen aufgelistet waren. An erster Stelle stand: "Biji Serok Apo" und als Übersetzung wurde angefügt, das heisse "Lang lebe Apo [Abdullah Öcalan]". Für diesen Ausruf, der auch mit „Es lebe der Vorsitzende Öcalan“ übersetzt wird, wurden im Jahr 2010 in der Türkei 11 Menschen zu Haftstrafen zwischen zehn Monaten und 5 Jahren verurteilt. (>>Quelle)
...Die Übersetzung des Ausrufes scheint jedoch etwas ungenau, weil "Serok" zwar auch mit Präsident aber vor allem mit "Führer" übersetzt wird - die Parole hiesse im schlimmsten Falle also "Es lebe der Führer apo" , wobei "apo" für "Onkel" steht und Öcalan gemeint ist.
Auch wenn man sich jetzt nicht krampfhaft an einer Übersetzung mit der möglichen Bedeutung "Führer" festkrallen will, ist die Parole doch Ausdruck einer sehr fragwürdigen Zuspitzung politischer Ziele auf eine einzige Person.

Die Flagge der autonomen Region Nordirak und ein Schild auf dem gegen die Ermordung der Kurden in Syrien protestiert wird.

Das Plakat zum Aufruf der Demonstration bestand aus den Teilen der Flagge der Koma Civakên Kurdistan (Grün mit gelber Sonne und rotem Stern in der Sonne) eine Organisation, die unter der "Führung" von Öcalan die Kurden in den verschiedenen Ländern zu einer Gemeinschaft verbinden soll. Allerdings war der rote Stern auf dem Plakat nicht in der Flagge sondern an einer anderen Stelle auf dem Plakat abgedruckt.

Diese Flagge war mit anderen auf einem Zettel abgedruckt, den der leitende Polizeibeamte bei der Demo in Göttingen mit sich führte um verboten Symbole zu identifizieren. Er wußte auf Befragen nicht, um welche Symbole es sich handelt. Auch die Flagge es Volkskongress Kurdistan (Kongra-Gel) der sich als Parlament der Kurden versteht, ist verboten.


29.11.11 am Marktplatz Göttingen: Links hält der leitende Polizeibeamte ein Blatt mit den Symbolen, die alle aus der Demo entfernt werden sollen, rechts wird einer Frau ein Tuch entrissen, das die Flagge der Union der Gemeinschaften Kurdistans zeigte. Deutsche Polizei wird so zum Handlanger der Türkei bei der Unterdrückung kurdischer Symbole. (im Foto nachträglich vorsichtshalber geschwärzt, denn auch die Abbildung eines Hakenkreuzes das in den Abfallkorb geworfen wird wurde als Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole strafrechtlich verfolgt)


Nach einer ersten Schätzung schienen es ca. 300 Menschen zu sein, die sich an der Demonstration beteiligten.

 

Vor der Demo

Ein Bündnis von Organisationen rief auf zu einer "Demonstration gegen Krieg, Lüge und Unrecht." unter dem Motto "Stell dir vor es ist Krieg und alle sehen hin! - Solidarität mit der Kurdischen Freiheitsbewegung!" auf.

Zu den aufrufenden Organisationen gehören:
YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan
ALI – Antifaschistische Linke International
JAG- Jugendantifa Göttingen
AJO- Antifaschistische Jugendoffensive
Grüne Jugend Göttingen
Rote Hilfe Ortsgruppe Göttingen
SOLID Northeim-Göttingen
GöLINKE. Ratsfraktion
Patrick Humke (Partei Die Linke, Mitglied des Landtages)
Civar Akad (Stadtradt GöLINKE)
AZADÎ RECHTSHILFEFONDS für Kurdinnen und Kurden in Deutschland e.V.
Kampagne TATORT Kurdistan Kurdistan-Volkshaus Hannover e.V
Fraktion der Partei die Linke im Kreistag Göttingen
Kurd-Akad - Netzwerk kurdischer Akademikerinnen e.V.
Grüne Hochschulgruppe Göttingen
Linke.SDS Göttingen
SDAJ Göttingen

In dem gemeinsamen Aufruf des Bündnisses heisst es u.a.:

