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Fremde und Aliens
"Ufo-Landeplatz" beim Haus der Kulturen
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Medieninteresse mit der Ankündung eines "UFO-Landplatzes" erreicht
PolitikerInnen zum Mitspielen aufgefordert
Thematischer Übergang zum Thema Flüchtlinge, Asyl - leider verpasst
Alien, Ufos und Rassismus im Film
IFG Intergalaktische Freund_innen Göttingen "Against Planetism"
Texte der VeranstalterInnen

Medieninteresse mit der Ankündung eines "UFO-Landplatzes" erreicht

Wie erreiche ich Aufmerksamkeit in den Medien? Ein Marketingspezialist hatte es vor Jahren einmal mit provokativen antifeministischen Positionen probiert und war daraufhin in zig Talkshows eingeladen worden. Später offenbarte er, dass er das nicht ernst gemeint habe, es sei darum gegangen nachzuweise wieviel öffentliche Aufmerksamkeit mit solchen Provokationen erlangt werden könne. Er habe alternativ als Provokationsthema die "Wiedereinführung einer Monarchie in Deutschland" erwogen, was sicherlich eine ähnliche Wirkung gehabt hätte. Angesichts der Kosten für Werbezeiten im Fernsehen habe die Summe seiner Fernsehauftritte einen erheblichen Wert gehabt.

Ähnliches könnte sich die Celler Marketingfirma Hofmann&Tosch gedacht haben, die seit der ersten Ufo-Veranstaltung in Celle an dem Ufo-Spektakel beteiligt ist. Der mit der Ufo-Idee erzeugten Medienrummel könnte sich mindestens als ein Referenzprojekt zur Kundengewinnung nutzen lassen.Dass dieser Aspekt eine Rolle spielt wurde schon in der Ankündigung deutlich: "UFOs über Göttingen!" Mit diesen und ähnlichen außerirdischen Meldungen könnten schon bald die Titelseiten der regionalen und überregionalen Zeitungen gefüllt sein. Denn in Göttingen soll ein UFO-Landeplatz gebaut werden."

Marketingfachfrau Dr. Andrea Hoffmann (Agentur Hoffmann&Tosch / Celle) verliest die Grußbotschaft einer Bundestagsabgeordneten
Gunthard E. Schleipen (CosmicRadio) "Der galaktische Mönch" verkündet die Null-Botschaften
Billiger als jede Litfassäule / Landeplatz - Nie war Marketing so kostengünstig

PolitikerInnen zum Mitspielen aufgefordert

So richtig ernst nehmen konnte seitens der eingeladenen Göttinger PolitikerInnen das Thema mit den Ausserirdischen natürlich niemand. Es war einfach zu oberflächlich absurd darauf gerichtet, mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. PolitikerInnen, die um Teilnahme an Diskussionen zum Thema gebeten werden schwankten zwischen der Verweigerung aus Angst, sich lächerlich zu machen und dem Versuch, die Chance zur Publicity zu nutzen. Die etablierten OB-Bewerber von SPD, Grünen und CDU schickten Vertreter und/oder hielten sich im Hintergrund, die für die OB-Wahl chancenlose Bewerberin der Piraten und Bewerber der Partei DieLinke kamen persönlich zur Politdiskussion. Nachdem sich eine Teilnahme der Politleute abzeichnete, "mußten" auch alle Medien dabei sein – et vice versa - ein sich selbst verstärkender Zirkel


Politikrunde

Thematische Übergänge: "Angst vor dem Fremden", Flüchtlinge, Asyl - leider verpasst

Die herbeiphantasierte Problematik des Umgangs mit außerirdischen Lebewesen könnte in einen deutlich aktuellen Zusammenhang gestellt werden, was allerdings , wenn überhaupt, dann viel zu zaghaft geschah. Das Thema "Umgang mit Fremden" führt zwangsläufig zu den Themen Asyl, Flüchtlinge, Migration, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus. Wenn Menschen schon untereinander geringe Unterschiede zum Anlass nehmen sich gegenseitig wegen dieser Unterschiede abzulehnen ja zu hassen zu bekämpfen und umzubringen, wie soll dann eine Integration eines eingewanderten Aliens mit 6 Armen und einem Auge sowie stark kulturell abweichendem Verhalten überhaupt nur gedacht werden können. Vielleicht als sensationelles Sonderexemplar könnten Medien Geld mit dem seltsamen Lebewesen verdienen, aber wenn nun eine größere Anzahl davon käme?

Mit Verfremdungseffekten versuchte z.B. auch Brecht die ZuschauerInnen in eine Distanz zum Gesehenen zu bringen, die das kritische Nachdenken ermöglicht. Im Englischen heisst Verfremdungseffekt passend zum Ufo-Thema übrigens "alienation effects". Von der Frage, wie mit außerirdischen Lebewesen umzugehen sei, hätte leicht dazu übergeleitet werden können, dass irdische Fremde, als Flüchtlinge an der europäischen Grenze abgewiesen und in großer Zahl tödlichen Gefahren überlassen werden. Auf den Umgang mit Außerirdischen übertragen würde das bedeuten, dass außerirdische Raumschiffe mit Kurs auf die Erde abgeschossen werden, so wie die Flüchtlinge aus Afrika im Mittelmeer dem Ertrinken überlassen wurden. Man könnte dabei auch an den Fischer erinnern können, der Flüchtlinge gerettet hat , anschließend aber wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung verurteilt wurde. Bei der Frage, ob die Rettungsaufnahme auf einer der beiden Raumstationen ISS oder Tiangong 1 ("Himmlischer Palast") als unerlaubte Hilfe gelten könnte, würde weniger die Absurdität des Themas Ufo-Landeplatz als vielmehr die Absurdität irdischen Handelns deutlich. Statt dieser Themenübergänge wurde in der Politrunde z.B. davor gewarnt, man solle vorsichtig sein, weil es auch gefährliche Alien gäbe. Hier wäre ein vom Publikum skandiertes "kein Alien ist illegal" wenigstens ein sarkastischer Befreiungsschlag gewesen.
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Asyl, Flüchtlinge

Alien, Ufos und Rassismus im Film

Der Kurzfilm "Alive in Joburg" und der darauf aufbauende Spielfilm "District9" haben diese Thematik ebenfalls auf das Verhältnis von Weltraum und Erde übertragen.

"District9" "Im Jahr 1982 stoppt ein riesiges außerirdisches Raumschiff über Johannesburg in Südafrika. Nachdem sich angeblich ein Kommandomodul vom Schiff gelöst hat und auf die Erde gefallen ist, ohne jemals von Menschen gefunden worden zu sein, verharrt das Raumschiff seit seiner Ankunft unbeweglich über der Stadt. Nach dreimonatigem ereignislosem Warten entschließen sich die Menschen, einen Weg in das Raumschiff zu schneiden. Dort finden sie über eine Million insektoide Außerirdische in einem gesundheitlich sehr schlechten Zustand vor. Ein Kommandant des Schiffes wird nicht gefunden. Die extraterrestrischen Wesen werden in einem behelfsmäßigen Flüchtlingslager untergebracht, das den Namen District 9 trägt und sich rasch zu einem Slum entwickelt......" (Wikipedia)

"Elysium" vom gleichen Regisseur dreht dann die Sache etwas um: die heile Welt ist auf einer riesigen Raumstation und die Erde ist nur noch Schrott und Elend. Wer in die Welt der Reichen flüchten will, dessen Raumschiff wird bei der "illegalen Einreise" einfach abgeschossen.(> goest-Filmkritik elysium )


IFG Intergalaktische Freund_innen Göttingen "Against Planetism"

Eine Gruppe, die sich auf dem spielerischen Pfad des Themas beteiligte verlas eine Stellungnahme in der gegen intergalaktischen Rassismus und Toleranz gegenüber integrierter Klinkgonen Position bezogen wurde:

Foto: Vertreterin der IFG beim Vortragen ihres Statements
(Intergalaktische Freund_innen Göttingen)