"Im letzten halben Jahr eskaliert wieder der Kurdistan-Konflikt. Wenn es um die Kurd_innen geht, zeigen die Besatzungsstaaten keine Berührungsängste. So arbeitet die Türkei eng mit dem iranischen Regime zusammen, indem sie es mit Waffen und strategischen Informationen israelischer Aufklärungsdrohnen versorgt, aber auch an dessen militärischen Operationen direkt teilnimmt. Das iranische Militär marschierte in den Nordirak ein und verstieß damit gegen das Völkerrecht. Der türkische Staat lässt die Bergregion zum Nachbarland bombardieren, wobei bereits zahlreiche ZivilistInnen getötet wurden. Auch in den kurdischen Städten schießt der Staat auf wehrlose ZivilistInnen und schlachtet diese förmlich auf offener Straße ab. Die Weltöffentlichkeit schweigt dazu, Deutschland liefert sogar die Waffen für diesen Krieg. Wir fordern ein Ende des Krieges in Kurdistan!" (...) "Der deutsche Staat bezeichnet 11.500 KurdInnen in Deutschland als PKK-AnhängerInnen und lässt diese per Gesetz kriminalisieren und überwachen. All diese Menschen könnten nach der momentanen rechtlichen Lage und der Politik der Bundesregierung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Seit 1993 existiert in Deutschland ein Betätigungsverbot für die PKK und andere pro-kurdische Gruppen, obwohl selbst Verfassungsschützer_innen dies kritisieren und für falsch halten. Selbst nachdem sich die PKK vor vielen Jahren zu einer friedlichen Lösung der Kurden-Frage bekannt hat, ist eine Ende des Betätigungsverbots nicht in Sicht. Für die Lösung der kurdischen Frage ist es aber unerlässlich, den Konflikt in einem öffentlichen Raum auszutragen. Doch durch das Verbot wird jegliches politische Engagement erstickt, kriminalisiert und drängt die KurdInnen somit in die Illegalität. Wir fordern ein Ende dieser anhaltenden Kriminalisierung, deren Kern das PKK-Verbot ist!"
In diesem Zusammenhang wird im Aufruf auch die Freilassung des PKK-Gründers Abdullah Öcalan gefordert, der seit 1999 in einem türkischen Gefängnis in Isolationshaft festgehalten wird.

 

Partei DieLinke fordert die Aufhebung des PKK-Verbotes

Seitens der Partei DieLinke, Fraktionsmitglieder im Rat und Kreistagwurde wurde gesondert am 27.10.11 (10. nicht 11.) eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der noch einmal zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen wurde. Darin heisst es u.a. "Die derzeitige Offensive der türkischen Armee gegen Kurden richte sich in erster Linie gegen die Zivilbevölkerung. Deutschland liefere seit Jahrzehnten Waffen und Militärfahrzeuge an den türkischen Staat und verdiene daran blutiges Geld auf dem Rücken tausender von Toten." Konkret wird ein Ende der Kriminalisierung von KurdInnen durch die deutschen Staatsorgane gefordert. Dazu gehöre die Aufhebung des Verbots von PKK und ERNK und ein Schutz der kurdischen Kulturvereine, "damit die Kurdinnen und Kurden hier in Deutschland ihre legitimen Forderungen auch vertreten können". (Patrick Humke)

Grüne Jugend ruft zur Teilnahme auf - die alten Grünen lassen dazu nichts verlauten

Die Jugendorganisation der Grünen, die Grüne Jugend, seltsamerweise aber nicht der Kreisverband der Grünen veröffentlichte ebenfalls am 27.10.11 einen Aufruf und forderte "Solidarität mit der zivilgesellschaftlichen, kurdischen Freiheitsbewegung zeigen!" und fordert "Die Kämpfer_Innen müssen ihre Waffen niederlegen. Militärisch oder mit Anschlägen wird der Konflikt nicht zu lösen sein." Auch die Grüne Jugend stellt fest "Wenn man sich zum Kurdistan-Konflikt äußert, kommt man um eine Beschäftigung mit dem PKK-Gründer Abdullah Öcalan nicht herum. Dieser gilt in weiten Teilen der kurdischen Bewegung als der Dreh- und Angelpunkt, wenn es um die Gesamtkonfliktlösung geht." und weiter heisst es dazu "Wir erkennen an, dass eine Lösung desselben aus kurdischer Sicht nur mit ihm erfolgen kann". Leider werden auch in Deutschland Menschen kriminalisiert, die sich pro-kurdisch äußern. Seit dem PKK-Verbot im Jahre 1993 ist eine offene politische Betätigung von kurdischen Menschen in Deutschland nicht uneingeschränkt möglich. Engagement wird kriminalisiert und pauschal unter Terrorismusverdacht gestellt, obwohl seit einem Urteil des Bundesgerichtshofes die Gesamtorganisation nicht mehr als kriminelle Vereinigung eingestuft wird. "Angesichts der Tatsache, dass das PKK Verbot lediglich ein Unterdrückungswerkzeug gegen kurdisches Engagement darstellt, stellen wir die Frage, ob das PKK-Verbot überhaupt noch sinnvoll ist",