"Spaceinvaders against Planetism

Im Rahmen der Eröffnung des UFO-Landeplatzes in Göttingen möchten wir, die IFG (Intergalaktische Freund_innen Göttingen), auf das Problem "Planetismus" aufmerksam machen. Wir begrüßen die Eröffnung sehr und deuten dies in erster Linie als einen offenherzigen und überfälligen Akt im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung intergalaktischer Freundschaften. Jedoch befürchten wir eine Banalisierung in Bezug auf die Vorurteile gegenüber unseren Freund_innen aus dem Kosmos. Ein erstes Anzeichen dafür bildet die Bezeichnung als "UFO-Landeplatz", was einen sehr distanzierten und ablehnenden Charakter aufweist. Denn es sind ja keine "Unidentifizierten Flugobjekte", die wir empfangen wollen, sondern Raumschiffe unserer Gäste. Daher wäre eine Bezeichnung wie "Intergalaktischer Raumhafen Göttingen" eine bessere Alternative. Es könnte allein aus bürokratischen Gründen zu Missverständnissen kommen, weil unsere Gäste diese Kennzeichnung nicht als eine für sie vorgesehene Landefläche interpretieren könnten. Des weiteren ist eine Sensibilisierung für das Thema Planetismus im Allgemeinen eine aus unserer Sicht unumgängliche Notwendigkeit. Das betrifft Bereiche wie intergalaktischen Rassismus, oder die Kolonialisierung anderer Planeten bzw. Lebensräume. "Wir sind uns sicher, dass dieses Thema die nächsten 200 Jahre maßgeblich bestimmen wird!", so eine Sprecherin der IFG. Daher erhoffen wir uns im Zusammenhang mit dieser Eröffnung eine erste Möglichkeit für den Austausch zu der Entwicklung eines Umgangs mit möglichen Problemen, die durch intergalaktische Besuche auf uns zukommen.

"Solange ich mich erinnern kann, bin ich ein Außenseiter gewesen. Ich wuchs bei Menschen auf, aber ich war zu klingonisch um einer von ihnen zu sein." Worf - Offizier der intergalaktischen Sternenflotte. Gegen jeden Planetismus und für den Kosmunismus!


Besucher/in des Ufo-Festes /

 

die von den Aliens emittierte radioaktive Strahlung beeinträchtigte die Fototechnik

Irdische und angereiste Außerirdische posieren zum gemeinsamen Foto an der Grillstation vor dem Haus der Kulturen HdK

 

 

 

Texte der Veranstalter/innen

VeranstalterInnen: Gunthard E. Schleipen (CosmicRadio), Klaus Wißmann (Kreuzberg on KulTour e.V.), Dr. Andrea Hoffmann (Agentur Hoffmann & Tosch)

Hintergrund: Als "galaktischer Mönch" tritt Schleipen musikalisch-kabarettistisch auf, moderiert unter anderem Rundfunksendungen im CosmicRadio, ist als mobiler Altenpfleger unterwegs und hat sich in der Region einen Ruf als bunter Querdenker und überzeugter Basisdemokrat gemacht. Der UFO-Landeplatz in Göttingen ist nicht der erste seiner Art in Deutschland. Bereits im Mai 2013 fand im Landkreis Celle eine humorvolle Debatte zwischen den lokalen Politikern statt. Toleranz, Offenheit und Integration standen dabei ganz oben auf der Tagesordnung. Charmant und eloquent schaffte es Schleipen politische Themen jenseits der Parteidoktrin zu bewegen und ihre eigentliche Bedeutung sichtbar zu machen. Seit November 2013 haben außerirdische Besucher die Möglichkeit auf dem ersten niedersächsischen UFO-Landeplatz ihre Raumschiffe zu parken. Zur Eröffnung kamen sie zwar nicht, dafür aber politische Vertreter -allen voran die Wathlinger Sieben" (VertreterInnen aller im Kreistag vertretener Parteien) -Künstler, Musiker, Querdenker und Ortsbewohner jeden Alters. Das rauschende Fest bot nicht nur Tanz und Feuerwerk, sondern auch Diskussionen. Lokale Medien sowie radio21, SAT1 und NDR (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/videos/ufo135.html) berichteten.

Eröffnung des Göttinger UFO-Landeplatzes "UFOs über Göttingen!" Mit diesen und ähnlichen außerirdischen Meldungen könnten schon bald die Titelseiten der regionalen und überregionalen Zeitungen gefüllt sein. Denn in Göttingen soll ein UFO-Landeplatz gebaut werden. Bei so einer Idee wird sich jeder erst einmal die Frage stellen: Braucht Mensch das? Die Antwort ist ebenso einfach wie selbstverständlich: Ja! Denn wie könnte man die gesellschaftspolitischen Themen wie Toleranz und Inklusion, Weltoffenheit und Integration, Verkehr und Ökologie besser und leichtfüßiger diskutieren, als an dem Angebot, hier "landen" zu können -egal woher man kommt, wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder woran man glaubt? Initiator der Aktion ist Gunthard E. Schleipen mit seinem Team der "Galaktischen Föderation". Und bis zur Eröffnung des Göttinger UFO-Landeplatzes dauert es auch gar nicht mehr lang. Hier kommen Gedanken in Bewegung, hier tauschen Menschen sich aus: Am 29. März, ab 15 Uhr im Haus der Kulturen, Hagenweg 2E in Göttingen. Begleitet wird diese innovative wie auch kuriose Eröffnungsveranstaltung von Vertretern demokratischer Parteien (zugesagt haben bislang Vertreter von SPD, Grünen und Piraten -andere angefragt…), von Künstlern, Kulturschaffenden, Musikern, Klerus, Wissenschaft sowie Neugierigen und politisch Interessierten. Zusammengebracht hat sie der Querdenker, Tellerrand-Kosmonaut und Menschenfreund Gunthard E. Schleipen mit Hilfe des Kreuzberg on KulTour e.V. Die Aktion "UFO-Landeplatz in Göttingen" klingt erst einmal wie ein Witz. Doch dahinter stehen wichtige regionale, nationale und geradezu weltbewegende Fragen:

1. Ist ein genereller UFO-Landeplatz eine öffentliche Verkehrsfläche? Besteht für die Eröffnung Meldepflicht? Und welche nationalen und kommunalen Auflagen sind daran geknüpft?
2. Das Gelände um das Haus der Kulturen, Hagenweg 2E, liegt zwar im Stadtgebiet Göttingen, jedoch ist der Teil nördlich der Bahngleise Bundeseigentum. Wer ist für eine Genehmigung und den ordentlichen Betrieb dort zuständig? Die Stadt oder der Bund?
3. Kann der UFO-Landeplatz dort für die Umsetzung der UN-Resolution 33/426 aus 1978 genutzt werden? Und muss die Eröffnung der UNO gemeldet werden?
4. Wie sollen sich die Göttinger Bürger im Falle einer Kontaktaufnahme verhalten? Und wer ist berechtigt offiziell Kontakt aufzunehmen?
5. Aber auch technische Fragen gilt es zu klären. Wie beispielsweise: Ist das Gelände Hageweg 2E aus geologischer und astrophysikalischer Sicht als Landeplatz geeignet? Muss nach einer Landung Quarantäne eingehalten werden? Und ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich?
6. Müssen landende Flugschiffe eine Landesteuer zahlen? Welche Zollbestimmungen und Freimengen gelten und wie sollen die Währungswechselkurse festgelegt werden?
7. Wird die Stadt Göttingen auch hier Parkgebühren erheben?
8. Ist bei hoher Frequenz eine Erweiterung um eine "Startbahn Ost" möglich?

Unterstützt wird das Projekt in Göttingen beispielsweise vom Kreuzberg on KulTour e.V.. Dieser führte seit seiner Gründung im August 2009 über 300 Konzerte allein in und um Göttingen durch. Ganz nach dem Motto: "Wir veranstalten, was uns und anderen Spaß macht und das kulturelle Leben bereichert. Und: Das Projekt einen UFO-Landeplatz in Göttingen zu errichten, gehört eindeutig dazu", so Klaus Wissmann, 1. Vorsitzender des Kreuzberg on KulTour e.V. und seit 1998 Commander in Schleipens "Galaktischer Föderation". Die Eröffnungsparty zum Göttinger UFO-Landeplatz ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von CosmicRadio und dem Kreuzberg on KulTour e.V. -und wie sollte es anders sein, wird die Diskussionsrunde eingerahmt von reichlich Live-Musik und anderen Attraktionen. Der Eintritt ist frei. Für Getränke und terrestrische Nahrung ist gesorgt

Programm:
15.00 h MEZ: Grill, Waffeln, Steinofenpizza, Pantomime,Trommelgruppe, Hüpfburg
16.00 h MEZ: UFO-Frisbee-Weitwurf-Wettbewerb
17.30 h MEZ: Live-Musik: Guide Survival (Science-Fiction-Jazz-EXPO-Band)
18.00 h MEZ: Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Kultur, Medien
19.00 h MEZ: Live-Musik: Give Peace a Chance (Reggae 'n' Roll)
19.30 h MEZ: Grußworte und feierliche Eröffnung des UFO-Landesplatzes
20.00 h MEZ: Feuerwerk & Show
20.30 h MEZ: Live-Musik: MFunk (Die UFO-Landeplatz-Eröffnungs-Band)
21.30 h MEZ: Live-Musik: Kies & Schotter (rockige Liedermacherei aus Berlin)
23.11 h MEZ: Party mit DJ Hille (offizieller UFO-Landeplatz-Soundmaker)

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