 

 

MIN DÎT - Die Kinder von Diyarbakir - Film und Diskussion
Donnerstag 17. 2.11 Kino Lumiere, 18h Film, 20 h Vortrag und Diskussion

14.2.11 / VeranstalterInnentext:
- Verband der Studenten aus Kurdistan YXK Göttingen http://www.yxk-online.de/
- Rote Hilfe e.V. - Ortsgruppe Göttingen http://rotehilfegoettingen.wordpress.com/
- Die Linke - Kreisverband Göttingen http://www.dielinke-goettingen.de/
"In dem Film geht es vornehmlich um das Leben von Straßenkindern in der Stadt Diyarbakir, die "Hauptstadt" des kurdischen Teils der Türkei. Auf bewegende und packende Art und Weise zeigt der Film, anhand des Schicksals der Geschwister Gulistan und Firat, die Verbrechen des türkischen Staates an der kurdischen Bevölkerung auf. 18 Uhr Film: "MIN DÎT - Die Kinder von Diyarbakir" Die Eltern zweier kurdischer Kinder werden bei einer nächtlichen Ausweiskontrolle durch die türkische Geheimpolizei ermordet. Ab sofort sind die Kinder, Gulistan und Firat, auf sich allein gestellt und müssen im rauen Alltag von Diyarbakir klarkommen. Hierbei lernen sie weitere Kinder kennen die ihr Schicksal teilen und decken mehr und mehr weitere Verbrechen auf. Als die kleine Gulistan den Mörder ihrer Eltern in der Stadt Diyarbakir wiedererkennt, weiß sie, dass sie nicht länger über den Mord an ihren Eltern schweigen kann. http://www.min-dit.com/ anschliessend ca. 20 Uhr: Vortrag und Diskussion: "Zwischen Krieg und Frieden -,Lösungsperspektiven der kurdischen Frage" Während in der Türkei Generäle aufgrund von Putschplänen angeklagt werden, gegen die Militäroperationen in der kurdischen Landesteilen unvermindert weiter. Ministerpräsident Erdogan redet von Demokratisierung des Landes, doch in Diyarbakir stehen 151 kurdische PolitikerInnen, BürgermeisterInnen und MenschenrechsaktivistInnen unter Terrorismusanklage vor Gericht. Welche Perspektiven gibt es für die Lösung der kurdischen Frage? Welche Rolle können die Arbeiterpartei Kurdistans PKK und ihr Vorsitzender Abdulla Öcalan dabei spielen?Warum unterstützt die Bundesregierung die Verfolgung der kurdischen Freiheitsbewegung mit Waffenlieferungen an das türkische Militär und dem PKK-Verbot in Deutschland? Und welchen Weg muss die türkische Regierung gehen? Vortrag und Diskussion mit Dr. Nick Brauns, Journalist und zusammenmit Brigitte Kiechle Autor des Buches „PKK-Perspektiven des kurdischen Freiheitskampfes : Zwischen Selbstbestimmung, EU und Islam“

 

Bombardements im irakisch-kurdischen Gebiet 2007
Pressemitteilung der GfbV Göttingen
17.12.2007 "Die türkische Luftwaffe hat nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit ihren Bombardements im benachbarten Irakisch-Kurdistan am vergangenen Wochenende in erster Linie die dort ansässige Zivilbevölkerung getroffen. Verängstigt hätten Hunderte von Kurden nach der Bombardierung ihrer Dörfer oder benachbarter Ortschaften die Flucht ergriffen, berichtete ein Mitarbeiter des GfbV-Büros in Arbil, der Hauptstadt des autonomen Bundeslandes im Norden des Irak, dem GfbV-Nahostreferenten Kamal Sido in Göttingen telefonisch. Im Dorf Lewje habe es eine Tote gegeben, und mindestens zwei Frauen seien schwer verletzt worden. Große Zerstörungen seien auch aus den Dörfern und Weilern Berkme, Bin Qelat, Shiwegermik, Lolan, Khinere, Geliye Resh, Almush, Muslok, Sipyaran, Shekan, Jorjan, Malemela, Navde?tan, Binare, Qalatukan, Zerge und Maredu im Dreieck Türkei, Irak und Iran gemeldet worden. Auch bei Avashin und Zab seien zivile Ziele angegriffen worden. In Qelatukan sei die Schule, die erst vor drei Jahren gebaut worden war, dem Erdboden gleichgemacht worden. Schüler seien nicht zu Schaden gekommen, dassdie Angriffe in der Nacht zum Sonntag erfolgten. Ihnen seien jedoch rund 100 Schafe und Ziegen zum Opfer gefallen. Für eine friedliche Beilegung der Kurdenfrage in der Türkei hat die GfbV wiederholt ein internationales Tribunal gefordert, das Verbrechen der türkischen Armee und der radikalen Kurdischen Arbeiterpartei PKK untersuchen und bestrafen soll."
Kundgebung August 2007
Am Mittwoch, den 22. August 2007 rief eine "Kurdische Gemeinschaft Göttingen" zu einer Demonstration um 16 Uhr am Gänselieselauf. Die Kundgebung dieser Gemeinschaft, der muslimische und yezidische Kurden angehören wird von der (GfbV) unterstützt.

zum Anfang

 

Kurdisches Newrozfest

Das Fest wird z.B. in den türkischen Kurdengebieten von der Regierung unterdrückt. Obwohl das Noruz oder Newroz-Fest in Zentral- und Vorderasien eine Feier der erwachenden Natur ist, symbolisiert das Newroz-Fest der Kurden darüber hinaus seit 2613 Jahren den ewigen Wunsch nach kultureller Eigenständigkeit. Kurden demonstrieren mit "Newroz" ihren jahrhundertelangen politischen Willen zur Unabhängigkeit und kultureller Zusammengehörigkeit.
NEWROZ, das älteste und höchste Fest der Kurdinnen und Kurden, das seit langer Zeit am 21.März mit Tanz und Freudenfeuern auf den Dorfplätzen ebenso wie auf den Straßen und Plätzen in den Städten gefeiert wird, hat vielschichtige Bedeutung. 'NEWROZ' heißt 'Neuer Tag', und damit ist nicht nur der erste Tag des neuen Jahres gemeint. Vielmehr geht die besondere Bedeutung dieses Tages auf die Befreiung von Tyrannei und Fremdherrschaft im Jahr 612 vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.) zurück. An diesem Tag soll der Schmied Kawa den Tyrannen Dehak getötet und sein Volk befreit haben.
Das Feuer, über das die Menschen springen, soll alles Böse des abgelaufenen Jahres verbrennen. Das neue Jahr soll nicht mit schlechten Erinnerungen belastet werden. Ein traditioneller Brauch bei diesem Fest ist der Norouz-Tisch auf den Fische und Haft Sin, 7 Symbole des Lebens für Glück und Wohlstand gestellt werden.

integrationsrat8.jpg (13251 Byte)
Kurdischer Musiker beim Neujahrsempfang des Integrationsrates Göttingen 2003

zum Anfang

 

Protest gegen türkisches Staudammprojekt

Mit dem Bau des llisu-Staudamm wird es zur Zwangsumsiedlung tausender Kurdinnen und Kurden, den Untergang der historisch bedeutenden Stadt Hasankeyf und die mögliche Zunahme von Konflikten in der Region kommen.

Am 13.5.2001 wurde an einem Informationsstand auf dem Marktplatz über die Auswirkungen eines Staudammprojektes in der Türkeit informiert. Zunächst denkt man "was soll das schon wieder - und was ist Hanakeyf?" aber bei näherer Beschäftigung geht es um ein riesiges Projekt, das auch die Machtverhältnisse zwischen Türkei und seinen Nachbarstaaten verändert!
Im jahr 2002 wurde der Bau vorübergehend eingestellt, doch seit 2005 war er wieder in Planung und seit 5. August wird wieder daran gebaut.

aufruf.jpg (22119 Byte)

Protest 2001 auf dem Göttinger Marktplatz -

2002 Bau eingestellt -

2006 es wird weitergebaut.

In Göttingen wurde der Protest u.a. durch die Basisgruppe Orientalistik der Uni Göttingen unterstützt.

2009 Exportgarantien gestoppt!

>> Allgemeine Infos zum Ilisu Staudamm in Wikipedia

2009 Endlich: Kritik führt zum Stop der Bankbürgschaften

Am 6.7.2009 wurde in den Medien gemeldet, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz keine Bankbürgschaften / Exportgarantien mehr für das Projekt geben. Der Türkei wird vorgeworfen, bei dem Staudammprojekt die Auflagen im Bereich Umwelt, Kulturgüter und Umsiedlung nicht erfüllt zu haben.

zum Anfang

 

Demo fordert "Freiheit für Öcalan"

4.10.03 / Überraschend ist es schon, wenn eine kleine Demonstration für Abdullah Öcalan (PKK/Kadek) über die Berliner Straße zieht, begleitet von verkehrsregelnden Polizisten, denn die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) ist seit 1993 mit einem "vereinsrechtlichen Betätigungsverbot" belegt. Aber die Demo-TeilnehmerInnen handelten offensichtlich ganz im Sinne der neuen friedlichen Politik und wollten sogar in aller Offenheit  ein Foto von sich für die Presse gemacht haben. Die Demo forderte die "Entsendung einer internationalen unabhängigen Ärztlnnenkommission zur Untersuchung A. Öcalans, für die Aufhebung der lsolationshaft sowie die Schließung des Gefängnisses auf Imrall" (Flugblatt-Text), dasses sich bei der Inhaftierung um eine Art Todesstrafe auf Raten zu handeln scheint, die von Menschenrechtsorganisationen angeprangert wird.

oecalan609.JPG (22344 Byte)Demogruppe am Samstag 4.10.03, ca. 15.30 Uhr auf der Berliner Straße
mit dem schwarzen Transparent "Freiheit für Öcalan"

Die Nachfolgeorganisation der PKK namens Kadek (Freiheits- und Demokratiekongreß Kurdistans) soll von der EU sogar auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt werden, wogegen es erhebliche Proteste gab, weil Kadek sich für den "friedlichen und demokratischen Weg der Selbstbestimmung des kurdischen Volkes" entschieden hat.

oecalan610.JPG (20855 Byte)Die Demonstrationsteilnehmer stellen sich extra für ein Pressefoto auf und streichen das Transparent glatt.

Abdullah Öcalan, der Generalvorsitzende der Kadek  ist unter den Bedingungen der türkischen Einzelhaft erkrankt. Am 1.9.03 wurde von dpa in türkischen und kurdischen Medien die Nachricht verbreitet, dass Abdullah Öcalan das Ende der vierjährigen Waffenruhe mit der türkischen Regierung erklärt habe. Öcalan war nach 15-jährigem Krieg zwischen der PKK und der Türkei im Februar 1999 festgenommen worden, hatte dann aus dem Gefängnis heraus zum Waffenstillstand aufgerufen und  die Umwandlung der PKK in eine rein auf friedliche politische Mittel hin orientierte Organisation verkündet. Die rund 5000 Mann starke Armee der Kadek hielt sich fortan zurückgezogen in den Bergen des Nordirak auf und forderte Friedensverhandlungen mit Ankara und eine Generalamnestie.
Im August 2003 erließ die Türkische Regierung eine Teilamnestie. Das reicht der Kadek nicht und nun hat Öcalan die Waffenruhe für beendet erklärt und zwar auch als Reaktion auf die verstärkte Repression der Türkei gegen die Kurden. Es steht also zu befürchten, dass sich die Konflikte wieder verschärfen und in diesem Zusammenhang muß auch die Kampagne für Öcalan gesehen werdent.

zum Anfang